Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de


Hauptseite | Sport und regelmäßige Veranstaltungen | Sportstätten | Schwimmbäder | Altes Stadtbad | Geschichte des Alten Stadtbads


Geschichte des Alten Stadtbads

Bau und erste Jahre

https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th96---ffffff--altes-stadtbad_augsburg_innen_1.jpg.jpg https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th96---ffffff--altes-stadtbad_augsburg_innen_2.jpg.jpg
https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th96---ffffff--altes-stadtbad_augsburg_innen_3.jpg.jpg https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th96---ffffff--altes-stadtbad_augsburg_innen_4.jpg.jpg
https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th96---ffffff--altes-stadtbad_augsburg_innen_5.jpg.jpg https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th96---ffffff--altes-stadtbad_augsburg_innen_6.jpg.jpg
https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th96---ffffff--altes-stadtbad_augsburg_innen_7.jpg.jpg https://www.augsburgwiki.de/uploads/AugsburgWiki/th96---ffffff--altes-stadtbad_augsburg_innen_8.jpg.jpg

In der Nähe des heutigen Alten Stadtbades gab es schon früher Badeanlagen. Bis 1885 stand am Mauerberg 26 das so genannte Mauerbad. Auch das Kellerbad am Schmiedberg 10 lag in der Nähe, war aber schon 1794 geschlossen worden. Die Ursprünge der Bäder gingen ins 14. und 15. Jahrhundert zurück. Nach der Badgerechtsame wirkten in diesen Bädern auch ein Arzt, ein Friseur und ein Bader. Weil aber auch das Mauerbad modernen Bedürfnissen nicht mehr genügte, schenkten zwei Geschwister der Industriellenfamilie Forster? in einer Stiftung der Stadt Augsburg am 18. April 1895 300.000 Goldmark mit dem Ziel, dafür ein so genanntes Volksbad zu errichten. Später - noch vor Baubeginn - erhöhten die Stifter den Schenkungsbetrag auf 360.000 Goldmark. Das Volksbad sollte nach dem Willen der Stifter den Augsburgern, vor allem den unteren Schichten, einen billigen Badespaß erlauben. Ein Nachfahre der Stifter ist übrigens der frühere Ex-Opel-Chef Carl-Peter Forster, wie die Augsburger Allgemeine herausgefunden hat.

Nach der Stiftung entschied 1896 der Stadtrat die Planungen zu eröffnen und übertrug dem Oberstadtbaurat Fritz Steinhäuser? die Bauarbeiten, der von einem Architekten namens Stein unterstützt wurde. Zielvorgabe war, unnötigen Luxus auszuschließen, aber durch solide Konstruktion und die Verwendung bester Materialien auch begüterten Augsburgern etwas zu bieten, falls sie auf die Idee kommen sollten, das Stadtbad zu besuchen. Außerdem sollte ein Platz gefunden werden, der nahe den Arbeiterwohnungen in der Jakobervorstadt, aber auch an einer Hauptverkehrsader liegen sollte. Ein Volksbadkomitee, das andere Volksbäder Deutschlands besichtigte, fand schließlich den Bauplatz neben der ehemaligen Schwemme?. Die Planungen zum Bad wurden 1901 beendet.

Der Baubeginn wird verschieden angesetzt: Das Augsburger Stadtlexikon schreibt von einem Baubeginn im Jahr 1902, die Wikipedia will wissen, dass der Baubeginn am 1. Mai 1901 war. Beide Quellen stimmen aber wieder darin überein, dass die feierliche Eröffnung nach zwei Jahren Bauzeit am 1. März mit einem "Schau-Schwimmen" endeten. Nach der Wikipedia sollen die Baukosten genau 952.246 Mark betragen haben. Die Kosten wurden vor allem durch den schlammigen Baugrund und technische Probleme, die angrenzende Kanäle verursachten in die Höhe getrieben. So musste man das Bad auf Pfählen errichten, was es natürlich reparaturanfällig machte. Nach dem „Müller’schen Volksbad“ in München war das Augsburger Stadtbad damals das zweite Hallenbad, das in Bayern eröffnet wurde. Die technischen Anlagen des Bades waren damals auf dem modernsten Stand, vor allem das komplizierte Heizungs- und Lüftungssystem. Übrigens hat man das zweite Augsburger Hallenbad, das Plärrerbad? erst 1959 eingeweiht.

Zur Eröffnung und noch viele Jahrzehnte danach waren die Badeeinrichtungen nach Geschlechtern getrennt. Man durchschritt das grün geflieste Vestibül mit der Stiftertafel und ging zu den Wäscheausgabestellen. Danach begab man sich zu den Duschen, den Bädern, der Sauna oder zu dem jeweiligen Schwimmbecken.

Zur Zeit der Eröffnung kostete der Eintritt für eine Dreiviertelstunde für Erwachsene II. Klasse 40 Pfennige, was nicht wenig war, wenn man bedenkt, dass damals der durchschnittliche Wochenlohn eines Arbeiters etwa 20 Mark betrug.

Leider wurden schon bald Renovierungen fällig. So registrierte man schon 1908 und 1915 durch die Dampfentwicklung und Feuchtigkeit verursachte Schäden, die 1915 repariert wurden. Vor allem der Schimmelbefall der Gewölbedecken musste bekämpft werden.

In den Jahren 1925 bis 1929 wurde das Bad umgebaut und erneuert. Dabei beseitigte man Teile des Jugendstils, weil man jetzt die Neue Sachlichkeit als moderner empfand. Der Jugendstil wurde als kitschig empfunden, weshalb man manchen Zierrat entweder herausriss, einbetonierte oder zumauerte wie die Oberlichter und Giebelfelder.

Während der Hochzeit des Bades in den 1930er-Jahren kamen jährlich bis zu 400.000 Badegäste ins Bad.

Zweiter Weltkrieg

Bis zum Zweiten Weltkrieg stand vor dem Alten Stadtbad das Gebäude der damaligen Neue Augsburger Zeitung? mit seiner neugotischen Fassade. Wegen ihrer konservativ-klerikalen Ausrichtung wurde die Zeitung von den Augsburgern "Schwarze Kattl" genannt.

1944 erlitt das Alte Stadtbad bei Bombenangriffen schwere Schäden, wurde aber nach dem Krieg wieder instand gesetzt und zunächst vor allem durch die amerikanischen Soldaten genutzt. Nach und nach ließ man auch die Augsburger wieder in das Stadtbad, weil es für viele der unter der Wohnungsnot leidenden Menschen die einzige Möglichkeit zu einer umfassenden Körperhygiene war.

Bis zur Jahrtausendwende

1981 musste man das Bad schließen, weil sich die Bausubstanz so verschlechtert hatte, dass das Bad einsturzgefährdet war. Zuerst betraf das die Schwimmhallen, aber kurz nach den Schwimmhallen mussten auch die Reinigungs- und medizinischen Bäder wegen Baufälligkeit geschlossen werden.

Grundsanierung

Als Augsburg im Jahr 1985 ihr 2000-jähriges Bestehen feierte, sagte der damalige CSU -Ministerpräsident Franz-Josef Strauß? der Stadt 10 Mio. DM für die Renovierung des Bades zu.

Zwischen 1987 und 1992 sanierte man das Bad für etwa 13 Mio. DM (so die Wikipedia) bzw. für 24,5 Mio. DM (so das Augsburger Stadtlexikon). Die Länge der Sanierung ist auf Lecks der Edelstahl-Auskleidung der Schwimmbecken zurückzuführen, die man nur sehr schwer finden konnte. Die Wiedereröffnung des Bads fand am 28. März 1992 statt - jetzt so, dass die beiden Schwimmhallen nicht mehr getrennt waren. Wegen den neuen technischen Anforderungen an einen modernen Bäderbetrieb mussten einige Kompromisse gegenüber der Denkmalpflege eingegangen werden.

Am 31. Oktober 2009 fand die erste Halloween-Nacht für Kinder und Eltern im Alten Stadtbad statt.

Verkaufspläne

Im Jahr 2009 wurde im Saunabereich des Alten Stadtbades die finnische Sauna renoviert. Die notwendigen Renovierungen der Fassade für geschätzte 300.000 € und der Dampfsauna für geschätzte 400.000 € waren 2009 von der Stadt nicht aufzubringen. Deshalb kamen im November 2009 der damalige CSU -OB Kurt Gribl und der damalige zweite Bürgermeister Hermann Weber? (ebenfalls CSU) auf die Idee, das Stadtbad an einen privaten Investor zu verkaufen, was natürlich viel Kritik erzeugte, weil die Augsburger „ihr“ Altes Stadtbad lieben.

Dann wurde aber rechtzeitig zur kalten Jahreszeit der erste Bauabschnitt der Sanierung der Sauna im alten Stadtbad abgeschlossen. Somit konnte nach längeren Reparaturarbeiten in der Sauna- und Wellnesswelt im wunderschönen Jugendstiltempel wieder relaxt und entspannt werden. Die Wiedereröffnung wurde am 7. und 8. Dezember 2009 gefeiert.

Schon im Januar 2010 wurden 4.500 Unterschriften gegen den Verkauf des Alten Stadtbades gesammelt und Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl übergeben.

Typisch für die Kritik am Verkauf war z. B. die Presseerklärung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die schrieben: "Das Stadtbad ist durch seine Jugendstilbauweise und seine zentrale Lage bei den Augsburgerinnen und Augsburgern sehr beliebt. Seit Generationen nutzen viele Menschen von jungen Familien, über Schulklassen, bis hin zu Senioren das Bad. Es ist das zweitälteste Hallenbad in Bayern und damit ein kulturelles Kleinod, welches geschützt werden muss. Für die GRÜNEN sind Bäder ein Gut der öffentlichen Daseinsvorsorge. Durch einen Verkauf drohen unabwägbare Preissteigerungen, was einen weiteren Ausschluss der oben genannten Bevölkerungsgruppen aus dem öffentlichen Leben und der Teilhabe innerhalb gesellschaftlicher Freizeitaktiviäten zur Folge hätte. Das Bad darf sich nicht zu einem reinen Event- oder Spaßbad mit hohen Eintrittsgebühren entwickeln. Genau dies droht, wenn ein privater Investor Hand an das Alte Stadtbad legen darf. Die aktuelle Kombination aus Bade- und Wellnessangeboten ist ein richtiger Weg und ausreichend. Das Alte Stadtbad wurde aufgrund einer Spende von Augsburger BürgerInnen errichtet und in seiner langen Geschichte u.a. zur 2000-Jahre Feier der Stadt Augsburg mit einem finanziellen Zuschuss des damaligen Ministerpräsidenten der CSU saniert. Die aktuelle Stadtregierung sollte den Stellenwert und die Bedeutung dieses Juwels für die Augsburgerinnen und Augsburger nicht unterschätzen. Ein Verkauf ist keine Option zur Sanierung des Haushalts. Der geplante Verkauf des Stadtbades ist eine Luftnummer im Haushaltsentwurf. Wer soll ein defizitäres Bad kaufen? Vor Jahren wollte die Stadt den Glaspalast verkaufen, aber sie hat lange keinen Käufer gefunden und sie musste dafür viele Jahre den Schuldendienst teuer bezahlen."

Laut einer Pressemitteilung von Christine Kamm (4. Februar 2010) sind für das Alte Stadtbad 1.457.181 € aus Mitteln des kommunalen Finanzausgleichs und 4.097.442 € aus Bundes- und Landesmitteln der Städtebauförderung gelossen. Aus diesem Grund könne das Alte Stadtbad nicht privatisiert werden, weil mit diesen Steuergeldern die Verpflichtung verbunden gewesen sei, das Stadtbad als Baudenkmal und als öffentliches Hallenbad mit ortsüblichen Eintrittsgeldern zu erhalten sowie für den Schulsport zu sichern. Wenn das Bad an einen privaten Nutzer verkauft werde, müsse dieser die drei Punkte gewährleisten oder die Stadt Augsburg die Fördermittel anteilig zurückzahlen, somit einen Betrag, der nach Christine Kamm um die 1,8 Millionen Euro liegt. Als Anlage zu ihrer Pressemitteilung verweist Frau Christine Kamm auf die Antwort des Staatsministeriums der Finanzen auf eine diesbezügliche Anfrage von ihr und zitiert die Antwort, die im Februar 2010 gegeben wurde, folgendermaßen:

„Für die Generalsanierung des Stadtbades erhielt die Stadt Augsburg aus Mitteln des kommunalen Finanzausgleichs nach Art. 10 FAG Zuweisungen in Höhe von insgesamt 1.457.181 €. Die Förderung erfolgte nach den allgemeinen Bestimmungen der Förderrichtlinie FA-ZR für die anteilige Nutzung des Stadtbades für Zwecke des Schulsports. Die Fördermittel sind nach den haushaltsrechtlichen Bestimmungen im Falle einer zweckwidrigen Verwendung zurückzuerstatten. Sofern eine Nutzung als Schulschwimmbad im bisherigen Umfang weiterhin gewährleistet ist, kann nach Maßgabe des Förderrechts auf eine Rückforderung der Fördermittel nach Art. 10 FAG verzichtet werden. Die Zweckbindungsfrist beträgt 25 Jahre. Sollte es im Falle einer zweckwidrigen Verwendung zu einer Rückforderung kommen, sind die gebundenen Fördermittel zeitanteilig zurückzufordern.

Hinsichtlich der Gewährung von Städtebauförderungsmitteln nimmt das Staatsministerium des Innern gesondert Stellung. Staatsminister Joachim Herrmann antwortet: Die Gesamtkosten der Sanierung betrugen gemäß Verwendungsnachweis der Stadt Augsburg vom 15.10.2001 12.884.900 €. Als förderfähige Kosten im Bund-Länder- Städtebauförderungsprogramm wurden 6.186.632 € anerkannt. Die Finanzhilfen von Bund und Land betragen 4.097.442 €, davon Landesfinanzhilfen der Städtebauförderung in Höhe von 1.909.880 €. Zusätzlich wurden Finanzhilfen nach Art. 10 FAG gewährt. Insoweit wird auf die Antwort des dafür zuständigen Staatsministeriums der Finanzen verwiesen. Nach Auskunft der Regierung von Schwaben liegt ein Vertrag der Stadt Augsburg über einen eventuell beabsichtigten Verkauf bislang nicht vor. Ziel der Städtebauförderung war der Substanzerhalt des Baudenkmals. Sofern der Erhalt des Baudenkmals weiterhin gewährleistet ist, die Nutzung als öffentliches Hallenbad mit ortsüblichen Eintrittsgeldern unverändert bleibt und der Verwendungszweck vertraglich gesichert wird, besteht kein Anlass Mittel der Städtebauförderung von der Stadt Augsburg zurückzufordern. Der Bewilligungsbescheid vom 08.09.1987 hatte die AnBest-K (die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung an Kommunale Körperschaften - Anlage 3a zu den VV zu Art 44 BayHO) und die damals gültigen Städtebauförderungsrichtlinien als Förderbedingungen zur Grundlage. Im Falle einer zweckwidrigen Verwendung würde die Regierung von Schwaben im Wege der Einzelfallprüfung über die Höhe der Rückforderungen als Bewilligungsbehörde entscheiden. Die Bewilligungsbehörde kann von einem Widerruf des Zuwendungsbescheids absehen, wenn seit Fertigstellung der Maßnahme 25 Jahre vergangen sind. Ist dies nicht der Fall, sind die gebundenen Fördermittel zeitanteilig zurückzufordern.“

Von Rainer Schönberg (Freie Wähler?) und Rose-Marie Kranzfelder-Poth? (FDP?) kam um den 10. Februar herum der Vorschlag, die städtische WBG? solle auf dem Ölhöfle? inter dem Bad ein kommunales Parkhaus bauen. Das habe mehrere Vorteile: Man könne aus den Einnahmen und der Parkraumrücklage? das Defizit des Bades decken und gleichzeitig auf die Privatparkhäuser Druck ausüben, dass sie ihre Parkgebühren senken.

Nachdem der Finanzausschuss? des Stadtrats beschlossen hatte, einen Käufer zu suchen, weil man jede verkaufte Eintrittskarte mit 13 Euro subventionieren müsse, bildete sich Mitte Februar 2010 eine Initiatiorengruppe, die den Verkauf des Alten Stadtbades durch ein Bürgerbegehren verhindern wollte. Als Alternative zum Verkauf gebe es ein neues Betriebskonzept für alle städtischen Bäder oder die Möglichkeit, die Öffnungszeiten zu ändern, meinte die Initiatorengruppe im Februar 2010. Auch die SPD, der Deutsche Gewerkschaftsbund? und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollten das Bürgerbegehren unterstützen.

Geburtstag

Im März 2013 feierte das Alte Stadtbad in Augsburg seinen 110. Geburtstag. Aus diesem Anlass stellte der Verein Freunde des Alten Stadtbads? und das Sport- und Bäderamt ein Jubiläumsprogramm zusammen.


Hauptseite | Sport und regelmäßige Veranstaltungen | Sportstätten | Schwimmbäder | Altes Stadtbad | Geschichte des Alten Stadtbads


Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de




FacebookTwitThis