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Gymnasien

Allgemeines

Ein Gymnasium ist eine weiterführende Schule. Der Beginn und die Länge der Ausbildung in einem Gymnasium hängt vom jeweiligen Schulsystem ab.

In der Bundesrepublik Deutschland besteht das Gymnasium im Rahmen des dreigliedrigen Schulsystems. Andere Schulformen benutzen die Bezeichnung „Gymnasiale Oberstufe“. Mit der Bezeichnung „Höhere Schule“ war früher ausschließlich das Gymnasium gemeint; heute schließt die umgangssprachliche Bezeichnung auch andere Schulformen ein.

In Deutschland beginnt das Gymnasium in den meisten Bundesländern mit der Klasse 5.

Die Lehrpläne für die Gymnasien der Kultusministerien legen grundsätzliche Ausbildungsinhalte und Ausbildungsreihenfolgen nach definierten Zweigrichtungen fest. Die reguläre Dauer der Ausbildung an einem Gymnasium bis zum Abitur betrug in der Regel neun Schuljahre (Abschluss: 13. Jahrgangsstufe), in Bayern wurde die Dauer auf 8 Jahre verkürzt.

Je nach Schulfinanzierung oder Personalaufwandsträger wird zwischen staatlichen, kommunalen und privaten (auch: kirchlichen) Gymnasien unterschieden. Von den privaten beziehungsweise kirchlichen Gymnasien führen staatlich anerkannte als auch staatlich genehmigte zur Abiturprüfung. Aufgrund der Schulfinanzierungsgesetze werden aber alle privaten Gymnasien zu etwa 65–85 % aus öffentlichen Geldern finanziert.

In Deutschland gibt es derzeit 3.139 Gymnasien mit 2,32 Millionen Schülern. (Statistisches Bundesamt, Stand 2003/2004) Die Schüler werden in 61.209 Klassen von 155.100 Lehrern (davon ca. 73 % Frauen) unterrichtet (Statistisches Bundesamt, Stand 2002/03).

Situation in Bayern

Nur 30 Prozent der Schüler machten 2006 in Bayern Abitur, womit das Bundesland Schlusslicht in Deutschland ist. In manchen ländlichen Regionen sind es sogar nur 20 Prozent, während Städte wie München oder Erlangen eine Quote von 50 Prozent aufweisen.

Situation in Schwaben und Augsburg

Laut Bayerischem Bildungsbericht von 2007 stellen sich die Übertritte von den Grundschulen an die Gymnasien regional unterschiedlich dar. Im Schnitt wechseln zwischen etwa 35 Prozent der Schüler in Bayern ans Gymnasium. In Stadt und Landkreis Augsburg sowie dem Landkreis Aichach-Friedberg sind es zwischen 29 und 35 %, was leicht unter dem Durchschnitt liegt. Bayernweit ist die Übertrittsquote in Schwaben die zweitniedrigste.

Bildungspolitisch ist Schwaben in Bayern eine vernachlässigte Region. Das zeigt sich z. B. an der chronischen Überbelegung von Gymnasien der Region seit den 90er Jahren, die nie behoben wurde und mit zu großen Klassenstärken einhergeht, so dass Kindern in der Region oft die angemessene Förderung fehlt.

In den sieben öffentlichen Gymnasien z. B. erhöhte sich die Zahl der Schüler von 1991 bis 2005 von etwa 5.400 auf etwa 7.400. Diese 2.000 zusätzlichen Gymnasiasten in Augsburg (= plus 37 %) mussten ohne zusätzliche Räume "verdaut" werden. Die meisten neuen Gymnasiasten musste die Stadt Augsburg aus dem Umland aufnehmen, insgesamt rund 2.800, davon aus dem Landkreis Augsburg etwa 1.500, aus dem Landkreis Aichach-Friedberg etwa 1.000). Sprich: 39 Prozent der Kinder an Augsburger Gymnasien im Jahr 2007 waren keine Augsburger - doch Augsburg finanziert jedes Jahr zwei Mio. € Zuschussbedarf, weil die Gastschülerpauschalen bei weitem nicht die Kosten decken.

Das zeigt, dass in den Landkreisen um Augsburg herum gymnasiale Kapazitäten fehlen.

Viele bayerische Bildungspolitiker meinen, angesichts der Entlastung durch das G8 ab 2012 und aufgrund sinkender Schülerzahlen, brauche man auch nichts zu tun. Dem halten städtische Bildungspolitiker folgende Argumente entgegen: Die dann frei werdenden Klassenräume müssen für die Absenkung der Klassengrößen genutzt werden. Um die Zukunft der Region zu sichern muss für eine höhere Übertrittsquote gesorgt werden.

Deshalb werde die Schülerzahl an Gymnasien auf absehbare Zeit nicht sinken und es müssten neue regionale Standorte von Gymnasien, etwa in Bobingen, Mering oder Stadtbergen geschaffen werden. Das Gymnasiums Königsbrunn? meldete zum Schuljahr 2007/2008 mehr als 200 Neuanmeldungen für die 5. Klasse, ohne räumlich dafür ausgelegt zu sein. Sollten solche Horrormeldungen nicht schnellstens der Vergangenheit angehören, ist Eltern in Augsburg und Umgebung anzuraten, ihre Kinder morgens nach München pendeln und dort das Gymnasium besuchen zu lassen.

2009 hatten die Augsburger Gymnasien etwa 10 Prozent mehr Anmeldungen, als sie Schüler aufnehmen können, was zu einer großen Raumnot und dazu führte, dass Schüler nach Schulwegen umverteilt werden mussten. Die Situation erforderte auch die Einrichtung von „Wanderklassen“ ohne einen eigenen Schulraum.

Seit Juli 2009 kamen Zusmarshausen, Gessertshausen und Fischach nicht mehr für ein neues Gymnasium im Landkreis Augsburg in Frage, wodurch nur noch über Bobingen, Stadtbergen und Diedorf befunden wurde.

Am 27. Juli 2009 beschloss dann der Kreistag des Landkreises Augsburg Diedorf zum Standort eines neuen Gymnasiums im Landkreis zu machen. Entscheidungsgründe waren unter anderem, dass man den ländlichen Raum stärken wollte, dass in Diedorf noch über 2020 hinaus genügend Schülerzahlen zu erwarten und die meisten Gastschulbeiträge zu sparen sind.

2010 wurde das Gymnasium Diedorf für den Westen des Augsburger Landkreises eröffnet.

2012 gingen in der Region Augsburg die Anmeldungen an den Gymnasien um etwa 250 im Vergleich zum Vorjahr zurück. Angemeldet an den Gymnasien wurden fast 2.100 Schüler. Damals hatte Augsburg zehn Gymnasien, der Landkreis Augsburg fünf und der Landkreis Aichach-Friedberg zwei.

Die einzelnen Gymnasien nach Stadtvierteln

Antonsviertel

Firnhaberau

Göggingen

Hochzoll

Innenstadt


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