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Dombrunnen

auch Brunnen am Dom, Dom-Brunnen oder fälschlicherweise Ulrichsbrunnen? genannt.

Allgemeines

Der Augsburger Dombrunnen liegt an der südlichen Rampe des Ostchors des Doms Unserer Lieben Frau auf dem Domplatz? und besteht aus einer dreiteiligen Figurengruppe der drei Bistumspatrone Bischof Ulrich?, der heiligen Afra und Bischof Simpert, die alle eine besondere Verbindung zu Augsburg haben. Im Mittelpunkt der Komposition mit einem dreischenkeligen Brunnenbecken steht dabei Bischof Ulrich?. Da, wo der Brunnen steht, war nie zuvor ein Vorgängerbrunnen. Die Anlage des Brunnens, so schreibt der artguide Augsburg, nutzt den Geländesprung an dieser Stelle geschickt aus. Er schiebe sich wie der Rumpf eines Schiffs in den Raum des Domplatzes?, was von großer Selbstsicherheit zeuge.

Geschichte

Der Dombrunnen wurde 1985 anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt Augsburg im Rahmen der Neugestaltung des Domplatzes aufgestellt. Das Brunnenbecken besteht aus Flossenbürger Granit, aus welchem sich die drei Bistumspatrone in lebensgroßen Bronzen erheben.

Bei dem Brunnen handelt es sich um das letzte Werk des Münchener Bildhauers Prof. Josef Henselmann (1898 - 1986), der Professor an der Akademie der bildenden Künste in München und auch langjähriger Leiter dieser Hochschule war. Henselmann schuf im Dominneren auch die vielfigurige Hochaltargruppe in Bronze. Der Dombrunnen wird als von naturalistischer Altersmilde geprägtes Kunstwerk des angesehenen Künstlers betrachtet.

Am 31. Oktober 2009 führte die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ am Dombrunnen eine Mahnwache „Wider die Resignation in der Ökumene“ durch. Die Mahnwache fand anlässlich des 10. Jahrestages der Unterzeichnung der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ (GER) statt und forderte die Kirchenleitungen auf, weitere „Gemeinsame Erklärungen“ zur Ämterfrage und zum Herrenmahlsverständnis vorzubereiten und der Ökumene oberste Priorität einzuräumen. Hintergrund dieser Mahnwache war der 31. Oktober 1999, als in Augsburg Vertreter des „Lutherischen Weltbundes“ und des „Vatikanischen Rates für die Einheit der Christen“ die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ beurkundeten und erklärten, dass sie in den Grundwahrheiten des Glaubens übereinstimmen, die gegenseitigen Lehrverurteilungen gegenstandslos und die Verständnisse der Rechtfertigung zwar unterschiedlich, aber nicht kirchentrennend sind. Dem schloss sich 2006 der Weltrat methodistischer Kirchen an. Leider hat sich die Ökumene in den Augen vieler Christen nicht so weiterentwickelt, wie gedacht. Die Mahnwache wurde durchgeführt, um die Kirchen aus dem Zustand der Stagnation und des Rückschritts herauszureißen.

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Details

Die Figuren

St. Ulrich

In der Mitte der Brunnenfiguren steht erhaben die Gestalt des Bischofs Ulrich? (Name althochdt., bedeutet "der an Erbgut Reiche"), der mit erhobenem Kreuz und hoch zu Ross gestiefelt und gespornt dargestellt wird. Er war im Jahre 955 bei der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die Ungarn der Verteidiger von Augsburg: Als Reichsfürst hoch zu Ross befehligte Ulrich die Verteidigung von Augsburg gegen die andrängenden Ungarn; seinem inständigen Gebet, mit dem er die Kämpfenden stärkte, wurde der Sieg auf dem Lechfeld zugeschrieben. Ohne Schild und Waffen sei er, so berichtet die Legende, nur mit der Bibel in der Hand, den andrängenden und militärisch weit überlegenen "Heiden" entgegen geritten. Hier in diesem Brunnen wird Bischofs Ulrich? dominierend als "Retter der Stadt" verbildlicht und fast möchte man sagen verherrlicht.

Sankt Ulrich © Eva Stuhlmüller

St. Afra

Durch einen Pfahl, an dem Flammen emporzüngeln, wird der Märtyrertod der heiligen Afra (Name lat., bedeutet "Die Afrikanerin") am Dombrunnen symbolisiert. Afra wurde 304 n. Chr. als Christin hingerichtet. Legenden erzählen von Afra als der Tochter des Königs von Zypern. Dieser wurde erschlagen, seine Frau Hilaria floh mit Afra nach Rom und weihte ihre Tochter der Liebesgöttin Venus. Afra träumte, sie solle Königin von Augsburg werden und bewog die Mutter, mit ihr hierher zu ziehen. Mit drei Gespielinnen soll sie in Augsburg ein Freudenhaus eingerichtet haben. Bischof Narcissus kehrte, so die Legende, während seiner Flucht vor der Diokletianischen Verfolgung, Herberge suchend, unwissend in dieses Haus ein. Afra bereitete ihm ein Mahl und wurde von seinem Tischgebet so berührt, dass sie ihm zu Füßen fiel, sich bekehren und taufen ließ. Sie schloss das Bordell, worauf sie von mehreren enttäuschten Augsburgern als Christin angezeigt wurde. Die auch in Augsburg fortschreitende Christenverfolgung brachte sie ins Gefängnis und zur Verurteilung: an einen Baumstamm gebunden wurde sie um 304 enthauptet - eine ältere Legende erzählt von ihrer Verbrennung auf dem Lechfeld. Die hl. Afra steht am Dombrunnen zur Linken Bischof Ulrichs?.

Sankt Afra © Eva Stuhlmüller

St. Simpert

Bischof Simpert (Name althochdt., bedeutet "auf glänzendem Weg") wird am Augsburger Dombrunnen dargestellt, wie er ein kleines Kind segnet, das der Legende nach von Wölfen unversehrt zurückgelassen wurde. Er leistete Mitte des 8. Jh. als Bischof bedeutende Aufbauarbeiten für das durch Kämpfe verwüstete Augsburg. Simpert wurde in der von ihm erneuerten und geweihten Kirche Sankt Ulrich und Afra beigesetzt. An seinem Grab ereigneten sich zahlreiche Wunder. Erzählt wird z. B., wie eine Mutter um Hilfe bat, weil ein Wolf ihr Kind verschleppt hatte; der Wolf brachte daraufhin das Kind unversehrt in die Kirche zurück. Deshalb wird Simpert am Brunnen mit einem Wolf als Attribut gezeigt.

Neben Bischof Simpert sind auch Bischof Ulrich? und die heilige Afra in der Basilika Sankt Ulrich und Afra begraben.

Sankt Simpert © Eva Stuhlmüller

Sonstiges

Die Form des Brunnens ist dreieckig. Gerne nutzen Touristen den Brunnen für Erinnerungsfotos, denn hinter dem Brunnen erhebt sich in wenigen Metern der Dom Unserer Lieben Frau von Augsburg, so dass dieser Platz eine ideale Kulisse für beeindruckende Fotos bildet.

Anders als viele andere Augsburger Brunnen wird der Dombrunnen nicht durch die Stadt, sondern durch die Dompfarrei? winterfest abgedeckt.

Fälschlicherweise wird der Brunnen oft als Ulrichsbrunnen? bezeichnet, doch steht der Ulrichsbrunnen? an einer anderen Stelle des Doms.

Lage


Weblinks


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