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Güterverkehrszentrum

abgekürzt GVZ

Allgemeines

Im GVZ - Güterverkehrszentrum Region Augsburg - spiegelt sich die zunehmende Bedeutung der Güterverkehrslogistik als Standortfaktor für die Wirtschaft der Region Augsburg. Das Güterverkehrszentrum Augsburg (GVZ) liegt im Dreieck der Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß und hat sich innerhalb kurzer Zeit als Logistikstandort für marktfähige Transportleistungen etabliert. Es ist damit eines von bundesweit rund 30 Güterverkehrszentren mit Umschlaganlagen für den Kombinierten Verkehr, die so für eine nachhaltige Gestaltung des Gütertransports in Deutschland sorgen.

Das Güterverkehrszentrum Region Augsburg hat ein bimodales Terminal an der Schnittstelle von wichtigen Straßen- und Bahnverbindungen. So kann das GVZ Verkehre stadt- und umweltverträglich optimieren, indem es Güterverkehre für lange Strecken auf die Schiene bringt, Lkw-Fahrten im Regional- und Stadtverkehr durch Kooperationen bündelt, die Fahrzeuge besser auslastet und Leer- oder Doppelfahrten vermeidet sowie Synergieeffekte durch gemeinsamen Service unterstützt.

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Das Gelände des GVZ hat eine Nutzfläche von etwa 112 Hektar. Im Laufe der Jahre investierten die drei Betreiberstädte Augsburg, Gersthofen und Neusäß bis 2009 etwa 40 Mio. € in die Erschließung und in Grundstückskäufe für das Gelände, die durch die Verkäufe an ansiedlungswillige Firmen wieder hereingeholt werden sollten. Von den 112 Hektar Gesamt-Bruttofläche waren 2013 GVZ-Nutzflächen (Sondergebiet GVZ) 62 Hektar, Bahnflächen 10 Hektar, öffentliche Grünflächen 28 Hektar, Straßenflächen 12 Hektar. Auf den etwa 62 Hektar Nutzfläche sind voll erschlossene Grundstücke von 2.000 bis 94.000 Quadratmeter für Logistikbetriebe, Dienstleister oder logistikaffine Unternehmen vorhanden.

In der Endausbaustufe sollte das GVZ Region Augsburg etwa 2.500 Menschen Beschäftigung bieten. Man plante, dass hier pro Jahr etwa 100.000 Lastwagenfrachten auf Güterzüge gesetzt werden sollten.

Geschichte

1996 gründeten die drei am GVZ Region Augsburg beteiligten Städte die GVZ Augsburg Entwicklungsgesellschaft mbH, die jedoch zwischenzeitlich wieder liquidiert wurde. Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung der GVZ-Entwicklungsmaßnahmen GmbH der Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß als Entwicklungsträgergesellschaft. Ein Jahr später folgte die Gründung des Planungsverbandes GVZ Raum Augsburg der Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß. Der Flächennutzungsplan für das Gebiet des Planungsverbandes wurde im September 1999 wirksam.

Im Dezember 2003 nahm man die Anschlussstelle an die Bundesautobahn A 8 in Betrieb.

Die Bebauungspläne für den engeren Bereich des GVZ (Bebauungsplan Nr. 1) sowie für die äußere Verkehrserschließung mit einem neuen Autobahnanschluss (Bebauungsplan Nr. 2) wurden im Juli 2004 rechtswirksam. Für das GVZ Augsburg wurde darin ein Sondergebiet SO-GVZ ausgewiesen. Das Umschlag-Terminal war als Bahnanlage dargestellt, bedurfte aber noch einer gesonderten Planfeststellung.

2005 konnte die TIA Terminalinvestitionsgesellschaft Augsburg? für die Planung und den Bau des Terminals gegründet werden und 2007 erfolgte der offizielle Spatenstich zur Erschließung des GVZ Region Augsburg.

Die kommunalen Erschließungsaufgaben wurden mit 3. Änderung der Satzung des Planungsverbandes Güterverkehrszentrum Raum Augsburg vom 14.02.2006 für das Gebiet des Güterverkehrszentrums dem Planungsverband übertragen. Der Planungsverband führte die Erschließungsmaßnahmen in kommunaler Zusammenarbeit mit den beteiligten Städten aus. Die Stadt Augsburg übernahm durch eine Zweckvereinbarung mit ihrem Abwasserbetrieb die Herstellung der Entwässerungsanlagen, die Stadt Gersthofen die Herstellung des Wasserversorgung.

2008 konnte das öffentlich rechtliche Umlegungsverfahrens abgeschlossen werden. Nun waren alle öffentlichen Verkehrs-, Grün- und Ausgleichsflächen im Eigentum des Planungsverbandes und alle gewerblich nutzbaren SO-Flächen und die Terminalflächen im Treuhandvermögen der GVZ-GmbH. Bis September 2008 waren ein Drittel der Fläche des GVZ verkauft, für ein weiteres Drittel bestand von verschiedenen Firmen Interesse. Kurz zuvor hatte sich die Logistik-Gruppe Honold? im GVZ eingekauft und Pläne veröffentlicht, wonach sie 6,5 Mio. € in den Bau einer Umschlag- und Logistikhalle investieren wollte, wo etwa 100 Beschäftigte Arbeit finden sollten.

Das Güterverkehrszentrum Augsburg - so plante man 2008 - sollte auch einen Bahn-Umschlagterminal bekommen, der den alten Oberhauser Güterbahnhof? ersetzen sollte. Ohne einen solchen Umschlagbahnhof kann das Güterverkehrzentrum kaum funktionieren, hieß es damals. Im September 2008 wollte sich der Bauherr, die Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (DUSS), eine Tochter der Deutschen Bahn, allerdings noch nicht über Größe und Baubeginn äußern. Fest stand nur, dass im Sommer 2010 das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein könnte, wenn alles ohne Probleme laufen sollte.

Im Herbst 2009 waren immer noch nur etwa 30 Prozent der Flächen vermarktet. Zur gleichen Zeit stellte ProLogis?, ein Anbieter von Logistikimmobilien, mit dem 93.000 Quadratmeter großen Service Logistik Park Augsburg? (wovon 2009 bereits 53.180 Quadratmeter bebaut waren) erstmals das Konzept eines "Themenparks" vor, der sich für sämtliche Güter eignet, auch für die Lagerung hochwertiger technischer Güter und von Ersatzteilen. Neben Logistikflächen erhielten die Mieter ein ganzheitliches Servicepaket mit umfangreichen Dienstleistungsangeboten. Anfang August 2009 gründeten die Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß einen Zweckverband für einen reibungslosen Unterhalt des GVZ aus einer Hand.

Am 15. April 2010 fand auf dem Gelände des GVZ der bundesweite Tag der Logistik statt, der mit einem Tag der Offenen Tür verbunden war. Ebenfalls 2010 (September) erfolgte die Verkehrsfreigabe des GVZ Region Augsburg inklusive der neuen Straßenanbindung an die vierspurige B 17 / B 2 Richtung Landsberg? und Donauwörth. Nach nur zwei Jahren Bauzeit und der Investition von etwa 19 Millionen Euro konnte das GVZ seinen Betrieb starten.

2012 startete das Planfeststellungsverfahren für das geplante Bahn-Terminal und schon im Juli 2012 stand der Gleisanschluss für das GVZ Augsburg kurz vor der Realisierung. Er diente der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und erleichterte sie. Ab Inbetriebnahme sollten Güter leichter auf die Deutsche Bahn Augsburg? oder die Augsburger Localbahn verlagert werden können. Auch innerstädtische Transporte sollten so über die Schiene abgewickelt werden können. Geplant war, dass die Verladestation 2013 oder 2014 in Betrieb gehen sollte. Bis dahin, so die Augsburger GRÜNEN sollte die Augsburger Localbahn gestärkt und erweitert werden, um Güter aus dem GVZ öfter per Bahn in die Stadt bringen zu können.

Am 12. Juli 2012 lud die DB Schenker Logistics in ihrem Neubau im Prologis Park Augsburg? noch vor der offiziellen Inbetriebnahme im August 2012 Gäste aus Wirtschaft und Politik ein. Ihr Logistikzentrum war vom Immobilienpartner Prologis entwickelt worden und wurde von ihm auch verwaltet. Damals waren 42% der Ansiedlungsflächen verkauft, ca. 35 Hektar mit zusammenhängenden Flächen von 2.000 bis 94.000 Quadratmetern waren noch verfügbar. In Betrieb gegangen waren bis dahin die Logistikimmobilien von GKM Hörnlein?, Honold, Kloiber? und Hermes sowie das Nutzfahrzeug-Center von Mercedes-Benz?. Die Prologis Germany Management GmbH errichtete auf 93.000 Quadratmetern Grundstücksfläche den Prologis Park Augsburg?. Rund 30.000 Quadratmeter Distributionsfläche bestanden bereits, neben der Erweiterung für DB Schenker Logistics bestanden noch zusätzliche Anbaukapazitäten.

2016 begann der Aufbau des SO 10?, eines Serviceparks für den täglichen Bedarf der im GVZ Beschäftigten.

Details

Das Augsburger Güterverkehrszentrum hat eine zentrale Lage an Bahn- und Straßenverbindungen. So ist es schnell zur Güterdrehscheibe in der Region Schwaben, zum Gateway im alpenquerenden Verkehr, zum Zugangskorridor nach Süd-/Osteuropa und zum Hinterlandstandort für Seehafenverkehre geworden.

Das Zentrum für Güterverkehr liegt im Schnittpunkt der A 8, B 17 und B 2. Herzstück ist ein Umschlagterminal für kombinierten Verkehr, das die Verkehrsträger Schiene und Straße verknüpft und so für ein umweltschonendes Logistikkonzept steht. Dieses Umschlagterminal wurde von der Augsburger Localbahn, der Spedition Roman Mayer? und der Spedition Nuber als TIA TerminalinvestitionsgesellschaftmbH? in Kooperation mit der Bahn-Tochter DUSS geplant. Fertig war das etwa 20 Mio. Euro teure Terminal um den Jahreswechsel 2011/2012. Über das Bahnterminal hat das GVZ Augsburg einen direkten Anschluss an das Netz der Deutschen Bahn?. Auf Teilflächen ist ein eigener Gleisanschluss möglich. Ein besonderer Standortvorteil ist die Einbindung der Augsburger Localbahn mit ihrem Ringnetz in Augsburg und den Verbindungen auf den regionalen Achsen Augsburg-Schongau? und Augsburg-Ingolstadt?.

Bei einer Gesamtgröße von 112 Hektar entfallen 35 Prozent auf Grün- und Ausgleichsflächen. Sie sollen die Biotopfunktion fördern, dazu beitragen, Regelungsfunktionen für Boden und Wasser zu erhalten, Bauflächen durchgrünen … Auch eine optimierte Energieerzeugung und -verteilung, minimaler Energieverbrauch durch Solarenergie und ein direkter Anschluss an die Augsburger Localbahn tragen dazu bei, dass das GVZ in enger Zusammenarbeit mit den Fachbehörden des Naturschutzes möglichst nachhaltig und „grün“ arbeitet.

Die Straßen im Güterverkehrszentrum haben Granitbordsteinkanten, einen extra-dicken Straßenunterbau und sind für den effizienten Güterverkehr breiter als üblich. Mit einer kurzen Verbindung über die Autobahn A 8 finden Geschäftsreisende und Logistikdienstleister Anschluss an den nationalen und internationalen Flugverkehr.

Firmen auf dem Geländes des GVZ:

Nach der erfolgten gemeinsamen Erschließung des Gebietes folgte die Gründung eines Zweckverbandes Betrieb durch die drei Städte. Dieser Zweckverband Betrieb kümmert sich z. B. um die Unterhaltung der Straßen- und Grünflächen, die Gewährung von Sondernutzungen etc. Daneben einigten sich die drei Betreiber-Städte auf eine gemeinsamen Steuerverteilung bei den wesentlichen Steuereinnahmen (Gewerbe-, Grunderwerbs- und Grundsteuer), weshalb das Güterverkehrszentrum Region Augsburg ein Musterbeispiel für gelebte kommunale Zusammenarbeit ist.

Der Servicepark SO10 war 2016 ein neues Entwicklungsareal im Güterverkehrszentrum (GVZ) Region Augsburg mit rund 26.000 Quadratmetern Platz für Büroimmobilien, Übernachten und Tagen, kleinflächiger Gastronomie und Einzelhandel. Er bietet das Potential für den Aufbau einer Versorgungsinfrastruktur. Im Endausbau sollen im 112 Hektar großen GVZ bis zu 2.500 Arbeitskräfte tätig sein. Die steigende Nachfrage nach Serviceeinrichtungen für den täglichen Bedarf soll mit dem Servicepark SO10 bedient werden.

Lage


Mit dem PKW: Kommt man von der Bundesautobahn A 8 nimmt man die Ausfahrt Neusäß (Nr. 71b) und folgt dann der Wegweisung „GVZ Augsburg“.

Adresse

GVZ-Entwicklungsmaßnahmen GmbH
der Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß
Rathausplatz 1
86150 Augsburg

Tel. 0821/3243021
Fax. 0821/3243025
E-Mail: [email protected]


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