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Geschichte des Augsburger Plärrers

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Die Tradition des Augsburger Plärrers lässt sich mehr als 1.000 Jahre zurückverfolgen. Entwickelt hat sich der Plärrer aus den so genannten Dulten (Fruehjahrsdult und Herbstdult), die im Prinzip Märkte oder Kaufhäuser-Ersatz waren. Auf diesen Märkten traten immer auch Gaukler, Artisten, Zauberkünstler, Moritatensänger und Schießstandbetreiber auf. Die Anwohner der heutigen Maximilianstraße beschwerten sich im 19. Jahrhundert regelmäßig über das "Geplärre", also den Lärm durch die Schausteller, weshalb man sich entschloss, das "Geplärre" von den Marktständen zu trennen.

Das Jahr 1878 markiert diese Trennung. Damals fand der Augsburger Plärrer zum ersten Mal auf dem Kleinen Exerzierplatz am Rand der Stadt als reiner Vergnügungspark statt, auf dem keine Verkaufsbuden zugelassen wurden.

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Die Neue Augsburger Zeitung? verwendet zum ersten Mal in einem Artikel des Jahres 1880 den Begriff "Plärrer", der sich aber schnell als Bezeichnung für das Fest und sogar für den Festplatz durchsetzt. Offiziell ist der Name seit 1976 die Festbezeichnung.

Zur Zeit der Gründung des Plärrers und in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts waren Puppentheater, Phonographen, Panoptiken, Panoramen, die ersten Filme und ähnliches mehr Hauptattraktionen.

Unter den Vergnügungsgeschäften gibt es Klassiker wie Ringe- oder Ballwerfen, Pferdekarussels, Krinoline und Schiffschaukeln.

Alkohol gab es bis 1905 keinen auf dem Plärrer. In diesem Jahr eröffnete die erste Weinstube des Plärrers.

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1914 sagt man wegen des Krieges Herbstdult ab. Der Magistrat? schließt im selben Jahr Nicht-Augsburger als Schausteller vom Plärrer aus. Trotzdem müssen die Schausteller um Ihre Existenz fürchten. Das Alkoholverbot, welches teilweise in den Jahren zuvor gelockert wurde, wird wieder eingeführt.

1917 sagt das General-Kommando den Frühjahrsplärrer auf dem Höhepunkt des Ersten Weltkrieges ab. In diesem Jahr gibt es nur einen Herbstplärrer.

Das erste Bierzelt errichtete man im Jahr 1927. Zuerst gab es eine Bierbude von Hasenbräu?, aber schon 1928 standen zwei Ausschank-Zelte zwischen den Buden der Schausteller.

1938/39 sind Rekordjahre in der Plärrerchronik: Mit 135 Festunternehmen ist Augsburgs Volksfest so groß wie nie zuvor. Schon gegen Ende des Jahres 1939 beherrscht der Krieg die Schlagzeilen und die Menschen. Mancher Schausteller kann wegen des Krieges nicht am Plärrer teilnehmen. Und 1942 wird ein Teil des Kleinen Exerzierplatzes benötigt, um Barackenlager für Gefangene und Ausgebombte zu errichten.

1945 kommt es zu einem "Notplärrer": Lediglich zehn Schausteller sind in der Lage ihrer Arbeit nachzugehen.

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Im Jahr 1954 gründet man den Schwäbischen Schaustellerverband e. V.?, der an den Deutschen Schaustellerbund e. V. (DSB) mit Sitz in Berlin angeschlossen ist.

1956 steht wieder der ganze Kleine Exerzierplatz für den Plärrer zur Verfügung, hat man doch im Jahr zuvor die Barackenlager abgerissen. Bis zu 120 Schausteller können jetzt wieder ihr Gewerbe betreiben.

Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es feste Einrichtungen auf dem Plärrer wie einen Seniorennachmittag, einen Familiennachmittag mit niedrigeren Preisen, einen Tag der Betriebe oder das Feuerwerk und den katholischen Gottesdienst.

Im Jahr 1963 werden die Feuerwerke während der Plärrerzeit eingeführt.

1968 hat man eine tolle Idee. Um Verletzungen bei Raufereien zu vermeiden, wird das Bier aus Plastik-Bierkrügen ausgeschenkt. Diese Idee wird allerdings - zur Erleichterung aller - schon im nächsten Jahr wieder fallen gelassen.

1969 konnten Plärrerbesucher den kleinsten Mann der Welt mit nur 78 Zentimeter Körpergröße bestaunen. Im selben Jahr gastierte auch eine Delphinschau auf dem Plärrer.

1985 feierte Augsburg das 2000jährige Jubiläum, weshalb man dazu auf dem Plärrer das größte transportable Wasserbecken der Welt mit 50.000 Litern Fassungevermögen aufbaute, um das herum auch noch ein Fahrgeschäft aufgebaut war.

Im Jahr 1999 spielten mehr als 1.000 Kartenspieler 265.000 Mark bei einem Wohltätigkeits-Turnier auf dem Plärrer ein. Das Finale fand im Binswanger-Zelt statt. Das Hilfswerk "Kartei der Not" unterstützte damit bedürftige Menschen in der Region.

Seit dem Frühjahrsplärrer 2009 gibt es einen behindertengerechten und von Behinderten zu betreibenden Imbiss vom Sozialverband VdK?, wo eine niedrige Theke das Essen von Rollstuhlfahrern möglich macht. Betrieben wird der Imbiss von der Vd K? Pemperlprater Caroussell Gmb H?. Die Idee dazu kam von einer Augsburgerin, die zum Landesvorstand des Vd K? Bayern gehört und die 85 Zentimeter hohe Theke Wirklichkeit werden ließ. Auf dem Frühjahrsplärrer 2009 stand auch die damals angeblich höchste Schaukel der Welt mit beinahe 90 Tonnen Gewicht. Sie hatte vier Sitzreihen, auf der 20 Menschen Platz nehmen und etwa 45 Meter Flughöhe genießen können. Während sich die Gondeln drehen können die Gäste der Schaukel mit bis zu 100 km/h in die Tiefe sausen.

Im Bundestagswahljahr 2009 nutzten Parteien den Plärrerumzug, um Wahlwerbemittel unter dem Volk zu verteilen. Etwa 2.300 Teilnehmer am Festzug trafen auf etwa 50.000 Zuschauer. Teilnehmende Gruppen waren es fast 120. Die Festzuglänge betrug mehr als drei Kilometer.

augsburg.tv-Beitrag über die Misswahl 2011 auf dem Augsburger Plärrer

Für Touristik-Busse wurde am 14. Juni 2011 eine gut ausgeschilderte und geordnete Haltestelle mit mindestens fünf Plätzen auf dem Gelände des Plärrers eingerichtet. Grund war der Wegfall der fünf Haltestellen für Touristikbusse in der Fuggerstraße. Damals wurde dort der Verkehr wegen der Baustellen rund um den Königsplatz in einer Umleitung neu geführt. Zur Verbesserung der Situation wurden kurzfristig fünf Haltepositionen für Busse auf dem Plärrer-Gelände entlang der Langenmantelstraße eingerichtet. Ab Dezember 2011 und auch das ganze Jahr 2012 über konnten die bestehenden Haltestellen in der Fuggerstraße wieder genutzt werden. Langfristig wünschten sich die Bus-Unternehmer und die Regio Augsburg Tourismus GmbH die Einrichtung eines Bus-Terminals auf dem Plärrer. Einerseits sollte es von den Touristik-Bussen genutzt werden, die morgens starten und am Abend wiederkommen, gleichzeitig jedoch auch als Abstellmöglichkeit dienen. Nach Vorstellung der Busunternehmer soll das Terminal eine Kapazität von 10 bis 20 Plätzen aufweisen, zentrumsnah und an den ÖPNV angebunden sein sowie eine attraktive Infrastruktur wie Toiletten und Kiosk zur Verfügung stellen.

2011 fuhr zum ersten mal zum Herbstplärrer die so genannte "Trachten Tram", die etwa 25 Personen im Trachten-Look aufnehmen konnte. Für die Fahrten verwendete man historische Fahrzeuge. Auch stand Europas größtes Riesenrad auf Schwabens größtem Volkfest. 60 Meter war der Expo Star hoch und er wog 450 Tonnen. Gebaut wurde das Riesenrad im Landkreis Augsburg, in Münsterhausen?. Eine Studie der Hochschule Augsburg hatte einige Minuspunkt am Plärrer auflistet und gezeigt, das das Volksfest bei vielen nicht ankam. Die Studie empfahl, neue Kundschaft zu gewinnen und den Plärrer attraktiver zu machen. Eröffnet wurde der Plärrer von 112 Zügen aus mehr als 70 Vereinen. 2011 war die Anfahrt zum Plärrer nicht einfach mit dem OEPNV, denn auf der Straßenbahnlinie 4 fanden Gleisarbeiten in der Fuggerstraße im Zuge des Kö-Umbaus statt, so dass Ersatzbusse zwischen Wertachbrücke und Innenstadt fahren mussten. 2011 waren 84 Betriebe auf dem Plärrer, davon vier zum ersten Mal: das Riesenrad „Expo Star“ mit 60 Metern Höhe, die Wildwasserbahn "Auf Manitus Spuren", das Laufgeschäft "Psychedelic" und die Südsee-Erlebniswelt "Big Bamboo".

2012 verlängerte man den Frühjahrsplärrer, weil er aufgrund des kalten und regnerischen Wetters außerordentlich schlecht besucht war. Der Umzug zum Herbstplärrer musste 2012 wegen vieler Baustellen auf Umwegen durchgeführt werden. Organisiert wurde er zum ersten Mal von Andreas Schlachta, nachdem Dieter Bartl nach 21 Jahren die Plärrerumzugsorganisation abgab.

Erstmals auf dem Frühjahrsplärrer 2014 konnten Plärrergäste an einem vier Sterne Riesenrad-Dinner mit Bierverkostung von der Sterndl´ Alm? teilnehmen. Mitten im Frühjahrsplärrer 2014 starb am 25. April 2014 Alois Binswanger, Festwirt und Kommunalpolitiker, mit 79 Jahren.

Die Stadtwerke Augsburg (swa) machten zusammen mit den Schaustellern den Plärrer im Herbst 2014 grün. Erstmals wurde Schwabens größtes Volksfest vom 22. August bis 7. September 2014 mit regenerativer Energie versorgt. Ob Zehntausende Lichter, Antriebsmotoren für die Fahrgeschäfte, Beleuchtung in den Bierzelten oder in den Wohnwagen der Schausteller: Der Strom dafür stammte zu 100 Prozent aus Wasserkraft von Kraftwerken aus Schwaben. Bei einem Verbrauch von 280.000 Kilowattstunden lohnte es sich darüber nachzudenken, woher der Strom kommt. Der Strombedarf in zwei Wochen Festbetrieb ist etwa so groß wie rund 100 Augsburger Haushalte im Jahr verbrauchen. Wobei sich die über 70 Beschicker des Plärrers seit vielen Jahren um umweltfreundliche Lösungen bemühten.

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