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Erstes Quergässchen

eine Augsburger Straße im 8. Stadtbezirk (Jakobervorstadt - Nord?), der zum Planungsraum I (Innenstadt) gehört; Postleitzahl 86152

Allgemeines

Das Erste Quergässchen liegt romantisch in der Altstadt und ist nicht mit dem Ersten Quersächsengässchen zu verwechseln, das sich nur rund zweihundert Meter entfernt befindet. Die Unterscheidung der beiden Augsburger Gassen ist eine beliebte Aufgabe beim Taxi-Führerschein.

Das Erste Quergässchen gehört zu dem Verbund von fünf Quergässchen, die nebeneinander in west-östlicher Richtung zum Sparrenlech?, einem Lechkanal, verlaufen. Das Erste Quergässchen verläuft parallel zum Stadtbach?, der unter einer Brücke über die Straße Unterer Graben vom Mauerberg herbeifließt. Am Ende des Ersten Quergässchens mündet der Stadtbach? in den Sparrenlech?, wo auch das Erste Quergässchen sein Ende findet. Man erreicht es über das Rösslebad. Der Sparrenlech? macht das Erste Quergässchen zu einer Sackgasse, die man auch als Stichweg bezeichnet.

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Geschichte

In Sichtweite unterhalb der alten Stadtmauer um das Domviertel gelegen, gehört das Gebiet, in dem sich das Erste Quergässchen befindet, historisch zur Stadterweiterung um die Jakobervorstadt aus dem 14. Jahrhundert.

Das "Nothwendige Hand- und Hülfs-Buch für alle Bürger und Einwohner der königlich-bayrischen Kreishauptstadt Augsburg" rechnet das Erste Quergässchen 1831 zum XXX. Augsburger Distrikt Litera H. 121 - 143. 172 - 245.

Details

Das Erste Quergässchen in Augsburg zählt zu dem Bauensemble "Im Elend", das in der Jakobervorstadt zwischen Unterem Graben und Lauterlech bei der ehemaligen Lände? liegt. Das ist ein vom Sparrenlech? durchflossenes historisches Handwerker- und Taglöhnerviertel des 16. Jahrhunderts in Augsburg. Wahrscheinlich wurde es planmäßig als Gesamtensemble angelegt, jedenfalls deuten Historiker die Zuordnung der schmalen und engen Gäßchen zueinander auf diese Weise. Meist stammen die Wohnbauten und Nebengebäude einfachen Typs aus dem 16./17. Jahrhundert und der Kernbereich des Quartiers ist gut erhalten. Hier lässt sich das historische Leben und Arbeiten der sozialen Unterschicht der ehemaligen Freien Reichsstadt? Augsburg gut studieren. Möglicherweise war die Lände? eine ehemalige Floßlände (Flößerei). Dann ließe sich das Wort "Elend" als Dialektform wohl auf "Anlände" zurückführen.

Die Lage des Ensembles "Im Elend" ist hervorragend, denn das Stadtzentrum ist nur etwa Gehminuten entfernt. Kein Wunder, dass hier von vielen Eigentümern und Baufirmen in attraktive Denkmalschutzobjekte investiert und umfangreiche Sanierungsmaßnahmen nach denkmalpflegerischen Auflagen vorgenommen wurden. Reizend und gemütlich ist das historische Umfeld, so liegen zum Beispiel die Augsburger Kahnfahrt oder der Oblatterwall um die Ecke.

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Das Erste Quergässchen in Augsburg ist etwa 50 Meter lang und hat eine gute OEPNV - Anbindung (Haltestellen am Vinzentinum?, in der Pilgerhausstraße und an der Barfüßerbrücke?.

Interessant sind die folgenden Gebäude des Ersten Quergässchens: Erstes Quergässchen 1: An der Giebelseite dieses Hauses befindet sich ein um 1900 herum entstandenes Gelehrtenrelief in einer älteren Rahmung. Das Haus geht im Kern auf das 16. Jahrhundert zurück, wurde aber später verändert. Der zweigeschossige Satteldachbau hat ein Zwerchhaus und Kugelaufsätze. Erstes Quergässchen 4 ist ein Bürgerhaus, das auf das 16. Jahrhundert zurückgeht und drei Geschosse hat. Der Giebel ist einhüftig. Dahinter liegt ein Wohnhaus, dessen Rückseite an das Zweite Quergässchen stößt. Der Satteldachbau stammt wohl erst aus dem 17. Jahrhundert. Das Haus Erstes Quergässchen 5 ist ein Bürgerhaus mit drei Geschossen und geht wie Nummer 4 auf das 16. Jahrhundert zurück. Es ist ein Traufseitbau mit Satteldach. In dem Ersten Quergässchen 7, das ebenfalls im 16. Jahrhundert errichtet wurde, lebten Handwerker. Der Giebelbau hat einen Holzüberbau über einem ehemaligen Wasserrad und besitzt eine Hausmadonna aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.

Hübner-Haus

Erstes Quergässchen 8 war im 18. Jahrhundert Wohnsitz des Naturforschers und Holzschneiders Jakob Hübner?. Allerdings geht das schmale Bürgerhaus, das hier früher giebelseitig steht, auf das 16. Jahrhundert zurück. Bis zu seinem Abriss hatte das Häuschen, das früher die Litera -Bezeichnung H 242 hatte, 23 Bewohner und stand mehr als vierhundert Jahre. Jacob Hübner war nur der bekannteste der Hausbesitzer.

Das Erste Quergässchen 8 hatte ein steiles Satteldach und überstehende Traufen. Historisch bezeichnete man die Lage Im Elend?. Das "Hübner-Haus" hatte eine einfach gegliederte Putzfassade und war ein überzeugendes Beispiel für die einfache Bauweise der Kleinbürger Augsburgs im 16. Jahrhundert. Umgrenzt vom Stadtbach?, Sparrenlech? und der Straße Unterer Graben war das Haus Teil einer kleingliedrigen, vorstädtischen Bebauung, die sich in der Jakobervorstadt noch heute zeigt. Im Juli 1995 wurde das Gebäude per Hand genauso abgerissen, wie es aufgebaut wurde. Das denkmalgeschützte Haus verschwand und damit auch ein weiteres Zeugnis Alt-Augsburger Kleinbürgerkultur.

1580 wurde das Hübner-Haus erstmals erwähnt. Auf dem Augsburger hölzernen Stadtmodell, das der Formenschneider Hans Rogel? zwischen 1560 und 1563 baute (heute Maximilianmuseum) ist es noch nicht abgebildet. Aber das Augsburger Grundbuch? erwähnt das Haus 1580: Am 17. Dezember wird es von Jakob Stenglin? an Hieronymus Loscher? für 2.000 Gulden verkauft. Schon fünf Wochen später verkauft er es samt Erstes Quergäßchen 5 und 7 an Abraham Lotter? weiter. Die Erben von Abraham Lotter? verkaufen den Besitz am 26. April 1614 an den Zimmermannsmeister Matthias Scholz.

Das ständige Verkaufen des Besitzes lässt an Immobilienspekulation denken und auch die dichte Bebauung des Quartiers der fünf parallelen Gassen Im Elend? zeigt, dass das Hübner-Haus wohl als Mietshaus gedacht war. Wahrscheinlich hat keiner der Käufer in dem Haus gelebt.

Während des Dreißigjährigen Krieges erscheint im Augsburger Grundbuch? ohne Jahresangabe und ohne Rechtstitel Regina Österreicher als Eigentümerin des Hübner-Hauses, während zwei andere Häuser in der Nähe 1615 bzw. 1622 von Scholz verkauft worden waren.

1682 geht das Hübner-Haus an den Färbermeister Jakob Lutz. Im 18. Jahrhundert gehört das Haus verschiedenen Meistern der ärmeren Handwerke. Maler, Zeugmacher, Kaminkehrer, Gärtner und Zimmerer besitzen das Haus und bewohnen es vielleicht auch, möglich auch, dass sie Teile des Hauses oder des zum Besitz gehörenden, direkt am Sparrenlech? gelegenen Sommerhauses vermieteten.

Lage


Weblinks


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