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Goetz, Karl Xaver

Ein Augsburger Medailleur.

Leben und Wirken

Seine Ausbildung erhielt Karl Xaver Goetz, der am 28. Juni 1875 in Augsburg geboren wurde, bei Johannes Dominal (1861 bis 1942), einem Augsburger Graveur. Zu Beginn seiner Ausbildung war Goetz 13 Jahre alt (1888). Vier Jahre Lehre beendete er mit Auszeichnung. Als Gesellenstücke fertigte er zwei gravierte Weißmetallteller, die von der Stadt Augsburg 1892 mit einem Preis ausgezeichnet wurden. Neben seiner Lehre soll sich der Medailleur an der Augsburger Kunstschule im Zeichnen fortgebildet haben, wie Franz Häussler in einem Artikel der Augsburger Allgemeine vom 1. Dezember 2011 schreibt.

Mit 20 Jahren geht Goetz – nicht unüblich für die damalige Zeit – auf Wanderschaft nach Dresden, Leipzig, Berlin und Düsseldorf.

In Utrecht und Le Locle arbeitet er in den Jahren 1897 bis 1899, danach ist er in Paris, ab 1904 lässt er sich in München nieder, wo er sich den „Münchener Medailleuren“ anschließt.

Karl Xaver Goetz starb am 8. September 1950 in Berlin.

Bewertung

Goetz ist bei Sammlern einer der bekanntesten deutschen Medailleure des 20. Jahrhunderts. 1967 schuf sein Biograf Gunter W. Kienast ein Werkverzeichnis, das für ein etwa 40-jähriges Schaffen 633 Kunstmedaillen ausweist.

Goetz und Augsburg

Dass er sich seiner Heimatstadt Augsburg immer verbunden fühlte, zeigt die Tatsache, dass er auf seiner Hochzeitsmedaille von 1912 und seiner Geburtstagsmedaille von 1935 die Zirbelnuss verewigt. Dazu kommt, dass er viele Aufträge aus Augsburg übernimmt. So z. B. 1905 die Gestaltung der Bronzemedaille für Bischof Maximilian von Lingg?, 1906 die Gestaltung einer Bronzegussplakette für den Augsburger Turnlehrer Josef Georg Grotz (1846 bis 1906), 1909 der Entwurf einer Medaille mit dem Portrait des Luftschiff-Entwicklers August von Parseval?, der in der Ballonfabrik? Anton Riedingers? das so genannte Parseval-Luftschiff? entwickelt hatte.

1912 erhielt der von der Lotzbeckschen Tabakfabrik Augsburg? den Auftrag, zum 100-jährigen Firmenjubiläum eine Medaille zu gestalten.

1929 gestaltet er für die Kirche eine Medaille „40 Jahre Jugendarbeit in der Diözese Augsburg“, die das Portrait des damaligen Domdekans Josef M. Friesenegger zeigte. Für das protestantische Jubiläum „400 Jahre Confessio Augustana“ fertigte er 1930 mehrere Medaillen und ein Bronzeguss-Medaillon. Auch der „Stratosphärenflug mit Riedinger-Freiballon“ im Jahr 1931 durch Piccard und Kipfer war ihm eine Medaillengestaltung wert.

Der Hofrat Friedrich Hessing wurde von Goetz sogar zweimal berücksichtigt. So schuf er 1908 zum 70. Geburtstag des Hofrats eine Bronzeguss-Medaille und eine Bildplakette, 1938 zum Gedenken an Hessings 100. Geburtstag gleich eine Medaillen-Serie.

Sonstiges

Am 16. Mai 2006 versteigerte das Auktionshaus Harald Möller in Espenau die größte Goetz-Sammlung. Es handelte sich um die Sammlung Max Johann Böttcher aus Hamburg mit 1747 Nummern (Nrr. 5001 bis 6747).

Im Mai 1911 verkaufte das Münchener Auktionshaus G. Hirsch Nachf. eine weitere umfangreiche Sammlung von Goetz-Medaillen.

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