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Fassadenmalerei

Allgemeines

Noch bis vor dem Zweiten Weltkrieg konnte man an vielen Augsburger Gebäuden die für die Fuggerstadt typischen Fassadenmalereien bewundern. Die Erinnerung daran halten einzelne Gebäude wie das Weberhaus, das Kathan-Haus und Bilddokumente im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege aufrecht, die sehr alt sind. Heute geben praktisch nur noch diese Bilder eine Vorstellung von dem sinnlichen Glanz, den die vielfältige Farbigkeit der Gebäude in früheren Zeiten verströmte.

Viele Jahrhundert war Augsburg das deutsche Zentrum der Fassadenmalerei.

Geschichte

Schon im 16. Jahrhundert begannen zahlreiche Augsburger Hauseigentümer, ihre Gebäude mit Fassadenmalereien zu schmücken. 1503 berichtete Anton Lalaing, der Kammerherr Philipps des Schönen, dass Augsburg voll sei "von schönen Häusern, die in der Mehrzahl bemalt sind". Und 1644 schwärmte Kardinal Rossetti in einer Reisebeschreibung von den auf der "straßenseite prachtvoll bemalten Gebäuden, wodurch das Gemüt ergötzt, zur Bewunderung hingerissen wurde und die Feinheit der Bemalung die Meister lobte".

1790 zeigte sich Johann Wolfgang von Goethe von den Augsburger Fassadenmalereien sehr beeindruckt. Besonders bewunderte er die Werke von Johann Evangelist Holzer? und "Holzers Freiheit durch den frohen Begriff, an Häusern außen zu malen. Ich halte das für einen glücklichen Stand, wer Heilige an den Außenwänden malen konnte und wollte. Die Fröhlichkeit und Freiheit vergleicht sich mit nichts. Der Teufel hole den Geschmack, der ernst und traurig ist. Augsburg dagegen ist Sonnenschein" (Maximen und Reflexionen). Die besten und bekanntesten Maler ihrer Zeit wurden mit der Bemalung von unzähligen Augsburger Fassaden beauftragt, sodass Johann Wolfgang von Goethe meinte, er müsse in Augsburg keine Galerie (Museum) besuchen, das man die besten Arbeiten in der frischen Luft an den Fassaden bestaunen könne.

Die meisten Augsburger Fassadenmalereien überdauerten die Zeiten bis ins späte 19. Jahrhundert - und das, obwohl im 19. Jahrhundert die Bemalung langsam von plastischem Fassadenschmuck abgelöst wurde. Dennoch waren auch noch im 20. Jahrhundert eine ganze Reihe von Fassaden bemalt, wie zum Beispiel die Fuggerhäuser in der Maximilianstraße, das Rehlinger-Hummel-Haus? in der Philippine-Welser-Straße oder das Schaur-Haus? am Metzplatz?. Allerdings wurden fast alle Augsburger Fassadenmalereien im Zweiten Weltkrieg zerstört. Natürlich hatte man sich spätestens zu Beginn des Krieges Gedanken um den Schutz dieser Malereien gemacht, doch waren sie wegen ihrer festen Bindung an die Häuserwände praktisch nicht zu schützen. Im November 1939 lehnte es das Staatsministerium für Unterricht und Kultus ab, einen Zuschuss für Sicherungsarbeiten am Schaezlerpalais und am Blauen Krügle? ab, weil die Bergung beweglicher Kunstgüter wichtiger sei.

Nach der Besichtigung der Schädigungen französischer Kunstgüter im Zuge des Frankreichfeldzuges 1940 setzte sich der Direktor des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege mit Macht für Sicherungsmaßnahmen an kunsthistorisch bedeutsamen Gebäuden in Bayern ein, konnte sich aber in Augsbug gegen den damaligen Leiter des Maximilianmuseums Ludwig Ohlenroth?, der ihn heftig kritisierte, nur teilweise behaupten.

Details

Die Fassadenmalereien mussten im Laufe der Zeit immer wieder überarbeitet werden, sollten sie ansehnlich bleiben. Ein Beispiel dafür sind die Fuggerhäuser. Praktisch das einzige noch original erhaltene Beispiel für die frühere Augsburger Fassadenmalerei stellt heute das in der Kapuzinergasse gelegene Kathan-Haus dar.

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