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Geschichte des Bayerischen Textil- und Industriemuseums tim

In Augsburg als ehemalige Textilmetropole von europäischem Rang gibt es noch viele Erinnerungsspuren an diese frühere Zeit, die vom tim genutzt werden, um Geschichte lebendig darzustellen. Das beginnt schon mit dem Standort des Museums, dem Kopfbau der Augsburger Kammgarnspinnerei, der von 1909 stammt, aus Backstein gebaut ist und zusammen mit den historischen Shed-Hallen eine einzigartige Kulisse für das Museum bietet.

Vorarbeiten

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1994, als die NAK dicht machen muss, taucht zum ersten Mal der Gedanke eines Textilmuseums für Augsburg in der politischen Diskussion auf. Es ging zunächst vor allem um die Frage, was mit dem wertvollen historischen Stoffmuster-Archiv der NAK geschehen solle. In der Folge kamen Ideen auf, ein solches Museum im Glaspalast unterzubringen, doch diese Ideen scheiterten letztlich am Streit über die Finanzierung und die Trägerschaft. Im März 2001 kam es dann zu einer Grundsatzvereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern?, dem Bezirk Schwaben und der Stadt Augsburg über die Errichtung des tim. Schon im Juni 2001 wurde Dr. Richard Loipl? zum ersten Leiter des zu errichtenden Museums erkoren. In den folgenden Jahren führte er die Planungs- und Konzeptarbeit durch. Damit begann er im Jahr 2002.

Lange Zeit war als Standort des tim wieder der Glaspalast im Gespräch, erst nach der Insolvenz der AKS (2001/2002) entschied sich die Stadt Augsburg für den heutigen Standort.

Im Jahr 2004 gibt die Firma Ackermann Nähgarn GmbH? eine große und seltene Sammlung von historischen Werbematerialien, die sich an Endverbraucher richten und von 1855 bis 2004 reichen, als Dauerleihgabe an das tim. Ebenfalls im Jahr 2004 gewinnt der Österreicher Klaus Kada den Architekturwettbewerb zur Umgestaltung der AKS für das tim. Im September 2004 wird zum ersten Mal die Idee des Augsburger KulturSpeichers? von der Stadt präsentiert.

Im Dezember 2005 geht die Deutsche Meisterschule für Mode? eine Kooperation mit dem tim ein und ihre Schüler präsentieren zum ersten Mal im Jahr 2006 ihre Modelle im tim.

2007 bis 2008 kommt es zur Sanierung und zum Umbau des AKS-Gebäudes nach Plänen des Grazer Architekten Klaus Kada; die Inneneinrichtung wird durch das Stuttgarter Atelier Brückner gebaut. Anfang 2009 tat sich ein Finanzierungsloch von 270.000 € auf, das durch Mehrkosten bei Handwerkerleistungen entstand. Durch wen die Lücke geschlossen wird, war im April 2009 noch nicht abzusehen. Vom 24. April bis 9. Mai 2009 stellte sich das tim in der Augsburger City-Galerie zum ersten Mal in der Öffentlichkeit vor. Kinder konnten den Textildruck ausprobieren, eine Handweberin zeigte am Webstuhl ihre Kunst, es wurden tim-Produkte wie das Schlosser-Handtuch oder Postkarten mit Stoffmotiven verkauft und am 7. Mai führte ein Weg von der City-Galerie zum nahen tim, wo es einen „Tag der offenen Baustelle“ gab. Außerdem gestalteten Künstler das tim aus etwa 15 Tonnen Sand und einer Höhe von fast drei Metern.

Eröffnung und erstes Jahr

Eröffnet wurde das tim durch den damaligen bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP?) am 20. Januar 2010 durch einen Staatsempfang. Dabei sagte er: "In Zeiten der Finanzkrise ist die Förderung von Kultur unverzichtbar. Als lebendiger Museumsort und kulturelle Begegnungsstätte wird sich das Museum zu einem wichtigen Standortfaktor entwickeln."

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Am 19. August 2010 besuchte der bayerische Landtagsvizepräsident Franz Maget (SPD) die Bayerische Landesausstellung "Bayern-Italien" im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg. Zusammen mit seinen Parteikollegen, den Augsburger Landtagsabgeordneten Harald Güller und Linus Förster begab sich Maget auf Spurensuche nach den gegenseitigen Beziehungen zwischen Bayern und Italien. Geführt wurden die Politiker von Ralf Skoruppa? vom Haus der Bayerischen Geschichte und tim-Museumsleiter Dr. Karl Borromäus Murr?. Zu der Ausstellung kamen Franz Maget viele Erinnerungen: "Zusammen mit meinen Eltern ging es 1967 im VW Käfer zum ersten Mal über den Brenner nach Italien. Ich hatte zuvor noch nie das Meer gesehen und war überwältigt. Das Lebensgefühl dort war einfach toll, und der Rotwein aus der Flasche im Korbgeflecht schmeckte einfach ausgezeichnet!" Und auch an die damals üblichen Mitbringsel erinnert sich Maget. "Eine Fernsehleuchte in Form eines Segelschiffs oder einer Gondel haben sich damals viele Urlauber aus Italien mitgebracht. Die wurde dann zu Hause auf das Schwarz-Weiß-Gerät gestellt und sollte abends das sonst dunkle Wohnzimmer etwas beleuchten. Mehr oder weniger geschmackvoll blitzte dann die Glühbirne hinter einem Segel hervor." Aber auch an das legendäre WM-Fußballspiel Deutschland-Italien im Jahr 1970 in Mexiko erinnert sich Maget genau. Damals hatte die deutsche Mannschaft 4 zu 3 gegen Italien verloren. "Das Spiel fiel genau in die Zeit, als in München die U-Bahn gebaut wurde. Da kam es am Tag nach der deutschen Niederlage zu regelrechten Schlägereien auf den Baustellen zwischen deutschen und italienischen Arbeitern. Gut, dass das heute friedlicher abläuft!" Auch an die erste Pizza, die er in München essen durfte, denkt Maget gern zurück. "Das muss in den 1960er Jahren gewesen sein. Als Schüler kaufte ich die erste Pizza im Straßenverkauf in Schwabing. Lecker! Wir haben uns dann auch zu Hause das erste italienische Gericht gekocht: Maccaroni - aufgepeppt mit dem damals völlig neuen Produkt Miraculi."

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Im September 2010 gab das tim bekannt, dass man sich ein neues visuelles Erscheinungsbild zulegt. Dazu hatte das Museum bereits vor längerer Zeit Kontakt mit der Hochschule Augsburg aufgenommen und in einer Kooperation die Konzeption und Gestaltung eines neuen Markenerscheinungsbilds in Auftrag gegeben. 14 Studentinnen und Studenten der Fachklasse Identität und Marke unter Leitung von Prof. Stefan Bufler konnten im Zeitraum zwischen März und Juli 2010 in einem ausgelobten Ideenwettbewerb ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das Rennen dabei machte die Studentin Jennifer Gallen (22). Sie konnte die siebenköpfige Jury - bestehend aus tim- und Hochschulmitarbeitern, Grafikern und Medienschaffenden mit ihrem Konzept überzeugen. Jennifer Gallen zu ihrem Entwurf: „Die Grundidee meines Entwurfs war, das tim als das, was es auch ist, nämlich ein lebendiges Museum, ein lebendiger Ort, nach außen zu tragen. Wenn man im tim an der Maschinenführung teilnimmt, kann man erleben, wie die Maschinen, die Geschichte und das Industriegebäude zum Leben erweckt werden. Ich wollte den Herzschlag der Maschinen sichtbar machen und gleichzeitig den Bezug zu Textil schaffen. Das alles ist eingeflossen in meine Arbeit … Zu der Form des tim-Logos hat mich letztendlich der Wendekamm meines alten Kinderwebrahmens inspiriert. Dieser Takt, kombiniert mit den feinen, lebendigen Fäden, bildet das Hauptelement der Gestaltung. Die Wort-Bildmarke, also das Logo, ist daraus abgeleitet.“

Am 27. September 2010 begrüßte Bayerns damaliger Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch persönlich den 100.000sten Besucher in Schwabens erstem Landesmuseum. Jubiläumsgast war eine junge Familie aus Augsburg. Zusammen mit Museumsleiter Dr. Karl Borromäus Murr? empfing Heubisch die überraschten Besucher zunächst mit einem Blumenstrauß. Anschließend gingen alle gemeinsam in die Maschinenhalle. Dort waren sie live dabei, wie eine High-Tech-Webmaschine in atemberaubender Geschwindigkeit ein eigens für den Anlass entworfenes Handtuch fertigte. Nachdem eine Näherin das Frottiertuch gesäumt hatte, überreichte Minister Heubisch das exklusive Geschenk an den 100.000sten Besucher. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es im Museum seit der Eröffnung etwa acht Monate zuvor ungefähr 850 gebuchte Führungen gegeben.

Ab 2011

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Anfang April 2011 gewann das tim einen der wichtigsten europäischen Museumspreise: den Micheletti-Award. Es ist die Auszeichnung für Europas bestes Industrie-, Technik- und Wissenschaftsmuseum. Das tim ist das dritte deutsche Haus, das nach der DASA im Jahr 1996 und dem Uhrmachermuseum in Villingen-Schwenningen (2003) die Auszeichnung erhielt. Für Deutschland hatten sich 2011 unter anderem das BMW Museum?, das Deutsche Technikmuseum in Berlin, das Odysseum in Köln, das Porsche Museum und das Mannheimer TECHNOSEUM, Landesmuseum für Technik und Arbeit, beworben. Der Micheletti-Award wird seit 1996 zu Ehren seines Stifters Luigi Micheletti vergeben. Erste Preisträgerin war die DASA. Die Luigi Micheletti Foundation widmet sich insbesondere der Erforschung der Industriearchäologie in Italien sowie der Technikgeschichte im Allgemeinen. Der Micheletti-Award kürt nicht nur neu eröffnete oder eingerichtete Häuser, sondern kreative Umsetzungen und neuartige Interpretationen im Bereich Industrie, Arbeitswelt oder Wissenschaft. Eine fachkundige Jury aus ganz Europa nimmt die Häuser in Augenschein. Bewertet werden die Einrichtung als solche (Gebäude, Außenauftritt, Medieneinsatz, Organisation, Atmosphäre), die Präsentation, die lokale, regionale und (inter-)nationale Bedeutung, der Stand museologischer Erkenntnisse und die Rolle des Museum als Forum für Diskussionen und Austausch.

Im Jahr 2011 fand zwischen Mai und Oktober die Sonderausstellung "Kleider, Körper & Dessous" statt. Sie zeigte auf 1.000 Quadratmetern die Kulturgeschichte der Unterwäsche und Oberbekleidung zwischen Anstand und Erotik von 1850 bis ins Jahr 2000. Hunderte Originalexponate erzählten die sinnliche Geschichte der Verhüllung nackter Haut sowie der Enthüllung des weiblichen Körpers. Etwa 50.000 Besucher sahen die Ausstellung.

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Im Oktober 2011 begann im tim ein mehrmonatiges Gemeinschaftsprojekt, in dem 33 Augsburger Grundschüler zusammen mit dem tim und der "Stiftung Zuhören" einen Audioguide zur bewegten Augsburger Textilgeschichte für Kinder erarbeiten sollten. Dabei bekamen sie professionelle Anleitung von Medienprofis des Bayerischen Rundfunks?. Die Themen des Audioguides reichen von den Anfängen in vorindustrieller Zeit bis in die Gegenwart, in der Augsburg ein Zentrum von Carbon- und Faserverbundtechnologie ist. Die Kinder sollten sich an den insgesamt sieben historischen Kabinetten in der tim-Dauerausstellung orientieren und dazu passende Audioguide-Beiträge produzieren. Unter anderem den Alltag eines Fabrikarbeiters um 1900, einen Krimi über Industriespionage, den unaufhaltsamen Aufstieg des Bürgers Johann Schüle? zum erfolgreichen Großunternehmer oder die Geschichte der Gastarbeiter?, die ab den späten 1950er Jahren nach Bayern kamen. Die fertigen Audioguides sollten den Museumsbesuchern auf portablen mp3-Playern zur Verfügung gestellt und auf br-online.de veröffentlicht werden, auch wurde die Entwicklung einer App für Smartphones geplant. Unterstützt wurde das Audioguide-Projekt der Kinder von der Sparda-Bank Augsburg und dem Förderund Freundeskreis tim e.V.?

2011 hatte das Museum 112.400 Besucher, 940 gebuchte Führungen und 2.288 öffentliche Maschinenvorführungen, wobei die Sonderausstellung „Reiz und Scham – Kleider, Körper und Dessous“ der Hauptbesuchermagnet war. An Auszeichnungen erhielt das Museum 2011 neben dem Micheletti-Award als bestes europäisches Industrie- und Technikmuseum außerdem den iF-communication design award in Gold, den Annual Multimedia Award und den Cannes Lion.

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Weil das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg 2011 den "Micheletti Award" gewonnen hatte, wurde es am 28. April 2012 selbst Schauplatz der Verleihung des renommierten europäischen Museumspreises. Zu der Veranstaltung kamen rund 100 Museums-Macher aus insgesamt 18 Ländern. Die Auszeichnung der European Museum Academy (EMA) überreichte IKH Prinzessin Sibilla von Luxemburg. Der Preisverleihung ging ein zweitägiger Museumskongress (27./28. April 2012) mit hochkarätigen Referenten aus unterschiedlichen Bereichen voraus. Im Mai 2012 führte das tim den 2011 entwickelten Kinder-Audio-Guide ein. Entwickelt wurde er gemeinsam mit Kindern der Luitpold-Grundschule? in Lechhausen, der Stiftung Zuhören und dem BR?. Die produzierten Hörspiele führen kindgemäß durch die Geschichte der Textilstadt Augsburg.

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Im Juni 2012 gehörten die Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse der Augsburger Luitpold-Grundschule? bei einem deutschlandweiten Kulturprojekt gemeinsam mit dem Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) zu den 29 Preisträgern des Wettbewerbs "Kinder zum Olymp!". In ihrer Alterskategorie gewannen sie mit dem Theaterstück "Schnittmuster" den ersten Platz, der mit 1.000 Euro dotiert war. Die offizielle Preisverleihung fand im September 2012 in Berlin statt. In der selbst erarbeiteten Inszenierung begeben sich die Kinder aus dem Augsburger Stadtteil Lechhausen - die meisten von ihnen mit Migrationshintergrund - im Rahmen der Sprachförderung auf die Suche nach den eigenen familiären Wurzeln. Sie spielten dabei verschiedene Arbeitssituationen und Produktionsprozesse in den früheren Augsburger Textilfabriken? nach. Firmen, zu denen ihre Omas und Opas einst als Gastarbeiter? kamen und sogar noch der eigene Vater oder die eigene Mutter gearbeitet haben. Das tim hatte die Kinder bei der Vorbereitung inhaltlich begleitet und unter anderem die Bühnenkulissen und die nötigen Räume zur Verfügung gestellt.

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Ebenfalls im Juni 2012 ging im tim die Wanderausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ vom Haus der Bayerischen Geschichte zu Ende. Mit mehr als 33.000 Besuchern war Augsburg der publikumsstärkste Standort der Ausstellung, die seit 2010 durch die bayerischen Regierungsbezirke tourte. Im Juli 2012 eröffnete die Sonderausstellung "Seh-Dinge". In ihr präsentierte die international renommierte Textil- und Papierkünstlerin Dorothea Reese-Heim auf mehr als 1.000 Quadratmetern ausgewählte Höhepunkte ihres Schaffens. Die Filmemacherin und Videokünstlerin Stefanie Sixt widmete sich bei der Eröffnungsfeier zusammen mit der Tänzerin Anina von Molnar in ihrer ästhetischen Sprache der Kunst von Dorothea Reese-Heim.

Der Augsburger Lehrstuhl Didaktik der Geschichte eröffnete im Januar 2013 die Arbeit des EU-Projektes Museums exhibiting Europe im Staatlichen Textil- und Industriemuseum. Unter anderem sprach der Präsident des Weltmuseumsrates ICOM zu Herausforderungen und Chancen von Museen im 21. Jahrhundert. Mit innovativen und interdisziplinären Konzepten auf geschichtsdidaktischer Grundlage wollte das Museumsprojekt EuroVision. Museums exhibiting Europe (EMEE) multiperspektivische Ansätze zur Europäisierung von nationalen und regionalen Museen entwickeln und dabei insbesondere auch museumsferne Besucherschichten für das Museum gewinnen. Sie sollten durch neue Präsentationsmöglichkeiten, Inszenierungen und Partizipationsmöglichkeiten transnationale und europäische Perspektiven entdecken können. Gleichzeitig erarbeitete das Projekt kreative Konzepte für das audience-development und versuchte dem Museum als social arena einen neuen Stellenwert in einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft zuzuweisen. Auf einer interdisziplinär ausgerichteten wissenschaftlichen Tagung erarbeiteten die Teilnehmer aus Italien, Bulgarien, Portugal, Frankreich, Deutschland und Slowenien den Rahmen für das vierjährige Großprojekt, das wissenschaftliche Forschung und praktische Erprobung verbinden sollte und von der Europäischen Union mit rund 2 Millionen Euro gefördert wurde.

Im Februar 2013 zeigte die Hamburger Designerin Julia Starp im tim Modelle aus ihrer Sommerkollektion SHE - ein Gemeinschaftsprojekt mit dem international renommierten Berliner Künstler Kiddy Citny. Das Besondere: die Designerin verarbeitete die bemalten Leinwände des Künstlers zu faszinierenden Kleidungsstücken.

Am 19. April 2013 wurde die Sonderausstellung „Textile Architektur“ eröffnet. In Kooperation mit der Bayerischen Architektenkammer zeigte das tim auf 1.000 Quadratmetern Fläche den Einsatz von Textilien in der Architektur.

Mode- und Textilexperten des europäischen Netzwerks Mode und Textil trafen sich in Augsburg im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg im Mai 2013. Bei dem dreitägigen Fachkongress kamen rund zwei Dutzend Kostüm- und Modedesigner, Textilhistoriker und Museumskuratoren im tim zusammen.

Im November 2013 fand der erste Textilmarkt im tim statt. Bei freiem Eintritt konnten die Besucher Textilkunst, Design und textiles Handwerk bestaunen. 55 Ateliers präsentierten individuelle Kleidung, Heimtextilien, Hüte, Lederwaren, Schmuck und vieles mehr.

Anfang Mai 2014 eröffnete das tim die Sonderausstellung "Deutsche Strumpfdynastien - Maschen, Mode, Macher". In der Ausstellung wurden auf mehr als 1.000 Quadratmetern 150 Jahre Strumpfmode aus Deutschland vorgestellt.

Ab 2015

Vom März bis April 2015 zeigte des tim die Ausstellung "Deine Blicke fliehen - Stickbilder von Victoria Martini". Victoria Martini setzte mit bestickten textilen Bildern einen künstlerischen Kontrapunkt zu einer hastig beschleunigten Moderne. Martinis Bilder entstanden digital am Computer. Hier wurden die Splitter von politischen oder sozialkritischen Themen zusammengesetzt. Anschließend bestickte Martini jedes ihrer Bilder - ein ästhetisches Verfahren der Entschleunigung, das den Arbeiten eine künstlerisch völlig neue Qualität verleiht.

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Muse II - (©) by Victoria Martini

Im Juni 2015 stellte der Autor Prof. Sven Beckert sein Buch „King Cotton: Eine Geschichte des globalen Kapitalismus“ im TIM Augsburg vor. Darin schilderte der in Deutschland geborene Harvard-Professor die Geschichte des Kapitalismus im Spiegel eines Produktes, das heute jeder von uns am Leibe trägt - der Baumwolle und das in der Textilindustrie? Augsburgs eine wichtige Rolle spielte. Anhand einer einzigen Ware zeigt sich, wie der Kapitalismus entsteht, sich gleichsam einübt und nach und nach die Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen, ja das Schicksal der Menschen überall auf der Welt seinen Bewegungsgesetzen unterwirft.

2015 kamen insgesamt 105.000 Besucher ins tim. Damit war das Haus eines der beliebtesten Landesmuseen in Bayern.

Von Juni bis November 2016 drehte sich im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) alles um ein ganz besonderes textiles Material. In der Ausstellung "Carbon – Stoff der Zukunft" erlebten Besucher im tim die faszinierenden Eigenschaften und Anwendungsgebiete dieses herausragenden Werkstoffs. Die interaktive Schau zeigte auf einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern Objekte aus den Bereichen Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Architektur, Design, Lifestyle und Future. Sie war damit deutschlandweit die bis dahin größte Ausstellung zu diesem Thema. Mit dabei waren auch zahlreiche Exponate aus der Region Augsburg, wo wichtige Forschungseinrichtungen und Firmen unterschiedlichster Branchen mit kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen arbeiten. Zu sehen sind beispielweise ein Segment der Rumpfschale vom Langstreckenflugzeug Airbus A350, das Kabinengerüst eines Helikopters oder ein Teil der Ariane 5-Rakete. Aber auch dem Elektroauto BMW i3 konnten Besucher unter den Lack gucken und die textile Struktur dieser Karosserie aus Carbon erkunden.

Am 2. Juli 2016 besuchte die thailändische Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn das Augsburger tim. Geführt von Museumsdirektor Dr. Karl Borrmoäus Murr, besichtigte die Tochter von König Bhumibol die Museumsweberei sowie die damalige Sonderausstellung "Carbon - Stoff der Zukunft". Die 61-jährige zeigte sich sehr interessiert an den technischen Entwicklungen in modernen Webereien. Dabei konnte sie im tim live miterleben, wie an einer High-Tech-Webmaschine des Herstellers Dornier in rasender Geschwindigkeit ein Frottierbadetuch entsteht. Das in Jacquard-Webtechnik hergestellte Handtuch zierte das eingewebte königliche Wappen. Museumsdirektor Murr überreichte die limitierte Sonderauflage der Prinzessin als Gastgeschenk.

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Am 19. Juli 2016 stellten das tim und seine Projektpartner das Projekt "Vielfalt in Augsburg" vor. Thema war die Arbeitsmigration aus der Türkei. Gemeinsam mit der Universität Augsburg? (Lehrstuhl für Europäische Ethnologie), dem Interkulturellen Netz Altenhilfe (SIC Tochtergesellschaft AWO Augsburg), der Stadt Augsburg (Integrationsbeirat, Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt?, Friedensbüro? im Kulturamt? und Referat für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration?) sowie zahlreichen ehrenamtlichen Vertretern türkischer Gemeinschaften bereitete das Museum die Sonderausstellung für das Jahr 2018 vor. In der Vorbereitung befasste man sich mit der gemeinsamen Geschichte in Augsburg, die ihren Anfang oftmals in der Textilindustrie? der Stadt nahm. Dabei ging es um kulturelle Teilhabe und Erinnerungskultur. Eine Erinnerungskultur, die die persönlichen Erlebnisse der Migrantinnen und Migranten aufbewahrt, aufbereitet und ausstellt, sah man als wichtigen Schlüssel zur gesellschaftlichen Anerkennung und kulturellen Teilhabe. Dazu wurden mehrere Workshops veranstaltet und viele Zeitzeugeninterviews aufgezeichnet, vor allem mit Gastarbeitern? der ersten Generation. Die zum Teil emotional sehr bewegendenden Schilderungen sollten durch eine eigene Sonderausstellung Platz im kulturellen Gedächtnis der Stadt Augsburg finden. Das tim wurde damit zu einem wichtigen Erinnerungsort, zu einem Ort von Partizipation verschiedener Kulturen und Ethnien. Bis zur Sonderausstellung wollte der Arbeitskreis "Vielfalt in Augsburg" das begonnene Projekt vertiefen. So wollte man im Rahmen des Friedensfests z. B. unter dem Motto "(U)MUT - Orte und Geschichten über Vielfalt in Augsburg" gemeinsam Orte der Migration in Augsburg entdecken.

Ende Oktober 2016 feierte der Förder- und Freundeskreis tim e. V. sein 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt im tim. Der Verein war einer der maßgeblichen Wegbereiter für das 2010 eröffnete Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg.

„Desperate Housewives? Künstlerinnen räumen auf“ – unter diesem Titel startete im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg im Dezember 2016 eine Sonderausstellung. Dabei nahmen 29 internationale Künstlerinnen die Rolle der Frau in Haus und Haushalt ins Visier. Die Künstlerinnen waren alle zwischen 1936 und 1986 geboren. Ihre Werke reflektierten auf mehr als 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche das weibliche Verhältnis zum Haus. Die Videos, Installationen, Fotografien, Objekte, Gemälde und Zeichnungen gaben mal ironische, mal provokante, witzige oder versöhnliche Signale bzw. Standortbeschreibungen.

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Rosemarie Trockel, Ohne Titel / Untitled, 1999, Colour Gravure, 52 x 66 cm, RTR ohne Courtesy: Andrea Rosen Gallery, New York © VG-Bild-Kunst, Bonn, Fotos: © Andrea Rosen Gallery, New York

2016 besuchten mehr als 100.000 Menschen das TIM in Augsburg.

Im März 2017 führte das tim gemeinsamt mit der Umweltstation Augsburg das Führungsangebot "Virtuelles Wasser - Wie viel Wasser steckt in unserer Kleidung" für Schülerinnen und Schüler ein.

Glanz und Grauen - Mode im Dritten Reich - so hieß der Titel der Sonderausstellung im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) vom 13. Mai bis 22. Oktober 2017. Das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) bot mehr als 100 Schulklassen einen kostenfreien Besuch der Ausstellung „Glanz und Grauen – Mode im ´Dritten Reich´“. Möglich macht das eine großzügige Spende des Förder- und Freundeskreises tim e. V. Der Förderverein hatte sich dazu entschlossen, die sonst üblichen Führungsgebühren für Schulklassen komplett zu übernehmen. Neben dem bereits ohnehin freien Eintritt erhalten Schülerinnen und Schüler damit auch einen geführten Rundgang durch die Ausstellung gratis.

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