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Ensemble für frühe Musik

Musik des Mittelalters für heute

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Das Ensemble existiert seit Jahrzehnten und begeistert immer wieder sein Publikum. Zum Ziel hat sich das Ensemble gewählt, die Musik des Mittelalters (12. bis 15. Jahrhundert) zu spielen, was nichts anderes heißt als Geschichtsstudien und kompositorische Studien mit spieltechnischen Übungen zu kombinieren. Eine Herausforderung. Und eine mühsame Arbeit, denn oft sind von mittelalterlichen Stücken nur vokale Linien in altertümlicher Neumen-Notation überliefert. Um sie zu spielen, muss man spätere Musikstile vergessen und sich intensiv mit der Musik und ihrer Zeit auseinandersetzen.

Das gelingt den Musikern des Ensembles, jedenfalls kann man sich nicht vorstellen, wie die Fabulierfreudigkeit des Mittelalters, der Fantasiereichtum der damaligen Musiker, ihre Improvisationspraktiken und ihr suggestiver Vortragsstil besser lebendig werden könnte.

1977 gegründet, zählt die Gruppe heute, nach Jahren intensiver musikwissenschaftlicher und musikalischer Arbeit, zu den bekanntesten Gruppen für Musik der Mittelalters. Zahlreiche Konzerte in ganz Europa, in Amerika und auf Internationalen Festivals für Alte Musik sowie zahlreiche CD- und Rundfunkaufnahmen begründen diesen Ruf.

Die Gründer hießen: Hans Ganser, Rainer Herpichböhm, Heinz Schwamm. Sie wollten erfahren, wie mittelalterliche Musik wirklich geklungen hat und beschäftigten sich deshalb mit der Gesangs- und Spieltechnik des Mittelalters, befragten Romanisten und Germanisten, ließen sich von spezialisierten Instrumentenbauern beraten und Ihre Instrumente fertigen. In seiner Besetzung ist das Ensemble seit den Anfängen gleich geblieben, es wurde nur 1981 durch die Sängerin und Blockflötistin Sabine Lutzenberger ergänzt, die allerdings im Jahr 2000 das Ensemble als festes Mitglied wieder verließ und nur noch gelegentlich mit den drei Männern auftritt.

Geschichte

Im Oktober 2012 spielte das Ensemble in der Reihe Die Fugger und die Musik Lieder von Oswald von Wolkenstein in der Leonhardskapelle? der Fuggerei. Titel der Veranstaltung: "... gen Augspurg zu den freulein zart". Eingebettet war der Auftritt in eine kleine Geschichte. In Augsburg, der berühmten Reichstadt am Lech, ist dem reichen Handelsmann Jakob Fugger (sen., 1398–1469) als siebtes Kind ein Sohn geboren worden, der auf den Namen des Vaters getauft wurde. Zur Feier dieses Ereignisses lud der stolze Vater eine illustre Festgesellschaft ins Augsburger Tanzhaus ein und nach einem üppigen Festmahl ließen sich die Gäste von einigen Musikern mit den neuesten Liedern unterhalten.

Instrumente und Repertoire

Die Instrumente wurden nach mittelalterlichen Abbildungen angefertigt, im Lauf der Jahre nach neuesten Erkenntnissen verbessert und erweitert. Gespielt werden unter anderem: verschiedene Fideln, Rabab, Lauten, Chitarra saracenica, Psalterium, gotische Harfe, Drehleier, Blockflöten, Schalmei und Schlagwerk.

Man kann sich vorstellen, dass in Jahrzehnte währender Arbeit einiges an Stücken zusammengekommen ist. Die Musiker geben an, einige hundert Lieder und Instrumentalstücke zu beherrschen. Der Bogen der gespielten Werke spannt sich von den Liedern der Troubadoure, Trouvères und Minnesänger über Oswald von Wolkenstein, die Anfänge der abendländischen Mehrstimmigkeit bis hin zu Heinrich Isaac. Im Detail:

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Oswald von Wolkenstein (1377-1445): Lieder und Instrumentalstücke des berühmten Dichtermusikers aus Südtirol mit Texten zu seinem Leben und seiner Zeit
“Traut allerliebstes Fräulein zart”: Liebeslieder des “Mönch von Salzburg” (14. Jahrhundert)
Neidhart von Reuental (1180-1240): Lieder eines faszinierenden Minnesängers - virtuos und ausdrucksstark, lustig, aufschneiderisch, erotisch, klagend, bittend ...
Carmina burana: Lateinische Liebeslieder und moralisch-satirische Dichtung des 12./13. Jahrhunderts
Liebeslieder des 13. Jahrhunderts: Trouvères und Minnesänger
“Amor ist eyn lustlich walt”: Musik aus deutschen Liederbüchern des 15. Jahrhunderts
Von der Burg in die Stadt: Deutsche Lieder des 13. - 15. Jahrhunderts
„Mit Sang ist al die werlt genesen“: Mitteldeutscher Minnesang (13.-15. Jahrhundert)
„Von üppiklichen dingen“: Schlager um 1500 (Chansons, Canciones, Canti, Lieder, Tänze)
Camino de Santiago: Musik auf dem Pilgerweg zum Hl. Jacobus - Geistliche Musik, Cantigas de Santa Maria, Lieder der Trobadors und Trouvères
Es stot ein lind im himelrich: Geistliche Lieder des 14./15. Jahrhunderts
Musica angelica: Englische geistliche Lieder des 13./14. Jahrhunderts
Hildegard von Bingen (1098-1179): Musik aus den Klöstern des Mittelalters
Planctus Mariae: Spätmittelalterliche Musik der Karwoche
Vox feminae: Musik aus Nonnenklöstern des Mittelalters
Mysterium Mariae: Marienlieder des Spätmittelalters

Weblinks


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