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Hans von Aachen

Ein deutscher Maler des Manierismus, der allegorische, mythologische und religiöse Bilder gemalt hat. Sicher war er ein Hauptvertreter des internationalen höfischen Manierismus.

Sein Name wurde vielfach verstümmelt, da seine Werke durch Stiche stark verbeitet waren. So wurde er auch Johann von Achen, Janachen, Fanachen, Abak, Jean Dac, Aquano, van Acken etc. genannt.

Aachen Selbstbildnis
Hans von Aachen Selbstbildnis um 1574 [Public domain], via Wikimedia Commons

Leben

Hans von Aachen wurde im Jahr 1552 in Köln geboren. Sein Vater stammte aus Aachen, daher sein Namenszusatz. Gestorben ist er am 4. März 1615 in Prag - nach manchen Quellen auch am 6. Januar 1615.

In Köln lernte er bei dem flämischen Porträtmaler Georg Jerrigh die Grundbegriffe der Malerei. Der niederländische Romanismus, den er hier vermittelt bekam, war die Basis seines Schaffens. Im Jahr 1574 zog er nach Italien, wo er in Venedig, Rom und Florenz weitere Studien betrieb und tätig war. In Venedig lernte er von Kaspar Rems. Besonders aber studierte er Tintoretto und Caravaggio, an denen er seinen manieristischen Stil entwickelte. Auch Einflüsse Michelangelos und Correggios sind bemerkbar. In Florenz traf er Joseph Heintz den Älteren? und schuf Bildnisse für die Medici.

Allerdings stand er bis an sein Lebensende unter dem Einfluss von Goltzius und Spranger, zweier deutscher Maler, die damals unter italienischem Einfluss standen und die deutsche Kunst beherrschten.

Im Jahr 1588 zog es ihn nach Deutschland zurück, zunächst nach Köln, wo er für hochgestellte Kunden als Portraitmaler arbeitete und sich so einen Namen machte. Er arbeitete damals schon für die Fugger, aber auch für den herzoglichen Hof in München. 1590 berief ihn Herzog Wilhelm V. von Bayern nach München, wo er viele Werke schuf: ein Altargemälde in der Jesuitenkirche, ein Bild "Christus am Kreuz" für die Kreuzkapelle und einige Bilder für die Herzog-Max-Burg.

Im Jahr 1592 schuf er das Bild "Kaiser Rudolf II.", woraufhin er zum kaiserlichen Kammermaler ernannt wurde.

Die Tochter Regina des Komponisten Orlando di Lasso heiratete er 1596. Ab 1597 malte er immer öfter für den Hof in Prag und zog mit seiner Familie 1601 in der Funktion des kaiserlichen Kammermalers nach Prag um. In diesem Jahr wurde auch seine Besoldung von 200 fl. auf 300 fl. erhöht. Dort wohnte er bis zu seinem Tod, unternahm aber hin und wieder noch Reisen nach Italien.

1604 wurde er vom Kaiser geadelt.

Noch 1610 wird er als der einzige Hofmaler in kaiserlichen Diensten erwähnt, eine Würde, die auch von Matthias I. bestätigt wurde.

Werk

Die Portraits gehören zu seinen besten Werken. Hans von Aachen war ein fruchtbarer Maler und hat viele Werke geschaffen. Er war begabt und es wird berichtet, dass ihm die Arbeit leicht von der Hand ging. Zu seiner Zeit war er sehr beliebt und man kann ihm sicher auch nicht eine gewandte Darstellung absprechen. Aus dem Rückblick sind jedoch auch Kritikpunkte zu äußern. So mangelt es vielen seiner Werke an der Durchbildung von Form und Farbe; oft blieben sie oberflächlich. Und: er war ein Eklektiker, zwar ein geschickter, aber eben ein Eklektiker.

Eine Auswahl seiner Werke:

1590 "Christus erweckt den Jüngling von Nain"
1592 Portrait "Rudolf II."
1598 "Sieg der Wahrheit unter dem Schutze der Gerechtigkeit"
1598 "Auferstehung des Lazarus"
1602 "Allegorie des Friedens und des Überflusses"
1610 "Bacchus, Ceres und Amor"
1610 "Mariä Verkündigung"
1612 Portrait "Kaiser Matthias"

Heute besitzen seine Werke nur noch ein geschichtliches Interesse. Schüler von Hans von Aachen waren Peter Isaak und Joseph Heintz der Ältere?. Viele seiner Werke sind als Stiche überliefert, vor allem von Kilian, Custos und Sadeler.

Werke von ihm finden sich unter anderem in der Alten Pinakothek, München, in der Eremitage, St. Petersburg (RUS), im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, im Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig, dem Kunsthistorischen Museum, Wien, dem J. Paul Getty Museum (Los Angeles, USA), der Londoner Nationalgalerie (Großbritannien), der Kunsthalle Bremen, dem Los Angeles County Museum of Art (USA), der Staatsgalerie Stuttgart, der Prager Nationalgalerie (Tschechien) und im Wallraf-Richartz-Museum, Köln.

Motive seiner Gemälde sind oft religiös, mythologisch oder allegorisch. „Sieg der Wahrheit unter dem Schutze der Gerechtigkeit“ ist ein solch typisches Gemälde. Hier ist die nackte Wahrheit dargestellt, die zur Gerechtigkeit flieht, die ihren Löwen loslässt. Dieser Löwe stellt den Sieg der Wahrheit sicher. Das Bild ist nur 56 mal 47 Zentimeter groß und auf Kupfer gemalt. Wie für den Manierismus typisch ist das Bild technisch perfekt und effektvoll komponiert.

Gern hat Hans von Aachen auch nackte Frauenkörper dargestellt. Zum Beispiel in „Bacchus, Ceres und Amor“. Das Bild entstand um 1610 und ist stark erotisch eingefärbt, die Frau erscheint eindeutig als Gegenstand einer sinnlichen Lust. Kokett wendet sich die Fruchtbarkeitsgöttin Ceres dem Betrachter zu.

Beziehung zu Augsburg

Schon im Jahr 1587 bekam er seine ersten Aufträge von den Fuggern. In Sankt Ulrich und Afra befindet sich in der Bartholomäuskapelle, der Grablege von Philipp Eduard Fugger? das Werk "Marienkrönung durch die Hl. Dreifaltigkeit" von ihm. Es ist auf 1596 datiert und zeigt eine große Nähe zu den Holzschnitten von Albrecht Dürer, weniger zur zeitgenössischen italienischen Kunst.

Weblinks


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