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Erinnerungswerkstatt Augsburg

auch ErinnerungsWerkstatt Augsburg; ein loser Zusammenschluss mehrerer Mitglieder zur Erforschung der Lebensläufe Augsburger Opfer des Nationalsozialismus und ihrer Vergegenwärtigung

Allgemeines

Die Erinnerungswerkstatt Augsburg ist ein loser Zusammenschluss von Initiativen, Institutionen und Privatpersonen der Stadtgesellschaft. Ziel ist es, die Biographien von Augsburger Opfern des Nationalsozialismus zu erforschen und die Erinnerung an sie wach zu halten.

Child survivors of Auschwitz
Still photograph from the Soviet Film of the liberation of Auschwitz, taken by the film unit of the First Ukrainian Front, shot over a period of several months beginning on January 27, 1945. By Alexander Voronzow and others in his group, ordered by Mikhael Oschurkow, head of the photography unit [Public domain], via Wikimedia Commons

Ein Beschluss des Augsburger Stadtrats von 2016 sieht neben den Stolpersteinen als Erinnerungszeichen an die Opfer der Nationalsozialisten? weitere gleichberechtigte Formen des Gedenkens vor, ohne dass Personen oder Gruppen durch ein zu enges Konzept ausgeschlossen werden. Dieser Entscheidung folgend, arbeitet die Erinnerungswerkstatt daran, sogenannte Erinnerungsbänder im öffentlichen Raum Augsburgs anzubringen. Erinnerungsbänder sind bronzefarbenen Metall-Manschetten, die an bereits bestehenden Objekten im Straßenraum – Laternenmasten, Verkehrsschilder etc. – befestigt werden sollen. Dazu sucht die Initiative nach Paten, die das Projekt finanziell unterstützen möchten.

Die Mitglieder der Erinnerungswerkstatt kommen etwa alle sechs Wochen zu einem Koordinierungstreffen zusammen. Das ist der beste Zeitpunkt, dazu zu stoßen, wenn sich jemand in der Initiative ehrenamtlich engagieren will.

Geschichte

Die Erinnerungswerkstatt Augsburg gründete sich im Januar 2012, um die Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus in Augsburg zu fördern. Schon damals veranstalteten das Jüdische Kulturmuseum und das Evangelische Forum Annahof mit Unterstützung der Stadt Augsburg eine Tagung zum Thema Erinnerungskultur. Initiatoren des "Netzwerks Erinnerungskultur" in Augsburg waren Verena von Mutius, Benigna Schönhagen?, Nikolaus Hueck und Angela Bachmair.

2016 richtete die Erinnerungswerkstatt Augsburg ein öffentliches Gedenkbuch zu den Augsburger Opfern des Nationalsozialismus ein.

Details

Die Erinnerungswerkstatt Augsburg setzt sich für die Möglichkeit des bürgerschaftlichen Engagements und dezentrale Orte der Erinnerung ein, die die Topographie des Terrors auch in Augsburg abbilden. Deshalb sprachen sich die Mitglieder der Erinnerungswerkstatt Augsburg 2014 mehrheitlich für Stolpersteine in Augsburg als Erinnerungszeichen aus.

Die Verlegung von Erinnerungszeichen allein erscheint der Erinnerungswerkstatt Augsburg jedoch nicht ausreichend für eine angemessene Erinnerungsarbeit. Deshalb hat sie sich zur Aufgabe gemacht, SchülerInnen und Studierende sowie interessierte Privatpersonen dabei zu unterstützen, die Lebensgeschichten von Opfern des Nationalsozialismus zu erforschen und öffentlich darzustellen - in einem Online-Gedenkbuch. Die Erinnerungswerkstatt sieht diese pädagogische Aufgabe als unverzichtbare Voraussetzung für die Errichtung öffentlicher Erinnerungszeichen. Spendengelder haben es ermöglicht, dafür eine Projektstelle mit geringem Stundenumfang einzurichten.

Bundesarchiv Bild 183-B04490A, Berlin, Ältere Frau mit Judenstern
27.9.1941 Die "Endlösung der Judenfrage" durch die deutschen Faschisten. Alle Juden werden zum Tragen des Judensterns gezwungen. Bundesarchiv, Bild 183-B04490A / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Das Online-Gedenkbuch ist der Erinnerung gewidmet. Es enthält Namen und Lebensläufe von Menschen, die einmal in Augsburg gewohnt haben, aber von den Nationalsozialisten? ermordet wurden. Die nationalsozialistische Ideologie machte sie zu Fremden, versuchte, ihnen das Menschsein zu rauben. Sie wurden ausgesondert, verfolgt, erniedrigt, gequält, verhaftet, deportiert, schließlich ermordet. Die Erinnerungswerkstatt Augsburg versteht das Online-Gedenkbuch als eine notwenige Ergänzung zu den Erinnerungszeichen, die ab 2017 in Augsburg verlegt wurden. Sind die auf den Gedenk-Bändern und Stolpersteinen enthaltenen Informationen notwendigerweise auf ein Minimum reduziert, so vermitteln ihre hier aufbewahrten Lebensläufe ein deutlich plastischeres Bild der Menschen, derer Augsburg in beiden Formen gedenkt. Das Gedenkbuch für die Augsburger Opfer des Nationalsozialismus entsteht durch bürgerschaftliches Engagement und wird von der Stadtverwaltung gefördert. Die Biographien auf diesen Seiten haben Augsburgerinnen und Augsburger verfasst. Sie stammen von Schülerinnen und Schülern, von Studentinnen und Studenten, von Engagierten jeden Alters. Auf Anregung und mit Unterstützung der Erinnerungs Werkstatt? Augsburg und anderer Augsburger Initiativen recherchieren sie in den unterschiedlichen Archiven, sprechen mit Angehörigen und bewahren so die konkrete Erinnerung an Menschen, die die Nationalsozialisten für immer auslöschen wollten.

Die Erinnerungswerkstatt Augsburg bietet Exkursionen, Workshops und Vortragsveranstaltungen an, die über die nationalsozialistische Vergangenheit Augsburgs informieren und in die Recherche von Lebensläufen und ihre Publikation im Online-Gedenkbuch einführen.

Die gemeinsame Erinnerung an die Gräueltaten der Augsburger Nationalsozialisten? soll auch helfen, die Abwehrkräfte gegen jede Ideologie zu stärken, die erneut Menschen zu Fremden macht und sie ihres Menschseins zu berauben versucht.

Adresse

ErinnerungsWerkstatt Augsburg
c/o Jüdisches Kulturmuseum Augsburg
Halderstraße 6-8
86150 Augsburg


Weblinks


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