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Fahrradverkehr

auch Radverkehr genannt

Allgemeines

Zunehmend wird der Radverkehr als Alternative zu anderen Verkehrsarten in Augsburg entdeckt. Das hat viele Gründe. Zum einen ein zunehmendes ökologisches Bewusstsein, zum anderen Gründe wie ständig steigende Kosten für andere Verkehrsarten. Augsburg ist zudem eine ideale Fahrradstadt, weil es eine günstige Topographie ohne große Höhenunterschiede hat und die Entfernungen innerhalb der Stadt nicht allzu groß sind.

Weil nur Fußgängerverkehr noch umweltfreundlicher ist, wird das Radfahren in Augsburg gefördert. Es stellt vor allem im kurzen und mittleren Entfernungsbereich eine Alternative zu anderen Verkehrsarten dar. Viele Wegstrecken, die in der Stadt Augsburg zurückgelegt werden, liegen unter fünf Kilometern, sind also ideal zum Radeln. Auch bei hohem Verkehrsaufkommen lassen sich damit Ziele in der Stadt mit dem Rad schnell erreichen.

Augsburg hat sich zum Ziel gesetzt, das Angebot für Radfahrer so zu verbessern, dass bis 2020 jeder vierte Verkehrsteilnehmer mit dem Rad unterwegs ist. Dabei sind schon in den vergangenen Jahren einige Radwegverbindungen entstanden. Lücken sollen zur Steigerung der Verkehrssicherheit möglichst schnell geschlossen werden, wobei die Bedürfnisse des Radverkehrs so berücksichtigt werden sollen, dass die Belange der Fußgänger im Verkehr nicht beeinträchtigt werden. Um die Radwege instand zu halten, wird besonders auf Unterhaltsmaßnahmen geachtet. Bestehende Radverkehrsanlagen werden kontinuierlich überprüft, etwa ob sie den heutigen Anforderungen noch entsprechen.

Geschichte

1990 bis 2000

1992 beschloss der Stadtrat ein Radverkehrsnetzkonzept.

Der Gesamtverkehrsplan der Stadt Augsburg von 1998 sah die Schaffung von Hauptverbindungen vor

Nachgeordnet sollte ein enges Radverkehrsnetz zu Haltepunkten des ÖPNV, Bildungseinrichtungen, Geschäfts- und Industriezentren geknüpft werden. Außerdem sollten Radwanderwege? und eine netzunabhängige Rad-Infrastruktur (Abstellanlagen, Radverkehrs-Schilder etc.) dazu kommen.

2001 bis 2010

2001 führte Augsburg ein 
flächendeckendes innerstädtisches Wegweisungssystem für den Radverkehr ein.

2007 eröffnete im Bohus-Center? die erste Augsburger Radstation und bot Abstellmöglichkeiten für 380 Räder.

2011 bis 2015

2011 betrug der Anteil des Radverkehrs in Augsburg etwa 15 Prozent.

Augsburg gehörte im Februar 2012 zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern.

Seit der Augsburger Stadtrat 2012 das Projekt Fahrradstadt 2020 beschloss, versucht Augsburg das Projekt Fahrradstadt 2020 zu verwirklichen. Bis zum Jahr 2020 sollen mindestens ein Viertel der Augsburger Verkehrsteilnehmer mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs sein.

2013 besaß Augsburg die einzige voll ausgebaute Fahrradstation in Bayern, dazu an 16 Standpunkten Fahrradverleihstationen.

Zum Projekt Fahrradstadt 2020 fand im Juli 2014 ein Bürgerworkshop der Stadt Augsburg statt.

Anfang Dezember 2014 forderten die GRÜNEN den Augsburger Radverkehr zu stärken und Radfahren sicherer machen, indem die Konrad-Adenauer-Allee und die Hallstraße zu Fahrradstraßen umgewidmet und die Gehwege in der Maximilianstraße für den Radverkehr freigeben werden sollten. Durch die Einrichtung einer Fahrradstraße sollte der Radverkehr in den betreffenden Straßen Vorrang erhalten und die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h festgelegt werden. Der Autoverkehr? sollte nicht gänzlich ausgeschlossen werden, sondern durch ein entsprechendes Zusatzschild weiter möglich sein, allerdings wollte man von den AutofahrerInnen erhöhte Vorsicht und Anpassung an den Radverkehr fordern. Dass die Gehsteige der Maximilianstraße vorübergehend für den Radverkehr freigegeben werden sollte, begründete die Partei damit, dass sie für RadfahrerInnen eine wichtige Verbindung in und aus der Innenstadt ist, doch der Zustand des Kopfsteinpflasters das Fahren abenteuerlich und beschwerlich mache. Deshalb benutzten viele RadfahrerInnen die (glatten) Gehwege (unerlaubt). Da die neu gestalteten Gehwege deutlich breiter sind als früher, könnten sie den Radverkehr aufnehmen, ohne die FußgängerInnen zu gefährden. Dabei gelte Schrittgeschwindigkeit laut St VO? bei einer Freigabe für den Radverkehr.

Am 16. April 2015 beschloss der Organisationsausschuss? des Augsburger Stadtrats zukünftig den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt statt einem Dienstwagen auch von der Stadt geleaste E-Bikes als Dienstfahrzeug zur Verfügung zu stellen. Das sah man als Beitrag der Stadt Augsburg zum Projekt Fahrradstadt 2020?. Mit diesem Angebot an die Beschäftigten wollte Augsburg eine Vorreiterstellung einnehmen, um möglichst viele Dienstfahrzeuge oder dienstlich genutzte Privatfahrzeuge unnötig werden zu lassen. Zudem war für die Stadt ein Dienstfahrrad zehn Mal günstiger als ein Dienstauto. Mit jedem Dienstauto-Wegfall konnten zehn neue Räder angeschafft werden. Außerdem stieß ein durchschnittlicher Benziner auf 3000 Kilometer Dienstwegen zwischen 500 und 600 Kilogramm CO 2? aus. Die Initiative des E-Bike-Leasings ging auf Umweltreferent? Reiner Erben zurück, der sich als erster städtischer Referent ein Dienstfahrrad zulegte. Er warb damit, dass Bewegung an der frischen Luft zudem gesund sei und man dank des Elektromotors auch längere oder bergige Strecken überwinden könne, ohne durchgeschwitzt ans Ziel zu kommen. Es sei zudem erwiesen, dass auf innerstädtischen Strecken bis fünf Kilometer das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel sei.

Mitte 2015 waren 21 von 56 überprüften Einbahnstraßen in Augsburg für den Gegenverkehr von Radlern freigegeben worden. Ziel war es, Verbindungen zu verbessern und den Radlern damit Umwege zu ersparen. Weitere Freigaben dieser Art sollten folgen.

Juli 2015 starteten mit einem großen Projekttag starteten etwa 100 Zweitklässler das Modell-Projekt "Kinder der Fahrradstadt 2020" in der Grundschule Herrenbach?. Die Buben und Mädchen sollten im Lauf des Schuljahres in Geschicklichkeit und Verkehrssicherheit geschult und mit Pflege und Wartung der Zweiräder vertraut gemacht werden. So hoffte man, über die Verkehrserziehung ein Umwelt-Bewusstsein bei den Kindern und ihren Familien zu verankern.

Im Dezember 2015 wurden Fahrrad-Abstellmöglichkeiten für insgesamt 40 Räder am Oberhauser Bahnhof zwischen der Grafstraße? und dem Bahnhof eingerichtet. Im Rahmen einer Erhebung im April 2015 wurden etwa 80 Fahrräder am Oberhauser Bahnhof gezählt, in den bestehenden Abstellanlagen standen Dezember 2015 jedoch nur etwa zehn Plätze zur Verfügung.

Ebenfalls Ende des Jahres 2015 baute die Stadt Augsburg einen Radweg unter der Westseite der Luitpoldbrücke. Damit wurde eine nahezu lückenlose, kreuzungsfreie, bequeme und sichere Geh- und Radwegverbindung auf der westlichen Wertachseite innerhalb der Stadt Augsburg geschaffen. Diese hatten sich viele Bürger im Zuge der Aufwertung der Uferbereiche durch das Projekt Wertach vital gewünscht. Der Radweg bekam eine Breite von 2,80 Meter und einer Durchfahrtshöhe von 2,50 Meter unter der Brücke. Die Stadt Augsburg investierte dafür 200.000 €.

2016 bis 2020

Anfang 2016 beschloss die Stadt Augsburg eine neue Stellplatzsatzung, was als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Fahrradstadt gewertet wurde. Mit der neuen Stellplatzsatzung passte sich die Stadt Augsburg an neue städtebauliche Erfordernisse und gesellschaftliche Entwicklungen an. Erstmals wurde die Schaffung von barrierefreien Stellplätzen, stationsgebundenen Carsharing-Stellplätzen und die Bereitstellung von Fahrradabstellplätzen festgeschrieben. Darüber hinaus wurde der Stellplatzschlüssel für Radstellplätze relativ hoch angesetzt.

Im März 2016 begannen die Stadtwerke Augsburg einen Modellversuch für die Mitnahme von Fahrrädern in Bussen und Straßenbahnen. Das war ein erster, aber wichtiger Schritt zu einer vernetzten und flexiblen Mobilität in Augsburg.

Ebenfalls im Frühjahr 2016 verbesserte man an zwei Haltestellen an der Straßenbahnlinie 2 ist das Umsteigen vom Rad auf die Tram. Es wurden die Abstellmöglichkeiten ergänzt: Ständer für zehn Räder wurden an der Haltestelle Heimgarten? / Einmündung Langemarckstraße aufgestellt sowie weitere für fünf Räder an der Haltestelle Stenglinstraße?.

Mit der Eberlestraße in Pfersee wurde im April 2016 eine weitere Einbahnstraße in Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnet. Seit Mitte des Jahres 2015 konnten damit 21 der insgesamt 56 überprüften Einbahnstraßen in der Stadt Augsburg für Radfahrer freigegeben werden. Weitere elf sollten noch folgen, um Radlern Umwege zu ersparen. Weil die Eberlestraße zwischen der Kirchbergstraße und der Augsburger Straße in beide Richtungen für den Radverkehr befahrbar gemacht wurde, stellte sich die Radwegverbindung zwischen den Stadtteilen Kriegshaber und Pfersee merklich verbessert dar.

Im Mai 2016 wollten die Stadtwerke Augsburg dem Fahrradverleih in Augsburg Schub verleihen. Mit 150 neuen Acht-Gang-Rädern an 30 Stationen wurde der seit fünf Jahren bestehende Verleih noch attraktiver. Die Rekordmarke von 5.000 Ausleihen im Jahr 2015 sollte deutlich gesteigert werden.

Die erste Augsburger Radlnacht fand im Juli 2016 statt. Etwa elf Kilometer war die Rundtour um die Innenstadt lang. Start- und Zielpunkt war der Königsplatz. Über 3.500 Radler waren rund um die Innenstadt unterwegs.

Anfang Juli 2016 markierte die Stadt Augsburg Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn in der Gabelsbergerstraße sowie in der Äußeren Hirblinger Straße?. Die verringerte Breite der Fahrbahn führte zu einem optisch engeren Straßenraum und sollte damit insgesamt zu geringeren Geschwindigkeiten führen. Zudem wurde die Benutzungspflicht für die Radwege auf den Hochborden in der Stadtberger Straße und in der Schertlinstraße aufgehoben. Außerdem wurden zwei öffentliche Luftpumpen aufgestellt: am Königsplatz direkt neben der Verleihstation von swa Rad und am Eingang der Annastraße von der Karlstraße aus.

Für Radler, denen in der Innenstadt die Luft ausgeht, stellte die Stadt Augsburg Mitte Juli 2016 zwei öffentliche Luftpumpen am Königsplatz direkt neben der Verleihstation von swa Rad und am Eingang der Annastraße von der Karlstraße auf. Der Service der Stadt Augsburg wurde auf Anregung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs? (ADFC) im Rahmen des Projektes Fahrradstadt umgesetzt.

An der Friedrich-Ebert-Straße richtete die Stadt Augsburg im September 2016 25 weitere Radständer ein, um das Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr? am Bahnhaltepunkt Messe? zu verbessern. Sie ergänzten die bestehende Fahrradabstellanlage im Hangbereich mit bis dahin 30 Plätzen. Ebenfalls im September 2016 richtete die Stadt Augsburg eine neue Passage für Fußgänger und Radler durch das ehemalige Schlachthofgelände ein: Beginnend am Tor des ehemaligen Schlachthofs? an der Proviantbachstraße mündete sie in einen neu angelegten Platz mit Bäumen an der Berliner Allee?. Von der Erweiterung des Radwegenetzes profitierten auch die neu angesiedelten Büros sowie Gewerbe- und Gastronomiebetriebe im Schlachthof-Quartier?. Sie wurden damit direkt an das vorhandene Radwegenetz in Richtung Innenstadt angeschlossen. Und in der Pferseer Unterführung erlaubte man das Radeln auf dem Gehweg. Genauso bei der Ausfahrt Richtung Rosenaustraße, wo der Gehweg auf mindestens 2,50 Meter verbreitert und der Signalmast entfernt wurden. Auch die Rampe auf die Fahrbahn, über die sich Radler bislang auf der Fahrbahn einfädelten, konnte rückgebaut werden. Bis zur Rosenaustraße durfte jetzt in Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg geradelt werden.

Oktober 2016: In der Jakoberstraße wurden neue Radfahrstreifen auf der Fahrbahn markiert. Damit wurde ein durchgängiges und sicher zu befahrendes Angebot für Radfahrende in Richtung Innenstadt geschaffen. Zusätzlich wurden die dortigen Parkplätze auf dem Gehweg einen halben Meter in Richtung der Häuserzeile geschoben, um einen Sicherheitsabstand zum Schutzstreifen zu schaffen. Durch den Wegfall des Radweges auf dem Gehweg bekamen auch die Fußgänger mehr Platz. Außerdem wurde der auf dem Gehweg verlaufende Radweg in der Jakoberstraße stadteinwärts zwischen dem Jakober Tor? und der Pilgerhausstraße überprüft und beschlossen, die Benutzungspflicht in diesem Abschnitt aufzuheben. Rund 30.000 Euro kostete die Umsetzung. Auch stadtauswärts gab es eine Neuerung in der Jakoberstraße: Der bestehende Radfahrstreifen mit einer Breite von zwei Metern wurde bis Hausnummer 70 verlängert. - Ebenfalls im Oktober 2016 verbreiterte die Stadt im Zuge der seit März 2016 laufenden Sanierung der MAN-Brücke die Sicherheit der Radler, indem beim ersten Bauabschnitts der Radweg auf drei Meter verbreitert wurde. Bis dahin hatte es auf der Brücke immer wieder Unfälle und gefährliche Situationen durch so genannte "Geisterradler" gegeben, die etwa vom Betriebsgelände der MAN kommend die falsche Straßenseite über die Brücke nutzten. Als Unfallschwerpunkt galt vor allem das südwestliche Brückenende, wo die Berliner Allee? an die Stadtbachstraße? anbindet. In einer ersten Sofortmaßnahme wurden im Einmündungsbereich durch Markierungen die Querschnitte verengt, um die Geschwindigkeiten zu reduzieren.

Im Dezember 2016 meldete die Stadt 34 Einbahnstraßen, die auch gegen die Fahrtrichtung mit Fahrrädern befahrbar gemacht wurden. Noch im Dezember 2016 sorgte man für weniger Umwege im Domviertel: Von Osten kommend durften Radler nun vom Inneren Pfaffengäßchen? aus über Bei Sankt Barbara? und das Spenglergäßchen? auch in Gegenrichtung der beiden Einbahnstraßen Richtung Hoher Weg radeln.

Als im Februar 2017 der erste Augsburger Doppelhaushalt verabschiedet wurde, waren für die baulichen Maßnahmen Fahrradverkehr für 2017 gut 1,6 Millionen Euro vorgesehen. Hinzu kamen noch Planungsmittel in Höhe von 300.000 Euro für die Radwegführung an der Holzbachstraße. Eine der gefährlichsten Stellen an der Bahnunterführung konnte somit entschärft werden.

Im März 2017 verabschiedete der Bauausschuss? entsprechend einem Antrag der GRÜNEN vom Oktober 2016 ein Konzept für die Aufstellung von weiteren Fahrradabstellplätzen in der Innenstadt. Bereits im Oktober 2016 wurde beschlossen, an zehn Standorten im Innenstadtbereich 25 doppelseitig nutzbare Anlehnbügel zusätzlich zu installieren und bestehende Fahrradständer, die nicht mehr den geforderten Qualitätsstandards entsprechen, auszutauschen. Außerdem gab es im März 2017 eine wichtige Entscheidung für die Fertigstellung der Ost-West-Achse: am Jakobertorplatz sollte der Stadtbach? mit einer Fußgängerbrücke überbaut und damit ein Gefahrenschwerpunkt für den Radverkehr entschärft werden.

Die erste Fahrradwaschanlage für Augsburg stellten die Stadtwerke Augsburg im April 2017 vor. Die Fahrradwaschanlage wurde von Stefan Sarfert, einem Maschinenbauingenieur aus München entwickelt. Ein durchdachtes System aus sensorgesteuerten Waschbürsten, Ultraschall und Filteranlagen reinigt dabei in wenigen Minuten das Fahrrad gründlich, sanft und umweltschonend. Das Waschwasser wird gefiltert und recycelt, so dass auch bei einem ganztägigen Betrieb nur sehr wenig Abwasser anfällt. Dabei wird ein mildes, ökologisch abbaubares Reinigungsmittel eingesetzt.

Die Ausschussgemeinschaft stellte am 24. April 2017 den Antrag, alle neu gebauten Bordsteinkanten, die für Fahrradfahrer passierbar sein sollen, im Zuge des Projekts Fahrradstadt 2020 so abgeflacht werden, dass sie bequem überquert werden können. Bei bereits bestehenden Kanten sei die kostengünstige Alternative einer Abfräsung zu erwägen.

Augsburger Radfahrer waren im Herbst 2016 wieder aufgerufen an der Online-Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zur Fahrradfreundlichkeit in Augsburg teilzunehmen. Im Mai 2017 stand das Ergebnis fest: Im deutschlandweiten Ranking kam die Stadt jetzt auf dem 11. Platz an. Zuvor lag sie auf dem 22. Platz. Zusätzlich erreichte Augsburg einen erfolgreichen 3. Platz in der Kategorie "Aufholer" (Beste Entwicklung). Insgesamt hatten sich 672 Augsburger 2016 an der Umfrage beteiligt.

Eine weitere Verbesserung für Radler, vor allem für Pendler, die regelmäßig mit dem Fahrrad zum Hauptbahnhof kommen, gab es mit der Eröffnung der 2. Radstation im Juli 2017. Die 2. Radstation? entstand im Untergeschoss des neuen Helio-Center?, dem ehemaligen Fuggerstadt-Center. Der Zugang zur Radstation lag in der Frölichstraße, direkt an der Pferseer Unterführung. Das Parkhaus sollte an 7 Tagen/Woche, 24 Stunden geöffnet sein. Die Nutzung kostenpflichtig. Plätze für 500 Räder wurden geschaffen. Zusätzlich gab es elf Sonderstellplätze für Lastenräder, Schließfächer mit Lademöglichkeit für E-Bike-Akkus, eine Luftpumpe und eine kleine Station, an der jeder Radbesitzer selbst kleine Reparaturen vornehmen kann. Darüber hinaus wurde über die Filiale der Radstation in der Halderstraße fachliche Reparatur angeboten. Die funktionale Gestaltung wurde an die bestehende Radstation im Bohus-Center? angeglichen.

Bis zum Sommer 2017 war die Neuburger Straße bis zum Schlössle? eine der größten Lücken im innenstadtnahen Radwegenetz. Damals beschloss der Bauausschuss?, diese Lücke mit einem beidseitigen 1,85 Meter breiten Radfahrstreifen zu schließen, den Straßenraum neu zu ordnen und damit Lechhausen für Radfahrende komfortabler erreichbar zu machen. Besonders interessant ist dieser neue Streckenabschnitt, weil die TU Dresden das Projekt begleitet und dadurch Vergleichszahlen erhoben werden, die die Wirksamkeit von Radverkehrsmaßnahmen besser einschätzbar machen sollen.“

Die 2. Augsburger Radlnacht fand im Juli 2017 statt. Der gemeinsame Fahrradcorso startete in der Maximilianstraße. Etwa 14 Kilometer ging es auf einer vom regulären Verkehr gesperrten Strecke durch das östliche und südliche Stadtgebiet. Ziel war das Rosenaustadion. Anders als im letzten Jahr hatte man sich für eine lineare Streckenführung entschieden. Diese wurde mit Polizei, Feuerwehr und Stadtwerken abgestimmt und so gewählt, dass die Behinderungen für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere auch im ÖPNV, auf ein Minimum reduziert wurden. Das Rahmenprogramm stand unter dem Motto "Quick-Check, leg einen Frühstart hin und mach dein Radl fit für die Rundfahrt“. Zahlreiche Infostände informierten rund um das Thema „Fahrrad“. Im Ziel erwartete alle Teilnehmer die Aftershowparty im Rosenaubiergarten. Am Programm beteiligten sich der ADFC, das Fachforum Verkehr der lokalen Agenda, die Stadtwerke Augsburg mit der Fahrradwaschanlage und der Wasserbar, die Junge Werkstatt, die Radstation, Greenpeace und viele mehr. Mehr als 6.000 Radfahrer nahmen an dem Ereignis teil.

Im Hochfeld kam es im September 2017 zu einem tödlichen Unfall einer Radfahrerin, der Diskussionen um die Sicherheit der Augsburger Radfahrer auslöste. Der tödliche Vorfall war leider nur einer von sechs in den letzten sieben Jahren. Bei sechs der sieben Unfälle der letzten Jahre wurde der/die Radfahrende beim Rechtsabbiegen eines LKW übersehen und getötet.

Details

Fahrradstadt 2020

Das Projekt Fahrradstadt 2020 beruht auf einer Initiative des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Augsburg? und des Fachforums Verkehr der Lokalen Agenda 21. Bis zum Jahr 2020 soll sich Augsburg zu einer fahrradfreundlichen Kommune weiterentwickeln. Das Projekt wird von einem Arbeitskreis aus Politik, Verwaltung und Interessensvertretern begleitet. Dort werden vorab die einzelnen Planungsschritte und Ergebnisse diskutiert, um den weiteren Projektverlauf festzulegen und die Grundlagen für die Beschlussfassungen im Stadtrat vorzubereiten. Auch die Bürger wurden im Jahr 2014 durch Umfragen und Workshops in den Prozess einbezogen.

Das Projekt Fahrradstadt 2020 sieht für Augsburger Radfahrer mehr Sicherheit auf den Straßen vor, eine bessere Vernetzung mit dem ÖPNV, mehr Fahrrad-Abstellanlagen, Winterdienst auf Radwegen und eine bessere Verkehrsführung durch Baustellen vor. Im Jahr 2010 war beschlossen worden, die Durchführung des Winterdienstes auf Radwegen aus Kostengründen zu reduzieren. Unter Umweltreferent Reiner Erben wurde im Werkausschuss? des Eigenbetriebes Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Augsburg im März 2015 beschlossen, eine Optimierung des Winterdienstes auf Radwegen zu untersuchen. Dabei ging es um folgende drei Varianten: Optimierung des Ist-Zustandes ohne zusätzliche Kosten, optimierter Stand „kleine Lösung“ und optimierter Stand „große Lösung“.

Die Schneeräumung auf Radwegen ist keineswegs ein "Luxusproblem". Wer in Augsburg im Winter mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann einiges erleben. Typischerweise sind die KFZ-Wege (sprich Straßen) einigermaßen geräumt, aber bei den Radwegen schaut die Sache meist anders aus. Wenn die Radwege ohne bauliche Trennung neben der KFZ-Straße laufen, liegen auf ihnen oftmals die Schneehäufen, welche die Schneeräumdienste von der Straße heruntergeschoben haben. Führen die Radwege über den Gehweg, stellt sich das Problem dort oft ähnlich dar: sie werden entweder gar nicht geräumt, da die Anwohner ja nur verpflichtet sind den Gehweg vor ihrem Haus zu räumen, oder sie sind ebenfalls mit dem Schnee zugeschoben, der andernorts weggekratzt wurde. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Radwege, so sie existieren, von den Radfahrern auch genutzt werden müssen. Radfahrer haben damit keine Wahl: sie müssen die Radwege benutzen. Zumal ein Ausweichen auf den KFZ-Weg oft mit erhöhten Gefahren verbunden ist, da die Spurbreite durch die Schneehäufen meist deutlich eingeschränkt ist. Bei der Räumung der städtischen Radwege handelt es sich um eine Sicherheitsfrage, auf welche die Stadt eine adäquate Antwort geben muss. Vor allem kann es nicht auf eine Kostenfrage reduziert werden, ob die Stadt für mehr Verkehrssicherheit im Winter sorgen soll oder nicht.

Im Augsburger Stadtgebiet gibt es 29 Fahrrad-Verleihstationen (Stand 2014). Mitte 2014 fand ein Bürger-Workshop zum Thema Radverkehr in Augsburg statt, der von einem Verkehrsplanungsbüro und einem Fachgremium begleitet wurde.

Stadtradeln

Stadtradeln ist eine seit 2008 stattfindende und nach Nürnberger Vorbild weiterentwickelte Kampagne des Klima-Bündnises, des größten kommunalen Netzwerks zum Schutz des Weltklimas. Das Stadtradeln dient dem Klimaschutz sowie der Radverkehrsförderung und kann deutschlandweit von allen Kommunen an 21 zusammenhängenden Tagen – frei wählbar im Zeitraum 1. Mai bis 30. September – durchgeführt werden.

Die Stadt Augsburg beteiligt sich Jahr für Jahr an der Aktion "Stadtradeln", bei der jeder zurückgelegte Kilometer zählt:

  • 2010 nahm Augsburg zum ersten Mal an der Aktion Stadtradeln teil. Die Radler legten insgesamt 83.026 Kilometer mit dem Fahrrad zurück und sparten dabei insgesamt 11.955,8 kg CO2 ein (Berechnung basierte auf 144g CO2 / Personen-Kilometer).
  • 2011 legten die Augsburger 173.408 Kilometer mit dem Fahrrad zurück und sparten dabei insgesamt 24.970,7 kg CO2 ein.
  • 2012 radelten die Augsburger im Rahmen der Aktion Stadtradeln 362.410 Kilometer und vermieden dabei insgesamt 52.187,1 kg CO2.
  • 2013 beteiligten sich z. B. in Augsburg mehr als 160 Teams oder über 2.600 Teilnehmer, die zusammen etwa 617.000 Kilometer in 20 Tagen erradelten und so Augsburg auf den fünften Platz in Deutschland hievten - bei mehr als 200 teilnehmenden Städten.
  • 2014 2.510 Augsburger RadlerInnen legten insgesamt 506.346 Kilometer mit dem Fahrrad zurück und vermieden dabei 72.913,8 kg CO2.
  • 2015 lautete das Endergebnis 610.759 mit dem Rad gefahrene Kilometer, was einer CO2-Vermeidung von 87.949,4 Kilogramm entsprach.
  • Höhepunkt beim Stadtradeln 2016 war die Augsburger Radlnacht am Samstag, den 16. Juli. Um 21 Uhr ging die gemeinsame Fahrradtour durch die Stadt am Königsplatz los. 2.892 RadlerInnen legten insgesamt 591.570 Kilometer mit dem Fahrrad zurück und vermieden dabei 84.003 Kilogramm CO2.

Durch das Projekt Fahrradstadt 2020 und auch durch die regelmäßige Teilnahme an der Aktion Stadtradeln soll die Mobilität mit dem Fahrrad zunehmend ins Bewusstsein der Augsburgerinnen und Augsburger und die Nutzung und die Bedeutung des Fahrrades als Verkehrsmittel im Alltag wachsen. Die Aktion soll dazu beitragen, die Freude am Radfahren zu stärken.

Digitale Fahrradkarte

Für Augsburg gibt es eine digitale Fahrradkarte der Stadt Augsburg. Auf ihr kann nach bestimmten Routen gesucht werden - etwa nach der Fünf-Seen-Route, der Wertach-Radtour etc., aber auch nach Service-Einrichtungen wie Fahrradläden, Info-Einrichtungen, E-Bike-Ladestationen, Schlauchautomaten, Verleihstationen etc. Auf der Karte lassen sich Entfernungen messen, in der Anwendung Kartenausschnitte per E-Mail verschicken oder ausdrucken, Treffpunkte ausmachen etc. Wer will, kann Kartenausschnitte auch per Facebook teilen und so Radtouren organisieren.

Neben der digitalen Fahrradkarte - es sei nebenbei erwähnt - gibt es natürlich auch den amtlichen Fahrrad-Stadtplan der Stadt Augsburg im Buchhandel, im Kundenservice des Geodatenamts? sowie in der Bürger- und Touristinfo am Rathausplatz. Dort und auch im Fahrradhandel gibt es zudem einen kostenlosen Fahrrad-Innenstadtplan.

Finanzierung

2015 waren in der mittelfristigen Finanzplanung für die Fahrradstadt 2020 jährlich über 2 Mio. € an Investitionsmitteln vorgesehen.

Sonstiges

Radrecycling

Kette und Kurbel? heißt eine Augsburger Werkstätte, in der gebrauchte Räder repariert werden. Rund 700 Räder aus der Region Augsburg werden in der Werkstatt für Fahrradrecycling im Jahr wieder verkehrstüchtig gemacht. Seit Herbst 2008 gibt es das Sozialprojekt, welches das Herrichten alter Räder mit der Qualifizierung und Beschäftigung arbeitsloser Menschen verbindet. 2016 waren 25 Maßnahmen-Teilnehmer beschäftigt und zusätzlich zwei Auszubildende, die direkt beim gemeinnützigen Träger des Projektes, der Gesellschaft für Bildung, Integration und Beruf (BIB)? angestellt waren.

Auszeichnungen

Oktober 2015: Augsburg wurde als fahrradfreundliche Kommune ausgezeichnet, indem sie in den Kreis der fahrradradfreundlichen Kommunen in Bayern aufgenommen wurde. Augsburg verstand dies als Bestätigung auf dem Weg zur Fahrradstadt 2020.

Weblinks


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