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Frühe Neuzeit

Allgemeines

Nicht alle Augsburger, die in der Frühen Neuzeit lebten, waren Fugger oder Welser. Von etwa 30.000 Einwohnern Augsburgs um 1600 besaßen etwa 100 Personen mehr als 50 Prozent des Augsburger Vermögens. Die anderen mussten als Handwerker? oder in Berufen des "kleinen Mannes" ihr Dasein bewältigen. Einkommen und Ansehen rührten vom Wert der Materialien her, mit denen der Einzelne sein Geld verdiente. Über dem Scharfrichter? stand etwa der Abdecker?, über diesem der Weber? und über ihm der Goldschmied?. Manche Berufe galten sogar als "unehrlich" und Menschen, die in ihnen arbeiteten, waren von der Gesellschaft ausgeschlossen. Auch Bettler? und andere Almosen? -Empfänger zählten zu den Randständigen der damaligen Gesellschaft.

Die Arbeit wurde am hellen Tag verrichtet. Das hieß, die Familie eines Handwerkers? stand mit den Lehrlingen, Gesellen, Knechten und Mägden auf, wenn das Tageslicht erschien, und ginng zu Bett, wenn die Sonne unterging. Im Sommer bedeutete dies manchmal 16 Stunden Arbeit, im Winter nur acht. Der Raum, auf dem die Menschen arbeiteten und lebten, war eng. Einrichtungsgegenstände waren meist nicht mehr als Tisch, Bett, Truhe und Bank. Weil Glas teuer war, sicherte man die Fenster mit Stoff oder Pergament, es war in den Häusern also düster und kalt oder zugig.

Wenn man das Kochbuch der Philippine Welser kennt, denkt man, die damalige Küche sei raffiniert und vielfältig gewesen. Das mag für Menschen gelten, die sich eine solche Küche leisten konnten. Die meisten aber konnten sich solche Mahlzeiten nicht leisten, sondern aßen Roggenbrot (Weizenbrot war den Festtagen vorbehalten) und tranken Bier (Wein gab es ebenfalls nur an Festtagen). Wer es sich leisten konnte, bekam auch Wurst, Schmalz, Speck, Eier, Käse, Milch, Hülsenfrüchte, Fisch, Obst oder Gemüse auf den Tisch. Fleisch wurde auch gegessen, aber es war nicht von der heutigen Qualität oder Frische. Nur reiche Bürger konnten sich teure Gewürze leisten, während die anderen auf einheimische Kräuter, Senf, Essig und Zwiebeln zum Würzen zurückgreifen mussten.

Neben Kleidung und Nahrung zeigte auch die Kleidung die damaligen sozialen Unterschiede. Damals schrieb der Stadtrat vor, was jeder angesichts seiner Vermögensverhältnisse anzuziehen hatte. Nicht jeder konnte und durfte Pelz und Schmuck tragen. Die Vorschriften des Stadtrats griffen aber noch weiter in die Privatsphäre ein. So schrieb man z. B. auch die Anzahl der Gäste und sogar den Wert der Geschenke bei privaten Feiern wie z. B. einer Hochzeit fest.


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