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Hammerschmiede und Stockerhof Naichen

ein Zweigmuseum des Schwäbischen Volkskundemuseums Oberschönenfeld (Gessertshausen) im Landkreis Augsburg, das vom Bezirk Schwaben betrieben wird

Allgemeines

Das Museum Hammerschmiede und Stockerhof liegt in dem Ortsteil Naichen? von Neuburg an der Kammel, das zum Landkreis Günzburg in Bayern gehört.

Die Hammerschmiede Naichen ist noch an ihrem originalen Standort und zeigt, wie sie etwa 1975 aussah. Damals diente die Hammerschmiede Naichen vornehmlich als Landmaschinenwerkstatt. Die Wasserkraft der Kammel trieb die Maschinen der Hammerschmiede Naichen an, die zum größten Teil aus dem Jahr 1922 stammen. Die Wohnung der Schmiede ist in den originalen Stand zurückversetzt, wie er vom letzten Besitzer hinterlassen worden war.

Im Stockerhof wohnten anfangs die Schmiede, die noch eine kleine Landwirtschaft betrieben. Hier sind Stall, Tenne und Wohnbereich unter einem Dach vereint.

Das Ensemble zeigt die Lebens- und Arbeitswelt eines dörflichen Handwerksbetriebes in früherer Zeit.

Geschichte

1838 kaufte Johann Michael Kleiner, Hammerschmied auf der Riedmühle? in Hausen? bei Ellzee?, Gelände auf der Flur des Oberen Naichhofes.

Sowohl die Hammerschmiede wie auch der Stockerhof wurden 1839 errichtet. Der Stockerhof bekam später seinen Namen nach einem der Eigentümer. Beide Gebäude wurden seitdem kaum verändert. Die Schmiede des der Hammerschmiede Naichen betrieben neben ihrem Haupterwerb auch Landwirschaft, was man daran sieht, dass der Stockerhof neben der Wohnung für den Schmied auch eine Tenne und einen Stall hatte.

Johann Michael Kleiner ließ ein Wohn- und Ökonomiegebäude mit einem „Eisen-Laden" und die Hammerschmiede errichten. Der Bauernhof bekam die Hausnummer 91½.

Die Familie Stocker kam 1860 an das Anwesen. Der Schmiedemeister Johann Stocker heiratete damals in das Schmiedeanwesen ein, das man auf einen Wert von 7.400 Gulden schätzte.

1892 wurde der Besitz Serafin Stocker sen. (geb. 1869) übergeben. Er heiratete die wohlhabende Hirlanda Schmid, Tochter eines Langenhaslacher Maurermeisters.

Ab 1932 gab es auf dem Hof einen Betreiber der Hammerschmiede Naichen und daneben Bauern, die Landwirtschaft betrieben. Im Stockerhof wohnte nun der Landwirt, im ersten Stock der Hammerschmiede Naichen der Schmied. Erst der Bezirk Schwaben brachte das Anwesen durch seinen Kauf wieder unter einen Eigentümer. Damals starb Serafin Stocker sen. ohne Nachlaßregelung. Die Landwirtschaft ging an seine Söhne Albert und Josef. Unter den in der Hammerschmiede ausgebildeten Söhnen setzte sich Serafin Stocker jun. (geb. 1900) als Nachfolger durch.

Serafin Stocker jun. heiratete 1942 Theresia Maisch, worauf der Familienbesitz geteilt wurde. Josef Stocker übernahm mit der Landwirtschaft den Stockerhof. Serafin jun. erhielt die Schmiede und bezog mit seiner Frau die Wohnung im Schmiedegebäude.

Bis 1980 gab die Hammerschmiede und Landmaschinenwerkstatt Stocker dem Weiler Naichen?, der in den sanft gewellten Hügeln des Kammeltales? liegt, überörtliche Bedeutung durch die Hammerschmiede und Landmaschinenwerkstatt Stocker.

1990 eröffnete die Hammerschmiede Naichen als Museum. 1991 erwarb der Bezirk Schwaben daneben den Stockerhof. Zwischen 1996 und 1998 setzte der Bezirk Schwaben den Stockerhof nach Denkmalschutzrichtlinien in Stand. Danach eröffnete der Stockerhof als weiterer Museumsbereich, der für Sonderausstellungen und Veranstaltungen genutzt wird. Das war am 23. Mai 1998 mit der Ausstellung „Schafe und Schafhaltung in Schwaben".

Details

Hammerschmiede

Die Hammerschmiede in Naichen ist ein wichtiges Zeugnis der Technik- und Industriegeschichte Bayerns. Durch die Nutzung als Museum wurde es möglich, dieses Denkmal zu erhalten.

Zwischen April und Oktober lohnt sich ein Besuch der Hammerschmiede Naichen besonders, denn an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat findet hier eine Schmiedevorführung statt.

Im ersten Stock der Hammerschmiede liegt die Schmiedewohnung des letzten Besitzerehepaars originalgetreu wieder hergestellt. Für die Lehrlinge gab es ein Zimmer ohne eigene Waschgelegenheit und ohne Heizung. 1954 musste ein Lehrling dafür samt Kost 4 DM bar im Monat bezahen. Er wohnte mit Familienanschluss beim Lehrherrn und Arbeitgeber. Das war noch bis 1972 so geregelt. Weil der Generator in der Schmiede nur Gleichstrom für die Wohnung erzeugte, konnten nur elektrische Kochplatten und ein Radiator betrieben werden. Auf Wechselstrom-Elektrogeräte musste verzichtet werden. Die Küche war zugleich Büro, der Küchentisch Büromöbel. Küche und Schmiederaum verband ein Rohr. Durch Klopfsignale an das Rohr der Wasserpumpe übermittelte man sich Botschaften. Erst 1942 erhielt die Wohnung ein Wasserklosett, für dessen Spülung Wasser in der Küche heraufgepumpt werden musste. Ein Bad gab es nicht.

Für Behinderte ist zu beachten: Große Teile des Erdgeschoßes der Hammerschmiede Naichen sind für Rollstuhlfahrer stufenlos zugänglich, nur zum Turbinenraum führt eine Stufe. Das Obergeschoß, also die Schmiedewohnung, ist nur über eine hohe Treppe erreichbar.

Stockerhof

Das Äußere des Stockerhofs hat nach Osten und Norden Schauseiten, die durch Stuck- und Gesimselemente gegliedert sind. Die Seiten nach Süden und Westen sind schlichten gehalten und sind durch die landwirtschaftliche Funktion geprägt.

Auch im Stockerhof ist das Erdgeschoss stufenlos zugänglich (bitte an der Kasse Bescheid geben). An der Kasse befindet sich auch ein behindertengerechtes WC. Die Ausstellungsräume im Zwischen- und Obergeschoss sind allerdings nur über eine Treppe erreichbar.

Gruppenführungen

Für Gruppen gibt es nach Vereinbarung besondere Angebote wie:

  • Führung durch Werkstatt und Schmiedewohnung: Dauer ca. 60 Minuten, mit Schmiedevorführung ca. 80 Minuten.
  • Führung zur Sonderausstellung: Dauer ca. 60 Minuten
  • Angebot für Kindergarten und Grundschule: Führung zur Sonderausstellung mit kreativem Gestalten, Dauer ca. 90 Minuten
  • Schulklassen-Spezial: "Leben und Handwerk am Wasser", Dauer ca. 60 Minuten
  • Kindergeburtstag in Naichen: Spielerisch wird zuerst die Sonderausstellung erforscht, wobei Ideen und Anregungen gesammelt werden, die anschließend in der eigenen kreativen Arbeit umgesetzt werden. Am Ende kann jeder ein tolles Prachtstück mit nach Hause nehmen. Dauer: ca. 120 Minuten, Alter: ab 6 Jahren, max. 15 Teilnehmer.

Öffnungszeiten

Von Sonntag nach Ostern bis einschließlich 1. Sonntag im November
jeweils Sonntag von 13-17 Uhr
Pfingstmontag geöffnet
Für Gruppen auch nach Vereinbarung.
Am 1. und 3. Sonntag im Monat gibt es eine Schmiedevorführung.

Adresse

Hammerschmiede und Stockerhof Naichen
Ortsteil Naichen?
86476 Neuburg an der Kammel

Tel. 08283/928606 (nur während der Öffnungszeiten)
Fax. 08283/928608
E-Mail: [email protected]


Aus Richtung Augsburg fährt man Richtung Krumbach bis Thannhausen, in Thannhausen Richtung Langenhaslach? über Edelstetten?, in Langenhaslach? Richtung Ried bis Naichen?.

Weil die Hammerschmiede und Stockerhof Naichen eine Außenstelle des Schwäbischen Volkskundemuseums Oberschönenfeld sind, werden Führungen, Buchungen und Auskünfte von dort betreut:

Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld? 4
86459 Gessertshausen

Tel. 08238/3001-0
Fax. 08238/3001-10
E-Mail: [email protected]

Weblinks


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