Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de


Hauptseite | Unterkunft und Sehenswürdigkeiten | Bauwerke | Fischertor


Fischertor

ein Augsburger Außen-Stadttor, das seinen Namen von der ehemaligen Fischervorstadt? am Senkelbach hat; ehemals auch "Burgfeldtor" und "Lorhubentor" genannt

Fischertor Augsburg © Eva Stuhlmüller

Allgemeines

Das Fischertor in Augsburg liegt in der Thommstraße und trägt die Nummer 28. Nutzer des ÖPNV Augsburgs kennen das Fischertor als Haltestelle der Straßenbahnlinie 2.

Weil Fischer? früher als sozial schwächer galten, wollte man sie nicht in die Stadt aufnehmen und wies ihnen in der Fischervorstadt? am Senkelbach ihr Wohnquartier zu. Daher erhielt das Tor, das in die Fischervorstadt? führte, seinen Namen. Heute ist die Gegend um das Fischertor lärmig und verkehrsreich.

Geschichte

Ein Vorgängerbau des heutigen Fischertores wurde in den Jahren 1328/29 erbaut und damals auch urkundlich als Burgfeldtor erwähnt. Das Tor führte bereits damals in die Vorstadt der Fischer? am Senkelbach. Schon im Jahr 1375 hat man dieses Vorgängertor erweitert und mit einer Brücke versehen.

Ein weiterer Vorgängerbau wurde 1399 erbaut. In den Jahren vor 1437 nannte man das Tor auch nach dem Schäffler Lorhub "Lorhubentor". Erst seit 1437 trägt es den Namen Fischertor, weil es damals der Vorstadt "Unter den Fischern" zugerechnet wurde.

1454 riss man die vorgelagerte Brücke ab und ersetzte sie durch einen Steg.

Den Bau von 1399 erhöhte Elias Holl im Jahr 1609 um zwei Stockwerke. Zu seiner Zeit sprach man despektierlich von einem "Törlein", da das Fischertor immer im Schatten des nahe gelegenen Wertachbruckertors stand.

Fischertor Augsburg Inschrift

Inschrift am Augsburger Fischertor 2010, von Emkaer (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Weil das Fischertor im Spanischen Erbfolgekrieg? zerstört wurde (Dezember 1703), hat man den unteren Torbereich 1709 wieder restauriert, doch schon 1736 brach man den Torbau ab und schloss den übrig gebliebenen Turm, bis man auch ihn im Jahr 1770 abriss.

Anfang des 20. Jahrhunderts begannen Überlegungen den Bereich um das ehemalige Fischertor aus verkehrsplanerischen Gründen neu zu gestalten. Damals fuhr die Straßenbahn noch über die Georgenstraße nach Oberhausen. Mit der Umsetzung der Pläne begann man 1908 und setzte sie Schritt für Schritt bis 1914 um. Zunächst riss man einige Häuser in dem Bereich ab und erweiterte das damalige Fischergässchen (heute Am Fischertor) ab dem Pfärrle in Richtung des ehemaligen Fischertors. Jahrhunderte lang hatte der Weg von der Frauentorstraße zum Fischertor über das winzige Fischergässchen geführt. Erst 1908 wurde diese Gasse verbreitert und zur Straße Am Fischertor umbenannt. Zum Ende der Neuanlage des Fischergässchens forderten im Jahr 1913 die Anwohner und breite Teile der Augsburger Bevölkerung, die Stadt solle das ehemalige Fischertor wieder errichten. Das geschah in den Jahren 1924/25, allerdings in völlig veränderter Form.

Weil das Tor immer mehr zu einem Verkehrsnadelöhr der Stadt wurde, hat man es 1992 zusammen mit der engen Frauentorstraße umgebaut.

Details

Das heutige, in den 1920er Jahren erbaute neubarocke Fischertor, das am gleichen Platz wie das mittelalterliche Fischertor errichtet wurde, hat zwei Geschoße und ist nicht selten Endpunkt einer Begehung der touristisch interessanten Augsburger Prachtachse von Sankt Ulrich und Afra zum Dom Unserer Lieben Frau.

Die Anlage ist ein Wohngebäude, das mit seinen Eckerkern und Schweifgiebeln etwas barock wirken will. Wahrscheinlich wurde der heutige Bau von Otto Holzer geplant. Dieser Architekt und Stadtbaurat? hat nämlich westlich des Fischertors ein dreigeschoßiges Wohn- und Geschäftshaus errichtet, das ähnliche Eckerker und geschweifte Giebel im sparsamen Neubarock aufweist. An der Hausecke befindet sich ein seltsames Steinporträt, das in Richtung Richtung des nördlichen Hanges blickt, wo eine große Römersiedlung liegt, die auf eine archäologische Erschließung wartet. Das Steinporträt zeigt den Baumeister, der das Tor sanierte. Er zeigt hier, wie er sich über den Stadtrat ärgern musste und was er von seinem Auftraggeber hielt.

Der Mittelbau des heutigen Fischertors ist leicht erhöht. Darunter ist die korbbogige Durchfahrt für den Verkehr. In den Seitenbögen rechts und links können die Fußgänger das Fischertor passieren. Dort sind auch auf beiden Seite Räume für kleine Geschäfte im Erdgeschoß untergebracht. Mittelbau und Seitenbauten sind mit einem Walmdach gedeckt.

Auf der stadtabgewandten Seite des Fischertors ist eine Augsburger Wappenkartusche in Stein angebracht, auf der stadtzugewandten Seite sieht man eine Inschrifttafel, die auf die Fischervorstadt? verweist, zu der das Tor früher führte. Die Inschrifttafel wird von steinernen Fischen gerahmt.

Lage


Weblinks


Hauptseite | Unterkunft und Sehenswürdigkeiten | Bauwerke | Fischertor


Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de




FacebookTwitThis