Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de


Hauptseite | Bevölkerung und Politik | G | Grab, Peter


Peter Grab

ehemals dritter Bürgermeister? und Referent für Kultur, Jugendkultur und Sport? der Stadt Augsburg; Selbstbezeichnung "Politiker"

Leben und Wirken

https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th96---ffffff--peter_grab_auf_buehne.jpg.jpg

Für einen Menschen mit Migrationshintergrund hat Peter Grab eine erstaunliche Karriere in Augsburg gemacht.

Geboren wurde Peter Grab am 7. März 1958 in Aussig, dem heutigen Tschechien. Erst 1969 siedelte die Familie nach Augsburg über, wo Peter Grab 1976 die Mittlere Reife machte. 1978 schloss er die Fachoberschule Augsburg? in der Fachrichtung Gestaltung ab. Nach dem Wehrdienst in den Jahren 1978 und 1979 studierte er an der Fachhochschule Augsburg, wo er 1983 seinen Abschluss in der Fachrichtung Gestaltung, Schwerpunkt AV-Medien ablegte. Seine Diplomarbeit beschäftigte sich mit der Konzeption und Realisation des Instruktionsfilms "Filmische Gestaltungsmittel". Peter Grab ist seit dieser Zeit Diplom-Designer (FH).

Zwischen 1983 und 1996 war er freiberuflich tätig und arbeitete unter anderem für Siemens in Augsburg. In der Zeit zwischen 1987 und 1991 bekam er ein Frankreich-Stipendium, machte verschiedene Kunstaktionen und erhielt den Kunstpreis der Stadt Gersthofen. In der Zeit danach wird sein kulturelles und kulturpolitisches Engagement beeindruckend vielfältig.

Von 1987 bis 1993 leitete er als Vorsitzender den Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Schwaben-Nord und Augsburg e. V.? mit Sitz in Augsburg. Auf dem Hintergrund dieser Entwicklung wurde er Kulturmanager und arbeitete von 1992 bis 1999 vor allem für Kulturprojekte des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben. In der Zeit von 1994 bis 1998 leitete er mehrmonatige Literaturprojekte der Stadt Augsburg, etwa "Heinrich Heine" 1994, "Bertolt Brecht" 1995 und 1998, "Thomas Mann und die Seinen" 1996, "Hermann Hesse" 1997 und für "Franz Kafka" 1999 schrieb er die Konzeption.

In dieser Zeit liegen aber noch diverse andere Projekte, um die sich Peter Grab annahm. So war er 1995 Projektleiter der "Jüdischen Kulturwochen" in Augsburg, von 1996 bis 1997 leitete er sogar das Jüdische Kulturmuseum Augsburg-Schwaben. 1997 leitete er das Projekt "50 Jahre Gruppe 47" in Schwangau und Füssen?. 1999 dann den "4. Internationalen Violinwettbewerb Leopold Mozart" in Augsburg.

Von 1999 bis 2007 arbeitete er als Citymanager und Geschäftsführer der City Initiative Augsburg e. V.? und war von 2001 bis 2004 Geschäftsführer der AugsburgCard GmbH?. Allerdings war die Arbeit von Grab als Citymanager umstritten. Von April 2007 bis Mai 2008 war Peter Grab freiberuflich als Marketing-Manager tätig. In diese Zeit fiel die Designierung und Nominierung zum Oberbürgermeister-Kandidat? durch Pro Augsburg.

Nach dem Einstieg in die lokale Augsburger Politik trat in der öffentlichen Wahrnehmung das Politische phasenweise hinter das Privatleben von Peter Grab zurück.

Politische Arbeit

Dritter Bürgermeister in Augsburg

Am 9. März 2007 wurde Peter Grab von Pro Augburg? zum Oberbürgermeister-Kandidaten? designiert und am 23. März 2007 nominiert. Auf Anhieb wählten die Augsburger Peter Grab bei der Kommunalwahl am 2. März 2008 in den Augsburger Stadtrat, wo er am 2. Mai 2008 zum Bürgermeister? und Referenten für Kultur, Jugendkultur und Sport? gewählt wurde. Vom 2. April 2007 bis 1. Mai 2008 fungierte er zudem als Geschäftsführer von Pro Augsburg. Zusammen mit Karl Heinz Englet stand Peter Grab in einer Wahlkampfbroschüre von 2007/2008 für die kulturpolitischen Ziele von Pro Augsburg ein. Kulturpolitik solle die Lebensfreude heben, weshalb sie nicht auf die so genannte "hohe" Kultur beschränkt sein dürfe. Sport, Freizeit, Feiern und Miteinander erleben solle dazu beitragen, dass die Stadt lebens- und liebenswert werde. Das Kulturreferat? solle im Sinne eines erweiterten Kulturbegriffs auch Stadtfeste sowie Fun- und Jugendevents fördern. Diese "weichen" Standortfaktoren sollten in den Zuständigkeitsbereich des Kulturreferats? fallen, weil sie Heimatverbundenheit schaffen würden.

Schon vor der Wahl setzte sich Peter Grab für die Zusammenlegung der Bereiche Sport und Kultur in einem Referat ein, was nach der Wahl? 2008 auch umgesetzt wurde. Begründung: Damit werde die Effizienz der Arbeit auf den Gebieten Kultur- und Sportpolitik gesteigert. Auch das Stadtmarketing? sollte in diesem einen Referat gebündelt werden, damit sich verschiedenste Bereich gegenseitig befruchten könnten. Peter Grab sah die Kultur- und Sportpolitik als Schwerpunktarbeit der kommunalen Regierung, weshalb von Pro Augsburg die Verknüpfung mit einem Bürgermeisteramt? durchgesetzt wurde, wie das auch schon bei der Regenbogen -Koalition der Fall war, die zuvor Augsburg regierte.

Als großes Versäumnis bezeichnete es Peter Grab in seinen Jahren als dritter Bürgermeister?, dass Augsburg kein Museum aufzuweisen habe, das mit dem größten Bekanntheitsgrad Augsburgs auch im Ausland verbunden ist: Fugger (und Welser). Ein Museum zu den Fuggern und Welsern, so Peter Grab damals, würde Augsburg ein Thema von mindestens europäischer Bedeutung und ein Alleinstellungsmerkmal geben. Deshalb sollte "langfristig" ein großes Fuggermuseum? mit Landes- und Bundesmitteln errichtet werden. Peter Grab erhoffte sich damals, dass Touristen zusätzlich zu einem München-Aufenthalt dann auch die Fuggerstadt besuchen würden. In der Zwischenzeit ist das Fugger und Welser Erlebnismuseum Wirklichkeit geworden.

Nach dem Prinzip "Kultur muss sich rechnen" sollte bei der Gewährung von Zuschüssen für Sport und Kultur das Leistungsprinzip stärker einfließen. Deshalb plante Grab, wo es strukturell möglich war, Zuschüsse zu unterteilen in einen Grundbetrag, der zum Überleben der bezuschussten Einrichtung nötig war, und in einen leistungsorientierten Zuschussanteil nach einem dynamischen Prinzip. Ein erstes Opfer dieser Art von Kulturpolitik war im Oktober 2008 die Einstellung des abc-Festivals.

Auch bei den Vereinen sollte der Sparstift angesetzt werden. Peter Grab wollte die Grundkosten bei den Vereinen minimieren - vor allem bei der Jugendarbeit und in den Bereichen Sport und Kultur. Das gesparte Geld sollte dazu dienen, die Jugend weg von der Strasse zu holen und hinein in die Vereine zu bringen. Um dies verwirklichen zu können, sollten die Sportvereine besser unterstützt werden, denn Sport fördere soziale Kompetenz.

Im Januar und Februar 2009 sorgte Peter Grab durch das Kellnern in der Crazy-Bar? für Aufregung in der Augsburger Politik. Nach eigenen Angaben half er in Form eines Freundschaftsdienstes seinem Freund, der die Bar betrieb, zweimal, bestenfalls dreimal aus, wobei er aber keine Kübel mit hochprozentigem Alkohol ausgeschenkt habe. Mit seiner "Freizeitkellnerei" geriet er in die Schusslinie der Kritik, weil zur gleichen Zeit von der Stadtregierung versucht wurde, angebliche Alkoholexzesse mit "Kübelsaufen" auf der Maximilianstraße einzudämmen.

Schwerpunkte Kultur und Sport

Im Einzelnen stand Peter Grab während seiner Amtszeit als dritter Bürgermeisterfür? folgende in der Wahlkampfbroschüre von Pro Augsburg aus dem Jahr 2008 aufgelistete Ziele (in Auswahl):

Kultur

  • Es sollte ein umfassendes Kulturkonzept für Kulturschaffende unter Einbeziehung von U- und E-Elementen sowie der Stadtteile erstellt werden.
  • Bestandsaufnahme der Ressourcen im Kulturbereich mit Austauschregelungen zwischen den Kultureinrichtungen und Kulturorganisationen.
  • Einsatz eines Kulturkoordinators.
  • Forcierung von Kulturprojekten mit überregionaler Bedeutung.
  • Wiedereinführung eines Jugendfestivals.
  • Entwicklung eines interkulturellen Festivals („Festival der Kulturen“).
  • Einführung eines Industrie-Kulturpfads.
  • Mehr Museumspädagogik und Erlebniswelten bei den städtischen Kunstsammlungen.
  • Stärkung und Integration der privatwirtschaftlichen Museums-Einrichtungen (MAN-Museum, Bahnpark, Straßenbahn-Museum?).
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Stadttheater und „privaten“ Theatern (z. B. S`ensemble-Theater).
  • Neukonzeption der Freilichtbühne mit gewinnbringenden privaten Aufführungen zur Finanzierung eines Schiebedachs über der Freilichtbühne (Straßensperrungen sind bei Rockkonzerten nicht unbedingt nötig!) sowie Hinführung an frühere Spielzeiten sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht – das Gerichtsurteil bezüglich der Beschränkung der Anzahl der Aufführungen ist angesichts der inzwischen erstellten Schleifenstraße zu überprüfen.
  • Veranstaltungskonzept für die Rote-Torwall-Anlagen?.
  • Forcierung der Literaturstadt im Kontext mit Bertolt Brecht.
  • Jährliches Kulturprogramm zu Brechts und Mozarts Geburtstag in Zusammenarbeit mit möglichst vielen Institutionen.
  • Förderung von Kulturinteresse in Schule und Kindergarten.
  • Kulturangebote in Stadtteilen.
  • Neues Gesamtkonzept zur Friedensstadt in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.
  • Struktur des Augsburger Stadtmarketings? überprüfen.
  • Gezielte Förderung junger Künstlerinnen und Künstler.
  • Unterstützung der Weiterführung der Regio-Ausstellungen, gegebenenfalls durch die städtischen Kunstsammlungen als Veranstalter.
  • Überprüfung des Konzepts und der (bisherigen wie künftigen) Finanzierung des Textilmuseums.
  • Tanzschulenwettbewerb in der Komödie (Endausscheidung auf der Freilichtbühne).
  • Schnellstmögliche Lösung in punkto Musikhochschule/Bläserinstitut, rechtzeitige Planungssicherheit für die Studentinnen und Studenten (Leopold-Mozart-Zentrum)
  • Dynamische Zuschussregelung bei Kulturprojekten und -institutionen als Anreiz für Drittbeteiligungen.

Sport

  • Geringstmögliche Mieten und Nebenkosten für die Vereine seitens der Kommune.
  • Moderate Mitgliedsbeiträge in den Vereinen für Kinder und Jugendliche.
  • Bessere Ausbildung und Honorierung für Trainer und Übungsleiter.
  • Der Ausbildungsstand von Sportlehrern muss aktualisiert werden.
  • Das Ehrenamt soll gesellschaftlich aufgewertet werden.
  • Spitzen- und Breitensport müssen harmonisiert werden und durch Förderzentren voneinander profitieren.
  • Schwimmen muss ein fester Bestandteil des Schulsports an allen Schulen werden.
  • Einrichtung eines Sozialfonds zur Finanzierung der Maßnahmen.
  • Die Augsburger Sportstätten sollen auf den Prüfstand kommen.
  • Die Errichtung einer neuen Eis-Arena hat höchste Priorität (Curt-Frenzel-Stadion).

Bis 30. April 2014 war Peter Grab dritter Bürgermeister? der Stadt Augsburg sowie Referent für Kultur, Jugendkultur und Sport?. Da die Koalition zwischen CSU und Pro Augsburg nach den Kommunalwahlen in Augsburg 2014 nicht fortgesetzt wurde, verlor Peter Grab sein Amt.

Stadtrat ab 2014

Radio Augsburg 17.02.2014: Peter Grab vor der Kommunalwahl 2014

Von allen Bewerbern Pro Augsburgs bekam Peter Grab bei den Kommunalwahlen in Augsburg 2014 die meisten Stimmen: 18.825 Augsburger wählten ihn. Zusammen mit den Pro Augsburg-Kandidaten Beate Schabert-Zeidler? und Dr. Rudolf Holzapfel? kam Peter Grab damit erneut in den Augsburger Stadtrat und wurde Fraktionsgeschäftsführer der Stadtratsfraktion von Pro Augsburg.

Adresse

Peter Grab ist über die Geschäftsstelle von Pro Augsburg zu erreichen:

Rathausplatz 2
86150 Augsburg
1. Zwischengeschoss, Nordtreppe
Tel. 0821/4550840
Fax. 0821/4550841
E-Mail: peter.grab(@)pro-augsburg.de


Weblinks


Hauptseite | Bevölkerung und Politik | G | Grab, Peter


Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de




FacebookTwitThis