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Fürstbischöfliche Residenz Augsburg

Allgemeines

Die Fürstbischöfliche Residenz Augsburg liegt westlich vom Augsburger Dom unserer Lieben Frau und versetzt den Betrachter und Touristen in die Zeit des Rokoko?. Heute wird der denkmalgeschützte Bau von der Regierung von Schwaben genutzt. Besonders der Rokokosaal ist ein Juwel seiner Stilepoche. Die Regierung von Schwaben und der Bezirk Schwaben feiern hier bei festlichen Anlässen, wobei schon der Aufgang zum Festsaal in feierliche Stimmung versetzt.

Geschichte

Der älteste Teil, der heute noch steht, ist der Burggrafenturm im südlichen Fronhof. Er wurde 1507 gebaut. In einem Raum dieses Turms "hoch oben auf der Pfalz" hat Albrecht Dürer im Jahr 1518 Kaiser Maximilian I.? gezeichnet, als er zum letzten Mal in Augsburg war.

Im Kapitelsaal des Vorgängerbaus der fürstbischöflichen Residenz? wurde am 25. Juni 1530 die Confessio Augustana verlesen. Der kursächsische Kanzler Dr. Christian Baier brachte das "Augsburgische Bekenntnis" vor Kaiser Karl V.? und den Reichstagsmitgliedern vor. Zu diesem Ereignis ist am 30 Meter hohen so genannten "Pfalzturm", wo der West- und der Nordflügel der fürstbischöflichen Residenz? zusammenstoßen, eine Erinnerungstafel angebracht. Philipp Melanchthon hatte in der Confessio Augustana die wesentlichen Grundzüge der Lehre Martin Luthers zusammengefasst. Es war niederschmetternd für den Kaiser, dass sich auch die namengebende Reichsstadt? Augsburg dieser Confessio anschloss; schon seit 1525 feierte man in Augsburg das Abendmahl in beiderlei Gestalt.

Zwischen 1740 und 1752 wurde die Residenz barockisiert. Es war Fürstbischof Joseph Ignaz Philipp von Hessen-Darmstadt?, der 1752 den Nordflügel mit Festsaal und "Prunkaufgang" nach Plänen von Franz Xaver Kleinhans? (1699 - 1776) durch den Baumeister Ignaz Paulus ausführen ließ. Die Ausmalung des Treppenhauses übernahm der katholische Direktor der Reichsstädtischen Kunstakademie Johann Georg Bergmüller (1688 - 1762). Auch zur stuckierten Decke des Rokoko? -Festsaals lieferte er vier Gemälde, während die Wandverkleidung der Münchener Künstler Jakob Gerstens 1752 schuf.

1817 zog die Regierung von Schwaben in den repräsentativen Räumen ein.

Details

Rokokosaal

Aus der Regierungszeit des Fürstbischofs Joseph I. Landgraf von Hessen-Darmstadt? (1740 - 1768) ist ein sehenswertes Treppenhaus erhalten. Höhepunkt ist jedoch das ehemalige Tafelzimmer im Rokokodekor aus der gleichen Zeit. Dieser so genannte Rokokosaal ist in der Wandvertäfelung durch acht Ölgemälde geschmückt, die von Sophonias von Derichs und Johann Georg Ziesenis stammen. Als dritter Maler kommt möglicherweise auch Georg Desmarees in Frage. Die Bilder stellen zeitgenössische fürstliche Personen dar, etwa das Kaiserpaar Franz I. und Maria Theresia sowie den Bayerischen Kurfürst Karl Theodor.

An der Stelle des Rokokosaales befand sich im Vorgängerbau der Fürstbischöflichen Residenz Augsburg der Raum des Domkapitels?, in dem 1530 die Confessio Augustana erklärt worden war.

Der Rokokosaal bietet heute einen festlichen Rahmen für künstlerische, wissenschaftliche oder der Bildung dienende Veranstaltungen und für gesellschaftliche Anlässe mit hohem Stellenwert. Im 1752 errichteten Festsaal sind Fayence-Öfen, Spiegel und acht Fürstenporträts von Habsburgern? und Wittelsbachern erhalten. Der Rokokosaal ist für bis zu 140 Personen geeignet.

Schauseite

Über dem Prachtportal der ehemaligen Fürstbischöflichen Residenz verewigte sich Joseph I. Landgraf von Hessen-Darmstadt?. Von zwei Löwen wird sein Wappen in einer Rocaillekartusche gezeigt. Darauf ist eine lateinische Inschrift zu lesen, die übersetzt lautet: "Diese fast verfallene bischöfliche Residenz erneuerte, erweiterte und schmückte aus Josef I., Bischof von Augsburg, des Heiligen Römischen Reiches Fürst, Landgraf von Hessen, im Jahre des Heils 1743.

Neben diesem fürstbischöflichen Wappen ist an der Schauseite der ehemaligen Residenz noch der Kurfürstenhut des letzten Augsburger Fürstbischofs Clemens Wenzelslaus von Sachsen? (1768 - 1812) zu sehen.

1789 hat man einen von ionischen Säulen getragenen Balkon an der Schauseite angefügt. Er geht auf Pläne von Ignaz Ingerl zurück und wurde wohl zur Erinnrung den den päpstlichen Besuch von Pius VI. errichtet, der sich vom 2. bis zum 6. Mai 1782 in Augsburg aufhielt.

Adresse

Fronhof 10


Weblinks


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