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Die Wertach in Augsburg

Auf Augsburger Stadtgebiet fließt die Wertach etwas mehr als 13 Kilometer. Das ist eine ihrer längsten Flussstrecken. Leider wurde die Wertach in der Vergangenheit auf Augsburger Gebiet so begradigt und eingeengt, dass eine Sanierung im Rahmen von Wertach vital nötig wurde, um eine weitere Vertiefung des Bettes, eine ständig größer werdende Gefahr von Hochwassern und der weitere Verlust an Lebensräumen für Fauna und Flora zu verhindern. Kleingärten und Siedlungen grenzen auf Augsburger Stadtgebiet den Fluss ein, Verkehrswege führen an ihm entlang oder kreuzen ihn.

Auf der Höhe der Wertachbrücke in Göggingen zweigt von der Wertach der Wertach-Kanal bzw. Senkelbach als Fabrikkanal ab, der zur Energiegewinnung dient. Auf der linken Seite der Wertach leitet man über Pfersee und Oberhausen einen ehemaligen Mühlbach ab.

Wertachkanäle

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Bei den Wertachkanälen auf Augsburger Gebiet wird zwischen einem rechten Wertachanstich und einem linken Wertachanstich unterschieden.

Zum rechten Wertachanstich gehören Fabrikkanal, Wertachkanal, Holzbach und Senkelbach mit etwa 16 Kubikmetern Wasser pro Sekunde. Schon 1589 hat man bei Pfersee einen ersten rechten Anstich vorgenommen, um das ausgetrocknete Bett der Singold zu füllen. Der erste Teil des entstandenen Gewässers wird Holzbach genannt, im weiteren Verlauf spricht man vom Senkelbach. Er fließt in der Nähe der Wolfzahnau wieder in die Wertach zurück. Einen zweiten rechten Wertachanstich nimmt man 1884 bei Göggingen vor, um einen Fabrikkanal für die Zwirn- und Nähgarnefabrik Ackermann Nähgarne GmbH & Co.? zu schaffen. 1920 verbindet man beide rechten Wertachkanäle durch den so genannten Wertachkanal. Er betreibt das Kraftwerk an der Schießgrabenstraße, das der Energieversorgung der Augsburger Straßenbahn dient.

Zum linken Wertachanstich gehören der Mühlbach in Pfersee und der Hettenbach? mit 2 Kubikmetern Wasser pro Sekunde. Er dient als Vorfluter für Oberhausen, betreibt verschiedene Kleinkraftwerke von Unternehmen und fließt bei Oberhausen wieder in die Wertach zurück.

Hochwassergefahr

Schon der keltische Name für die Wertach ist ein Hinweis auf die unregelmäßige Wasserführung des Voralpenflusses. Da es im Allgäu heftig und häufig regnet, schwillt die Wertach oft schnell und unberechenbar an, was zu Hochwasser führen kann. Im Gebiet von Augsburg kann die Wasserführung zwischen 8 und 350 Kubikmetern pro Sekunde schwanken. So berichten schon römische Quellen, dass im Jahr 16 n. Chr. ein Wertachhochwasser das Lager bei Oberhausen überflutete und unter Kies begrub. Das war der Grund, weshalb die Römer ihr Quartier dann auf die Hochterrasse zwischen Wertach und Lech verlegten.

Alle Gemeinden hielten wegen der häufigen und heftigen Hochwasser gebührenden Abstand zur Wertach, die sich mit starkem Kiesgeschiebe durch das Wertachtal und an den menschlichen Siedlungen vorbei schob. Trotzdem hatten alle Gemeinden am Fluss immer wieder unter Hochwasser zu leiden - und natürlich auch Augsburg, vor allem Pfersee. Wegen der Wertach lag die Bebauungsgrenze früher an der Mündung der Brunnenbachstraße? in die Augsburger Straße. Immer wieder wurde der Steg und später die Brücke nach Augsburg zerstört. 1855 zerstörte ein Hochwasser die Felder und war die Ursache für eine Hungersnot in Pfersee, weshalb man im Jahr darauf mit der systematischen Kanalisierung des Flusses begann, ihn begradigte und sechs Meter tiefer legte, um den Wohnbereich zwischen der Kirche Sankt Michael? und der Wertachbrücke vor weiteren Hochwassern zu schützen. Aber das half nichts: Allein zwischen 1893 und 1910 kam es zu fünf weiteren Überschwemmungen, weshalb man in Pfersee immer Boote bereithielt.

Die Situation besserte sich erst nach dem 1. Weltkrieg, nachdem man den Fabrikkanal und die damit zusammenhängenden Wehranlagen baute. Vom nächsten Hochwasser ist erst wieder 1932 zu berichten, als Teile von Göggingen überschwemmt werden. Weitere Hochwasser kommen in den Jahren 1965 und 1999. In beiden Fällen folgen die Hochwasser dem ehemaligen Verlauf des Brunnenbachs. Besonders schlimm traf das Hochwasser 1999 die Stadt, aber nicht weil die Dämme überflutet wurden, sondern weil ein veraltetes Wehr brach, als sich angeschwemmte Stämme darin verfingen und die Wertach so lange aufstauten, bis das Wehr brach.

Aufgrund des Hochwassers 1999 erkannte man, dass die Begradigung der Wertach keinen Schutz für Augsburg bietet, ja dass sich im Gegenteil die Hochwassergefahr sogar noch vergrößert, weil durch die Begradigung ausgedehnte Kiesbänke und Auenwälder verloren gingen, die als natürliche Wasserrückhalteflächen dienen können. So kam es am Pegel in Oberhausen 1999 zu einer Fließgeschwindigkeit von 423 Kubikmetern pro Sekunde. Die mit dem Bruch des Wehres in Göggingen und Pfersee verbundenen Schäden lagen im dreistelligen Millionen-DM-Bereich.

Fischerei

Im Stadtgebiet von Augsburg darf auf einer Streckenlänge von etwa 3,5 Kilometern in der Wertach gefischt werden. Man kann dafür Tageskarten bekommen. Verboten sind Nachtangeln, Bootsangeln, Tiroler Hölzel und es gibt folgendes Fanglimit: 3 Salmoniden (max. 1 Huchen), 2 Zander, 3 Karpfen o. Schleien / Tag (insgesamt maximal 4 der genannten Fische).

Erlaubt sind 2 Ruten, beim Spinnfischen nur eine. Die Hauptfischarten sind Regenbogenforellen, Bachforellen, Aale, Karpfen, Schleien, Barben, Döbel, Hechte, Zander, Barsche, vereinzelt auch Huchen und verschiedene Weißfischarten.

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