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Fregatte Augsburg

eine Fregatte der Deutschen Marine vom Typ F122, auch als Bremen-Klasse bezeichnet

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Fregatte Augsburg bei der magnetischen Vermessung an der Wilhelmshavener Wiesbadenbrücke 2015, von Ein Dahmer (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Allgemeines

Die Fregatte Augsburg war das siebte Schiff der Bremen-Klasse mit der Kennung F 123 und das dritte Schiff mit dem Namen Augsburg in einer deutschen Marine. Namensvorgänger waren der Kleine Kreuzer Augsburg der Kaiserlichen Marine und eine Fregatte der Köln-Klasse der Bundesmarine. Benannt ist die Fregatte Augsburg nach der Hauptstadt des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben.

Spitzname der Fregatte Augsburg ist "Wilde 13". Sie verbindet die Kennung mit der Seeräuberbande aus Jim Knopf und die Wilde 13, die von der Augsburger Puppenkiste interpretiert wurde. Die Augsburg war unter anderem mehrfach im Rahmen der Operation Enduring Freedom am Horn von Afrika und im Mittelmeer unterwegs.

Die Fregatte Augsburg hat knapp 220 Soldaten Personal, kann auf 30 Knoten (etwa 56 Stundenkilometer) beschleunigen, die Antriebsanlage stellt dafür mehr als 51.000 PS zur Verfügung. Die Bewaffnung besteht aus

  • 1x 76 mm OTO-Melara Geschütz
  • 2x 27 mm Marineleichtgeschütz
  • 2x Vierfach-FK-Starter für Schiff- Schiff- Flugkörper HARPOON
  • 16x NATO Sea Sparrow
  • 2x RAM 21 Zellen
  • 4x Torpedorohre für Torpedos 324 mm Mk 32
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Fregatte Augsburg bei der magnetischen Vermessung an der Wilhelmshavener Wiesbadenbrücke2015, von Ein Dahmer (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Die Fregatte Augsburg ist als Geleitfregatte konzipiert, einen Verband vor Über- und Unterwasserbedrohungen zu verteidigen. Die beiden Bordhubschrauber ergänzen diese Fähigkeit zusätzlich und erweitern sie über den Horizont hinaus. Bis 2016 brachte das 130 Meter lange Schiff 700.000 Seemeilen auf den Weltmeeren hinter sich, umgerechnet rund 1,3 Millionen Kilometer.

Geschichte

Schon am 10. Juli 1909 lief auf der Kaiserlichen Werft in Kiel ein Kreuzer der Gazelle-Klasse vom Stapel, der den Namen Augsburg trug. Der kleine Kreuzer hatte 375 Mann Besatzung und eine Maschinenanlage von 15 Kessel plus zwei Parson-Turbinen, die das Schiff mit einer Tonnage von 4.400 t auf 25,5 Knoten beschleunigten. Der Kreuzer Augsburg war im Ersten Weltkrieg das erste Schiff, das eine Kriegshandlung der deutschen Marine ausführte. Im gesamten Ersten Weltkrieg blieb der kleine Kreuzer Augsburg in der Ostsee stationiert, nach dem Krieg nach Scapa Flow gebracht und 1920 an Japan verkauft, dort aber schon 1922 abgewrackt.

Das zweite Schiff mit dem Namen von Augsburg war eine Fregatte der Klasse 120 mit 110 Meter Länge und einer Geschwindigkeit von 31 Knoten. Es fuhr ab 1962 mehr als 25 Jahre im Dienst der Bundesmarine bis zum 30. März 1988. Sie legte 350.000 Seemeilen zurück, überquerte fünfmal den Atlantik und nahm viermal an der Stanaforlant teil.

Gebaut wurde die heutige Fregatte Augsburg von der Bremer Vulkan Werft und Maschinenfabrik GmbH, Bremen. Die Kiellegung erfolgte am 4. April 1987, der Stapellauf fand am 17. September 1987 statt und am 3. Oktober 1989 stellte die Bundesmarine die Fregatte Augsburg in Dienst.

Die Fregatte Augsburg gehörte zunächst dem 2. Fregattengeschwader an, das zwischen 1982 und 1984 aufgestellt wurde. Am 9. Januar 2006 wurde sie dem 4. Fregattengeschwader unterstellt. Ursprünglich bildeten die ersten sechs zwischen 1982 und 1984 in Dienst gestellten Schiffe das 4. Fregattengeschwader. Mit dem Zulauf von Augsburg und Lübeck 1989 und 1990 wurde das Geschwader geteilt, und die Fregatten Köln, Karlsruhe, Augsburg und Lübeck bildeten das 2. Fregattengeschwader. Im Januar 2006 wurden alle acht Schiffe wieder im 4. Fregattengeschwader zusammengefasst, das der am 1. Juli 2006 aus der Zerstörerflottille hervorgegangenen Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven untersteht.

3. April 2013 bis 30. August 2013: fünfeinhalb Monate Teilnehmer an der Operation Atalanta

11. Februar 2014 bis 20. Juni 2014: zusammen mit den Fregatten Hamburg (Verbandsflaggschiff), Mecklenburg-Vorpommern, der Korvette Oldenburg und dem Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main verließ die Fregatte Augsburg ihren Heimathafen Wilhelmshaven (Marinestützpunkt Heppenser Groden), um am jährlichen Einsatz- und Ausbildungsverband (EAV) der Marine teilzunehmen.

9. April 2014: Schutz des US-amerikanischen Spezialschiff Cape Ray im östlichen Mittelmeer zu schützen, auf dem syrische Chemiewaffen vernichtet wurden.

2016 nahm die Fregatte Augsburg zweimal an der Mission „Counter Daesh Maritime“ teil. Dabei eskortierte sie gemeinsam mit anderen Kriegsschiffen im Trägerverband den französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ im östlichen Mittelmeer. Sie war auch als Teil der Operation „Sophia“ des EU-Einsatzes EUNAVFOR MED zur Bekämpfung der Schleuserkriminalität und Rettung von Flüchtlingen vor der libyschen Küste tätig.

Februar und März 2017: mit dem Einsatzgruppenversorger „Bonn“ sowie der südafrikanischen Fregatte „Amatola“ vierzehntägiges Manöver „Good Hope VII“ in der Ostsee. Diese Übung war ein bilaterales Vorhaben zwischen Deutschland und Südafrika mit dem Ziel die Ausbildung in der Seekriegsführung anzugleichen und stellte das siebte gemeinsame Manöver dieser Übungsreihe dar.

2017 wurde auch bekannt, dass die Fregatte Augsburg zeitnah für eine Instandsetzungsphase in eine Werft sollte. Anschließend sollte in England in einem mehrwöchigen Training die Besatzung auf weitere Einsätze der Nato vorbereitet und qualifiziert werden. 2019 sollte die Fregatte Augsburg voraussichtlich außer Dienst gestellt werden.

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Fregatte Augsburg bei der magnetischen Vermessung an der Wilhelmshavener Wiesbadenbrücke2015, von Ein Dahmer (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Details

Zur Bauzeit der Fregatten der Bremen-Klasse und damit der Augsburg herrschte der Ost-West-Konflikt und die Schiffe wurden als Mehrzweckkampfschiffe mit der Hauptaufgabe U-Boot-Bekämpfung beschafft. Sie sind aber auch zur Bekämpfung anderer Schiffe und zur Abwehr von Flugzeugen und Flugkörpern befähigt. In ihrer im Ost-West-Konflikt vorgesehenen Hauptrolle sollten die Schiffe Verstärkungstransporte nach Europa geleiten und gegnerische U-Boote bekämpfen. Diesem Zweck dienten auch die zwei Bordhubschrauber, mit denen die Fregatten als erster Schiffstyp der Bundesmarine ausgerüstet wurden.

Nach Ende des Ost-West-Konflikts kamen auf die Fregatten der Bremen-Klasse neue Einsätze zu. Sie waren an den meisten Auslandseinsätzen beteiligt und werden deshalb auch als „Arbeitspferde der Marine“ angesehen. Die Schiffe nahmen und nehmen an den Operationen der NATO, der EU, der Vereinten Nationen und in anderen Koalitionen teil, darunter die Operation Enduring Freedom, die VN-Mission UNIFIL und die EU-Operation Atalanta zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias. Dabei beteiligen sie sich an der Seeraumüberwachung, der Abwehr von Piraten und der Durchsuchung verdächtiger Schiffe. Für diese Aufgaben sind sie mit ihrer mehrfach angepassten und erweiterten Ausrüstung gut geeignet.

Die Kennung der Fregatte Augsburg lautet DRAN / F 213. Sie gehört zum 4. Fregattengeschwader mit Heimathafen Wilhelmshafen. Zwischen ihr und der Stadt Augsburg besteht eine Patenschaft, die z. B. vom Marineverein Augsburg? und anderen Institutionen, Vereinen und Gruppen gepflegt wird. Delegationen der jeweiligen Seite besuchen sich regelmäßig. Delegationsmitglieder aus Augsburg konnten konnten immer wieder das Schiff, vom Maschinenraum über die Operationszentrale bis zur Brücke, vom Hangar bis zum schiffstechnischen Leitstand besichtigten und erfuhren dabei viel über die Zusammenarbeit der einzelnen Funktionsträger an Bord.

Adresse

Die Post an die Fregatte „Augsburg“ geht über ihren Heimathafen Wilhelmshaven:

Fregatte „Augsburg“
4. Fregattengeschwader
Opdenhoffstraße 24
26384 Wilhelmshaven

Weblinks


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