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J. N. Eberle & Cie. GmbH

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Allgemeines

Die Firma Eberle in Augsburg produziert in teilweise historischen Bauten hochwertige Werkzeuge und Bandstahlprodukte für industrielle und handwerkliche Anwendungszwecke, die dünner als feinstes Papier sind. Bekannt sind ihre Produkte durch höchste Präzision, Qualität und maximale Leistung. Mit einem umfangreichen Produktprogramm ist Eberle Augsburg ein Qualitätsführer beim Sägen von Metall und der Herstellung erstklassiger Bandstahlprodukte. Um diesen Vorsprung weiter auszubauen, investiert man in Forschung und Entwicklung. Eberle steht für High-Tech, nicht für Massenproduktion.

Neben Produkten und Werkstoffen bietet Eberle in Zusammenarbeit mit den Kunden alle Serviceleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an. Heute hat Eberle drei Tochtergesellschaften (Italien, Frankreich und USA) sowie über 50 Partner weltweit, um nahe bei den Kunden zu sein und so die spezifischen Anforderungen optimal zu erfüllen.

Die kaltgewalzten und hochveredelten Präzisionsstahlbänder von Eberle entsprechen gegenüber standart-Edelstählen viel höheren Ansprüchen an Toleranzen, Planheit, Festigkeitskonstanz oder Kantenausführung. Sie haben einen deutlich höheren Reinheitsgraß als die DIN-Norm vorsieht.

Geschichte

Gründer- und Aufbaujahre

Schon im Jahr 1836 begann der Firmengründer Norbert Eberle - er war Maurer und Kaminkehrer - die Herstellung von Laubsägeblättern, weil er im Sommer unterbeschäftigt war. Zunächst verwendete er gebrochene Uhrfedern. Mit einfachsten Mitteln fertigte er daraus Laubsägen mit erstaunlicher Präzision. Seine erste Werkstätte hatte er in den Herrenhäusern 12 (Litera E 41 beim Fischertor (Georgsviertel?). Norbert Eberle wurde am 26. Juli 1812 in Schießen? bei Roggenburg? geboren und arbeitete mit seinem Bruder Franz zusammen. Von Norbert Eberle stammte eine Maschine, mit der per Fußtritt die Sägeblatt-Zähne gestanzt werden konnten. Das waren die Anfänge der ersten Laubsägenfabrik der Welt.

1847 (nach anderen Quellen 1846) hatte Eberle schon zehn Mitarbeiter und stellte 60.000 Dutzend Laubsägen im Jahr her. Damals hatte Augsburg etwas über 38.000 Einwohner, doch die Eisenbahn zwischen Augsburg und München machte den Absatz über die Heimat hinaus einfacher. Bereits zu Beginn des Jahrzehnts setzte der Firmengründer auf den Export nach Moskau, London und Paris, wo eine Schwester seine Laubsägen an Feinmechaniker, Uhrmacher und Goldschmiede verkaufte.

Als Norbert Eberle am 25. November 1852 in Augsburg starb, hatte er die Firmenanteile seines Bruders übernommen und die Firma mit ihren Laubsägen über Deutschland hinaus bekannt gemacht. In der Zwischenzeit beschäftigte er 15 Personen. Die Firma ging an seinen 1838 geborenen Sohn Johann Norbert Eberle über, nachdem erst noch seine Mutter und eine Tante die Geschäfte für ihn führten. Johann Norbert Eberle baute die einfach Werkstätte zu einem Fabrikbetrieb mit Weltgeltung aus. Dazu erwarb er in den 1860er Jahren auf dem Mittleren Kreuz Litera F 264/65 und danach auch noch die angrenzenden Grundstücke F 262/63. Grundprinzip der Firma war, nur hochwertige Präzisionsware herzustellen.

1862 bekam Eberle auf der Londoner Weltausstellung eine Goldmedaille für die hergestellten Sägen. Ein Jahr später erlaubte ihm Zar Alexander II. Niolajewitsch den Verkauf der Eberle-Sägen auf dem russischen Markt.

Ab 1865 lag der Firmensitz Auf dem Kreuz 46. Hier erweiterte man den Betrieb um eine Feilenhauerei und nahm Großuhrfedern in die Produktion auf. Schon mit 20 Jahren unternahm der Erbe ausgedehnte Geschäftsreisen bis nach Amerika.

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Johann Norbert Eberle begann neben Laubsägen auch Sägeblätter verschiedener Art, Feilen und ab 1866 auch Uhrfedern für Wand- und Standuhren zu fertigen. Etwas später kamen auch noch Maschinenwerkfedern hinzu. 1870 begann seine Firma als erstes deutsches Werk mit der schwierigen Fabrikation von Taschenuhrenfedern. Damals arbeiteten schon etwa 100 Beschäftigte in dem Betrieb.

Stärkung durch Kooperation

1871 gewann Johann Norbert Eberle den erfahrenen Nürnberger Kaufmann Wilhelm Ammon als Kompagnon ("Associé" genannt) und teilte sich mit ihm die Geschäftsführung. Die Compagnons verband eine große Freundschaft und der Leitspruch "Schlicht und recht". Die Firma hatte jetzt über 140 Arbeiter, drei so genannte "Beamte" und zwei Reisende. Der Umsatz betrug 50.000 Reichsmark. Damals bekam die Firma ihren Namen "J. N. Eberle & Cie.". Den Arbeitern wurden freiwillig die Löhne erhöht, bei gleichzeitiger Senkung der Arbeitszeit auf elf Stunden. Das wurde durch die Erfindung von Maschinen möglich, die zugeschnittene Stahlstreifen automatisch einzahnten. Zudem führte Eberle einen ersten Unterstützungsfonds für die Arbeiter ein, einen Vorläufer der späteren Betriebskrankenkasse. Ebenfalls 1871 wurden die Eberle-Erzeugnisse auf einer Ulmer Ausstellung mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet. Es war die dritte goldene Medaille, die man einheimste.

Im Jahr 1872 hatte Eberle fast 250 Beschäftigte, davon fast 80 Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter.

1884 führte Eberle eine eigene Betriebskrankenkasse ein.

Für die Sägen- und Federnherstellung brauchte Eberle Stahl. Den Stahl bezog man aus dem Ausland. Doch immer wieder gab es Lieferschwierigkeiten, weshalb der Plan reifte, selbst kaltgewalzte Bandstähle herzustellen, um vom Ausland unabhängig zu sein. 1883 liefen bei Eberle die ersten Kaltwalzversuche. Abgeschlossen wurden sie 1885, als Eberle das erste deutsch Kaltwalzwerk in Betrieb nahm. Das stand in Pfersee zusammen mit der Härterei auf dem Gelände der Weißhauptschen Mühle?, die Eberle zusammen mit dem dazugehörenden großen Grundstück für den Bau des Kaltwalzwerks gekauft hatte. Nebenan floss der Mühlbach. Nun konnte Eberle dünne Metallbänder walzen und herstellen, was den teuren Import ablöste.

Der Umzug nach Pfersee führte auch zu günstigeren Transportwegen, denn 1846 hatte man den Hauptbahnhof eingerichtet. Verbindungen gingen von dort nach Donauwörth, Lindau, München und Ulm.

Anfangs arbeitete das Kaltwalzwerk nur für den eigenen Bedarf, doch bald zeigten andere Unternehmen Interesse an dem Bandstahl von Eberle, denn die Qualität war vorzüglich. Bald entschloss man sich deshalb, neben den Fertigerzeugnissen auch kaltgewalzte Bandstähle herzustellen und andere Firmen zu beliefern. Das brachte dem Kaltwalzwerk im Hause Eberle immer größere Bedeutung und schon bald verbanden Außenstehende den Namen Eberle mehr mit kaltgewalzten Bandstählen von erstklassiger Qualität als mit Federn und Laubsägen.

1889 begann Eberle in der damaligen Sternstraße (heute Ohnsorgstraße? und in der damaligen Wertachstraße (heute Kazböckstraße?) Wohnungen für die eigenen Arbeiter zu kaufen.

1891 arbeiteten mehr als 300 Beschäftigte bei Eberle. Das Werk konnte damals Stahlbänder mit der Dicke von 0,03 Millimeter herstellen, um daraus feinste Uhrfedern herzustellen. 1891 wurde etwa 1,1 Mio. Stück und 21. Mio. Stück Laubsägen hergestellt. Weitere Verwendungen der Bandstähle: Verschlüsse von Fotokameras, Akkordeon-Stimmplatten und Webkämme.

Die Ära nach dem Gründersohn

1897 starb Johann Norbert Eberle, der 45 Jahre das Unternehmen geleitet hatte. Damals hatte die Firma etwa 400 Mitarbeiter. Am 1. Januar 1900 tragen sein Sohn, Eugen Eberle, und Heinrich und Adolf Ammon, die Söhne des Teilhabers, als Gesellschafter in die Firma ein. Das Werk wurde in eine OHG überführt.

Um die Jahrhundertwende kam es bei Eberle zu einer großen Not an Kohlen, was zu einer Krise der Firma führte, aus der sie sich allerdings wieder erholte. Man exportierte bis nach Südamerika und baute die Russlandgeschäfte weiter aus. Auf den Weltausstellungen bis zum Ersten Weltkrieg erhielt der Eberle-Stahl weitere Auszeichnungen.

1905 zog auch die Verwaltung von Eberle nach Pfersee. 1907/09 baute man in der Eberlestraße 28 nach Plänen von Jean Keller eine neue Fabrik mit Verwaltungsgebäude, die wie ein Schloss wirken sollte. Die Jahre bis zum Ersten Weltkrieg waren von einem weiteren Aufstieg Eberles geprägt. Ab 1913 überwogen die Exporte das Inlandsgeschäft von Eberle.

Im Ersten Weltkrieg produzierte Eberle für das deutsche Heer. Bis 1918 war die Firma eine offene Handelgesellschaft. Nach dem Zusammenbruch des alten Staates wandelte man daas Werk in eine Aktiengesellschaft, deren Vorstand aus Theodor Ammon, dem dritten Sohn von Wilhelm Ammon, und Hermann Ritzl bestand.

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Weimarer Republik und Zweiter Weltkrieg

1922 war Eberle in Deutschland Monopolbetrieb für Taschenuhrenfedern. In den Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg waren durchschnittlich etwa 1.000 Menschen bei Eberle beschäftigt, wenn die Konjunktur gut lief sogar bis zu 3.000.

Auch in den 1920er Jahren exportierte man Bandstahl mit so großem Erfolg, dass Eberle als "bedeutendste Exportfirma ihrer Branche im Deutschen Reich" galt.

Hermann Ritzl starb 1929, was dazu führte, dass Hans Cleinow als Generaldirektor die Geschäftsführung übernahm, der er bis 1955 vorstand. Mit der Hilfe von Direktor Theodor Ammon und Direktor August Werner führte er das Unternehmen durch die schwere Wirtschaftskrise und brachte es in den 1930er Jahren wieder zur Blüte.

Der Zweite Weltkrieg brachte dem Rüstungsbetrieb durch die Luftangriffe auf Augsburg schwere Schäden. Zerstört wurden die Glühhallen, das Kesselhaus, die Werkstätten und das Maschinenhaus.

Wirtschaftswunderjahre

Der Wiederaufbau nach dem Krieg war anstrengend, wurde aber zu einer großzügigen Erweiterung der Fabrikanlagen und gleichzeitig ihrer Modernisierung genutzt, was ab 1948 einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge hatte. Schon 1951 fertigte Eberle praktisch wieder alle Erzeugnisse, die vor dem Krieg den Ruf der Firma in die Welt trugen. Und der Export lief wieder an.

1955 (nach anderen Quellen 1954) kam Eberle zu dem schwedischen Konzern Svenska Kullagerfabriken (SKF) und wurde von einer Aktiengesellschaft in eine GmbH gewandelt. Zuvor war seit 1929 die Aktienmehrheit bei Großbanken, während SKF ab 1931 ein kleineres Aktienpaket gehalten hatte. Das half Eberle in den Jahren danach in den weiteren Aufbau der Firma zu investieren. Auch das weltweite Organisationsnetzwerk der SKF war positiv für Eberle und steigerte den Export der Firma so sehr, dass bald etwa 1.000 Menschen in der Firma arbeiteten. 1960 baute man eine mehr als 70 Meter lange Glühhalle.

Anfang der 1960er Jahre leitete Direktor Johann Norbert Eberle, ein Urenkel des Firmengründers, als Geschäftsführer die Firma, zusammen mit dem stellvertretenden Direktor Dr. Gerhard Escher. Damals lag das Produktionsschwergewicht von Eberle auf kaltgewalzten Edelbandstählen, die im In- und Ausland wegen ihrer Güte und Präzision einfach nur "Eberle-Stahl" genannt wurden. Dieser Stahl hatte eine Dicke von oft nur 0,02 Millimeter und ging an viele damals weltbekannte Unternehmen. Daneben stellte Eberle individuelle Präzisionsformfedern aus Bandstahl her, die auf kaltem Weg verformt wurden, außerdem weiterhin Zugfedern für Laufwerke und Uhren sowie Spiralfedern für technische Zwecke. Immer noch umfasste das Eberle-Sägenprogramm Bandsägeblätter für Holz, harte und weiche Metalle, Laubsägen und Marketeriesägen für Holz und Metall, Chatonsägen, Uhrmachersägen, Kabelsägen, Sägeblätter für Spann-, Absatz-, Schitter-, Bügel- und Zimmermannssägen, Aushangsägen, Gehrungssägen, Baumsägen, Feinsägen, Lochsägen, "Blitz"-Einstrichsägen, Sägebogen, Metallsägen, die einseitig oder doppelseitig gezahnt waren, und Ziehsägen.

1968 schied der letzte Nachkomme des Firmengründers aus der Eberle-Geschäftsführung aus.

Abschwung

Zunächste boomte das Geschäft mit Bandstählen Anfang der 1970er Jahre noch so stark, dass Eberle in Pfersee die Produktionsanlagen zu klein wurden und man in Schwabmünchen Produktionsgelände ankaufte, wohin die Federnerzeugung ausgelagert werden sollte. Doch dazu kam es nicht mehr.

Im weiteren Verlauf der 1970er Jahren kamen nach einer langen Blütezeit der Firma Eberle Jahre nachlassender Produktion und Entlassungen. Die Firma hatte an vielen Stellen die technische Entwicklung verschlafen und geriet sogar in rote Zahlen.

Ende der 1970er Jahre, als die benachbarte Weberei Dierig ihre Produktion zurückzufahren begann, wurden die Gleise der Augsburger Localbahn zurückgebaut, die vom Eberle-Gelände zu Dierig führten.

1981 verkaufte Eberle die Federnproduktion an eine Firma in Schwabmünchen. Eberle war damals angeschlagen. Im Juli 1981 kaufte Heinz Greiffenberger? die Firma Eberle. Sein Sanierungskonzept ging schon nach wenigen Monaten auf, als Eberle wieder aus den roten Zahlen kam. Die gestärkte Firma integrierte Heinz Greiffenberger? 1986 in die Greiffenberger AG?. Auf dem Boden der Aktiengesellschaft gründete Eberle 1989 in Italien eine Tochterfirma. Technologische Fortschritte verdankte Eberle ab 1981 dem technischen Leider Robert Dusil.

Zwischen 1994, damals hatte Eberle etwa 200 Beschäftigte, und 1997 investierte Greiffenberger etwa 10 Mio. DM in Eberle, was 1997 mit 50,8 Mio. DM Umsatz bei 250 Mitarbeitern zum höchten Umsatz der Firmengeschichte bis dahin führte. Damals gingen die Produkte - Präzisionsbandstahl und Sägen - in etwa 40 Länder der Welt. Ein schwerer Einschnitt für Eberle bedeutete 1998 der Verkauf der traditionellen Laubsägen-Fertigung, aus der die ganze Firma hervorgegangen war.

2003 übernahm Stefan Greiffenberger die operative Führung von seinem Vater Heinz Greiffenberger.

2004 wurde ein Hallenanbau fertig gestellt, um in der Metallbandsägenproduktion die Kapazitäten zu erweitern. 2006 brachten die neuen Haubenofenglühanlagen in der Bandstahlfertigung einen weiteren Zuwachs an Qualität, Kapazität und Wirtschaftlichkeit. Eberle investierte damals rund 2 Mio. €. Ein Jahr später führte Eberle ein automatisches Oberflächen-Inspektionssystems zur Optimierung der Oberflächenkontrolle in der Bandstahlveredelung ein. 2005 gab die Firma ihren Umsatz mit 34,3 Mio. € an, bei 238 Mitarbeitern.

2009 musste Eberle in der Wirtschaftskrise für einen Teil seiner Belegschaft Kurzarbeit anmelden; Personal brauchte jedoch nicht entlassen zu werden. Mitte des Jahres konnte eine neue Hartmetallsägenfertigung eingeweiht werden. Die Investition kostete etwa 1,8 Mio. €.

Stabilisierung der Geschäfte

2010 übernahm Eberle die Vermögenswerte der MHPS Handschuh GmbH & Co. KG und baute damit die Hartmetallproduktion weiter aus. Im ersten Halbjahr 2010 machte Eberle mit fast 260 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 20 Mio. Euro. Das war ein Plus von 51 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2009, als die weltweite Krise auch Eberle mit seiner über 90 Prozent hohen Exportquote getroffen hatte.

Am 16. Juli 2011 konnte Eberle das 175-jährige Firmenjubiläum mit über 1.000 Gästen feiern. Die offizielle Festrede hielt der damalige bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil. 2011 hatte Eberle einen Umsatzrekord von 46,2 Mio. Euro zu verzeichnen. Bimetall-Bandsägen machten damals etwa 60 Prozent des Firmenumsatzes aus.

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Anfang 2012 bekam Eberle vom Hauptzollamt Augsburg? das AEO-Zertifikat überreicht. Dadurch wurden die zolltechnischen Abwicklungen für Eberle an Flug- und Seehäfen vereinfacht. Damals arbeiteten 277 Menschen bei der Augsburger Präzisionsfirma.

Details

Eberle stellt in Augsburg heute folgende Produkte her:

  • Industriebandsägen für alle Anwendungsbereiche: ein umfangreiches Produktprogramm an Metallbandsägen
  • Bandstahlprodukte auf höchstem technischen Niveau: Stoßdämpfer- oder Blattventilstahl, Rakel- oder Streichmesser oder C-Stahl für High-Tech-Anwendungen
  • Bimetall-Bandstahl für die Sägenindustrie: die Prozesskette vom Coil bis zur fertigen Säge

Die Bauteile aus Eberle Präzisionsbandstahl finden in der Papier- und Druckindustrie, in der optischen Industrie, in der Fahrzeugtechnik, der Textilbranche oder in medizinischen Geräten Anwendung. 1969 landete Eberle-Stahl sogar auf dem Mond, denn die Blende der Mondkamera, die erste Bilder von dort lieferte, war aus Eberle-Stahl gefertigt.

Die Bänder gibt es in verschiedenfarbigen Polierungen und Kantenformen, geliefert werden sie in Ringen, Ring- und Bundspulen oder in Fixlängen.

Das Eberle-Qualitätssystem ist seit 1996 nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Auch die beständige Reduzierung von Wertstoffen und Hilfsmitteln stellt neben dem Qualitätsanspruch ein Unternehmensziel dar.

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Ein großer Vorteil von Eberle ist die hundertprozentige Fertigungstiefe, die zu kaum messbaren Reklamationen der Eberle-Produkte führt. In der gesamten Branche ist Eberle die einzige Firma, die den kompletten Fertigungsprozess vom Walzen über das Schweißen, Härten und Fräsen beherrscht.

Noch immer arbeitet die Firma nach der Philosophie ihres Gründers und macht das, was anderen Firmen Probleme bereitet, was andere nicht leicht herstellen können und das mit nur engsten Toleranzen.

Auszeichungen

Die Stadt Augsburg benannte die Eberlestraße nach der einstigen Uhrenfedernfabrik Eberle & Cie an der Weißhauptschen Knochenmühle?.

  • 2008 Gold Award des Managementzertifizierers LRQA Lloyd´s Register Quality Assurance GmbH für zehn Jahre erfolgreiches Qualitätsmanagement nach der Norm DIN EN ISO 9001:2000

Adresse

J. N. Eberle & Cie. GmbH
Ein Unternehmen der Greiffenberger AG?
Eberlestraße 28
D-86157 Augsburg

Tel. +49 (821) 52 12-0
Fax. +49 (821) 52 12-300
E-Mail: info(@)eberle-augsburg.de


Weblinks


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