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Einspännige

Auch "Aufsitzer". Söldner? der Stadt Augsburg, die auf Lebenszeit bestellt (bestallt) waren.

Allgemeines

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Einspännige sind nicht mit Einspännern zu verwechseln. Das Wort meint also nicht Singles, die allein ihr Leben verbringen, oder Pferdekutschen, die nur von einem Zugpferd in Bewegung gesetzt werden. Einspännige waren in Augsburg Söldner?, die vom Rat der Stadt auf Lebenszeit bestallt wurden. Im Kriegsfall mussten sie der Stadt geharnischt, bewaffnet und zu Pferd dienen. Wenn Frieden herrschte, schützten sie bewaffnet wichtige Geleitzüge, waren Stadtwächter oder wurden als Boten eingesetzt.

Diese stehenden Söldner waren also regelrecht Beamte der Stadt, deren wichtigste Aufgabe darin bestand, in der Stadt für Ruhe und Sicherheit zu sorgen.

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Der Name "Einspännige" ergab sich aus dem Vertrag, den die Stadt mit dem einzelnen Söldner? schloss. In Einzelverträgen verpflichteten sich die zumeist auf Lebenszeit bestallten Söldner? nämlich, der Stadt mit einem Pferd geharnischt bei allen Kriegsläufen und Angriffen gegen ihre Feinde zu dienen. Verpflichteten sich die Söldner? dazu, der Stadt mit zwei Rössern zu dienen, hießen sie „Zweispännige“. Die Verträge zwischen Stadt und Söldner? waren Normverträge, die das Risiko ganz auf die Seite der Stadtsöldner schoben. Verlust und Beschädigung von Pferd und Ausrüstung ersetzte die Stadt nur, wenn sie auf Feindeinwirkung zurückzuführen waren.

Geharnischt anzutreten bedeutete für die Einspännigen, dass sie mit Panzerärmeln, Armzeug, Rücken, Krebs, Ringkragen und Sturmhaube versehen sein mussten.

Übrigens werden sonst und außerhalb von Augsburg auch fronpflichtige Bauern als Einspännige bezeichnet.

Geschichte

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Nachweisbar sind Einspännige in Augsburg seit dem 14. Jahrhundert (als Stadtwächter und Ratsboten).

Im 16. Jahrhundert hatte Augsburg zwischen 40 und 50 Einspännige, schon 1653 reduzierte man sie aber auf acht.

Im Dreißigjährigen Krieg fungierten nicht nur Adelige und Patrizier als Reiter, sondern auch deren Diener und Knechte. Daneben setzte man leicht bewaffnete "Schwartzreiter" sowie selbständige Knechte als "Einspännige" ein. Auch die Botenreiter und "Aufsitzer" der Städte und Fürsten kamen zum Einsatz.

Schon Mitte des 16. Jahrhunderts war zu beobachten, dass die Bedeutung der Einspännigen für das Militärwesen abnahm. Nach dem Dreißigjährigen Krieg beschleunigte sich diese Tendenz, und 1806 betreute das Stimieramt? nur noch sechs Einspännige.

Weblinks


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