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Geschichte der Universität Augsburg

Vorgeschichte der Universitätsgründung

Schon in den 1950er Jahren bemühten sich Augsburg und der Regierungsbezirk Schwaben um die Gründung einer Universität in Augsburg. Dabei konzentrierte man sich auf die Errichtung einer Medizinischen Akademie. 1962 kam es zu einem Landtagsbeschluss in dieser Richtung, der aber nicht umgesetzt wurde, weil München eine zweite Medizinische Fakultät erhielt.

Nun konzentrierte man sich in Augsburg und Schwaben auf die Errichtung einer wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Hochschule. So gründete man am 20. Mai 1966 ein „Schwäbisches Hochschulkuratorium“, aus dem 1969 die „Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg“ hervorging. Die Bemühungen zeigten im Juli 1966 einen ersten Erfolg: Der Bayerische Landtag? beschloss in Augsburg eine wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Hochschule einzurichten.

Weil sich die bayerische Kulturpolitik in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre neu orientierte und eine Regionalisierung der Bildung wollte, war jetzt ein guter Boden für die Augsburger Universität im Regierungsbezirk Schwaben bereitet. Die schon bestehende Pädagogische Hochschule Augsburg? wollte man mit ihrer Lehrerausbildung in die Universität einbetten. Eine wichtige Unterstützung kam auch von dem damaligen Augsburger Bischof Dr. Josef Stimpfle, der die Ausbildung seines Klerus in seiner Diözese halten wollte – gegen Trends die Philosophisch-Theologische Hochschule in Dillingen? in eine andere bayerische Universität zu integrieren.

Die erste Universitätsgründung im Regierungsbezirk Schwaben war eben jene Philosophisch-Theologische Hochschule (ohne Habilitations- und Promotionsrecht) in Dillingen?. Sie ging auf die Gründung im Jahr 1549/51 durch den Augsburger Bischof Kardinal Otto Truchseß von Waldburg zurück und war die erste Universität der Gegenreformation im Reich. Sie löste die kurzlebige Universität der Benediktiner im Kloster Ottobeuren? ab, die dort nur in den Jahren 1542 und 1543 bestand, dann für die Jahre 1544 bis 1547 im Kloster Elchingen? untergebracht wurde. Gegründet hatte diese "Academia Ottemburana" der Kemptener Fürstabt Wolfgang von Grünenstein. Getragen wurde die von den acht schwäbischen Benediktinerabteien Ottobeuren?, Donauwörth, Elchingen, Irsee?, Ochsenhausen, Weingarten Wiblingen und Zwiefalten. 1546 ging diese Benediktiner-Universität im Schmalkaldischen Krieg zugrunde.

Der Augsburger Bischof Kardinal Otto Truchseß von Waldburg gründete in Dillingen? daraufhin ein "Collegium Litterarum", das vom Papst und vom Kaiser in den Jahren 1551 bzw. 1553 in den Stand einer Universität erhoben wurde und 1554 feierlich eröffnet wurde. Zunächst übernahmen Dominikaner die Lehre an der Bildungsstätte, 1563/64 übertrug sie der Bischof den Jesuiten. Zweck der Institution war die Ausbildung eines qualifizierten und rechtgläubigen Klerus. Zudem wollte man dem katholischen süddeutschen Adel eine von der Reformation abgeschottete Bildungsstätte zur Verfügung stellen.

Zu der artistischen und theologischen Fakultät der Universität in Dillingen? kam 1615/29 eine juristische Fakultät hinzu und Mitte des 18. Jahrhunderts bemühte man sich um eine medizinisch-chirurgische Abteiltung, konnte sie aber nicht mehr aufbauen, denn die Aufhebung des Jesuitenordens 1773 bedeutete zwar noch nicht das Ende der Dillinger Universität, aber doch einen Prestigeverlust, unterstand die Universität doch jetzt bis zu ihrer endgültigen Auflösung 1803 der Verwaltung des Augsburger Fürstbischofs.

Die Säkularisation und die Auflösung des Hochstifts Augsburg? sorgte 1802/03 für die Umwandlung der Universität in Dillingen? in ein Lyzeum (1804). So bezeichnete man damals das Institut zur Ausbildung katholischer Theologen, das im Jahr 1923 die Bezeichnung Philosophisch-Theologische Hochschule bekam und bis zur Gründung der Universität Augsburg 1970 bestand, ohne ein Habilitations- und Promotionsrecht zu haben. 1970 endete damit die über 400 Jahre dauernde Universitätstradition von Dillingen?.

Die Universität greifbar nahe

1947 versuchten einige städtische Honoratioren in Augsburg eine katholische Universität zu gründen. Sie sollte sich an die 1834 als Lyzeum gegründete und nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Benediktinerabtei Sankt Stephan wiederbelebte Philosophische Hochschule anlehnen, doch lehnte der damalige Abt von Sankt Stephan das Anliegen ab, weil es die praktizierte konfessionelle Parität in Augsburg gestört hätte.

In den Jahren 1948/49 kamen Bestrebungen auf, die aufgelöste Deutsche Universität von Prag, die seit 1348 bestand, in Augsburg wieder zu gründen bzw. fortzusetzen. Dazu hatte der ehemalige Dekan der Juristischen Fakultät Prag, Prof. Dr. Wilhelm Weizsäcker die "Denkschrift über die Wiedererrichtung der juristischen und philosophischen Fakultät der deutschen Karlsuniversität in Prag in Augsburg" verfasst und sie dem damaligen Augsburger Oberbürgermeister? Müller überreicht. Zusammen mit der Augsburger Akademie? veranstaltete der Augsburger Adalbert-Stifter-Verein? im August/September 1949 die "Augsburger Hochschultage", um die Bestrebungen zu unterstützen. Allerdings orientierten sich die aus Prag vertriebenen deutschen Professoren bald von Augsburg nach Regensburg? um, wo sie eine vierte bayerische Landesuniversität gründen wollten.

Neben diesen Bemühungen um eine Augsburger Universität kamen 1948 in den Reihen der CSU und der Handwerkskammer Schwaben Forderungen nach der Errichtung einer Hochschule für die Lehrerbildung in Augsburg auf.

Danach wurde es wieder ruhig und erst um 1960 kamen neue Augsburger Bestrebungen einer Universitätsgründung auf. Der damalige Wissenschaftsrat empfahl die Errichtung einer Medizinischen Akademie, was der Bayerische Landtag? 1962 auch beschloss. Wegen der Gründung einer Medizinischen Fakultät an der Technischen Universität München gab man das Augsburger Vorhaben aus Kostengründen jedoch wieder auf.

Am 15. März 1966 gründete sich in der Leonhardskapelle? der Fuggerei das "Schwäbische Hochschulkuratorium", dessen Vorsitz Joseph Ernst Fürst Fugger von Glött? übernahm. Aus diesem Kuratorium entwickelte sich die Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg?, die am 26. Juni 1969 gegründet wurde. Das Schwäbische Hochschulkuratorium konzentrierte sich darauf, in Augsburg eine Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Hochschule zu erreichen. Schon am 12. Juli 1966 beschloss dies auch der Bayerische Landtag?. Am 4. November 1966 trat zum ersten Mal der Gründungsausschuss unter der Leitung des damaligen bayerischen Kultusministers zusammen, der am 23. Februar 1968 Empfehlungen zur Struktur und zum Studienprogramm vorlegte.

Gründung der Universität Augsburg

Die verschiedenen Bemühungen um eine Universität in Augsburg führten am 22. Mai 1969 zur Bestellung von Prof. Dr. Louis Perridon?. Er bekam den Titel „Gründungsbeauftragter der geplanten Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Hochschule“. Noch im gleichen Jahr beschloss der Bayerische Landtag? das Gesetz über die Errichtung der Universität Augsburg. Das Gesetz vom 18. Dezember 1969 sah zwei Fachbereiche (seit 1978: Fakultäten) vor: einen für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und einen für Rechtswissenschaft. Weitere Fachbereiche sollten später angegliedert werden. In Kraft trat das Gesetz am 1. Januar 1970.

Zum April 1970 nahm die Universitätsverwaltung provisorisch in den Räumen der Bezirksfinanzdirektion? am Fronhof ihre Arbeit auf, um den regulären Studienbetrieb vorzubereiten. Zunächst mietete man ehemalige Industriegebäude an der Memminger Straße und der Eichleitnerstraße? an oder kaufte sie. Den Katholisch-Theologischen Fachbereich brachte man zunächst im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Göggingen und dem Dominikanerkloster Heilig Kreuz? unter.

Die Besetzung der ersten fünf Lehrstühle des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fachbereichs erfolgte zum 1. Mai 1970.

Am 1. August 1970 wurde der Gründungsbeauftragte Prof. Dr. Louis Perridon? zum Gründungspräsidenten ernannt. Am 18. August 1970 errichtete das Staatsministerium einen Übergangsausschuß als vorläufigen Senat mit beratender Funktion und am 1. Oktober 1970 wurde Dr. Dieter Köhler der erste Kanzler der Universität Augsburg. Schon am 16. Oktober 1970 eröffnet der damalige Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Dr. Ludwig Huber, die Uni Augsburg in einem feierlichen Akt. Einen Tag zuvor war auch bereits ein Katholisch-Theologischer Fachbereich errichtet und waren drei Lehrstuhlinhaber berufen worden. Die Lehrveranstaltungen des Katholisch-Theologischen Fachbereichs fanden noch bis zum Ende des zweiten Trimesters 1971 in den Gebäuden der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Dillingen? statt.

Sogleich begann die Lehre und Forschung mit einem Herbsttrimester an der Universität Augsburg. Louis Perridon? hatte ein reformiertes Studium vorgeschlagen, das sich durch Unterricht in Kleingruppen, Integration von Ökonomie und Sozialwissenschaften in Forschung und Lehre, gesellschaftliche Relevanz, Berufsbezogenheit, modernste didaktische Lehr- und Arbeitsmethoden und die Einführung eines Kontaktstudiums für das lebenslange Lernen auszeichnete.

Dass es 1970 zur Gründung der Augsburger Universität kam, lag an mehreren Tendenzen. Zum einen wollte der Freistaat Bayern? eine Regionalisierung der Bildung, um allen Regierungsbezirken gleiche Chancen zu ermöglichen, zum anderen mussten die alten bayerischen Universitäten durch Neugründungen entlastet werden. Außerdem versprach man sich durch die Neugründungen eine Bekämpfung der studentischen Protestbewegungen der 1960er Jahre.

In den nächsten Jahren geht der Ausbau zügig voran. Am 19. April 1971 beginnen die Studien der katholischen Theologie in der Nachfolge der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Dillingen?, am 8. Oktober 1971 wird der juristische Fachbereich eröffnet und am 8. November 1971 konstituiert sich der Strukturbeirat der Universität. Die Augsburger Rechtsfakultät war übrigens die erste in der Bundesrepublik, die eine „einstufige“ Juristenausbildung anbot.

Die 1970er Jahre

Am 1. August 1972 gliedert man die Pädagogische Hochschule Augsburg der Universität München als erziehungswissenschaftlichen Fachbereich in die Uni Augsburg ein. Die Vorgeschichte ist spannend: Grundstein war eine bischöfliche „Normalschule“ in Dillingen, die auf das 18. Jahrhundert zurückging. 1804 übernahm sie der Staat und richtete ein Lehrerseminar für Schwaben darin ein. Später zog das Lehrerseminar nach Lauingen und als Institut für Lehrerbildung 1956 nach Augsburg. Daraus ging 1958 die Pädagogische Hochschule Augsburg der Universität München hervor.

Am 1. Oktober 1972 errichtete man zunächst drei Philosophische Fachbereiche, die später auf zwei reduziert wurden.

Die konstituierende Sitzung des Kuratoriums der Universität Augsburg fand am 31. Januar 1974 statt und am 23. Oktober des gleichen Jahres legte der Strukturbeirat seine Empfehlungen vor und beendete seine Tätigkeit. Das geschah am gleichen Tag, an dem der damalige bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. H. Maier, auf dem Gelände des Alten Flugplatzes? im heutigen Universitätsviertel den Grundstein für die Neubauten der Universität legte.

Am 1. Oktober 1977 wurde der Erziehungswissenschaftliche Fachbereich in die Philosophischen Fachbereiche I und II und in den Katholisch-Theologischen Fachbereich integriert. Schon wenige Tage später, am 27. Oktober 1977 konnte als erster Neubau auf dem Universitäts-Campus das Gebäude für den Katholisch-Theologischen Fachbereich und die Philosophischen Fachbereiche mit einem Festakt eingeweiht werden.

Etwa zwei Jahre später empfiehlt der Wissenschaftsrat am 14. November 1979 die Einrichtung einer Naturwissenschaftlichen Fakultät (Mathematik und Physik) an der Uni Augsburg.

Die 1980er Jahre

Am 13. Februar 1980 kaufte der Freistaat Bayern? die Oettingen-Wallersteinsche Bibliothek? an und gliederte sie in die Universitätsbibliothek Augsburg ein.

Am 7. November 1980 feierte die Hochschule ihr zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass erhielt sie ein eigenes Universitätswappen?

Ab dem 1. Oktober 1981 konnten Studenten das Mathematikstudium in den Diplomstudiengängen Mathematik und Wirtschaftsmathematik aufnehmen, denn mit diesem Tag errichtete die Universität ihre Naturwissenschaftliche Fakultät?.

Nachdem die Uni sieben Jahre das Kontaktstudium Management? als Modellversuch erprobt hat, übernimmt sie es am 1. Januar 1982 als reguläre Einrichtung.

Versuche, in Augsburg eine Klinische Akademie zu errichten scheitern am 5. November 1982 am Wissenschaftsrat, der dem Anliegen nicht zustimmt.

Am 9. Mai 1983 eröffnet die Uni Augsburg ihre neu errichtete Mensa im Süden des damaligen Universtitätsgeländes am Alten Postweg.

Ein weiterer Meilenstein ist der 8. Juni 1983. An diesem Tag tritt die Grundordnung der Universität Augsburg? in Kraft.

Zum Wintersemester 1984/1985 kehren die Augsburger Juristen zur zweiphasigen Ausbildung zurück.

Das neu errichtete Rektoratsgebäude auf dem Campus wird am 7. November 1984 während eines Festakts übernommen. Heute hält vor dem Gebäude die Straßenbahnlinie 3.

Zur Förderung der Augsburger Wissenschaft in Forschung, Lehre und Studium wird am 1. Januar 1985 die Augsburger Universitätsstifung? gegründet.

Am 20. Mai 1985 gibt es den nächsten Festakt in der Uni Augsburg. Lehrende und Lernende können jetzt das neue Gebäude der Zentralbibliothek? in Besitz nehmen.

Mit Hilfe der „Stiftung Volkswagenwerk“ und der Regierung von Kanada gründet die Uni Augsburg am 4. Dezember 1985 das fakultätsübergreifende Institut für Kanada-Studien?. Und schon im Januar 1986 gründet man mit dem Institut für Spanien- und Lateinamerika-Studien? die nächste fakultätsübergreifende Einrichtung der Universität Augsburg. Zum ersten Mal wird im gleichen Monat der Augsburger Universitätspreis für Spanien- und Lateinamerika-Studien? verliehen

In Sitten / Sion (Wallis) wird am 29. Januar 1986 die Kurt-Bösch-Stiftung? errichtet. Sie soll den wissenschaftlichen, sprachlichen und kulturellen Austausch zwischen dem Wallis und der Universität Augsburg fördern. Kurz darauf folgt am 7. März 1986 die Errichtung einer Kurt-Bösch-Stiftung zugunsten der Universität Augsburg? mit Sitz in Augsburg. Sie hat das Ziel der Wissenschaftspflege durch Förderung der internationalen Beziehungen der Universität.

Die nächste Stiftung, die errichtet wird, ist die Albert-Leimer-Stiftung? am 6. Juni 1986. Sie will die Wissenschaft und Forschung im technischen, naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Bereich der Uni Augsburg fördern.

Am 8. Juli 1988 empfiehlt der Wissenschaftsrat? das Fach Physik in Augsburg einzurichten.

Das Kontaktstudium? der Universität Augsburg führt am 4. September 1988 in Zusammenarbeit mit der Schwabenakademie Irsee? zum ersten Mal den Schwäbischen Kunstsommer? durch.

Am 11. März 1989 schließt die Universität Augsburg auf der Basis der beiden Bösch-Stiftungen einen Vertrag mit dem Kanton Wallis, der am 4. Juli des gleich Jahres zur Errichtung des Kurt-Bösch-Instituts in Sitten führt. An dem Institut sind mehrere Schweizer Hochschulen, die Uni Augsburg und der Kanton Wallis beteiligt.

Im November 1989 beginnen die ersten Studenten im Studiengang Physik zu studieren. In diesem Monat können auch die neuen Dienstgebäude der Naturwissenschaften I (Mathematik/Informatik) und das WISO-Hörsaalzentrum in Betrieb genommen werden.

Die 1990er Jahre

Am 19. Januar 1990 trat die Rektoratsverfassung der Uni Augsburg in Kraft.

Vom 6. bis 8. Mai 1990 fand an der Augsburger Uni die Jahresversammlung der Westdeutschen Rektorenkonferenz mit dem Thema „Studieren in den neunziger Jahren: was - wozu - wie lange".

Der 1. Oktober 1990 war der Gründungstag des interdisziplinären "Instituts für Europäische Kulturgeschichte", ein Institut, das mit Hilfe der "Volkswagen- Stiftung" errichtet wurde. Wenige Tage später legte man am 5. Oktober 1990 den Grundstein für die Sportstätten südlich des Universitäts-Campus.

Der Bau des WISO-Fakultätsgebäudes wurde am 23. März 1992 begonnen und am 15. April 1992 genehmigte das Bayerische Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst? die Einführung des Baccalaureus / der Baccalaurea (akademischer Grad für bestandenes Vordiplom) als fünfjährigen Modellversuch in den Studiengängen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. 1992 hatte die Augsburger Uni mehr als 14.000 Studentinnen und Studenten, denen jedoch nur 8.000 Studienplätze entgegenstanden, so dass drangvolle Enge herrschte. Zeitweise musste sogar der Platz vor der Mensa? als Uni-Hörsaal verwendet werden.

Am 1. November 1993 wurden die neuen Sportstätten der Universität in Betrieb genommen.

Für den Neubau Naturwissenschaften II (Physik) legte man am 10. Juni 1994 den Grundstein.

An zwei Tagen im Juli 1995 feierte die Hochschule ihr 25jähriges Gründungsjubiläum.

Das neue WISO-Fakultätsgebäude wurde am 23. November 1995 eröffnet.

Am 28. Februar 1996 verabschiedete der Senat einstimmig einen neuen Entwicklungsplan für die Universität Augsburg.

Am 6. März 1996 kann der erste Spatenstich für das Jura-Fakultätsgebäude auf dem Campus der Uni erfolgen und am 15. Juli des gleichen Jahres eröffnet das erste Physik-Institutsgebäude (Naturwissenschaften II, 1. Bauabschnitt, Schwerpunkt „Elektronische Korrelationen und Magnetismus“) auf dem Campus.

Am 30. April 1997 errichtet die Uni das „Interdisziplinäre Institut für Informatik“ (I.I.I.) als fakultätsübergreifende Einrichtung des Lehrbetriebs.

Vom 23. bis 25. Juni 1997 hält die Deutsche Forschungsgemeinschaft ihre Jahresversammlung an der Universität Augsburg ab.

Am 1. April 1998 wird für die Studierenden der Universität und der Fachhochschule Augsburg das Semesterticket? eingeführt.

Das zweite Physik-Institutsgebäude, das Physik-Hörsaalgebäude und die Physik-Teil-bibliothek (Naturwissenschaften II, 2. Bauabschnitt) kann am 10. September 1998 eröffnet werden.

Am 9. Januar 1999 startet der erste berufsbegleitende Studiengang "Unternehmensführung" mit dem staatlich anerkannten akademischen Abschluss „MBA“. Möglich wurde das durch die Kooperation der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät mit dem Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer?.

Das neue Jura-Fakultätsgebäude wurde am 22. Juli 1999 auf dem Campus der Uni Augsburg eröffnet.

2000 bis 2010

2000 implementierte die Uni die High-Tech-Offensive Bayern mit dem Wissenschaftszentrum Umwelt?, dem Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung? sowie Informatik und Wirtschaftsinformatik?.

Im Wintersemester 2002/03 starteten die Juristische und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg den von ihnen gemeinsam entwickelten und getragenen Diplomstudiengang Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

2004 zeichnet der Stifterverband für die deutsche Wirtschaft das Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer? aus und nennt das ZWW? "die beste universitäre Einrichtung auf dem deutschen Weiterbildungsmarkt".

2006 richtete man den Elitestudiengang Software Engineering? ein.

Seit dem Sommer 2007 wird pro Semester ein Studienbeitrag (ca. 500 Euro) erhoben. Dabei wurde der gesetzliche Spielraum bis an die Obergrenze ausgereizt.

2008 läuft eines der größten Ausbauprogramme für die Uni Augsburg an. Bis zum Jahr 2011 bekommt die Hochschule etwa 100 neue Stellen, weil man mit einem starken Anstieg der Studentenzahlen rechnet (etwa plus 1.700). Die Fächer Mathematik, Geographie, Physik, Informatik und Wirtschaftsinformatik sollen die Hälte der neuen Stellen bekommen. Die Geisteswissenschaften werden in den Bereichen Sprach- und Literaturwissenschaften, Kulturwissenschaften und Philosophie gestärkt. Auch die Bibliothek, das Rechen- und das Sprachzentrum bekommen neue Planstellen zugewiesen.

14. März 2008 Spatenstich für die Erweiterung der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät?. In dem zu errichtenden Gebäude werden der Bereich Finanzwirtschaftsinformatik? und das Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer (ZWW)? untergebracht. Finanziert wird das 6,3 Mio. € teure Gebäude aus Drittmitteleinnahmen der zukünftigen Nutzer und aus Mitteln des Bayerischen Wissenschaftsministeriums. Fertig gestellt soll der Bau im Oktober 2009 sein.

Im Juli 2008 bahnte sich ein Kooperation der Lehrstühle für Englische Literatur der Universität Augsburg und der südafrikanischen Universität Johannesburg an, die in ein gemeinsames Zertifikat münden sollte. Schon Jahrzehnte zuvor wurden erste Kontakte zwischen den beiden Universitäten geknüpft. In den 1970er Jahren hatte Helmut Koopmann eine Gastprofessur in Johannesburg und erhielt in Johannesburg einen Ehrendoktortitel. Die früheren Kontakte erneuerte man 2006 durch gegenseitige Delegationen.

Im Herbst 2008 wurde an der Augsburger Uni das Gender Zentrum offiziell eröffnet, das Studentinnen und Wissenschaftlern helfen soll, Karriere zu machen. Schon im November 2007 begann der Aufbau des Zentrums.

2008 begann man die Planungen für den Innovationspark Augsburg? und richtete das Institut für Software und Systems Engineering? ein.

Mit dem Wintersemester 2008/2009 erfolgte die Umstellung der Studiengänge auf die Bachelor- und Masterabschlüsse. Dies gehörte zur Internationalisierung des Studiums im Zuge des "Bologna-Prozesses".

Im September 2009 bekam das Projekt "Governance geistigen Eigentums" des Wissenschaftszentrums Umwelt? knapp 180.000 Euro Fördermittel vom Bundesforschungsministerium.

Im Februat 2009 wurden Augsburg und Johannesburg nach langjähriger Zusammenarbeit Partneruniversitäten. Man unterschrieb einen Partnerschaftsvertrag, der die bewährten und intensiven Beziehungen über den Kooperationsstatus hinaushob und die University of Johannesburg nach den Universitäten Osijek (Kroatien, seit 1978), Pittsburgh (USA, seit 1980), Iasi (Rumänien, seit 1992) und Chabarowsk (Russland, seit 1998) zur fünften Partneruniversität der Universität Augsburg machte.

Am 9. Oktober 2009 fand auf dem Uni-Campus der Festakt zum Spatenstich für den Neubau des Zentrums für IT-basierte, technische Dienstleistungen (ZITDL) statt, was für die Augsburger Wirtschaftsinformatik einen Meilenstein bedeutete. Das neue Gebäude soll den Drittmittelforschungsaktivitäten der fünf wirtschaftsinformatikorientierten Lehrstühle der Universität Augsburg dienen. Das soll durch den Know-how-Transfer der Wirtschaftsinformatik in die Praxis von Unternehmen geschehen. Auch die geplante Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Wirtschaftstechnik soll in dem Gebäude unterkommen.

2009 begann die Uni eine Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Fraunhofergesellschaft auf dem Gebiet der Faserverbundtechnologie.

15. Juli 2010: Eröffnung der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung am Augsburger Lehrstuhl für Poltikwissenschaft/Friedens- und Konfliktforschung. Dabei hielt Claudia Roth ein Grußwort.

Seit dem Wintersemester 2009/2010 bietet die Universität Augsburg bayernweit den ersten Studiengang zur Konfliktforschung an. Er heißt „Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung“ und ist ein Masterstudiengang. Der „Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung“ soll Augsburg bundesweit als Friedenskompetenzzentrum etablieren, wozu auch ein Archiv der deutschen Friedens- und Konfliktforschung aufgebaut werden soll. Von den etwa fünf anderen ähnlichen Studiengängen unterscheidet sich der Augsburger Studiengang durch eine stärkere Interdisziplinarität (etwa mit der Amerikanistik oder der Theologie).

2010 errichtete die Universität das Institut für Materials Resource Management an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Außerdem richtete man einen Lehrstuhl für Ressourcenstrategie ein.

2011 richtete man das Zentrum für IT-basierte, technische Dienstleistungen ein und etablierte den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen.

2012 richtete man die Institute der Fraunhofergesellschaft und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Bereich der Faserverbundtechnologie ein. Außerdem den Lehrstuhl für Mechatronik und den Studiengang Ingenieur-Informatik.

2010 bis 2015

Zum Wintersemester 2010/2011 waren etwa 15.000 Studenten an der Uni eingeschrieben, von denen aufgrund von Auslandspartnerschaften und der Förderung durch das ERASMUS-Programm etwa 13 Prozent aus dem Ausland kamen. Im BüroCenter Messe? wurde ein komplettes Stockwerk für die Uni angemietet und im SIGMA-Park? baute man eine angemietete Halle zu einem Hörsaal um, der mit etwa 750 Plätzen den größten Hörsaal auf dem Campus an Größe überstieg. Etwa 3000 Studenten namen im Oktober 2010 an der Augsburger Uni ihr Studium auf.

Im Januar 2011 erhielt die Uni Augsburg fünf Millionen Euro aus dem Programm "Aufbruch Bayern" für den Aufbau der Fraunhofer-Projektgruppe Wirtschaftsinformatik, die zum Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT gehören sollte. Mit Hilfe der Mathematik sollte die Projektgruppe betriebliche Entscheidungsprobleme IT-gestützt und finanzwirtschaflich fundiert lösen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Bereichen Physik/Materialwissenschaften und Ressourceneffizienz verstärken.

Im Februar 2011 gab die Uni Augsburg bekannt, dass die Studiengebühr ab dem nächsten Wintersemester von bis dahin 480 auf 450 Euro sinken sollte. Bis dahin hatte die Uni Augsburg jedes Jahr etwa zehn Millionen Euro Studiengebühren erhalten.

Ebenfalls im Wintersemester 2010/2011 wurde das Gebäude der Geisteswissenschaften aufgestockt, um die Büroräume in das vierte Obergeschoß verlagern zu können und so zusätzliche Seminarräume in den unteren Stockwerken schaffen zu können.

augsburg.tv-Beitrag vom 18. Oktober 2011 zum Beginn des WS 2011/2012 an der Uni Augsburg: Noch nie hatte die Universität Augsburg mehr Studenten.

Am 7. November 2011 wurde Professorin Dr. Sabine Doering-Manteuffel? offiziell als Universitätspräsidentin eingeführt.

Im November 2011 startete an der Universität Augsburg ein Blog „Friedliche Uni Augsburg“, der sich für eine Zivilklausel an der Hochschule einsetzte. Und im Februar 2012 erschien vom Asta der Uni eine Pressemitteilung „Ethische Verantwortung an der Universität? Die Diskussion um eine Zivilklausel geht in die nächste Runde“.

In ihren Aufruf zur Ostermarschkundgebung nahm die Augsburger Friedensinitiative 2012 das Thema „Bildung statt Rüstung – keine Militärforschung an den Universitäten“ mit Blick auf die Augsburger Universität auf. Auch sie forderte eine Zivilklausel an der Universität Augsburg.

2012 etablierte sich an der Uni ein neuer Arbeitskreis Nachhaltigkeit, der sich aus unterschiedlichen Vertreterinnen und Vertreter der Uni zusammensetzte. Er nach sich Projekte vor wie Ausweitung der Sammlung verschiedener Wertstofffraktionen (u.a. Altbatterien, CDs), Verbesserung des Umweltmanagements durch Beteiligung der Universität am Programm ÖKOPROFIT, Einführung einer getrennten Wertstofferfassung auch im Außenbereich des Campus, Stärkung von Fairtrade-Produkten im universitären Alltag sowie die Darstellung verschiedener Nachhaltigkeitsinfos für Bedienstete und Studierende der Universität.

Im Juni 2012 wurde bekannt, dass der von den Augsburger Physikern Peter Hänggi und Achim Wixforth gemeinsam mit Kollegen der beiden Münchner Universitäten gestellte Fortsetzungsantrag für das Cluster "Nanosystems Initiative Munich" (NIM) zu den Siegern der zweiten Förderphase der Exzellenzinitiative gehörte. Gegründet wurde dieses Exzellenz-Cluster 2006. Es will die Entwicklung, Herstellung und Kontrolle künstlicher und multifunktionaler Nanosysteme für die Informationstechnologie, die Energieumwandlung und medizinisch relevante Technologien vorantreiben.

Am 20. Juli 2012 verabschiedete der Masterstudiengang "Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung" seine ersten Absolventen feierlich im innocube?. Festredner war der Frankfurter Friedens- und Konfliktforscher Prof. em. Dr. Lothar Brock mit einem Vortrag zum Thema "Schutzverantwortung versus Friedenspflicht". Studentinnen und Studenten des Studienganges haben sich in kürzester Zeit in der Friedensstadt verankert und Initiativen eingebracht. Wichtig dabei ist ASKA, der Alumni-Verein des Masterprogramms "Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung". Er wurde 2011 gegründet und will das Lehrprogramm des Studiengangs durch zusätzliche Veranstaltungen bereichern und die Verbindungen zwischen den Absolventinnen und Absolventen und den jeweils aktuell Studierenden aufrechterhalten. Dabei kann es um die Vermittlung interessanter Praktika, um Einblicke in Berufsfelder für Konfliktforscherinnen und -forscher oder Hilfestellung beim Übergang von der Universität in den Beruf gehen.

Im Februar 2013 nahm die Uni Augsburg Stellung zur Abschaffung der Studiengebühren in Bayern. Durch die Studiengebühren sei es zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung der Studienbedingungen in Augsburg gekommen, wodurch die Uni Augsburg wettbewerbsfähiger geworden sei. Deshalb müssten die Einnahmen nach Wegfall der Studiengebühren kompensiert werden. Allein im Personalbereich seien durch die Studiengebühren fast 300 Mitarbeiter finanziert worden, deren Stellen nicht gefährdet werden dürften.

Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags genehmigte Anfang Dezember 2014 43,2 Mio. Euro für den Neubau eines Institutsgebäudes für Materials Resource Management. Vorgesehen war ein dreigeschossiger Neubau mit einer Hauptnutzfläche von fast 5.000 Quadratmetern. Neben einem Hörsaal sollten unter anderem Lehr-, Seminar- und Laborräume sowie eine große Versuchshalle errichtet werden. Für beispielhafte Ressourcenschonung sollte auch der Bau selbst stehen. So plante man, den Grundbedarf an Kühlwasser für das Gebäude über eine Brunnenwasseranlage zu decken. Auf den Dachflächen des Neubaus sollte ferner eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von ca. 25 kWp errichtet werden, wodurch jährlich mehr als 55 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden sollten.

Das Studienjahr 2013/14 brachte 116 Promotionen an der Universität hervor.

Im Dezember 2015 lehnte die Universität Augsburg eine so genannte "Zivilklausel" ab. Über 38 Initiativen Universität, Stadtgesellschaft und überregionalen Gruppierungen hatten den Antrag zu rein friedlicher Forschung und Lehre gestellt. Die Universität Augsburg sollte ihrem Leitspruch "Scientia et Conscientia" (Wissenschaft in Verantwortung). gerecht werden und sich klar gegen Rüstungsforschung zu positionieren. Außerdem sollte die Zivilklausel die Geldgeber der Universität offenlegen um eine Diskussion darüber zu ermöglichen. Kurzfristig wurde den studentischen Antragsstellern untersagt, an der entscheidenden Sitzung teilzunehmen. Ausgeladen wurde auch Daniel Gaittet, ehemaliger Vorstand des fzs (dem bundesweiten Dachverband der Studierendenschaften), der von den studentischen Vertretern als Sachverständiger hinzugezogen wurde. Begründet hat die Universitätsleitung ihren Schritt mit einer angeblichen "Überprivilegierung der Studierenden". Tatsächlich sind die Studierenden mit nur 2 von 22 Stimmen kaum in der Unileitung vertreten gewesen. Als erste Reaktion verlieh die Initiative friedliche Universität Augsburg der Universitätsleitung daher den Negativpreis "Goldener Panzer 2015". "Die deutsche Rüstungsindustrie dankt für Ihre Unterstützung! Auf Krieg und Tod! Wohl bekomm´s!", ist darauf zu lesen.

2016 bis 2020

Zum Sommersemester 2016 startete die "Weiterqualifikation für pädagogische Berufe im Einwanderungsland Deutschland" an der Universität Augsburg – eine Weiterbildungsmaßnahme für Migrantinnen und Migranten mit pädagogischen Qualifikationen. Der Studiengang war einsemestrig. Weil diese Weiterbildungsmaßnahme als erfolgreich betrachtet wurde, folgte im Oktober 2016 die nächste Runde der Weiterqualifikation am Lehrstuhl für Pädagogik (Prof. Dr. Eva Matthes) als MigraNet -Teilprojekt, das durch das bundesweite Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" finanziert wurde. In drei Modulen wollte man den Teilnehmenden zum Beispiel Grundlagen zum Verständnis des deutschen Bildungssystems sowie der Erziehungswissenschaft vermitteln. Voraussetzungen für die Teilnahme waren ein abgeschlossenes ausländisches Hochschulstudium im Bereich Pädagogik und Deutschkenntnisse auf Niveau B2.

Im Juli 2016 machte der Wissenschaftsrat den Weg frei für eine Universitätsklinik in Augsburg, die 2019 ihren Betrieb aufnehmen sollte. Das sollte auch zur Folge haben, dass die Augsburger Universität einen Medizincampus erhält und die Zahl der Professoren von etwa 200 im Jahr 2016 auf etwa 300 Professoren im Jahr 2019 steigt.

Am 26. September 2016 wurde an der Universität Augsburg in Anwesenheit des damaligen bayerischen Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle der Grundstein für den Neubau des Forschungsgebäudes "Materials Resource Management" gelegt. Die Gesamtkosten wurden auf 43,2 Millionen Euro veranschlagt, die Fertigstellung des Gebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft zum Technologiezentrum Augsburg (TZA) und zu den Forschungsgebäuden der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) war bis Ende 2018 vorgesehen. Anfang 2019 sollten in das neue Gebäude zum einen die Kompetenzfelder "Materialien & Ressourcen" sowie "Produktion & Software" der Universität Augsburg mit ihren Forschungsschwerpunkten "Materials Engineering" sowie "Ressourcenstrategie und -management" bzw. "Software & Systems Engineering", "Mechatronik", "Regelungstechnik", „Produktionsinformatik“ und "Organic Computing" einziehen; zum anderen – in einem Kooperationsbereich – Professuren der Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg, die thematische Schnittmengen zu den genannten universitären Forschungsfeldern aufweisen.

2016 lehnte es die Universität Augsburg ab, den bekannten Autor und Islamkritiker Hamed Abdel-Samad zu einer Veranstaltung einzuladen bzw. ihn auf dem Unigelände sprechen zu lassen. Der vielfach mit Preisen bedachte Schriftsteller hatte an der Universität Augsburg studiert, doch ein Auftritt des islamkritischen Politologen und Publizisten war der Universität Augsburg anscheinend nicht genehm. Offiziell begründete die Universität Augsburg ihr Verhalten damit, das es keine offizielle Anfrage oder Angebot von Abdel-Samad bezüglich eines Auftritts gegeben habe und man niemanden hätte finden können, der fachlich und zeitlich in der Lage gewesen wäre, eine entsprechende Veranstaltung an der Uni zu organisieren. Manche Augsburger vermuteten jedoch einen anderen Grund für das Nichtzustandekommen einer Veranstaltung mit dem Islamkritiker an der Universität Augsburg. Er hatte eine Einladung der AfD Dachau zu einer Veranstaltung und Diskussion angenommen. Für viele Augsburger zeigte das Verhalten der Universität Augsburg mangelnde Diskussionsbereitschaft und wenig Interesse an freier Meinungsäußerung. Statt an der Universität Augsburg fand die Veranstaltung mit dem Deutsch-Ägypter in der Stadtbücherei Augsburg statt, die sich als Augsburger Hort freier Meinungsäußerung exponierte. Der damals wegen Morddrohungen unter Polizeischutz lebende Hamed Abdel-Samad kämpfte für eine offene Islamdebatte, die nicht aus falsch verstandener Rücksicht die Probleme, die der Islam in der modernen Gesellschaft macht, ausblendet. Das, so seine Meinung, bringe Menschen dazu, sich an den jeweiligen politischen Rändern zu bewegen.

Im November 2016 fand die Promotionsfeier der Universität Augsburg für die 149 Promovierten des Studien-jahres 2015/2016 statt.

An der Universität Augsburg wurde am 6. Dezember 2016 das neue "Augsburg Center for Entrepreneurship" (ACE) eröffnet, das Angebote für Studierende, Gründungsinteressierte und Gründer an der Universität bündelt und diese mit bestehenden Strukturen in der Region Augsburg vernetzt. Mit dem "Augsburg Center for Entrepreneurship" sollte die Zahl der Gründungen aus der Universität weiter erhöht werden, indem die bisherigen Angebote besser gebündelt und ausgebaut werden sollten.

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