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Eichendorff-Grundschule

auch Eichendorffschule oder Eichendorf-Volksschule genannt; eine Augsburger Grundschule in Haunstetten

Allgemeines

Neben dem Grundschulunterricht bietet die Eichendorffschule viele Arbeitsgemeinschaften, z. B. eine Arbeitsgemeinschaft Fotografie, eine AG künstlerisches Gestalten/Schulhausgestaltung, AG Tanz und Rhythmus, AG Theater, AG Akrobatik, AG Flöten ...

Geschichte

Gründung und erste Jahre

Eröffnet wurde die Schule als Eichendorff-Grundschule 1904. Schon am 11. Dezember 1898 hatte der Haunstetter Gemeindeausschuss beschlossen, ein Grundstück zur Erbauung eines Schulhauses zu kaufen. Das wurde am 23. Juli 1899 in die Tat umgesetzt. Haunstetten kaufte einen Teil des Obstgartens des Ökonomen Kaspar Settele. Insgesamt fast 3.900 Quadratmeter für 6.270 Mark. Der Plan für die Schule kam von Leo Hötzel?, nachdem die Hötzelstraße? benannt ist. Seine "Skizze zur Erbauung einer Kinderbewahranstalt und eines Schulhauses für die Gemeinde Haunstetten" datiert auf den Mai 1900. Weil das 1888 erbaute und an der heutigen Dudenstraße? gelegene Schulhaus weiter genutzt werden sollte, plante Haunstetten 1902 nur ein Schulhaus mit vier Schulsälen und einer Lehrerwohnung. Zum Schulneubau wollte Kommerzienrat Georg Käß? der Gemeinde 50.000 Mark stiften. Jetzt wollte die Gemeinde ein größeres Schulhaus bauen. Zu den 50.000 Mark schenkte Georg Käß? in seinem Testament der Gemeinde noch weiteres unverzinsliches Kapital für gemeindliche Lasten, was dann am 9. März 1903 zum Spatenstich für das Schulhaus führte. Nun konnten acht Schulsäle, eine Lehrerwohnung, eine Hausmeisterwohnung und das gemeindliche "Rathaus" gebaut und dem Gebäude der Name "Schul- und Rathaus" gegeben werden. Weiteres zum Bau benötigtes Geld kam von Karoline Käß, Georg Käß´? Tochter, Gräfin von Tattenbach, unverzinslich.

Die Einweihung der Eichendorffschule Haunstetten fand am 26. September 1904 statt. 370 Kinder und sechs Lehrer bezogen die Schule. Das Rathaus von Haunstetten mit seinem eigenen Eingang auf der Nordseite belegte im Erdgeschoß die nördliche Hälfte. Es hatte ein Amtszimmer des Bürgermeisters, ein Sitzungs- und Trauungszimmer, eine Gemeindekanzlei, die auch Standesamt und Kassenverwaltung war, sowie ein Zimmer für den Amts- und Kassenboten.

Zum Gedächtnis an den 100. Todestag des Dichters Friedrich Schiller pflanzte man 1905 im Schulhof eine "Schillerlinde". Zu Beginn des Jahres 1908 hob die Gemeinde das Schulgeld auf. Damals hatte Haunstetten 430 Werktagsschüler und 144 Sonntagsschüler.

Mitte des 20. Jahrhunderts

1944 zählte die Eichendorffschule Haunstetten 750 Schülerinnen und Schüler und im Januar 1945 richteten die Nationalsozialisten? im Erdgeschoss des Schulhauses eine Annahmestelle für das so genannte "Volksopfer" ein, wo Kleidung, Wäsche, Uniformen und andere Gegenstände für die Front abgegeben wurden.

Erst am 1. Oktober 1945 konnte der Schulunterricht nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen werden. Eine erste Schulspeisung wurde vom 1. Oktober 1946 bis kurz vor Weihnachten ausgegeben. 1947/1948 hatte Haunstetten 1.110 Volksschüler. Bis zur Eröffnung der Fröbelschule? 1952 herrschte deshalb in der Eichendorffschule große Raumnot, so dass die Gemeinde 1947 die Turnhalle der ehemaligen Fliegertechnischen Vorschule? am Ende der heutigen Arberstraße? kaufte und zwei Schulzimmer einrichtete, während in der Halle Schulsport ausgeübt werden konnte. Selbst den Dachboden der Eichendorffschule baute man zu Schulsälen aus, so dass am 27. September 1948 vier neue Säle eingeweiht werden konnten. Ende des Jahres wurden fast 1.300 Schülerinnen und Schüler der Volksschule in Haunstetten gezählt. Klassenstärken von 60 Kindern waren an der Tagesordnung. So mussten auch in dem am 2. September 1949 wieder aufgebauten Vorderhaus des TSV Haunstetten in den oberen Etagen Klassenräume geschaffen werden, wofür die Gemeinde dem Sportverein für den Wiederaufbau mit den Schulsälen ein Darlehen von 85.000 Mark zur Verfügung stellte.

Als die Fröbelschule? 1952 eröffnet wurde und die Raumnot gelindert werden konnte, erhielt die bis dahin einfach nur Volksschule Haunstetten genannte Schule den Namen Eichendorffschule, um sie von der zweiten Haunstetter Schule zu unterscheiden.

Nachdem man im Mai 1953 den Zaun vor der Eichendorffschule entfernt hatte, brach man später im Jahr noch die nördliche Mauer des Schulgrundstücks ab. Weil Ende September 1955 das Haunstetter Rathaus in die Tattenbachstraße verlegt wurde, konnte man das bisherige "Bürgermeisteramt" im Erdgeschoß des Schulhauses auf der Nordseite umwidmen und den Eingang auf der Nordseite zumauern. Die Räumlichkeiten wurden ab damals als Hausmeisterwohnung, Hausmeisterbüro und Hortzimmer verwendet. Im Februar 1956 gründete Haunstetten eine städtische Singschule, deren Unterricht in der Eichendorffschule statt fand. Damals zählte Haunstetten 1.343 Schulkinder, 38 Schulklassen, 40 Lehrkräfte, darunter zwei Handarbeitslehrerinnen. Ebenfalls 1956 richtete man die "Volksbücherei Haunstetten" im Keller der Eichendorffschule ein.

In den schulfreien Sommerwochen 1959 und 1960 sanierte man die Eichendorffschule grundlegend für rund 200.000 DM. Im ehemaligen Bürgermeisterbüro schuf man durch einen Umbau einen weiteren Schulsaal.

Die letzten Jahrzehnte

Anfang der 1960er Jahre begann der Obst- und Gartenbauverein Haunstetten im Nebengebäude der Eichendorffschule, Obst zu Saft zu pressen. Im November 1964 zog die Volksbücherei Haunstetten vom Keller der Eichendorffschule in den Keller des neuen Pfarrhauses.

1969 erklärte man die Eichendorffschule zur Grundschule.

1972 ergänzte man die Grundschule durch eine Turnhalle.

1993 gründete man einen Kinderhort an der Eichendorffschule als Versuchsobjekt. 1998 integrierte man türkische Schulkinder mit ausreichenden Sprachkenntnissen in die Regelklassen. Der Obst- und Gartenbauverein verließ 1999 mit seiner Obstpresse das Nebengebäude der Eichendorffschule und zog in ein Gebäude beim Naturfreibad Haunstetten um.

2004 erhielt der Hort in der Eichendorffschule eine neue Küche. Am 23. Juni 2004 feierte die Schule ihr 100-jähriges Jubiläum mit diversen Veranstaltungen. Aus diesem Anlass brachte man neben dem Haupteingang der Schule eine Tafel mit dem Namen und dem Eichendorff-Gedicht an: "Schläft ein Lied in allen Dingen, / Die da träumen fort und fort, / Und die Welt hebt an zu singen, / Triffst du nur das Zauberwort." Gestiftet wurde die Tafel von Brigitte und Walter Settele, ausgeführt von dem Bildhauer Christian Angerbauer?. Im Jubiläumsjahr hatte die Grundschule 192 Schulkinder, die von acht Klassenlehrerinnen, einer Förderlehrerin und zwei Fachlehrerinnen unterrichtet wurden.

Die Eichendorffschule war Modellschule 2007/08 "Voll in Form" (täglich bewegen - gesund essen - besser lernen). Im gleichen Schuljahr bildete die Eichendorffschule erstmals eine Kooperationsklasse. Dadurch wurden vier Schüler und Schülerinnen aus dem Förderzentrum Ulrichsschule? in die dritte Klasse Grundschule zurückgeführt. Solche Kooperationsklassen werden seitdem bei Bedarf und Möglichkeit immer wieder gebildet.

Im September 2014 hatte die Eichendorffschule Haunstetten nur noch 161 Grundschulkinder, die von zwölf Lehrkräften unterrichtet wurden. Der Hort zählte 56 betreute Schulkinder.

2016 begann mit Mitteln aus dem damaligen Bildungsförderungsprogramm der Bundesregierung die Generalsanierung der in die Jahre gekommenen Augsburg Grundschule.

Details

Die Eichendorff-Grundschule bietet einen Vorkurs für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache sowie Deutschförderkurse zur Intensivierung der deutschen Sprache von der ersten bis vierten Klasse an. Lesedifferenzierung geschieht in mehreren Gruppen, vom Elternbeirat wird jede Woche eine "Gesunde Pause" organisiert. Von der städtischen Musikschule werden Instrumentalkurse (Klavier, Gitarre) und eine Singklasse angeboten. Es gibt Konsulatskurse in türkischer Sprache, eine enge Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Sportpädagogik an der Universität Augsburg, die Mitarbeit im "Netzwerk Lesen" - eine Initiative Augsburger Schulen zur Intensivierung der Lesekultur in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei und die Teilnahme an der bundesweiten BiSS-Studie (Bildung durch Sprache und Schrift). Die Mittags- und Nachmittagsbetreuung geschieht im Hort an der Eichendorffschule im Haus und in der Kindertagesstätte Dudenstraße? in unmittelbarer Nähe.

Im Eingang der Eichendorffschule steht eine Büste von Georg Käß? mit dem Text: "Ihrem unvergesslichen edlen Wohltäter, Rittergutsbesitzer u. k. [königlicher] Kommerzienrat Georg Käss. Die dankbare Gemeinde Haunstetten, 1904." Ebenfalls im Schulhauseingang steht eine Büste von Karoline Käß, die den Text trägt: "Ihrer unvergesslichen edlen Wohltäterin, Rittergutsbesitzers u. k. [königliche] Kommerzienratswitwe, Karoline Käss, die dankbare Gemeinde Haunstetten. 1913."

Adresse

Eichendorff-Grundschule Augsburg-Haunstetten
Georg-Käß-Platz 1
86179 Augsburg

Tel. 0821/324-7390
Fax. 0821/324-7395
E-Mail: eichendorff.gs.stadt(at)augsburg(dot)de


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