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Haindl, Georg I.

Gründer der Haindl´schen Papierfabriken

Leben

Georg I. Haindl wurde am 15. November 1816 als Sohn eines Zollbeamten in Ingolstadt geboren. Seine Eltern waren Josef und Franziska Haindl, geborene Jäger aus Lechhausen bei Augsburg. Nachdem Georgs Vater samt Familie nach Regensburg? versetzt worden war, fing Georg 1833 dort in einer Buchhandlung eine Lehre an, die von dem Passauer Friedrich Pustet in der Donaustadt gegründet worden war. Pustet war auch Papierhändler, Buchdrucker, Buchbinder und Verleger. Im Auftrag von Pustet reiste Georg Haindl nach Sachsen, das in der Papierherstellung damals führend war. Pustet hatte für eine Papiermühle an der Laber? in Alling? als erster in Bayern eine englische Papiermaschine von Bryan Donkin eingeführt. Georg Haindl wurde dort ab 1838 als Werkführer, Schlosser, Holländermüller und Buchhalter eingesetzt. Unterstützt von seinen Geschwistern Josef und Fanny. Über zehn Jahre leitete Georg Haindl diese Papiermühle von Pustet und wurde dadurch natürlich zu einem Kenner der Materie. Die Förstertochter Elisabeth Ehrntaller heiratete Georg Haindl 1846. Sie wurde schnell durch ihre Arbeit zum guten Geist der Papiermühle.

Mit dem Geld der Eltern von Georg I. Haindls Frau konnten er und Friedrich Pustet am 10. April 1849 die Siebersche Papierfabrik in Augsburg übernehmen, die in Konkurs geraten war. Sie lag am Malvasierbach unterhalb des Lueginsland -Walles. Kaufpreis: 41.178 Gulden und 52 Kreuzer. Dazu mussten alle Verbindlichkeiten übernommen werden. Sie machten eine Anzahlung. Der Rest von 30.000 Gulden wurde mit zwei Hypotheken finanziert, wobei eine auf die Papiermühle von Pustet entfiel. Noch im gleichen Jahr nahm Georg I. Haindl die Produktion von Papier unter dem Namen Haindl´sche Papierfabriken auf.

Das Unternehmen entwickelte sich schnell und prächtig und Georg I. Haindl übernahm es 1851 in Alleinbesitz. Seinen Schwerpunkt setzte er auf die Herstellung von Zeitungspapier. Er war damals einziger Papierlieferant für die Allgemeine Zeitung.

Immer bemühte er sich am Puls der Zeit zu sein. So ließ er aus England Papiermaschinen für den Rotationsdruck kommen und stellte diese Maschinen als Erster in Süddeutschland auf.

1869 wurde er Gemeindebevollmächtigter? und zog sich 1873 zum Teil aus der Leitung seiner Firma zurück. Es hatte im Stammwerk gebrannt; danach übergab er die meisten Aufgaben seiner Frau und seinem ältesten Sohn Friedrich.

Georg I. Haindl starb am 11. Mai 1878 in Augsburg.

Bemerkenswert

Jahrzehnte bevor Bismarck die Krankenversicherung einführte, richtete Georg I. Haindl im Jahr 1853 eine Krankenkasse für weibliche Mitarbeiter seiner Firma ein, Werkswohnung baute er ab 1872, 1875 richtete er eine Pensionskasse ein.

Weblinks


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