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Großer Exerzierplatz

Bezeichnung für einen ehemaligen Truppenübungsplatz

Allgemeines

Früher bezeichneten die Augsburger das Gebiet, das heute von der Langemarck-, Sommestraße? und dem Westfriedhof umschlossen wird, als „Unebene“ oder „Viehweidt“. Hier lagerten immer wieder fremde Heere oder nutzten das Gebiet als Aufmarschplatz. Seit dem Mittelalter nutzten Bauern der damaligen Dörfer Kriegshaber, Oberhausen und Stadtbergen das Gebiet auch als Weideland. Die Geländegröße betrug 60 Tagwerk oder 1 ¼ Quadratkilometer.

Auf dem Großen Exerzierplatz exerzierte das Augsburger Militär, Schießübungen fanden am Kugelhaus? statt, Wache hielt man an der Geschützremise … Auf dem Platz fanden militärische Paraden statt und manchmal waren Pferderennen mit Pokal-Preisverleihungen glanzvolle Festtage.

Trotz allem: Die "Unebene" bzw. der Große Exerzierplatz war unwirtlich. Früher brauste hier von Osten im Winter ein kalter Wind heran, der "Bayerwind". Im Dorf Kriegshaber wurde deshalb eine damalige Randstraße, die ganz besonders diesem Wind ausgesetzt war, Russlandstraße ("Im Rußland") genannt. Heute heißt sie Vohenburgerstraße? und liegt in der Stadt.

Geschichte

1627 wurde auf der Unebene ein Israelitischer Friedhof errichtet.

Nachdem 1806 Augsburg an Bayern fiel und in der Stadt das Bayerische Militär? einzog, bekam es nordwestlich der Altstadt? die „Unebene“ als Exerzierplatz zugesprochen. Als Bayern im Jahr 1807 einen großen Teil der Unebene in den so genannten Großen Exerzierplatz umwandelte, kam es wegen der alten bäuerlichen Weiderechte zu Unmut und Auseinandersetzungen, was aber nichts an der Umwandlung des Geländes ändern konnte.

1871 kaufte der neugegründete Staat, das Deutsche Reich, den Großen Exerzierplatz.

Im 1. Weltkrieg waren in Remisen, die man auf dem Platz aufgebaut hatte, Gefangene untergebracht, bei denen es sich meist um Franzosen handelte.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Friedensstärke der Reichswehr durch den Versailler Vertrag auf 100.000 Mann begrenzt. In Augsburg führte das dazu, dass das Gelände nicht mehr militärisch genutzt wurde.

Erst als die Nationalsozialisten? mit ihren Kriegsvorbereitungen und der Aufrüstung begannen, erinnerte man sich des Großen Exerzierplatzes und errichtete hier Mitte der 1930er Jahre mehrere Kasernen. Man gab Ihnen die Namen Somme-, Panzerjaeger-KasernePanzerjäger-? und Arras-Kaserne. Für diese drei Kasernen wurde 1936/37 an der Sommestraße? 30 ein repräsentatives Offiziersheim errichtet, in dem heute das abraxas untergebracht ist. Neben den Kasernen wurden auf dem Exerziergelände auch Verpflegungsämtern errichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Kasernen und das ganze Gelände von den US-Streitkräften? übernommen, die hier in Augsburg eine Garnison? einrichteten. Sie errichteten außerdem Wohnsiedlungen auf dem Gelände, die nach dem Abzug der Amerikaner privatisiert wurden. Die Kasernen hießen jetzt Reese- und Sheridan-Kaserne, dazu kam noch die Flak-Kaserne? an der Neusäßer Straße?.

In der Nähe des Israelitischen Friedhofs errichteten nach Kriegsende Flüchtlinge, die vor allem aus der Prager Gegend stammten, Holzhütten auf dem Großen Exerzierplatz und legten dort Gärten zur Eigenversorgung an. Ein Zustand, den die US-Streitkräfte? nicht ewig duldeten. Als die gröbsten Kriegsschäden beseitigt waren und es mit der Wirtschaft wieder aufwärts ging, baute man Anfang der 1950er Jahre am Westrand des Großen Exerzierplatzes etwa 280 Wohnungen für so genannte „Kasernenverdrängte“.

Details

Die Straße Am Exerzierplatz erinnert noch heute an die frühere Verwendung des Geländes. Neben dem Großen Exerzierplatz gibt es in Augsburg noch den Kleinen Exerzierplatz, auf dem heute der Plärrer stattfindet.

Lage


Weblinks


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