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Geschichte des Botanischen Gartens Augsburg

Frühe Neuzeit

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Ende des 16. Jahrhunderts beginnt die Geschichte botanischer Gärten in Deutschland. Man fing an exotische Pflanzen aus Übersee zu sammeln und sie dem interessierten Volk in der Heimat zu zeigen. Diese Pflanzensammlungen bedingten den Bau von gläsernen Gewächshäusern. Zunächst nahmen sich Adelige und Vermögende dieses Hobbys an, im 19. Jahrhundert auch jede Stadt, die etwas auf sich hielt. In diesem Geist wurden in Deutschland etwa 100 botanische Gärten gegründet. Der Augsburger Botanische Garten wurde als letzter dieser Gärten gegründet. Nach 1936 ist kein einziger botanischer Garten mehr in Deutschland gegründet worden.

20. Jahrhundert

1935 beschloss der Augsburger Stadtrat die Stadtgärtnerei? neu zu bauen, nachdem sich die bisherige als zu klein herausstellte, die sich im Stadtgarten an der Imhofstraße befand. Dort war der Neubau aber aus Platzgründen nicht möglich. Daraufhin wurde der Beschluss gefasst, im Siebentischpark? eine neue Stadtgärtnerei? zu eröffnen. Sie sollte auch Schauanlagen für Besucher erhalten. Die alte Gärtnerei wurde aber mit dem Neubau von 1936 nicht aufgelöst. Sie bestand weiter und wurde bis Anfang der 1950er Jahre parallel betrieben. Erst danach wurde sie zu einem Depot. Völlig aufgelöst wurde der alte Betrieb erst Anfang der 1970er Jahre mit dem Bau der Kongresshalle bzw. Parkaus und Hotelturm. Im September 1936 wurde die Anlage des Botanischen Gartens mit 1,7 Hektar Grundfläche eröffnet.

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Ebenfalls im Jahr 1936 wurden die Gewächshäuser (das Palmenhaus und das Victoria-Regia-Haus) fertiggestellt. Zur Eröffnung des Gartens waren sie zugänglich, doch erst im Jahr 1937 blühte die erste tropische Seerose darin. Das Viktoria-Regia-Haus erhielt seinen Namen, weil es in ihm ein Seerosenbecken für die "Viktoria Regia" gab, die heute "Viktoria amazonica" heißt.

Der Alte Wassergarten vor den Gewächshäusern ist eines der ältesten Elemente im Botanischen Garten und wurde 1937/38 fertiggestellt.

Schon in den ersten Kriegsjahren wurden vorrangig die nicht für Besucher zugänglichen Kulturflächen der Stadtgärtnerei (Freiland, Niederglaskästen und Gewächshäuser) zum Gemüseanbau für die Bevölkerung genutzt. 1944 folgte die Zerstörung des Parks durch Luftangriffe auf Augsburg. Zunächst musste man ihn deshalb schließen, weil die Gebäude schwer beschädigt und die Verglasung der Gewächshäuser zerstört worden waren. Weiterhin wurde der Garten genutzt, um Gemüse für die Bürger anzupflanzen.

Zwischen 1945 und 1950 war der Botanische Garten für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. 1950 Wiedereröffnung des Botanischen Gartens auf einer Fläche von 1,7 Hektar. 1951 wurde das Palmenhaus wieder komplett hergestellt. Nach und nach Erweiterung der Grünflächen. Es kamen der Senkgarten, der Wassergarten am Viktoria-Regia-Haus, ein Heidegarten und das Gewürzgärtchen dazu.

In dieser Zeit hat vor allem Kurt R. Schmidt als Direktor des Gartens viel geleistet. Er hat auch die derste bayerische Landesgartenschau 1985 in Augsburg initiiert. Anfang der 1970er Jahre wurde der Garten erweitert. Erst zu diesem Zeitpunkt entstand der Heilkräutergarten.

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1983 wurde ein Gusseisenbrunnen vom Plärrer hierher gebracht und im Eingangsbereich des Botanischen Gartens aufgestellt. Der Brunnen ist um 1900 gegossen worden. Im gleichen Jahr wurde begonnen, den Park für die erste bayerische Landesgartenschau 1985 herzurichten, was bedeutete, dass man die Anlage von 5 auf 10 Hektar vergrößerte. Das Motto der Landesgartenschau war "Grün im Lebensraum Stadt". An dem Ausbau der neuen Flächen beteiligten sich auch Augsburgs Partnerstädte. So legte Inverness? eine Steppenheidebepflanzung an, Dayton engagierte sich mit Grünbeflanzung, Bourges mit einer Ausstellung und Amagasaki und Nagahama? schenkten Augsburg den 4,2 Hektar großen japanischen Garten, womit sie 25 Jahre Städtepartnerschaft feiern wollten - unterstützt durch den Sponsor Stadtsparkasse Augsburg. Die Idee zu dem japanischen Garten kam vom damaligen Oberbürgermeister? Hans Breuer? und dem leitenden Gartendirektor Kurt R. Schmidt. Hinzu kamen Themengärten wie der Bauerngarten, der Apothekergarten und der Rosengarten mit seinem Musikpavillon.

1985 besuchten etwa 1,3 Mio. Bürger den botanischen Garten Augsburg anlässlich der ersten bayerischen Landesgartenschau. Darunter auch Bundespräsident Richard von Weizsäcker und der Altbundespräsident Carl Carstens.

In den 1990er Jahren besuchten etwa 140.000 Besucher jedes Jahr den Augsburger Park. Außerdem ließ sich das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen - Untere Naturschutzbehörde? hier nieder. Unter der Leitung von Maria Dobner wurden viele Gebäude damals saniert.

21. Jahrhundert

2003 wurde das neue Pflanzenschauhaus der Öffentlichkeit übergeben. Die Pflanzenwelt unter Glas wurde als Kubus aus Glas und mit einer Spezialfolie erstellt, wobei man die Stahlkonstruktion des oktogonalen Viktoria-Regia-Hauses in das neue Gebäude integrierte. Gleichzeitig stellte man die Energieversorgung der Gewächs- und Verwaltungsgebäude auf Biomasse um.

2005 im Herbst und Winter erfolgte die Restaurierung des Senkgartens von 1936. In den Jahren von 2007 bis 2010 erhielt das Überwinterungshaus, das im Sommerhalbjahr als Veranstaltungsraum für Jazzkonzerte, Fuchsien-, Bonsai- und andere Pflanzenausstellungen dient, eine neue Dacheindeckung und Innenraumgestaltung. Die Veranstaltungsgebäude Seminarraum und Gärtnerhalle wurden ebenfalls neu eingedeckt und teilweise innenraum- und wärmesaniert. Der zentral gelegene Rosenpavillon im Rosengarten bekam ein neues Dach aus Kupferblech.

Am 12. Dezember 2011 wurde ein von Schülerinnen und Schülern des Jakob-Fugger-Gymnasiums und Handwerksbetrieben erstellter neuer Energiepfad eröffnet. Der Pfad hatte vier Module und war bis Herbst 2012 zu besichtigen. Die vier Modelle standen auf Augenhöhe, waren interaktiv bedienbar und machten durch Anzeigen ihre Stromgewinnung sichtbar. Der Pfad sollte Schülern, Lehrern und interessierten Bürgern die Funktionsweise der Stromproduktion mit Hilfe der erneuerbaren Energien verständlich machen.

2011 feierte der Botanische Garten Augsburg sein 75-jähriges Bestehen.

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Ein Vakuumspeicher, eine überdimensionale Thermoskanne, macht die Biomasse-Heizanlage im Botanischen Garten Augsburg noch effizienter. Foto: swa/Thomas Hosemann

2016 erneuerte man die Biomasse-Heizanlage der Stadtwerke Augsburg, die seit 2001 die Wärme umweltfreundlich und CO2-neutral für die Planzenwelt unter Glas und andere Einrichtungen im Botanischen Garten lieferte. Die Kosten beliefen sich auf rund 500.000 Euro, um die Anlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Mit der Heizanlage sollte sich der Botanische Garten mit Wärme selbst versorgen – und sogar noch Häuser des benachbarten Zoos. Der Strauchschnitt des städtischen [[Amt fuer Gruenordnung und Friedhofswesen|Amtes für Grünordnung und Friedhofswesen aus dem Botanischen Garten und ganz Augsburg sollte gehäckselt und vor Ort verheizt werden. Man baute einen effizienterer Kessel sowie einen neuen Filter für Feinstaub ein, zusätzlich einen Vakuumspeicher, quasi eine überdimensionale Thermoskanne. Darin konnte in der Anlage erzeugtes, 90 Grad heißes Wasser, das gerade nicht zum Heizen gebraucht wird, gespeichert werden. Der sieben Meter hohe Behälter mit drei Metern Durchmesser wurde mit einer doppelten Außenwand ausgestattet. Zwischen den beiden Wänden herrschte ein Vakuum und bot damit eine optimale Isolierung.

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