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Friedhofskapelle Sankt Michael

eine Kapelle auf dem Katholischen Hermanfriedhof

Allgemeines

Die Friedhofskapelle Sankt Michael an der Hermanstraße ist eine von mehreren Kirchen in Augsburg, die nach Sankt Michael benannt sind. Es handelt sich um einen längsovalen Zentralbau nach Plänen von Elias Holl. Möglicherweise war das Mausoleum für den Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau das Vorbild: Es war ab 1597 als Gabrielkapelle erbaut und 1603 fertiggestellt worden.

Die Kapelle Sankt Michael hat große baugeschichtliche Bedeutung, ist sie doch ein sehr frühes Beispiel für einen längsovalen Grundriss, wie er im Barock? so beliebt wurde. Bekannte Beispiele dafür sind etwa die Kollegienkirche in Salzburg (1696-1707) oder die Karlskirche in Wien (1716-1739). Bei der Friedhofskapelle Sankt Michael in Augsburg sind Vorhalle, Turm und Sakristei an den elliptischen Bau angefügt.

Gegliedert ist der Bau außen und innen durch ovale Fenster (teilweise blind) und Gesimse. Nur der Turm ist stärker gegliedert. An den Außenwänden der Friedhofskapelle befinden sich viele Epitaphien von bedeutenden Katholiken (z. B. für den Domorganisten Karl Kempter?, der von 1819-1871 lebte). Sie sind in die Wand eingelassen. Im Inneren sorgen sechs große Bogenfenster für helles "barockes" Licht. Sie lenken den Blick auf das theatralische Jüngste Gericht des Deckenfreskos. Rocaillen rahmen die Wandleuchter und sind an der kleinen Orgelempore und über den Fenstern angebracht. Die Orgelempore hat einen prächtigen Prospekt, der mit Putten verziert ist.

Geschichte

Ganz sicher ist es nicht, aber wahrscheinlich stammen die Pläne zur Friedhofskapelle Sankt Michael von Elias Holl. Das ist interessant, weil er evangelisch war und der Hermanfriedhof katholisch. Der Bruder Esaias Holl? soll die Bauausführung übernommen haben. Die Bauzeit dauerte von 1603 bis 1605, wobei schon 1604 die Einweihung stattfand.

Der Augsburger Stadtplan von Lukas Kilian? zeigte die Michaelskapelle als längsovale Kapelle ohne Turm und mit zwei untereinander verbundenen Zwiebelhauben, die den Innenraum überspannten.

1632 schleiften schwedische Truppen die Hermanfriedhof-Kapelle. Erst 1652 wurde sie wieder aufgebaut.

Eine erneute Zerstörung folgte 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg?. Ab 1708 erfolgte der neuerliche Wiederaufbau, wieder eingeweiht hat man sie am 29. August 1712. Damals spendeten die Fugger das Geld, um die Friedhofskapelle wieder aufzubauen und mit einem Turm und einer Vorhalle zu versehen.

1772 malte der spätere katholische Direktor der Augsburger Kunstakademie Johann Joseph Anton Huber? (1737-1815) die Flachkuppel mit einem Fresko aus.

Das Deckenfresko wurde 1944 beschädigt und musste 1951 abgenommen werden. Fragmente sollen sich im Depot der Städtischen Kunstsammlungen Augsburg befinden.

1997 begann man eine Sanierung der Kapelle Sankt Michael auf dem Hermanfriedhof, in deren Verlauf Hermenegild Peiker? das Deckenbild rekonstruierte.

Details

Die Kapellenausstattung gilt als sehr kostbar.

Johann Joseph Anton Huber? hat das frühere Deckenfresko sowie die Kreuzwegstationen in der Kapelle Sankt Michael geschaffen.

Der Hochaltar ist von den Fuggern gestiftet worden. Sein Altarblatt könnte ein Frühwerk Matthias Kagers sein. Allerdings schreibt Paul von Stetten? 1788, der Maler sei Christoph Schwarz? (1545-1592) gewesen. Das Hochaltarblatt stammt aber wohl aus der Zeit um 1605 (oder wurde in dieser Zeit vergrößert). Es zeigt den Kampf des Erzengels Michael gegen Luzifer - inmitten wild gestikulierender Engel.

Am rechten Seitenaltar ist ein Bild des heiligen Sebastian zu sehen. Es stammt aus der Zeit um 1600 und wird auch Matthias Kager zugeschrieben, ohne dass es einen sicheren Beweis dafür gibt.

Die Beweinung Christi, eine in fahlen Tönen gehaltene Pietá, am rechten Seitenaltar stammt jedenfalls von Joseph Heintz?. Es entstand 1608 und der seltsam verdrehte Körper Christi weist auf manieristische Einflüsse hin.

Daneben finden sich zwei Leinwandbilder in der Kapelle, die Johann Georg Bergmüller 1719 schuf: Das eine Bild zeigt den Tod als Herren aller Stände, das andere die Auferstehung Christi. Erwähnenswert sind noch die Darstellungen der vier Lebensalter von Franz Joseph Maucher? (1729-1788).

Weblinks


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