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Hanreibach

ein Augsburger Lechkanal, der Wasser in das Zentrum des Augsburger Textilviertels führt

Allgemeines

Der Hanreibach in Augsburg ist ein links des Lechs verlaufender Lechkanal von etwa 2300 Metern Länge. Er entsteht als westliche Kanalstrecke nach der Teilung des Herrenbachs? an der Geisbergschleuse? (Reichenberger Straße). Die östliche Kanalstrecke ist der Proviantbach. Hier beginnt auch der Hanreiweg.

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Geschichte

Schon im Stadtrecht von 1276 ist eine Stadtmühle? erwähnt, die den Namen Hanoreimühle trägt. Auf diese Mühle geht möglicherweise der Name Hanreibach zurück. Ferdinandt Frensdorff behauptete in seinem Augsburgbuch von 1866, dass hier 1321 ein Müller Hanrei eine Sägemühle besessen habe und der Bach nach diesem Müller benannt worden sei.

Allerdings war der Hanreibach bis Ende des 17. Jahrhunderts der heutige Schäfflerbach? und der heute als Hanreibach bezeichnete Lechkanal hieß früher Klingenbach. Erst ab dem späten 18. Jahrhundert ging der Name Hanreibach auf diesen Klingenbach über. Noch im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ist aber der Name Klingenbach nachweisbar, so dass wohl eine Zeitlang beide Namen für diesen Wasserlauf verwendet wurden. Warum der Name Hanreibach vom heutigen Schäfflerbach? auf den früheren Klingenbach übersprang, ist unklar.

Die Landshuter Zeitung: Niederbayerisches Heimatblatt für Stadt und Land, meldet im September 1853, dass der Großhändler Heinzelmann beabsichtige zusammen mit einer Aktiengesellschaft am Hanreibach eine Baumwollspinnerei zu errichten, „wozu 5 verwendbare große und kleine Gebäude mit einem Flächenraum von 5 1/2 Tagwerk gehören“. Die Spinnerei sollte 20.830 Spindeln haben, „um mit zwei Drittel der Spindelzahl feine Prima-Garne Nr. 50 bis 120 vermittelst trefflicher zum Theil neuerfundener Schlumberger´scher Maschinen … und mit einem Drittel mittlere und grobe Garne aus dem Abfall zu erzeugen“. Dieses Vorhaben wurde von der Zeitung gelobt, sei doch der Markt im Deutschen Zollverein noch aufnahmefähig für feine Garne, die bisher aus dem Ausland bezogen werden müssten. Die Meldung zeigt die Industrialisierung der am Hanreibach gelegenen Grundstücke an.

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2011 verkeilte sich ein Baumstamm im Hanreibach beim Kraftwerk Hanrei-Fichtelbach? an den Turbinen so ungünstig, dass die Feuerwehr eingreifen musste, um eine Überschwemmung des Wohnquartiers Klein Venedig? zu verhindern.

Nur ein Jahr später musste die Berufsfeuerwehr Augsburg an der gleichen Stelle des Hanreibachs zwei tote Wildschweine bergen, die beim Kraftwerk angetrieben worden waren.

Details

Von der Geisbergschleuse? wendet sich der Hanreibach nach Westen, fließt unter den Schienen der Augsburger Localbahn hindurch, speist das Wasserkraftwerk Martinipark?, um sich nach einer Fußgängerbrücke östlich in den Martinipark zu wenden, während der abzweigende Fichtelbach? westlich zur Schäfflerbachstraße? fließt, wo er etwa ab der Höhe der Rudolf-Steiner-Schule Augsburg? parallel zum Hanreibach fließt. Beide Lechkanäle fließen unter der Nagahama-Allee hindurch und der Hanreibach wendet sich zur Böheimstraße?, wo er Richtung Osten abknickt, um das Gelände von Washtec Cleaning Technology? zu umfließen und unter der Johannes-Haag-Straße hindurchzufließen. Danach vereint sich der Fichtelbach? wieder mit dem Hanreibach, der noch unter der Lechhauser Straße zwischen dem Modepark Röther und dem Studentenwohnheim Lechbrücke? entlang fließt, bis er nach dem Durchfließen der Wohnanlage Klein Venedig? und nach dem Kraftwerk Hanrei-Fichtelbach? an der Kleingartenanlage Reischlestraße? in den Proviantbach eingeht.

Der Hanreibach liefert etwa 4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

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Lage


Weblinks


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