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Frauentor

Das nördliche Burgtor der Augsburger Bischofsstadt?. Nicht mehr erhalten.

Allgemeines

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Das Frauentor war eines der Haupttore der Bischofsstadt? Augsburgs (siehe auch Domviertel). Der Name für das Tor leitet sich vom Dom Unserer Lieben Frau her, der Maria, der Gottesmutter, geweiht ist und das Patrozinium Mariä Heimsuchung hat. Man nannte es "Tor zu unserer lieben Frau" und dann eben abgekürzt Frauentor.

Die Bischofsstadt? um den Dom? war wohl der Teil Augsburgs, der am frühesten befestigt war. Um den frühmittelalterlichen Kern Augsburgs zog sich die so genannte Bischofsmauer, von der Teile noch im Mittleren Pfaffengässchen? sichtbar sind. In Höhe des Schwalbenecks? am Hohen Weg soll sich das südliche Tor der kleinen Stadtgemeinde befunden haben.

Das Frauentor stand zwischen Frauentorstraße 7/9 und 8/10 und damit im Planungsraum I Innenstadt und im Stadtbezirk 4 Georgs- und Kreuzviertel. Heute erinnert dort eine Inschrift an den ehemaligen Torturm.

Das Frauentor ist wiederholt bemalt worden von Matthias Kager, Peter Kaltenhofer? und Ulrich Apt der Ältere?.

Geschichte

Errichtung und Funktionen

Die früheste Urkunde, die das Frauentor belegt, stammt aus dem Jahr 1143. Bischof Walther? schreibt darin, dass ein gewisser Marquart das Nordtor und ein Mann namens Ebo das Südtor der Bischofsstadt? zu bewachen hat. Weil am 30. August 1132 König Lothar III.? Augsburg eroberte und zerstörte, kann man davon ausgehen, dass 1143 neue Tore und eine neue oder erneuerte Stadtmauer zu bewachen war.

1246 und 1247 wurden die Augsburger Stadtmauern stärker befestigt und das Frauentor erhielt von den Bürgern der Stadt gegen den Widerstand des Hochstifts? einen Turm, um die Verteidigung zu verbessern.

1251 ging die Bewachung des Tors vom Bischof auf die Augsburger Bürgerschaft über, was bis 1806 so blieb.

Die Augsburger Baumeisterbücher des 14. Jahrhunderts belegen, dass an dem Tor immer wieder gearbeitet wurde.

Bis zum Jahr 1409 wurde das Schließeramt in der Familie Portner? vererbt, bis 1733 hatte es die Familie Rehm? inne. Allerdings werden ab 1447 keine Torschließerkosten mehr ausgewiesen, woraus man folgern kann, dass spätestens seit dieser Zeit das Tor nachts nicht mehr abgeschlossen wurde. Damals war die Stadt Augsburg längst über die Bischofsstadt? hinausgewachsen und das Frauentor lag auf innerstädtischem Gebiet. Ja schon 1295 sprach man von einer "Vorstadt vor dem Frauentor" und nach 1300 hatte man diese Vorstadt mit einer Mauer umgeben, doch das Frauentor und andere Tore der Bischofsstadt? wurden noch bis 1447 nachts abgeschlossen.

1456 baute man wieder am Tor. Die Stadt hatte festgestellt, dass der Turm zwischen dem Domprobst- und dem Dekan-Wohnsitz baufällig war, weshalb man den Turm um zwei Stockwerke (Gaden) erhöhte und die Ecken des obersten Stockwerks mit Erkern ausstattete. Außerdem platzierte man noch ein Wappen und ein Bild auf dem Turmputz.

1485 wurde das Dach neu eingedeckt, der Turm erhielt eine Uhr und eine neue Sturmglocke. Übrigens zeigen Stadtpläne von 1521 und 1550 das miniaturisierte Frauentor, so dass man einen guten Eindruck vom damaligen Aussehen des Turms hat.

Ein weiterer Umbau folgte 1611 durch Elias Holl, den Augsburger Stadtbaumeister. Er verpasste dem Turm die zwei geschwungenen Giebel, wie sie auf Fotografien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu sehen sind. Matthias Kager bemalte den Turm mit einer Huldigung an Kardinal Matthäus Lang?, einen Freund und Berater von Maximilian I.?, der 1508 die Domprobstei? neben das Frauentor bauen ließ, wo der Kaiser mit seiner Frau Bianca nächtigte. Auf einer kolorierten Radierung von 1819 ist zu sehen, dass zu dieser Zeit die Bemalung des Tors schon Vergangenheit war.

Wie anderer Tortürme der Stadt war das Frauentor im 17. Jahrhundert ein Gefängnis und blieb es bis 1817, als in der Karmelitengasse die neue Frohnfeste als Gefängnis gebaut wurde. Ein Stadtführer aus dem Jahr 1828 sieht nichts Bemerkenswertes mehr am Frauentor.

Der Abbruch

Weil das Frauentor eine Stelle war, die den Verkehr in der Stadt behinderte, gab es schon 1856 Pläne das Tor abzubrechen, die aber daran scheiterten, dass man hätte nicht nur den Torturm, sondern auch benachbarte Häuser abbrechen müssen, um die Straße zu verbreitern, was aber die Stadt teuer gekommen wäre.

1881 legte man Gleise für die Pferde-Bahn durch den Torturm, dessen schweres Fallgitter noch über der Straße hing. 1884 wollte man den Turm endgültig niederreißen, doch protestierten jetzt die Augsburger dagegen, was aber nichts nutzte. Im Frühjahr 1885 riss der Bauunternehmer Karl Gollwitzer? den Torturm nieder. Den Aufsatz mit Glocke deponierte man im Hof des Maximilianmuseums, wo er Jahrzehnte stand. Die Sturmglocke hing man 1930 auf dem Uhrturm des Stadtmarkts auf; sie ging jedoch in der Bombennacht 1944 verloren.

Außer dem Frauentor wurde auch die daneben liegende Domprobstei? abgerissen.

Mit dem Abbruch verbunden war die Umbenennung der Frauentorgasse und der Windgasse in Frauentorstraße. Den Schutt brachte man zum Stadtgarten, wo heute die Abbiegespur zur Imhofstraße und zum Hotelturm bzw. zur Kongresshalle verläuft. Auch der Park wurde anlässlich der "Schwäbischen Kreisaustellung 1886" mit dem Bauschutt des Tores "modelliert".

Weblinks


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