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Franzensbadstraße

eine Augsburger Straße, die zum 38. Stadtbezirk (Göggingen-Nordost?) und damit zum Planungsraum XIV (Göggingen) gehört; Postleitzahl 86199

Allgemeines

Die Franzensbadstraße in Augsburg ist etwas über 200 Meter lang und verbindet in gerader nordsüdlicher Richtung die Erzgebirgstraße mit der Friedrich-Ebert-Straße. Dabei verläuft sie parallel zur Römerstädter Straße?.

Benannt ist die Augsburger Franzensbadstraße nach Františkovy Lázně (deutsch Franzensbad), einer Stadt im heutigen Tschechien. Franzensbad war und ist ein Kurbad, das 1793 mit Förderung durch Kaiser Franz II. angelegt wurde, woher auch der Name rührt. Franzensbad erlangte im 19. Jahrhundert europaweite Beachtung bei Kurgästen des Hochadels. Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein großer Teil der deutschböhmischen Haus- und Grundstückseigentümer enteignet, die Kureinrichtungen wurden verstaatlicht. Die Heimatvertriebenen kamen größtenteils nach Bayern und Thüringen. Viele Franzensbader gelangten damals nach Augsburg.

Franzensbad Casino
Tschechien, Franzensbad, Casino 2011. By Richard Huber (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Geschichte

Ungefähr dort, wo heute die Studierenden-Wohnanlage Göggingen? liegt, errichteten die Nationalsozialisten? 1942 ein so genanntes "Fremdarbeiterlager". Hier waren den Rest des Krieges bis zu 2.000 aus Osteuropa verschleppte Arbeiter oder französische Kriegsgefangene eingesperrt, die in Firmen wie der Messerschmitt AG, der Renk AG, der Deutschen Reichsbahn?, der Alpine oder anderen arbeiten mussten.

Nach der Einnahme Augsburgs lösten die Amerikaner das "Fremdarbeiterlager" auf und wandelten es in ein Internierungslager für Nationalsozialisten? um. Sie wurden entweder inhaftiert, weil sie eine Strafe absitzen oder auf das Urteil einer Spruchkammer warten mussten. Das Besondere an dem Gögginger Internierungslager für Nationalsozialisten? war, dass auch weibliche Nationalsozialisten? hier einsaßen. Darunter waren die Frau von Hermann Göring, Die Frau Baldur von Schirachs und die Frau des Reichswirtschaftsministers Walter Funk. 1948 änderte man die Verwendung des Internierungslagers für Nationalsozialisten?. Bis 1953 schleuste man anschließend Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten hier durch. Wann genau das Lager abgerissen wurde, ist unklar, jedenfalls ist heute nichts mehr von der dunklen Vergangenheit dieses Ortes erhalten.

Details

In der Wohnstraße gilt Tempo 30. Hier stehen zwischen viel Grün ein paar mittelgroße Wohnanlagen.

Franzensbadstraße 4/4a und Römerstädter Straße? 3: Studierenden-Wohnanlage Göggingen?.

Lage


Weblinks


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