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Hasen-Bräu

eine Augsburger Brauerei, die auf eine mehr als 500-jährige Brauereihistorie zurückblicken kann

Allgemeines

In der alten Tradition des "Haus-Preus" (Hausbrauereien) lässt Hasen-Bräu Augsburg seit einigen Jahren in der denkmalgeschützten Kälberhalle Bier brauen, die damit Brauerei und Gastwirtschaft in einem ist. Das "Augsburger Brauhaus zum Hasen" kann hier fassfrisch genossen werden. Gebraut wird nach überlieferten Rezepturen und mit Zutaten aus der Region. Wenn gebraut wird, können Gäste der Kälberhalle den Brauern über die Schulter schauen.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Aktienbrauerei zum Hasen Augsburg, der Volksmund sprach von der "Hasenbrauerei" die größte Brauerei in Augsburg und Schwaben, ja sie zählte sogar zu den bekannten Großbrauereien Bayerns. Von dieser alten Herrlichkeit ist nicht viel übrig geblieben.

Hasen-Bräu gehört heute zur Tucher Bräu GmbH in Nürnberg, die wiederum zur Oetker-Gruppe und damit zur Radeberger Gruppe gehört.

Geschichte

Schon 1464 gab es in Augsburg die Vorläufer-Brauerei von Hasen-Bräu. Damals gab es in Augsburg viele "Haus-Preus", also kleine Hausbrauereien. Einer dieser "Bierpreu" war Ulrich Alpershofer, der 1464 in seiner Schänke "Zu den drey Glass" in großen Bottichen am offenen Feuer sott. Schon 1463 kann für diese Schänke die Bierschenkengerechtsame neben einer noch älteren Bäckereigerechtsame nachgewiesen werden.

Mehrere Generationen übten in diesem Haus sowohl das Bäcker- wie das Brauerhandwerk aus - bis zum 1. März 1589. An dem Tag trennte man die "Bierschenkenbehausung" von dem "Beckenhaus" ab. Es wurde die Brauerei "Zu den drei Glas" gegründet. Sie lag in der Bäckergasse 17 (früher noch Litera A 333 und A 334) und erhielt 1801 den Namen "Zum Hasen". Ab 1589 nahm also die Brauerei unabhängig von der Bäckerei ihren eigenen Weg.

Bis zum Jahr 1815 sind 34 Besitzerwechsel der Brauerei "Zu den drei Glas" nachzuweisen. 1815 kam die Brauerei in das Eigentum des Bierbrauers Matthias Rösch, der die Brauerei in vierzigjähriger unermüdlicher Arbeit zu großer Blüte brachte. Er starb 1855. 1820 erwar Matthias Rösch das Anwesen Litera A 333, 1846 Litera A 335. Durch Betriebserweiterungen konnte er bis 1850 die Bierproduktion verdreifachen.

Diese erfolgreiche Entwicklung setzte sein Sohn Joseph Matthias Rösch fort, der die Brauerei 1858 übernahm. Weil das Anwesen Bäckergasse 17 nicht mehr zum Brauen ausreichte, jedoch nicht erweitert werden konnte, kaufte Joseph Matthias Rösch das Gelände des ehemaligen Kapuzinerklosters? zwischen der Kaiserstraße?, der Armenhausgasse und der Armenhausgasse. Zuletzt trug dieses Gelände die Adresse Konrad-Adenauer-Allee 33.

Am 20. November 1890 gründete die Brauerei "Zum Hasen" die "Actienbrauerei zum Hasen vorm. J. M. Rösch". Die Gründung der Aktiengesellschaft diente der Finanzierung des Brauerei-Neubaus.

1898 wurde die Exportbierbrauerei Schnapperbräu? zugekauft und ein Jahr später konnte man die neue Braustätte an der heutigen Konrad-Adenauer-Allee in Betrieb nehmen und die Produktion im Stammhaus aufgeben. Das Stammhaus in der Bäckergasse 17 machte man 1902 zur Gaststätte "Zur alten Hasenbrauerei". 1907 starb der erfolgreiche Joseph Matthias Rösch. Bis zum Ersten Weltkrieg setzte man den Erwerb kleinerer und größerer Brauereien fort.

Nach dem Ersten Weltkrieg kaufte Hasen-Bräu 1920 die Brauerei Lorenz Stötter AG und ein Jahr später fusionierte diese größer gewordene Augsburger Brauerei mit der AG Kronenbräu. Daraus ergab sich der neue Name "Actienbrauerei zum Hasen Lorenz Stötter und Kronenbräu". Die Augusta-Brauerei, die durch die letzte Fusion zum Eigentum geworden war, stieß die Firma schnell wieder ab, weil man diese Braustätte nicht brauchte. 1924 übernahm Hasen-Bräu die Actienbrauerei Augsburg, vormals J. M. Vogtherr?, was durch Ausschluss der Liquidation als Ganzes gegen Gewährung von Aktion der Actienbrauerei zum Hasen, Lorenz Stötter und Kronenbräu geschah. Dadurch entstand die "Actienbrauerei zum Hasen Augsburg mit Lorenz Stötter, Kronenbräu, Vogtherr". Als Firmierung üblich wurde Aktienbrauerei zum Hasen.

In den 1930er Jahren engagierte sich die Bayerische Vereinsbank? immer stärker finanziell an der Hasenbrauerei. Die Firma besaß Betriebsstätten an der Kapuzinergasse, am Katzenstadel (frühere AG Kronenbräu) und am Lauterlech (frühere Stötter-Mälzerei). Dazu kamen noch weitere Firmenanwesen, insgesamt etwa 30. Alle diese eigenen Anwesen der Brauerei wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Das Stammhaus in der Bäckergasse 17 wurde 1944 total zerstört.

Während der Aufbaujahre nach dem Krieg legte die Firmenleitung großen Wert auf die Modernisierung und Rationalisierung und brachte das Unternehmen so wieder in Schwung.

1950 übernahm Hasen-Bräu Klosterbräu Scheyern?.

In den 1960er Jahren begann Hasen-Bräu alkoholfreie Getränke in die Produktion aufzunehmen.

1973 übernahm die Hasenbrauerei Prügelbräu? und 1975 Fortunabräu?.

1980 änderte man die Firmierung in "Hasen-Bräu AG".

1992 integrierte die Hasen-Bräu Bürgerbräu Augsburg-Göggingen.

1996 besaß die Bayerische Vereinsbank? 77 Prozent der Aktien der Hasen-Bräu AG. Diese 77 Prozent der Aktien verkaufte die Bank damals an Jannik Inselkammer. 1997 trat die Hasen-Bräu AG ihre Betriebsrechte an die Tucher-Bräu-KG, die zur Inselkammer-Gruppe gehörte, ab und wurde dadurch an Tucher-Bräu beteiligt.

1998 firmierte die Hasen-Bräu AG zu Hasenbräu Brauereibetriebsgesellschaft um. Damals beschäftigte sie noch 170 Mitarbeiter und stieß etwa 340.000 Hektoliter Getränke aus, wovon 140.000 Hektoliter alkoholfrei waren.

2003 kaufte die Inselkammer-Gruppe Hasen-Bräu komplett auf, wodurch Hasen-Bräu zur Brau und Brunnen AG kam und als Produktionsgesellschaft geführt wurde. Schon ein Jahr danach wurden Tucher und damit auch die Hasenbrauerei an den Oetker-Konzern weitergereicht. So wurden Tucher und Hasen Teil der Radeberger Gruppe.

Im März 2010 gab die Hasen-Brauerei bekannt, dass sie bis Mitte 2011 ihren ganzen Brauereibetrieb von der Weiten Gasse? auf ein Gelände im alten Schlacht- und Viehhof Augsburg verlegt.

Am 16. November 2011 kamen etwa 250 Gäste zur Eröffnung der Hasenbräu-Gaststätte auf dem Gelände des Schlachthofs, die etwa zwei Millionen Euro gekostet hat.

Details

Hasen-Bräu braut heute:

  • Hasen-Bräu Extra
  • Hasen-Bräu Urhell
  • Hasen-Bräu Pilsener
  • Hasen-Bräu Weißer Hase
  • Hasen-Bräu 33dry
  • Augsburger Original

Auszeichnungen

Im Januar 2010 bekamen die Biere Hasen-Bräu Extra und Hasen-Bräu Weißer Hase die höchste Auszeichnung der DLG: je eine Goldmedaille der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. Die sich über drei Monate erstreckende Prüfung der DLG wird in den beiden renommierten Brauerei-Instituten der Technischen Universität München in Weihenstephan? und in Berlin durchgeführt. Dabei mussten sich die Biere der Hasen-Bräu mit mehr als 750 Sorten aus 188 Brauereien in 13 Ländern messen.

Adresse

Hasen-Bräu Brauereibetriebsgesellschaft mbH
Unterer Talweg 87
86179 Augsburg

Tel. 0821/32990
Fax. 0821/3299111
E-Mail: [email protected]


Weblinks


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