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Heilig-Grab-Kapelle

Der Name mehrerer Augsburger Kapellen. Heute wird mit diesem Titel eine Seitenkapelle der evangelischen Kirche Sankt Anna bezeichnet. Aber auch in der katholischen Kirche Sankt Maximilian gibt es eine Heilig-Grab-Kapelle. Hinzu kommt noch die 1128 geweihte Heilig-Grab-Kapelle, die für das Reichsstädtische Kaufhaus Anfang des 17. Jahrhunderts abgerissen wurde und auf die der Name der dort liegenden Heilig-Grab-Gasse zurückgeht. In vorliegendem Artikel geht es vornehmlich um die Heilig-Grab-Kapelle der evangelischen Kirche Sankt Anna.

Allgemeines

Als Memorialbau und Hinweis auf den Jerusalemer Bau ist die Heilig-Grab-Kapelle der Augsburger Kirche Sankt Anna kunstgeschichtlich wertvoll. Im Maximilianmuseum ist ein Grabeskirchenmodell erhalten, das abhebbar ist, aus Olivenholz mit Bein- und Perlmutteinlagen geschaffen wurde und wohl um 1600 in Jerusalem entstand. Auch diesem Modell kommt kunstgeschichtliche Bedeutung zu.

Heilig-Grab-Kapellen gibt es natürlich nicht nur in Augsburg. Immer ist mit ihnen eine klare spirituelle Aussage verbunden. Vorbild für die Heilig-Grab-Kapellen war immer die Grabeskirche in Jerusalem. Für Christen ist das Grab der Ort der Auferweckung Jesu durch den himmlischen Vater, so dass in Heilig-Grab-Kapellen immer österliche Aussagen zu sehen sind. Der Ort des Todes ist auch der Ort neuer Hoffnung, der Ort der Auferstehung. Das ist die Botschaft, die mit Heilig-Grab-Kapellen verbunden ist. Der Mensch bleibt dank Jesu Leiden und Auferstehung nicht im Dunkel dieser Welt. Der Mensch, der vor der Heilig-Grab-Kapelle steht, soll erkennen: Das Grab ist leer. Christus ist auferstanden und wir werden mit ihm auferstehen.

Geschichte

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Die erste Erwähnung einer Heilig-Grab-Kapelle stammt aus dem Jahr 1129 (oder 1236). Sie wurde von einer Familie Egen? erbaut und lag in einer Seitenstraße zur Maximilianstraße am Weinmarkt?. Es sind noch Zeichnungen erhalten, die zeigen, dass es sich um einen Zentralbau mit einem Seitenschiff handelte. An der Ostseite des Seitenschiffs war ein rechteckiger Altarraum, der eine flache Apsis hatte. 1598 soll diese Heilig-Grab-Kapelle von Elias Holl erneuert worden sein. 1608 kam es zu einem Tauschgeschäft zwischen dem Domkapitel? und der Stadt. Das Domkapitel? überließ die Kapelle der Stadt. Dafür konnte es von der Stadt Grundstücke erwerben, um ein neues Franziskanerkloster? zu errichten. Die Stadt riss 1611 diese Heilig-Grab-Kapelle ab, weil sie baufällig war, und errichtete an dieser Stelle ein reichsstädtisches Kaufhaus - ausgeführt von Elias Holl. An der südlichen Langhauswand der Kirche des neuen Franziskanerklosters? in der Jakobervorstadt brachte man eine Gedenktafel an und es wurde dort eine neue Heilig-Grab-Kapelle errichtet (siehe Sankt Maximilian). Dies ist die zweite Augsburger Kapelle, die nach der Heilig-Grab-Kirche zu Jerusalem benannt ist.

Die dritte Heilig-Grab-Kapelle liegt in evangelisch Sankt Anna. Gestiftet wurde sie von Jörg Regel dem Jüngeren? und seiner Frau Barbara, geborene Lauginger kurz vor 1508. Diese Kapelle liegt an der Nordwestecke des Kreuzgangs von Sankt Anna und war zunächst nur von der Konventsstube des Klosters aus erreichbar. Erst später wurde vom südlichen Seitenschiff der Kirche Sankt Anna aus ein Zugang zu dieser Kapelle geschaffen. Die Ostwand der Kapelle deckt sich mit dem Westflügel des Kreuzgangs, was zu einem trapezoiden Grundriss der Kapelle führte. Erst 1598 wurde von Hans Holl? eine Heilig-Grab-Kapelle an diesem Ort über einem hufeisenförmigen Grundriss errichtet. Manche Forscher glauben, dass Hans Holl? eine bestehende Heilig-Grab-Kapelle nur umbaute. Die Formen der Kapelle ergaben sich aus den in gewachsenen Felsen geschlagenen Gräbern, wie sie in jener Zeit im Heiligen Land üblich waren.

Das Sockelgeschoss der Kapelle ist arkadiert und hat Nischen. Über ihm erhebt sich ein Baldachin, der überkuppelt ist (eine Anastasis). Er war als Rauchschutz für Abzugslöcher gedacht, die aus der Grabkammer ragten. Der Bau sollte ein Erinnerungsbau für die Wallfahrt an das Grab Christi in Jerusalem sein. Deshalb besitzt er im Inneren einen so genannten "Locus sepultura Christi", also eine Nachbildung der Grabstätte Christi.

Im Jahr 1656 wird die Heilig-Grab-Kapelle eine Familiengrablege. Johann Georg Österreicher übernimmt damals die Stiftung.

1748 renovierte man die Heilig-Grab-Kirche in Sankt Anna umfassend.

Details

Lage


Weblinks


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