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Haindlsche Stiftungshäuser

vier Häuser in der Augsburger Bleichstraße, die von Elisabet Haindl? aus sozialen Gründen gestiftet wurden

Allgemeines

Die so genannten Haindlschen Stiftungshäuser gehen auf Elisabet Haindl?, die Witwe von Georg (I) Haindl) zurück, der die Haindl´schen Papierfabriken gegründet hatte. Gedacht waren die Haindlschen Stiftungshäuser für Betriebsangehörige der Haindl´schen Papierfabriken.

Interessant ist der Besuch der Haindlschen Stiftungshäuser für Fans von Bertolt Brecht, der in der Bleichstraße 2 einen Teil seiner Augsburger Kindheit und Jugend verbrachte. Die Familie Brecht? bewohnte den ersten Stock und die beiden Dachkammern ("Mansarde") dieses Haindlschen Stiftungshauses.

Geschichte

Die Haindlschen Stiftungshäuser wurden 1880 an der Bleichstraße in der Nähe der Haindl´schen Papierfabriken errichtet. Die Pläne dazu lieferte der damalige Stadtbaurat? Ludwig Leybold?.

In dem Stiftungshaus Bleichstraße 2 an der Ecke zur Bert-Brecht-Straße verbrachte Bertolt Brecht einen Teil seiner Kindheit und Jugend. Daran erinnert eine Gedenktafel an der Wand des Hauses. Der Vater von Brecht arbeitete in den Haindl´schen Papierfabriken und brachte es dort zum kaufmännischen Leiter (Prokurist). Deshalb mutet es seltsam an, dass er mit seiner Familie in den Genuss der günstigen Wohnung kam, denn zu den "dürftigen Mitmenschen", wie es die Stiftungsurkunde für die Vergünstigung forderte, gehörte er nicht. Eine Erklärung dafür liegt wohl in der Tatsache, dass er auch zum Verwalter und Pfleger der Haindlschen Stiftungshäuser ernannt wurde.

In der Haindlschen Stiftungswohnung in der Bleichstraße 2 schrieb Brecht erste Werke. So z. B. den "Baal" und den "Spartakus". Noch 1943 erinnterte sich Brecht in seinem amerikanischen Exil wehmütig an diese Zeit. In seinem Gedicht "Augsburg" heißt es:

Ein Frühjahrsabend in der Vorstadt.
Die vier Häuser der Kolonie
Sehen weiß aus in der Dämmerung.
Die Arbeiter sitzen noch
Vor den dunklen Tischen im Hof.
Sie sprechen von der gelben Gefahr.
Ein paar kleine Mädchen holen Bier
Obwohl das Messingläuten der Ursulinerinnen schon herum ist.
In Hemdärmeln lehnen sich ihre Väter aus den Kreuzstöcken.
Die Nachbarn hüllen die Pfirsichbäume an der Häuserwand
In weiße Tüchlein wegen des Nachtfrosts.

Details

Die Haindlschen Stiftungshäuser mit ihren vier Gebäuden boten Platz für 24 Wohnungen. Finanziert wurden sie aus Mitteln der Georg-und-Elise-Haindlschen Stiftung?.

Die Wohnungen hatten eine ähnliche Hintergrund-Motivation wie die Fuggerei. Von dem, "was mit dem Segen Gottes durch Umsicht und Fleiß erworben" worden war, sollte "dürftigen Mitmenschen" Anteil gegeben werden. Deshalb lag die Jahresmiete etwa 25 bis 30 Prozent unter den Mieten vergleichbarer Wohnungen in Augsburg.

Jede Wohnung der Haindlschen Stiftungshäuser umfasste einen kleinen Vorraum, drei Zimmer, eine Küche und einen Keller.

Lage


Weblinks


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