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Fischmarkt

Ein zwischen Sankt Peter am Perlach und dem Rathaus gelegener Augsburger Marktplatz für den Fischhandel.

Allgemeines

Heute ist der alte Fischmarkt kaum wiederzuerkennen. Früher plätscherte hier der Neptunbrunnen vor sich hin, die Fischverkäufer wuselten hier durcheinander, Fischreste wurden aufs Pflaster geworfen. In der Nähe stand das Narrenhäusle, wo etwa Betrunkene ausgenüchtert wurden oder andere nicht ganz geheuere Personen kurzfristig festgehalten wurden. Heute ist daraus ein freier Platz neben dem Rathaus geworden, wo hin und wieder das Auto eines VIP, eines Stadtrats oder ein Einsatzfahrzeug der Polizei? parkt.

Dennoch: Der Fischmarkt ist ein innerstädtischer Platz mit herausragender denkmalpflegerischer und städtebaulicher Bedeutung. Er ist gefasst von den wichtigsten Baudenkmälern der Stadt, der Kirche St. Peter mit dem Perlachturm im Norden, dem Rathaus von Elias Holl im Süden und der Loggia des Verwaltungsgebäudes von Ludwig Leybold?. Im Westen öffnet sich der Fischmarkt zum Rathausplatz. Er bildet in dieser Form ein einmaliges städtebauliche Ensemble in Augsburg.

Durch das originell an St. Peter angebaute Perlachstüble ist der Platz bewirtschaftet und bereichert mit seiner Möblierung entsprechend der Gestaltungsrichtlinien für die Kernstadt (keine Biertischgarnituren) den innerstädtischen Raum.

Geschichte

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1260 erstmals urkundlich erwähnt. Er lag zwischen der Kirche Sankt Peter am Perlach und dem Rathaus und man benutzte ihn auch als Richt- und Schandplatz (bis ins 17. Jahrhundert). Wir wissen, dass 1248 an der Kirche Sankt Peter am Perlach vom damaligen Probst ein Brotladen verpachtet wurde. Später besaßen die Stiftskanoniker selbst vier Brottische auf dem Fischmarkt, wofür sie die Errichtung einer Treppe zum Rathaus auf ihrem Gelände erlauben mussten.

Im Augsburger Stadtrecht wurde 1276 festgelegt, dass der Platz dem Fischverkauf zu dienen hat. Dabei wurde der Verkauf Fische auch reglementiert.

Bepflastert wurde der Platz um das Jahr 1420. Ebenfalls in dieser Zeit errichtete man dort einen öffentlichen Brunnen.

Wilhelm Rehm? erwähnt den Platz in seiner Augsburger Chronik von 1515.

Diesen Brunnen überragte bis 1537 eine Statue des heiligen Ulrich?, die schon 1511 geschaffen worden war. Die vergoldete Ulrichsfigur musste 1537 aber einer Neptunsfigur weichen, wodurch der Brunnen zu dem Namen Neptunsbrunnen? kam. Im Jahre 1888 wurde er auf den Jakobsplatz verlegt.

1533 wurde der Fischmarkt samt den Brottischen von den Kanonikern an den Rat der Stadt Augsburg verkauft.

Als man 1900 den Schlacht- und Viehhof? neben der Stadtmetzg umgestaltete, wurde neben anderen Gewerben auch der Fischverkauf dorthin verlegt, bis man den Stadtmarkt errichtete und der Fischverkauf dorthin wanderte.

Der Augsburger Architekt und Stadtbaurat Otto Holzer gestaltete eine so genannte "Wehrsäule", die von 1916 bis 1945 auf dem Fischmarkt stand und zu den Kriegerdenkmalen? gehört.

Bis 2007 wurde der Platz zwischen Perlachturm/Sankt Peter am Perlach und dem Rathaus vernachlässigt und als Parkplatz von Stadträten benutzt. 2007 sanierte die Stadt Augsburg den Belag (einheitliche Pflasterung des Asphaltfleckenteppichs). Ziel war dabei, diesen herrlichen Platz mit Blick hinunter in die Altstadt von seiner missbräuchlichen Nutzung als Parkplatz zu erlösen. Entsprechend wurde der Platz mit Pollern und einer Kette abgesperrt. 2008 wurde die Kette durch einen hydraulisch versenkbaren Poller ersetzt, um ihn weiterhin Stadträten mittels Funksteuerung als Parkplatz zu öffnen. Seither wird der Platz von früh bis abends zugeparkt. Zwischenzeitlich entstanden auch wieder Asphaltflecken auf dem Fischmarkt.

Am 28. Januar 2015 stellten die Freien Wähler den Antrag, dass der Fischmarkt zur autofreien Zone erklärt werde. Im Zuge des Beschlusses im Wirtschaftsausschuss? (BSV14/01828) am 28. Januar 2015, bei dem die Sanierung und weitere Verfügbarkeit von 72 Stellplätzen für Angestellte der Stadt Augsburg und Stadträte in der Tiefgarage am Hinteren Perlachberg? beschlossen wurde, könne man auf die Parkplatznutzung des Fischmarktes verzichten. Die Belieferung des Rathauses könne auch über den neuen Aufzug im Verwaltungsgebäude II erfolgen.

Details

Bemerkenswert ist vor allem die Loggia des Rathaus-Erweiterungsbaus, auf die man vom Rathausplatz aus blickt.

Auf der linken Seite des Fischmarkts liegt der Eingang zur Kirche St. Peter am Perlach, von der rechten Seite aus gelangt man in den Rathauskeller?.

Im 16. Jahrhundert stand hier ein hölzerner Esel. Auf ihm mussten Soldaten der Stadtgarde? sitzen, wenn sie für kleinere Vergehen bestraft werden sollten.

Lage


Weblinks


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