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Faist, Frieder

Auch Friedrich Faist. Ein Augsburger Krimischriftsteller und Hörspiel-Autor.

Leben

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Geboren wurde Frieder Faist am 10. Juni 1948 in Augsburg.

Aufgewachsen ist Frieder Faist in der Jakobervorstadt, wo er schon als Kind seinen eigenen Humor entwickelte.

Nach einer Lehre als Industriekaufmann und dem Zivildienst arbeitete er als kaufmännischer Angestellter und dann als Verwaltungsangestellter.

Ein paar Monate um 1980 herum betrieb er in Augsburg die Kneipe? in dem Kulturhaus Kresslesmühle. Danach machte er sich als freier Schriftsteller selbstständig. Das Leben als Büro-Angestellter war nicht seins. Er schloss sich der Lyrikergruppe um Pitz Kinzer? an und stellte Literatur-Projekte mit Drogenabhängigen auf die Beine.

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Er verfasste neben zahlreichen Hörspielen auch Krimis, in denen manche den Augsburger Hintergrund durchschimmern sehen wollen (etwa in "Schattenspiele" oder "Doppelt oder tot").

In den letzten Lebensjahren hörte man nicht mehr viel von dem Dichter, der in der Bäckergasse neben dem Annapam wohnte. Er hatte kaum noch schriftstellerische Arbeit oder ein Einkommen. Frieder Faist war immer ein überzeugter Regionalist.

Gestorben ist Frieder Faist am 7. August 2008 in Augsburg.

Werk

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Das Leichte und Unterhaltende in der deutschen Literatur hat es nie leicht gehabt. Frieder Faist gehörte zu den deutschen Autoren, die den Mut haben, das Ernste zu verlachen. Man schließe daraus nicht, dass er seine Bücher leicht geschrieben hätte, denn das Leichte ist nicht leicht zu machen. Und doch lobte die Kritik den Augsburger Schriftsteller. Besonders seine Hörspiele seien virtuos geschrieben und oft ebenso inszeniert.

Hier ein Beispiel seiner Texte im Bereich Lyrik: Schreibmaschine.

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Romane / Krimis

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  • Einer will's gewesen sein, München 1997 (Krimi).
  • Doppelt oder tot, München 1995 (Krimi).
  • Ehrensache, München 1993 (Krimi).
  • Der Ersatzmann, Zürich 1991.
  • Nebenrollen, Zürich 1986. Das Besondere dieses Buches ist die irrwitzige Handlung, die mit irre komischen Dialogen gekreuzt ist.
  • Schattenspiele, Zürich 1984. In diesem Krimi aus der deutschen Provinz geht es um den arbeitslosen Schriftsetzer Max Escher, der in einer Kleinstadt lebt. Er sucht nach dem Autor eines geheimnisvollen Romans und lernt dabei die lokale Literatur-Mafia kennen. In die Handlung sind vielfältige Parodien auf Möchtegern-Literaten eingebaut. Köstlich.
  • Sehr ordentlich, Augsburg 1982.

Sonstige schriftstellerische Tätigkeit

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  • Zusammen mit anderen Augsburger Schriftstellern war er Mitglied der Redaktion von Sprachlos, ein "Kleines Augsburger Bilder- und Lesebuch". Die Reihe Sprachlos erschien im Dezember 1978 zum ersten Mal und wurde von Pit Kinzer herausgegeben.
  • Reden kann ich nicht, wenn es mir schlecht geht - Gedichte und Geschichten ehemaliger Drogenabhängiger, Augsburg 1981 (als Hg.)
  • In der Augsburger Pop-Geschichte, Augsburg 1988, hat Frieder Faist den Beitrag "Eine verfremdete Musikgeschichte oder: Wie Bert Brecht beinahe die Rock-Musik erfand" geschrieben. Herausgeber der Augsburger Pop-Geschichte war Arno Löb.
  • Im Magazin "Der Rabe" schrieb er regelmäßig Beiträge.

Hörspiele

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  • 2002 Asynchron (NDR, 59 Min)
  • 2001 Letzte Geschäfte (WDR, 70 Min)
  • 2000 Herzmond, (WDR, 60 Min)
  • 1999 Boniphony lebt (Komposition: Wolfgang Lackerschmid) (WDR, 60 Min). Armaghetto Angel - Verpasste Weltuntergänge (SWR, 60 Min)
  • 1998 Arbeitskampf - ein Gangsterstück (SDR/MDR , 43 Min)
  • 1997 Sitzt ein Mann im Baum (SDR, 33 Min)
  • 1996 Glöckchen und blaue Sterne auf goldenem Grund (SDR, 54 Min)
  • 1993 Der übergroße Waldemar (WDR).
  • 1991 Die Einspruchsfrist (SDR, 6 Min). Die schönsten Tage des Jahres (SWF). Oliver und Sylvia, Sylvia und Oliver (SWF).
  • 1990 Späte Ehre. Kurzhörspiel (RB, 10 Min)
  • 1989 Pepper's (NDR, 48 Min). Rummlers Ruhestand (SWF).
  • 1988 Das Murmeln (NDR, 57 Min). Die Tränbach-Amseln (SWF). Meistens fängt es mit dem Apfel an, Kurzhörspiel (WDR).
  • 1987 Unscharf (NDR, 50 Min). Was man nicht weiß ... (SWF).
  • 1986 Der Herr von Zimmer 7 (SWF). Die Hohe Schule des Dialogs, Kurzhörspiel (WDR). Die 10-Kilo-Affäre (SWF). Teddy and the Talents, Funkerzählung (SWF).
  • 1985 Bilderfreunde (SWF). Die Versöhnung (SWF). Stoffel von Schreynfels (SWF).
  • 1984 Das Nudelprinzip, Drei Kurzhörspiele (SWF). Die Antragserfassungskarte, Kurzhörspiel (HR). Etwas Besonderes, Kurzhörspiel (BR). Das Spreitlinger Matt (SWF).
  • 1982 Rilke. Kurzhörspiel (BR, 13 Min)

Preise und Auszeichnungen

1982 und 1987 erhielt er den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg.

1985 verlieh man ihm den Deutschen Krimipreis für seinen Krimi "Schattenspiele" (3. Platz in der nationalen Wertung).

Übrigens ...

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Persönlich soll er laut Arno Löb ein schwieriger Mensch gewesen sein, der es mit vielen seiner Freunde durch seitenlange Beschwerde- und Klage-Briefe verdarb. Von Arno Löb ist auch zu erfahren, dass Frieder Faist leidenschaftlich gern Keyboard spielte, ein schwaches Herz und ein Faible für Blues hatte.

Weil Frieder Faist bei Pit Kinzer nachgefragt hat, ob er bei sprachlos mitmachen kann, steht in seinem ersten Buch, das von sprachlos verlegt wurde, die Widmung: "Für Pit als Dank für eine geöffnete Tür". Von diesem Buch hat sich Frieder Faist später distanziert. In der Zeit, in der Frieder Faist eine Honorartätigkeit im Therapiezentrum Schloss Pichl hatte, gab er das Buch "Reden kann ich nicht, wenn es mir schlecht geht" (Gedichte und Geschichten ehemaliger Drogenabängiger) heraus.

Nach Informationen von Rudolf Müller-Schwefe? waren in Frieder Faists Werk "Reden kann ich nicht ..." auch Texte von Bewohnern des Therapiezentrums Pichl abgedruckt, in dem Rudolf Müller-Schwefe? als Therapeut eine Schreibwerkstatt ins Leben gerufen hatte und sie später, weil ihm die Arbeit dafür zuviel wurde, an Frieder Faist abgegeben.

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