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Geschichte der Weltbild GmbH & Co. KG

Gründungsjahre

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Die Geschichte von Weltbild startete 1948 in Augsburg mit der Gründung des katholischen Zeitschriftenverlags Winfried-Werk GmbH. Heute ist Weltbild ein Versand-, Buchhandels- und Medienunternehmen. Gegründet wurde das damalige Winfried Werk von dem späteren Direktor Josef Hall? in Kooperation mit dem Katholischen Männerwerk in Fulda.

Die letzten Jahre der 1940er und die 1950er Jahre waren harte Gründungs- und Aufbaujahre. Man gab damals das katholische Magazin "Mann in der Zeit" heraus. Die Startauflage betrug etwa 50.000 Exemplare. Die Redaktion dieses Blattes saß damals noch in Fulda. Schon in dieser frühen Zeit druckte man vereinzelt Bücher. 1957 konnte die Zeitschrift einen großen Erfolg feiern: Man hatte eine Auflage von mehr als 500.000 Exemplaren und überlegte sich Lösungen für eine immer größer gewordene Redaktion. Es bot sich die Domprobstei in der Frauentorstraße Augsburgs an. Dort sanierte man, baute wieder auf und ergänzte einen neuen Trakt.

Die 1960er Jahre

Die 1960er Jahre führten zum Namen Weltbild für das spätere Versand- und Medienhaus. Der Weg dazu: Im Jahr 1967 übernahm die Winfried-Werk GmbH die farbige Monatsillustrierte „Feuerreiter“ vom Verlagshaus Struth in Köln. Der Name der beiden verschmolzenen Zeitschriften lautete nun „Mann in der Zeit mit Feuerreiter“. Ein Jahr später kaufte die Winfried-Werk GmbH dem Verlagshaus Mertens (Köln) den Zeitschriftentitel "Weltbild" ab. Man gab dan Namen "Mann in der Zeit mit Feuerreiter" auf und benannte die fusionierten Blätter in "Weltbild" um. Ein Werbespruch der Zeit lautete "Nimm´s Weltbild mit!".

Die 1970er Jahre

In den 1970er Jahren startete Weltbild den Buchversandhandel. Im Jahr 1972 gründete die Winfried-Werk GmbH die Tochtergesellschaft Weltbild-Bücherdienst GmbH, damit die Leser der Zeitschrift Weltbild als Leserservice Bücher per Katalog bestellen konnten. Die ersten Kataloge lagen dem Magazin Weltbild bei, waren in Schwarz-Weiß gehalten und entwickelten sich erst im Laufe der Zeit zu einem großformatigen, bunten und umfangreichen Katalog, wie er später in einer Monatsauflage von vielen Millionen Exemplaren verschickt wurde. Im Jahr 1975 wurde Carel Halff? Geschäftführer der Weltbild-Bücherdienst GmbH. Er baute das Buch-Versandgeschäft erfolgreich und schnell aus.

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Die 1980er Jahre

In den 1980er Jahren expandierte Weltbild Schlag auf Schlag. Weltbild engagierte sich publizistisch und wagte erste Schritte ins Ausland. So gründete oder übernahm man Zeitschriften wie die Kinderzeitschrift "Benni" (1984), "Frau im Leben" (1987), "Leben & Erziehen" (1989), "Junge Zeit" (1989) oder "Hoppla" (1989). 1987 kaufte man den katholischen Pattloch Verlag?, der bis dahin in Aschaffenburg? ansässig war, und verlegte ihn nach Augsburg. Gleichzeitig gründete man eigene Verlage wie etwa etwa den Augustus Verlag?, übernahm den Battenberg Verlag? und wirkte sehr rührig in der Öffentlichkeit.

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Jahre war die Expansion des Buchversands von Weltbild. Man ging 1986 eine Kooperation mit dem Unternehmen A & M in Salzburg, Östereich, ein und gründete 1988 die Tochter Weltbild Verlag Schweiz in Olten. In beiden Ländern übernahm Weltbild in den folgenden Jahren eine führende Rolle im Buchversand und Medienhandel.

1987 ein nächster Schritt: Man verschmolz die Winfried-Werk GmbH mit der Weltbild-Bücherdienst GmbH zur Weltbild Verlag GmbH. Als neuer Unternehmensbereich starteten die "Sammlereditionen" mit ihren Buchreihen und Loseblatt-Sammelwerken.

Die 1990er Jahre

In den 1990er Jahren entwickelte sich Weltbild durch erste Filialen und den Start im Internet zu einem Multi-Channel-Unternehmen. So wurden 1994 gemeinsam mit der Buchhandlung Hugendubel? die drei ersten Filialen in Landsberg?, Weilheim? und Fürth? eröffnet (damals unter dem Namen Weltbild plus).

Wichtige Bucherfolge von Weltbild waren 1994 der Buchtitel "Scientology – Ich klage an" (Pattloch), der es in der SPIEGEL-Bestsellerliste auf Platz 3 schaffte. Ein Jahr später verkaufte Weltbild in nur sechs Monaten 30.000 exklusive Bibeln des Künstlers Friedensreich Hundertwasser zu einem Stückpreis von knapp 1.000 DM.

Im November 1995 lieferte Weltbild erstmals eine Million Pakete in einem einzigen Monat aus. Das Sortiment umfasste jetzt auch Software und Games sowie Geschenkartikel und Produkte rund um Hobby und Freizeit. Der Weltbild-Versand ist seit 1995 sieben Tage in der Woche rund um die Uhr telefonisch erreichbar.

Im Geschäftsjahr 1996/1997 zählte man 1.300 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 935 Mio. DM erwirtschafteten. Es gab damals insgesamt 36 Weltbild Plus-Filialen in Deutschland, fünf in der Schweiz und sieben in Österreich. Im Jahr 1997 folgte der Einstieg ins Internet mit dem Online-Auftritt von Weltbild. Zwei Jahre später gründet man mit Partnern Booxtra, eine Onlinebuchhandlung, die man später mit dem Onlineshop Buecher.de?, der von Mediantis übernommen wurde, zusammenlegte.

1998 feierte das Unternehmen sein 50-jähriges Bestehen und bezog die neue Unternehmenszentrale im Augsburger Stadtteil Lechhausen.

Als wichtigen weiteren Multichannelvertrieb gründete Weltbild 1999 Jokers, worüber man an eine gehobene Zielgruppe Restauflagen und Sonderausgaben zu vertreiben begann. Ebenfalls 1999 fusionierte Weltbild sieben eigene Buchverlage mit fünf Buchverlagen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck zur Verlagsgruppe Droemer Knaur? mit Sitz in München. Im selben Jahr erwarb Weltbild den Nürnberger Sailer Verlag, der pädagogisch wertvolle Kinder- und Jugendzeitschriften herausgab.

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2000 bis 2010

2000

Die Jahre nach der Jahrtausendwende standen unter der den Schlagwörtern Internationalisierung und Multichannelvertrieb. Im Jahr 2000 startete der Medienversandhandel Klub dla Ciebie in Polen in Partnerschaft mit dem Hamburger Bauer Verlag. Im gleichen Jahr gingJokers online. Zum Geschäftsjahr 1999/2000 meldete die Verlagsgruppe einen Umsatzzuwachs von über 10 Prozent. Damit lag der unkonsolidierte Umsatz zum ersten Mal über einer Milliarde DM. Es wurden 161 Filialen gezählt und zusätzlich 540 Millionen Mark Umsatz von Seiten der Tocherfirmen und Beteiligungsgesellschaften. Erstmals zählte Weltbild mehr als 10 Millionen Kunden, von denen allein 1,2 Millionen Neukunden des Geschäftsjahrs 1999/2000 waren.

Im Frühjahr 2000 startete darüber hinaus Jokers-online.de. Im September erhielt das Traditionsmagazin "Weltbild" einen Relaunch und eine Publikumskampagne am Kiosk. Gleichzeitig baute man das 100-Millionen teure Weltbild-Logistikzentrum in Lechhausen. Im Herbst 2000 starteten die Verlagsgruppe Bauer, Hamburg, und die Augsburger Verlagsgruppe Weltbild ein Joint Venture in Polen. Die neu gegründete Firma Bauer-Weltbild-Media Sp.z o.o., an der beide Partner mit je 50 Prozent beteiligt waren, begann für den polnischen Markt einen Medienversandhandel nach deutschem Vorbild. Firmensitz von Bauer-Weltbild-Media wurde Warschau.

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Auch im Geschäftsjahr 2000/2001 legte die Verlagsgruppe Weltbild knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr an Umsatz unkonsolidiert zu (1,146 Mrd. Mark (30. Juni 2001). Die Töchter und Beteiligungen erreichten zusätzlich einen Gesamtumsatz von 617 Millionen Mark und damit einen überdurchschnittlichen Umsatzzuwachs von gut 14 Prozent im Vorjahresvergleich (ohne Bauer-Weltbild-Media). Einen guten Start absolvierte das Versandgeschäft Bauer-Weltbild-Media. Bereits nach einem halben Jahr registrierte das Unternehmen in Polen 350.000 Kunden und eine sehr positive Marktakzeptanz.

2001

2001 gründete man das Living & More-Zeitschriftenhaus übernahm die Schweizer Marke Kidoh?, einen Versender für hochwertige Spiel- und Lernprodukte. Ebenfalls 2001 nahm Weltbild das Logistikzentrum in Augsburg-Lechhausen in Betrieb. Bereits zum Frühjahr 2001 wurden die Zeitschriften "Frau im Leben" und "Leben & erziehen" einem Relaunch unterzogen und konnten ihre Abonnentenzahl leicht ausbauen. Das Magazin "Weltbild", aus dem die Verlagsgruppe einst entstand, wurde zur Jahresmitte 2001 mangels Erfolg am Kiosk eingestellt. Im September 2001 erweiterte die Verlagsgruppe Weltbild ihre Geschäftsführung. Neben dem langjährigen Geschäftsführer Carel Halff? wurden Dr. Klaus Driever?, Werner Ortner? und Herbert Zoch? in die Geschäftsführung berufen, der Carel Halff? ab der Erweiterung vorstand.

2002

Mit der ersten Jokers-Filiale in München, die 2002 eröffnet wurde, war die Marke Jokers restseller nun auch ein Multichannelvertrieb. Im Geschäftsjahr 2001/2002 (30.06.2002) wuchs die Verlagsgruppe nur moderat um 2,5 Prozent. Überdurchschnittlich legte man nur im Internet zu. Mit seinen E-Shops konnte Weltbild erstmals mehr als 55 Mio. Euro Umsatz erwirtschaften. Die Internetshops weltbild.de und jokers.de wuchsen dabei um rund 44 Prozent im Vorjahresvergleich. Im Zeitschriftensegment wurde nach Jahren mit einem ausgeglichenen Ergebnis der turn-around geschafft. Die Elternzeitschrift "Leben & erziehen" und das Ratgebermagazin "Frau im Leben" entwickelten sich gegen den negativen Markttrend positiv. Auch die pädagogisch wertvollen Kinder- und Jugendzeitschriften des Sailer Verlags, einer 100-Prozent-Tochter, verzeichneten einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. Die Buchhandelskette Weltbildplus umfasste mittlerweile 218 eigene bzw. von Franchise-Partnern betriebene Filialen in Deutschland, der Schweiz und Österreich (dort A & M plus).

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2003

Im Jahr 2003 übernahm Weltbild gemeinsam mit dem T-Online Venture Fund und der Holtzbrinck `networXs AG den niederländischen Online-Medienshop bol.com. Im Geschäftsjahr 2002/2003 wurde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf zusammen 1,075 Mrd. Euro (unkonsolidiert) gesteigert. Wachstumsmotor war das Internet mit etwa 30 Prozent Plus gegenüber dem Vorjahr. Auch die Weltbildplus-Filialen wuchsen auf 239.

2004

Mit Bayard startete man 2004 die Bayard Media GmbH, in der Best-Ager-Zeitschriften erschienen. Im gleichen Jahr erweiterte man die Augsburger Firmenzentrale durch Anbau eines neuen Bürokomplexes und vergrößerte das Logistikzentrum um rund 70 Prozent. Auch brauchten Weltbild und die "Bild"-Zeitung die "Bild-Bestseller-Bibliothek" in den Handel. Von der 25-bändigen Reihe wurden mehr als fünf Millionen Exemplare verkauft. 250.000 Exemplare der "Volksbibel" von "Bild" und Weltbild waren schon drei Wochen nach Erscheinen vergriffen. Auch in 2003/2004 konnte man wachsen: um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verlagsgruppe Weltbild Inland (Stammhaus) steigerte ihren Umsatz um 100 Mio. auf 822 Mio. €, die Töchter und Beteiligungen im In- und Ausland erzielten 449 Mio. € Umsatz (unkonsolidiert). Für das Unternehmen arbeiteten im In- und Ausland rund 3000 Mitarbeiter. Die Buchhandelskette war auf 264 Filialen in Deutschland, der Schweiz und Österreich gewachsen.

2005

2004/2005 wuchsen die Umsätze der Verlagsgruppe wieder nur moderat um 5 Prozent auf 910 Millionen Euro. Planmäßig konnte im Geschäftsjahr die Vergrößerung des Logistikzentrums auf rund 80.000 Palettenplätze abgeschlossen werden. Die Erweiterung der Augsburger Firmenzentrale um 400 weitere Büroarbeitsplätze wurde ebenfalls vollendet. Im März 2005 beteiligte sich die Filialkette Weltbild plus mit 51 % an der Filialkette Wohlthat, die vor allem im Berliner Raum und in Norddeutschland verbreitet war. In den nächsten Jahren wurden von mehr als 50 Standorten der Kette etwa ein Drittel geschlossen. Am Ende der Entwicklung ging Wohlthat ganz in Jokers auf.

2006

2006 fusionierte Weltbild das stationäre Geschäft der Verlagsgruppe mit Hugendubel? zur DBH Buch Handels GmbH & Co. KG?, zu der später weitere Partner wie Buch Habel, Weiland, Schmorl & von Seefeld sowie Wohlthat hinzukamen. Als Ziel wurde angegeben, die einzigartige Vielfalt der deutschen Buchhandelswelt zu sichern. In diesem Jahr wurde in Schleswig die 300. Weltbild-Filiale eröffnet. 2006 testeten B.O.B. Best of Books und Weltbild ein innovatives Vertriebskonzept für Bücher in Famila-Märkten Rendsburg, Quickborn und Nienburg. Unter dem Namen „Weltbild best“ präsentierten die famila-Warenhäuser ab Ende Oktober 2006 zusammen mit Weltbild und B.O.B. Best of Books Bücher in einem Shop-in-Shop-System. Kurz darauf wurde das Konzept auch in HIT-Verbrauchermärkten eingeführt (Bad Dürkheim, Münster und München-Laim). Ebenfalls 2006 starteten die Quelle GmbH und die Verlagsgruppe Weltbild GmbH im E-Commerce eine Vertriebskooperation. Auf quelle.de präsentierte Weltbild unter der neu eingerichteten Rubrik „Bücher, Musik & Filme“ zum Start der Vertriebskooperation zunächst 15.000 Medienprodukte. Bis Mitte 2007 wurde das Angebot in der Weltbild-Welt bei Quelle auf über 500.000 Artikel ausgebaut.

2007

Am 1. Januar 2007 beteiligte sich die von Hugendubel? und der Verlagsgruppe Weltbild GmbH gegründete Finanzholding DBH Buch Handels GmbH & Co. KG? an Buch Habel und Weiland mit je 50,1 % Anteil.

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2007 erweiterte Weltbild sein Angebot online um Musikdownloads und beteiligte sich an der Firma, die hinter Booklooker stand, so dass bei Weltbild und Jokers online Gebrauchtbücher angeboten werden konnten. Es waren nun etwa 3 Millionen Produkte im Internet erhältlich. Ein besonderer Service von Weltbild war die portofreie Lieferung in die gewünschte Weltbild Filiale. Im Mai 2007 startete Jokers ein umfassendes Bücher-Wiki. Es entstand ein Internet-Lexikon über Bücher und Literatur nach dem Vorbild der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Seit dem Frühjahr 2007 konnten sich Weltbild-Kunden alle Produkte aus dem Internetshop portofrei in die Weltbild-Buchhandlung in ihrer Nähe liefern lassen. Parallel wurden die Filialen zu Anbietern des vollen Mediensortiments. Die Kunden konnten dort nicht nur alle lieferbaren Bücher, sondern auch alle DVDs und CDs ordern. In der Weltbild-Zentrale gingen täglich bis zu 4000 Bestellungen aus den Filialen ein. Als erster Medienhändler präsentierte die Verlagsgruppe Weltbild ein digitales Internet-Magazin zu den Themen Film und Musik. Mehr als 1,5 Millionen Kunden von Weltbild erhielten das Magazin gratis per E-Mail; bereits am ersten Tag besuchten rund 250.000 Leserinnen und Leser die Startseite der interaktiven Zeitschrift.

Das Geschäftsjahr 2006/2007 brachte der Verlagsgruppe wieder eine unkonsolidierte Umsatzsteigerung von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,6 Mrd. Euro. Für den Weltbild-Konzern waren 6.900 Mitarbeiter tätig, darunter 1.900 am Stammsitz in Augsburg. Die Niederlassungen in Österreich, der Schweiz, Polen, Russland und den Niederlanden trugen inzwischen bereits mehr als 20 Prozent zum Umsatz bei.

Im Oktober 2007 beschlossen die Karstadt Warenhaus GmbH, Hugendubel? und Weltbild eine Kooperation mit dem Ziel, die Buchabteilungen bei einzelnen Karstadt-Warenhäusern (52 Standorte) zu übernehmen. Im November 2007 startete Jokers Bloggernetz.de, einen offenen und freien Ping-Service für Blogs und Podcasts.

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2008

2008 wurden die 330 Filialen der Buchhandelskette Weltbild Plus neu gestaltet und bekamen alle das rote Weltbild-Logo, wie es Kunden vom Katalog her kannten. Jokers erweiterte sein Internetangebot um Hörbuchdownloads und mit `iTunes auch Musikdownloads. Im Januar 2008 bewerteten Deutschlands Buchkäufer Jokers, den Spezialisten für Restauflagen und Sonderausgaben, in der Studie "Onlinebuchhandelsranking 2007" des Marktforschungsinstituts Innofact AG als günstigsten Online-Buchhändler bewerteten. Im Mai 2008 startete Jokers einen Download-Shop für Hörbücher. Für dieses neue Portal hatte Jokers eine Kooperation mit Soforthoeren von Diderot Media geschlossen, damals das erfahrenste deutsche Download-Portal für Hörbücher mit über 5.000 Hörbuch-Titeln, auf die Jokers-Kunden ab diesem Zeitpunkt zugreifen konnten. Im März 2008 erlaubte das Bundeskartellamt der DBH die Übernahme der Buchhandelsflächen an 44 Karstadt-Standorten. Allerdings werden bis Juli 2008 nur 39 Karstadtflächen übernommen. Bis Ende 2008 werden etwa die Hälfte der Flächen von der DBH umgebaut, dann gab die DBH einzelne Flächen wieder an Karstadt zurück und bewirtschaftete nur noch 26 Flächen (Weltbild plus 23 und Hugendubel? drei Flächen]]. Weitere so genannte "Kompaktflächen Buch", die bei Karstadt verblieben (bis etwa 50 Quadratmeter) wurden von der DBH beliefert. Im April 2008 gingen die restlichen Anteile (49 %) an der Filialkette Wohlthat an die DBH Buch Handels GmbH & Co. KG?, der jetzt die komplette Wohlthat-Kette gehörte. Ende 2008 kam auch die komplette Gruppe Buch Habel unter das Dach der DBH Buch Handels `GmbH & Co. KG?. Im gleichen Jahr wurde der komplette Zeitschriftenbereich an die französische Group Bayard (Paris) verkauft. Im August 2008 band weltbild.de multimediale TV-Trailer ins Angebot ein.

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Im Oktober 2008 wurde bekannt, dass die Gesellschafter der Verlagsgruppe Weltbild den Auftrag erteilt hatten, Optionen zu prüfen, die Gesellschafterstruktur zu verändern oder zu erweitern. Die Geschäftsführung gab bekannt, dass Gespräche mit fünf Interessenten stattfanden. Ebenfalls im Oktober 2008 stockte die DBH ihren Anteil an Buch Habel auf 100 Prozent auf.

Die Verlagsgruppe Weltbild schloss das Geschäftsjahr 2007/08 (01.07.07 bis 30.06.08) mit einem deutlichen Umsatzwachstum von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab. Das Medienhandels- und Internetunternehmen steigerte den unkonsolidierten Gesamtumsatz auf 1,94 Mrd. Euro. Für den Weltbild-Konzern waren jetzt 7.400 Mitarbeiter tätig, darunter 1.900 am Stammsitz in Augsburg. Erfolgreich im edukativen Segment etablierte sich die Tochter Kidoh?. Der Spezialanbieter für hochwertige Spiele und Lernmittel zählte mehr als 700.000 junge Familien zu seinen Stammkunden und konnte seinen Umsatz über Katalog und Internet um mehr als 50 Prozent zum Vorjahr steigern.

2009

Zum Jahreswechsel 2008/2009 entließ die DBH etwa 20 Mitarbeiter. Im Januar 2009 integrierte Jokers E-Books in sein Angebot. Das Frühjahr 2009 war vom Umbau der Verlagsgruppe Weltbild GmbH am Standort Augsburg geprägt, der mit Arbeitsplatzabbau verbunden war. Im April 2009 verkaufte die Verlagsgruppe ihre Anteile (50 %) an dem niederländischen Internetshop bol.com an den niederländischen Investmentfond Cyrte Investments. Gleichzeitig teilte das Unternehmen mit, dass die Pläne der kirchlichen Gesellschafter, die Verlagsgruppe zu verkaufen, zunächst gestoppt wurden, weil es angesichts der Wirtschaftskrise nicht möglich gewesen sei, das Unternehmen zu angemessenen Bedingungen zu verkaufen. Ebenfalls im April 2009 strich der Internetshop weltbild.de seine Versandkosten von damals 3,99 € und lieferte portofrei. Im Mai 2009 gab auch die DBH Buch Handels GmbH & Co. KG? Entlassungen bekannt. Weltbild plus mit noch 285 deutschen Standorten kündigte 322 von 1.571 Mitarbeitern und sprach etwa 280 Änderungskündigungen aus. Im Juni 2009 folgten Entlassungen bei Hugendubel?: Von etwa 1.100 Mitarbeitern in eigenen Häusern werden 179 Mitarbeiter gekündigt, von 335 Mitarbeiter bei Buch Habel werden 106 entlassen, außerdem wurden keine Ausbildungen mehr angeboten. Die Zentralen von Wohlthat und Buch Habel wurden im Sommer 2009 nach München verlegt. Die Entlassungen von Mitarbeitern wurden von der Geschäftsführung mit einem Kurswechsel begründet: Man wolle das Sortiment umstellen, so dass weniger Beratung nötig sei. Selbstbedienung sollte das Motto im stationären Verkauf werden. Die Zunahme des Internethandels zwinge zur Restrukturierung. Dazu komme die Wirtschaftskrise.

2010

Im April 2010 rückten Weltbild Plus und Weltbild rückten näher zusammen: Die räumliche Trennung zwischen den bisher in München ansässigen Abteilungen des Filialvertriebes und den Kollegen der Verlagsgruppe Weltbild wurde aufgehoben und die MitarbeiterInnen von Weltbild Plus zogen von München nach Augsburg ins Gebäude der Verlagsgruppe Weltbild in Lechhausen.

Im Juni 2010 gab Weltbild für das Geschäftsjahr 2009/2010 einen unkonsolidierten Umsatz von 1,65 Milliarden € an, was eine unwesentliche Steigerung gegenüber dem Geschäftsjahr zuvor bedeutete. In den 490 Filialen der Gruppe hatte man 462 Stellen von 3.600 streichen und 20 Filialen schließen müssen (bei zehn Filialneueröffnungen), während der Internetumsatz im abgerechneten Geschäftsjahr von 241 auf 327 Mio. € Umsatz stieg. Im Buchhandel gab man einen Marktanteil von 18 % an (Thalia 12 %, Amazon 11 %). 100 Mio. € seien im Geschäftsjahr für Marketing ausgegeben worden.

469 DBH-Buchhandlungen erwirtschafteten 2010 einen Umsatz von 731 Mio. Euro Umsatz. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies einen Umsatzrückgang um 12 Mio. Euro, der auf Filialschließungen zurückzuführen war. Flächenbereinigt wuchs der Umsatz, was darauf zurückgeführt wurde, dass man im Jahr 2010 45 Filialen generalüberholte und sich damit etwa 80 Filialen in einem neuen Look zeigten.

2011 bis 2015

2011

Im März 2011 hatte sich Weltbild im Ranking der beliebtesten deutschen Onlineshops auf den 3. Platz vorgearbeitet und damit Otto überholt. Das war das aktuelle Ergebnis des Online Shopping Survey 2011 des Forschungsinstituts Enigma GfK. Damit war Weltbild die höchstplatzierte Shopping-Site eines Multichannel-Anbieters in Deutschland. Im April 2011 übernahm die Verlagsgruppe Weltbild GmbH von der DirectGroup Bertelsmann den polnischen Buchclub und Verlag Swiat Ksiazki. Weltbild gab bekannt, die Swiat Ksiazki-Filialen, den Katalog und das Online-Geschäft in sein Multichannel-Geschäft unter der Marke Weltbild integrieren und fortführen zu wollen. Auch der Buchverlag Swiat Ksiazki sollte weitergeführt und für einen erweiterten Kundenkreis ausgebaut werden. Weltbild Polska und Swiat Ksiazki hatten im April 2011 zusammen rund 800.000 regelmäßige Katalogbezieher in Polen. Das Buchangebot wurde ergänzt durch CDs, DVDs und Produkte für Freizeit und Haushalt. Nach der Übernahme verfügte Weltbild in Polen über 45 Filialen. Der Onlineshop Weltbild.pl zählte mit mehr als 1 Million unique visitors zu den Topadressen im polnischen Internet. Weltbild Polska war zum Zeitpunkt der Übernahme eine 100-Prozent-Tochter der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg. Weltbild rechnete nach der Übernahme mit einem Gesamtumsatz von rund 60 Mio. Euro in Polen.

Ab dem 1. Juli 2011 begann die DBH Buch Handels GmbH & Co. KG? mit der Restrukturierung der Wohlthat’schen Buchhandlung. Von den damals noch bestehenden 26 Filialen wurden 15 Filialen zum 1. Juli 2011 von der Filialkette Jokers und eine von der Filialkette Weltbild übernommen. Diese Filialen wurden in der darauffolgenden Zeit umbenannt und im Corporate Design und nach dem Multichannel-Konzept von Jokers bzw. Weltbild umgebaut. Die verbleibenden zehn Filialen wurden in eine neue Gesellschaft (Wohlthat Berlin GmbH & Co. KG) eingebracht und dort weiter betrieben. Diese Filialen, die sich im Berliner Raum befanden, wurden zum Verkauf gestellt. In die Filialkette Jokers wurden die folgenden Standorte übernommen: Bonn Wenzelgasse, Duisburg Düsseldorfer Straße, Frankfurt am Main Neue Kräme, Kiel Holstenstraße, Gießen Kreuzplatz, Hamburg Bahrenfelder Straße, Hamburg Fuhlsbütteler Straße, Hamburg Grindelallee, Hamburg Harburg, Heidelberg Hauptstraße, Leipzig Petersbogen-Passage, Mainz Große Bleiche, Mainz Seppel, Oldenburg Achternstraße, Rostock Kröpeliner Straße. In die Filialkette Weltbild übernommen wurde Osnabrück Krahnstraße.

Die katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen, war im Herbst 2011 in reißerischen Schlagzeilen deutscher Zeitungen zu lesen. Der Weltbild-Verlag, der zur Kirche gehörte, verkaufe Pornos – Bedenken gäbe es nicht. Wenn es um das Portfolio von Weltbild gehe, schauten die Bischöfe angeblich gerne weg. Zunächst berichtete das Buchhändler-Fachmagazin „buchreport“ von entsprechenden „Geschäften mit Erotik“ – angestoßen durch Jahre andauernde Hinweise von sehr konservativen Katholiken, das Programm des katholischen Verlagshauses sei nicht kirchlich genug. So genannte „entschlossene“ Katholiken sollten schon Jahre zuvor eine umfangreiche Dokumentation zu dem „fragwürdigen“ Angebot von Weltbild zusammengestellt und allen deutschen Diözesanbischöfen zugesandt haben. Angeblich habe sich die katholische Kirche unter Missachtung ethischer und moraltheologischer Verpflichtungen mit Weltbild zu einem „Major Player“ im Mediengeschäft hochgepusht. Die katholischen Bischöfe hätten aber auf die gesamten Gewinne verzichtet, sie reinvestiert, um milliardenschwerer Marktführer im Buch- und Mediengeschäft zu werden. Doch nicht nur das angeblich „pornografische“ Angebot von Weltbild war den Erzkonservativen ein Dorn im Auge, auch kirchenkritische, kirchenfeindliche, esoterische und buddhistische Schriften sollten aus dem Angebot verschwinden. Weltbild preise Bücher an, die dem katholischen Katechismus Hohn sprächen. Angeblich habe das kirchliche Unternehmen Weltbild es aufgegeben nach christlichen Gesichtspunkten zu arbeiten.

augsburg.tv-Bericht vom 22. November 2011 über die Verkaufsabsicht der kirchlichen Eigentümer

2012

Im Januar 2012 wurden Weltbild und Hugendubel? Gesellschafter bei Pubbles, das als zentrale Plattform für digitales Lesen ausgebaut werden solle. Weltbild und Hugendubel? (DBH) übernahmen 50 Prozent der Anteile an dem Online-Kiosk. Die bisherigen Eigner DPV Deutscher Pressevertrieb und die Club- und Direktmarketinggeschäfte von Bertelsmann hielten ab diesem Zeitpunkt jeweils 25 Prozent. Die Allianz wurde als wichtiger Baustein in der digitalen Zukunftsstrategie von Weltbild und Hugendubel? (DBH) bezeichnet. 2012 verlegte Pubbles seinen Standort nach München. Im Frühjahr 2012 stimmten die Eigentümer auf Druck der damals etwa 2.100 Augsburger Weltbild-Mitarbeiter einem Zukunftstarifvertrag zu, der für 32 Monate nach einem eventuellen Verkauf des Unternehmens eine Beschäftigungsgarantie festschrieb.

2012 investierte Weltbild in den Standort Augsburg mehrere Millionen, um seine Logistik flexibler, schneller und noch zuverlässiger machen. In Lechhausen, neben dem Hochregallager, entstand ein so genanntes vollautomatisches Kistenlager mit IT-gesteuerter Fördertechnik. Es bot Platz für bis zu 40.000 verschiedene Artikel und ergänzte die bisherige Auslieferung durch modernste Technologie im Versandbereich nach dem Prinzip "Ware zum Mann". Im April 2012 wurde der Grundstein für das 40 x 65 Meter große und 24 Meter hohe Gebäude gelegt. Der neue Bau, der ein innovatives Lager mit über 100 selbstfahrenden Shuttles für den Warentransport enthielt, sollte Anfang 2013 in Betrieb genommen werden.

Ende Juni 2012 gab der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Generalvikar Prälat DDr. Peter Beer bekannt, dass die Verkaufspläne der Bischöfe endgültig aufgegeben seien. Am 26. Juni 2012 beschloss die Gesellschafterversammlung, sämtliche Anteile an der Verlagsgruppe Weltbild in eine neu zu gründende Stiftung einzubringen. Die Stiftung solle alleiniger Gesellschafter der Verlagsgruppe Weltbild sein. Bei der Stiftung sollte es sich um eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts handeln. Die Stiftung werde ausschließlich gemeinnützige, kulturelle und kirchliche Ziele verfolgen, hieß es dazu.

Die Bilanz des Geschäftsjahr 2011/12 war durch das Umrüsten auf das digitale Zeitalter geprägt. Der Umsatz der Verlagsgruppe ging mit einem nicht konsolidierten Gesamtumsatz von 1,59 Mrd. Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres zurück. Laut einer Pressemitteilung belasteten die zukunftsorientierten Investitionen in eBook, IT und Filialumbau das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts der digitalen Revolution in den Medien- und Handelsmärkten sah sich Weltbild / Hugendubel? mit dem gemeinsamen Multichannel-Geschäftsmodell aber gut gerüstet. Im Online- und Mobile-Commerce kamen über eine Million Neukunden zwischen Mitte 2011 und Mitte 2012 dazu. Weltbild lag mit einem Internetanteil von 40 Prozent weit über dem Schnitt der Buchbranche. Schon Mitte 2012 erwirtschaftete Weltbild deutlich mehr als zehn Prozent des Online-Buchumsatzes über eBooks. Mit Standortverlagerungen und Umbauten sowie Filialverkleinerungen und -schließungen reagierte das Unternehmen auf die sinkende Nachfrage im stationären Buchhandel. Jokers allerdings verdoppelte 2011/12 die Zahl seiner Buchläden von 15 auf 30 gegen den Trend. Insgesamt beschäftigte die Verlagsgruppe Weltbild / DBH Mitte 2012 6.800 Mitarbeiter, davon 2.300 in Augsburg und 3500 in den Filialen. 450 neue Stellen wurden in Augsburg geschaffen: Vor allem in den Bereichen eBook, IT, Logistik und Organisationsentwicklung wurde deutlich aufgestockt, daneben erhielten mehr als 200 bisherige Leiharbeitnehmer feste Verträge.

Im September 2012 meldete das Börsenblatt des deutschen Buchhandels die Abwicklung der letzten verbliebenen Filialen von Wohlthat in Berlin und Potsdam. Bis Mitte 2013 sollten die letzten Läden schließen, war zu lesen. Der Plan, die zehn Filialen, die noch unter der Marke Wohlthat bestanden, zu verkaufen, ließ sich nicht umsetzen. Wohlthat hörte damit auf, als Marke zu existieren. Der Name ging auf eine Berliner Buchhandlung zurück, die im Stadtteil Friedenau bereits seit 1895 existierte. Diese 70-Quadratmeter-Buchhandlung kaufte Ulrich Daniels 1976 und eröffnete 1980 in der Berliner Kantstraße seine erste Filiale. Nach 1990 wuchs die Wohlthat’sche zunächst im Osten Deutschlands, dann in mittleren Großstädten im Westen. 2005 gab es 53 Buchläden mit einem Umsatz von 32 Mio. €. Damals übernahm Weltbild plus? 51 % der Kette, um sie 2006/2007 als Anteile in die DBH? einzubringen. 2008 übernahm die DBH? die restlichen Anteile und begann das Filialnetz auszudünnen. Nach dem 1. Juli 2011 wurde für zehn zu verkaufende Filialen im Berliner Raum ein eigenes Unternehmen, die Wohlthat Berlin Gmb H? & Co. KG gegründet.

2013

Anfang des Jahres 2013 gab Weltbild den Rückzug aus Polen bekannt. Begründung: Die polnische Buchbranche stecke tief in der Krise und sei 2012 um 15 % geschrumpft. Der Rückzug aus Polen betraf 320 Angestellte. Auch der Onlineshop weltbild.pl wurde geschlossen, obwohl er nach Firmenangaben über 1 Mio Besucher im Monat hatte. Weil Weltbild die damalige Bertelsmann-Tochter Swiat Ksiazki erst im April 2011 mit 40 Filialen und 800.000 Katalog-Kunden übernommen hatte, kam der Verkauf überraschend, zumals das Weltbild-Engagement in Polen bis 2000 zurückreichte, als Weltbild in Partnerschaft mit dem Hamburger Bauer Verlag den Buch-Club dla Ciebie startete.

Am 1. März 2013 gaben führende deutsche Buchhändler und die Telekom eine Kooperation im E-Book-Bereich bekannt. Dabei auch Weltbild. Gemeinsam wollten die verschiedenen deutschen Buchhändler den eReader tolino bewerben.

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Die tolino-Partner (v.l.) Michael Busch (Vorsitzender der Geschäftsführung, Thalia Holding), Nina Hugendubel (Geschäftsführende Gesellschafterin, Buchhandlung H. Hugendubel), Carel Halff (Vorsitzender der Geschäftsführung, Verlagsgruppe Weltbild), Anita Offel-Grohmann (Geschäftsleitung Programm, Club Bertelsmann), Dr. Thomas Kiessling (Chief Product & Innovation Officer (CPIO), Deutsche Telekom)

Im April 2013 nahm Weltbild am Stammsitz in Lechhausen ein vollautomatisches Kommissionierlager in Betrieb, um im Onlinehandel Waren schneller liefern zu können. Es bot Platz für bis zu 40.000 Artikeln. Die Ware wurde innerhalb des 40 mal 65 Meter großen (2600 Quadratmeter) und 24 Meter hohen Gebäudes automatisch mit 120 selbstfahrenden Shuttles an den Arbeitsplatz der Kommissionierer befördert, womit lange Laufstrecken zur Ware entfielen. Die Shuttles konnten bis zu 5.600 Boxen mit Ware an die Kommissionierplätze bringen.

2014

Im September 2014 informierte Weltbild seine Kunden per E-Mail darüber, dass sie in Zukunft Weltbild Retail GmbH & Co. KG sein werde. Als Geschäftsführer wurden Gerd Robertz, 47, Patrick Hofmann, 48, und Sikko Böhm, 41 benannt. Robertz bekam Vertrieb und Markt als Arbeitsbereich zugewiesen, Böhm Projekte und Effizienz, Hofmann Produktmanagement und Kaufmännisches.

2016 bis 2020

Am 15. September 2016 eröffnete Weltbild einen rund 200 Quadratmeter großen, bundesweit ersten Pop-up Store für Bücher und Geschenke. Am Standort in der Bürgermeister-Fischer-Straße in der Augsburger Innenstadt konnten sich die Kunden im Spätsommer und der Vorweihnachtszeit unter dem Motto "100 Tage das Beste von Weltbild" günstige Aktionsangebote ansehen und kaufen.

Das zu Weltbild gehörende Laserdruckzentrum schloss im November 2016. Nach diesem Zeitpunkt wurden die Arbeiten des Laserdruckzentrums extern erstellt. Geschenkkarten, Rechnungsdruck, Katalogversand wurden nun über einen Dienstleister abgewickelt.

Im Juni 2017 übernahm die Droege Group Weltbild komplett. Aufgrund vertraglicher Regelungen übernahm Droege den bisher von Arndt Geiwitz als Treuhänder der Altgläubiger der Verlagsgruppe Weltbild GmbH gehaltenen Minderheitsanteil von 30 Prozent. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Marke Weltbild sollte zu einem "digitalen Marktplatz" ausgebaut werden, die auch anderen Anbietern zur Verfügung stehen sollte, die vergleichbare Zielgruppen ansprechen. Nach der Komplettübernahme setzte Weltbild den Ausbau zu einem Marktplatz mit der Integration eines Angebots von Lebendpflanzen von Dominik Pflanzenvertrieb fort.

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