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Graffiti

Allgemeines

Gegenüber anderen Städten ist Augsburg eine Graffiti-Provinz. Und doch: Das Polizeipräsidium Schwaben Nord hat eine „Arbeitsgruppe Graffiti“ eingerichtet und versucht mit der Bundespolizei zusammen, Graffiti-Sprüher zu ermitteln. Aber auch Klebereien und das Zerkratzen von Scheiben (scratching) werden von dieser Polizeitruppe verfolgt.

Jede Graffiti-Sprüherei wird in Augsburg zur Anzeige gebracht, da kennt man kein Pardon. Etwa 500 Anzeigen sind es pro Jahr. Strafanzeigen und zivilrechtliche Schadensersatzforderungen sind die Folge. Es sind meistens männliche Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren, die sich auf diese Weise Anerkennung verschaffen möchten.

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Geschichte

Gemeinsam mit den Graffitikünstlern Christian Rappl und Daniel Tröster vom Verein Die Bunten stellten die Grünen Stadträte Verena von Mutius und Christian Moravcik im Oktober 2010 den Antrag, Graffiti als Kunstform zu sehen und diese Kunstform in Augsburg mehr zu unterstützen. Sie forderten unter anderem die Ausweisung von Flächen, an denen gesprayt werden darf. Denn Graffiti sei eine wichtige Kunstform junger Menschen und illegales Sprayen sei nicht durch Verbote einzudämmen. Graffiti-Flächen sollen einheitlich gekennzeichnet sein und ein Plan über deren Lage im Internet veröffentlicht werden. Die Flächen sollten, so der Antrag, unter Federführung der Initiative Die Bunten selbst verwaltet werden.

Im Dezember 2011 fand der Streetart-Wettbewerb „Moving Art“ statt. Er wurde vom Büro für Popkultur? der Stadt in Kooperation mit der Kreissparkasse Augsburg initiiert. Zehn prämierte Kunstwerke wurden in der Kreissparkasse Augsburg am Martin-Luther-Platz versteigert. Der Erlös ging je zur Hälfte an die Stiftung Kartei der Not und an die Künstler. Die Kunstwerke waren Grafitti-Bilder auf Holzflächen. Wer eine der zwei mal zwei Meter großen Holztafeln ersteigerte, musste sich um den Transport keine Sorge machen: Die Kreissparkasse Augsburg sorgte für den kostenfreien Transport im Raum Augsburg. „Moving Art“ wurde von der Kreissparkasse Augsburg gemeinsam mit Richard Goerlich?, dem damaligen Popkulturbeauftragter der Stadt, initiiert. Dabei hatten junge Graffiti-Künstler während der Umbauphase der Kreissparkasse von Mai 2009 bis 2010 den 60 Meter langen Bauzaun gestaltet. "Die Aktion hat einen lebendigen Impuls in der Augsburger Innenstadt gesetzt und zugleich der lokalen Graffiti-Szene ermöglicht, sich auf einem der attraktivsten Plätze der Fußgängerzone und auf einer legalen Fläche zu präsentieren", meinte Richard Goerlich? damals zu der Aktion und resümierte, der Wettbewerb sei ein großer Erfolg gewesen, weil er Graffiti als bislang wenig beachtete Kunstform einer breiten Öffentlichkeit in Augsburg zugänglich machte und sie dadurch Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfuhr. Die jeweils besten drei Arbeiten zu den Themen Energie, Dialog und Innovation wurden von einer Jury ausgezeichnet und mit einem Preisgeld prämiert.

Neue Wege wollten die Stadtwerke Augsburg (swa) im Oktober 2012 gehen, um ihre etwa 500 Trafo- und Verteilerstationen für Strom, Gas oder Wasser sowie die rund 2.500 Schaltschränke vor illegalem Besprühen zu schützen: kreativ und vorbeugend mit Graffiti-Workshops. In Zusammenarbeit mit Die Bunten wollten sie dazu verschiedenste Gruppen von Graffiti-Sprayern gezielt einbinden und damit legale Möglichkeiten zur Entfaltung in dieser Kunstrichtung geben. Damit wollten sie einen jährlichen Schaden von etwa 20.000 € an ihren Einrichtungen verhindern. Während der angebotenen Workshops sollten einzelne Trafo- und Verteilstationen mit Grafitti-Kunst gestaltet werden. Die erste im Rahmen des Projekts gestaltete Station lag am Unteren Talweg. Die Die Bunten hatten dazu schon in einem Workshop mit Teilnehmern aus dem FCA-Fanprojekt des Stadtjugendrings? Entwürfe erarbeitet. Unter Anleitung des bekannten Graffiti-Künstlers Daniel Man hatten zehn Teilnehmer aus dem Kreis des FCA-Fanprojekts Motive entworfen. Am Sonntag, dem 28. Oktober 2012, wurde einer der Entwürfe an den Wänden der Station am Unteren Talweg umgesetzt. Für 2013 plante man Workshops für die Gestaltung von etwa fünf Stationen zusammen mit den Pantherfans, verschiedenen Jugendzentren oder den Auszubildenden der Stadtwerke Augsburg. Ziel war es dabei, illegales Sprayen durch Zusammenarbeit mit Graffitikünstlern zu vermeiden. Denn illegales Sprayen auf Einrichtungen der Stadtwerke Augsburg wollten diese weiterhin anzeigen und strafrechtlich verfolgen lassen.

Am 28. September 2013 brachte das Graffiti-Projekt der Stadtwerke Augsburg AEV- und FCA -Fans sowie Spieler der beiden Vereine zusammen. Zusammen mit den Spielern Kevin Vogt (FCA) sowie Tobias Draxinger und Steven Werner von den Panthern gestalteten Fans das swa-Technikgebäude am Klinkertorplatz? mit Graffiti. Bis dahin war das Graffiti-Projekt der Stadtwerke Augsburg auf eine einjährige Probephase angelegt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sowie der Zuspruch aller Beteiligten bewogen die Stadtwerke Augsburg dazu, daraus ein dauerhaftes Projekt zu machen. So sollten im Jahr vier Technikgebäude gestaltet werden. Ziel des Projekts sollte sein, illegales Sprayen durch Zusammenarbeit mit Sprayern zu vermeiden. Gruppen, die selbst am swa-Graffiti-Projekt teilnehmen wollten, konnten sich direkt an die Stadtwerke Augsburg wenden (Thomas Hosemann, Tel.: 0821 / 6500-8038; E-Mail: thomas.hoseman@sw-augsburg.de).

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Bild links: Unter Anleitung der Workshopleiter Codiak (vorn li.) und Mr. Sed (re.) haben FCA- und Augsburger Panther -Fans ein swa-Gebäude mit Graffiti gestaltet. Unterstützung kam von den Panthern (v. li.) Steven Werner, Tobias Draxinger und Kevin Vogt vom FCA. Beide Fotos: swa/Thomas Hosemann

Im Juni 2013 wurde das Projekt „Schwabenwand“, die die GRÜNEN initiiert hatten, von der Stadt Augsburg verlängert und ausgeweitet. Der Verein Die Bunten organisierte darin ehrenamtlich Workshops für Jugendliche und vermittelte in Abstimmung mit der Stadtverwaltung im Stadtgebiet legale Flächen für die Anbringung von Graffiti. So wurden manche tristen Betonflächen aufgewertet und Möglichkeiten geschaffen, mit denen sich Jugendliche ausdrücken können.

Im Juni 2014 gestalteten Schüler der Brunnenschule? ein Technikgebäude in der Frischstraße? im Rahmen des Graffiti-Projekts der Stadtwerke Augsburg. Gemeinsam und mit Anleitung des Graffiti-Vereins Die Bunten entwickelten die Schüler in einem Workshop die Motive für die Gestaltung entwickelt: die Marionette Jim Knopf, Augsburg im Wasserglas, den Siebentischwald und ein Kanu. Damit war das zwölfte Technikgebäude im Rahmen des swa Graffiti-Projekts gestaltet.

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Das mit Schülern der Brunnenschule neu gestaltete Technikgebäude der Stadtwerke am Ende der Frischstraße. Foto: swa / Thomas Hosemann

Im Rahmen des swa Graffiti-Projekts bekamen immer mehr Technikgebäude der Stadtwerke Augsburg ein kreatives buntes Aussehen. Im Juli 2015 gestalteten zehn Jugendliche aus Oberhausen ein Technikgebäude am Drentwettsteg? mit Graffiti. Gemeinsam und unter Anleitung von Robert Kempke und Florian Tesch vom Graffiti-Verein Die Bunten e. V. entwickelten die Jugendlichen zunächst in einem Workshop im Rahmen des Quartiersmanagement Oberhausen Mitte/Rechts der Wertach und dem Stadtjugendring Augsburg Motive für die Gestaltung. Dann wurde zur Spraydose gegriffen und das Technikgebäude in eine Südseeinsel verwandelt. Das Thema Wasserkraft suchten sich acht Teilnehmer der Ulrichswerkstätten? aus und setzten es unter der Anleitung von Christian Ostler und Bernhard Thum von den Bunten an einer Technikstation an der Ecke Derchinger Straße? / Bozener Straße? in Lechhausen um.

Im Juli 2016 gestalteten Schüler der Löweneckschule und Oberhauser Jugendliche eine Trafostation bei der Freizeitsportanlage Oase? des Stadtjugendrings Augsburg in der Wiesenstraße. Dabei wurden das Technikgebäude und die angrenzende Sportumkleidekabine in eine Landschaft mit Bergen und Windrädern verwandelt. Damit waren 23 der insgesamt etwa 500 Technik-Gebäude im Rahmen des swa Graffiti-Projekts gestaltet.

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Im Rahmen des swa-Graffiti-Projekts wurde in Oberhausen ein Technikgebäude mit Bergen und Windrädern von Jugendlichen der Löweneckschule gestaltet. Foto: swa / Thomas Hosemann

Das erste swa Graffiti-Projekt mit Senioren fand im Juli 2017 statt. Die 70- bis 90jährigen Damen und Herren hatten zuvor in einem Entwurfsworkshop das Motiv für das Technikgebäude in der Baumgartner Straße? gestaltet. Vor allem der soziale Aspekt und der Austausch über mögliche Motive hat das Graffitiprojekt für viele der Senioren interessant gemacht.

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