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Deutsches Mozartfest

Ein Fest im Gedenken an die Familie Mozart, das Augsburg als deutsche Mozartstadt ausrichtet.

Allgemeines

Das Deutsche Mozartfest findet jedes Jahr an verschiedenen Orten in Augsburg statt - zum Teil auch an Orten, an denen die Familie Mozart selbst schon musizierte.

Geschichte

2007

2007 stand Joseph Boulogne Chevalier de Saint-Georges (1745 - 1799) im Mittelpunkt des Festivals. Er war Sohn eines französischen Adligen und einer schwarzen Sklavin, wurde auf Guadeloupe geboren und war ein Virtuose als Fechter wie als Geiger. Er war die führende Persönlichkeit der französischen Violinliteratur des ausgehenden 18. Jahrhunderts und wurde "Der schwarze Mozart" genannt.

2010

Für das Mozartfest des Jahres 2010 mit seinen etwa 15 Veranstaltungen konnte Claudio Abbado, ehemals Chef der Mailänder Scala, Leiter der Berliner Philharmoniker und Generalmusikdirektor Wiens, als Schirmherr gewonnen werden. Gefördert wurde das länderübergreifende Projekt "Mozart und Italien" von der EU, weil Augsburg in diesem Jahr mit Mailand/Bologna und dem King´s College London zusammenarbeitete. 2010 wurde nicht nur Mozarts musikalische Weiterentwicklung während der Italienreisen mit seinem Vater Leopold gezeigt, wie es seine Sinfonien aus dieser Zeit und die Oper „Mitridate, Re di Ponto“ belegen. Ein Schwerpunkt lag auch auf den vergessenen Meistern des Barock und der Klassik, die das junge Genie damals beeinflusst haben. Interpreten der Konzerte und Aufführungen waren namhafte Orchester, Solisten und vielversprechende Nachwuchsmusiker. Mit dabei: Marco Armiliato, Alessandro Solbiati, die Accademia dell’Orchestra Mozart, die Bayerische Kammerphilharmonie unter Reinhard Goebel, die Augsburger Domsingknaben, Christiane Karg, Mirijam Contzen und viele mehr. 2010 bot das Augsburger Mozartfest den Anlass für ein Komponistenporträt in BR Klassik. Am 3. Mai um 22.05 Uhr widmete sich die Sendung „Horizonte – Studio für Musik“ dem Mailänder Musiker Alessandro Solbiati. Er hatte für die Eröffnung des Mozartfests das Auftragswerk „Sinfonia Terza“ komponiert, das am 7. Mai 2010 vom Münchner Rundfunkorchester im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses uraufgeführt wurde. Mit einem wissenschaftlichen Workshop im Rahmen des Mozartfests positionierte sich Augsburg erneut als wichtige Adresse der internationalen Mozartforschung. Auch der zusammen mit der Yale University durchgeführte Meisterkurs unter der Leitung von Helen Donath unterstrich die internationale Bedeutung des Festivals. Wolfgang Amadé Mozart war erst 14 Jahre alt, als er mit Vater Leopold 1769 zum ersten Mal nach Italien reiste. Sein aus dieser Zeit hervorgegangenes Schaffen zeigt die Weiterentwicklung seiner Meisterschaft – von zahlreichen Sinfonien bis zur Oper „Mitridate, Re di Ponto“, 1770 in Mailand uraufgeführt. Doch welche Musik haben die Mozarts während ihrer Reisen gehört? Was hat das junge musikalische Genie beeinflusst? Dieser Frage spürte das Augsburger Mozartfest 2010 nach und schlug den Bogen von Mozarts Werken über die seiner Zeitgenossen bis zur italienischen Komposition der Gegenwart. Die begleitende Ausstellung im Schaezlerpalais zeigte Leihgaben eines amerikanischen Sammlers, darunter ein ganz besonderes Exponat: eines der wenigen, mit großer Wahrscheinlichkeit authentischen Mozart-Porträts des Wiener Hofmalers Josef Hickel.

Im Oktober 2010 erschien bei oehmsclassics eine CD, die von der bayerischen Kammerphilharmonie unter der Leitung von Reinhard Goebel? zum Festival eingespielt wurde. Zu hören sind darauf Konzerte und Sinfonien von Johann Adolf Hasse, Niccoló Jommelli, Thomas Linley, Franz Lamotte, Venanzio Rauzzini und W. A. Mozart. Besonders hervorzuheben ist die Wiederentdeckung des Konzerts für Violine und Orchester D-Dur von Franz Lamotte, das in dieser Einspielung erstmals seit den 1770er Jahren erklingt. Solistin an der Violine ist Mirijam Contzen. Dass die junge Geigerin selbst tief berührt ist von der Musik Linleys, zeigt ein Film von Ruth Wischmann, der zur CD-Produktion entstanden ist. Die bayerische kammerphilharmonie, der Dirigent Reinhard Goebel und die Solistin Mirijam Contzen gewähren hier Einblicke in ihre Arbeit und erzählen von ihrem persönlichen Zugang zu einer Epoche, die, so Contzen, "noch so vieles mehr bietet, was es zu entdecken gilt". Zu eindrucksvollen Impressionen von Rathausplatz, Maximilianstraße und Kleinem Goldenen Saal und mit einigen Hörproben der außergewöhnlichen Einspielung zeichnet der Film ein lebendiges Bild der deutschen Mozartstadt Augsburg.

2011

Das 60. Deutsche Mozartfest wurde am 14. Mai 2011 unter dem Motto "Auftakt mit Bach!" in Evangelisch Heilig Kreuz von den Augsburger Domsingknaben eröffnet. Das Eröffnungskonzert hatte Mozarts "Missa Solemnis" auf dem Programm, begann jedoch mit einem Werk seines Zeitgenossen: "Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu" von Carl Philipp Emanuel Bach. Dem Bach-Sohn zollte Mozart großen Respekt: "Er ist der Vater, wir die Buben. Wer von uns was Rechtes kann, hat von ihm gelernt." Und das Oratorium kannte Mozart gut: Für die Aufführungen 1788 in Wien hatte er es bearbeitet und auch selbst dirigiert. Carl Philipp Emanuel Bach, zweitältester Sohn von Johann Sebastian Bach, war zu Lebzeiten berühmter als sein Vater. 1714 in Weimar geboren, begann er seine Musikkarriere in Berlin. Dort veröffentlichte er 1753 sein bedeutendstes Lehrwerk „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“. In Hamburg schrieb er das Oratorium, das zum 60. Deutschen Mozartfest zu hören war. Es wurde 1778 im Konzertsaal „Auf der Kamp“ uraufgeführt – also außerhalb des kirchlichen Kontextes, was zu seines Vaters Zeiten noch undenkbar gewesen wäre. In der Evangelischen Heilig Kreuz-Kirche dirigierte Hermann Max, Bach-Experte und Spezialist für historische Aufführungspraxis, sein Originalklang-Ensemble Das Kleine Konzert und die Augsburger Domsingknaben. Hermann Max, der in Berlin Kirchenmusik studierte, gründete das Barockorchester Das Kleine Konzert 1980. Die Solo-Parts übernahmen Veronika Winter (Sopran), Margot Oitzinger (Alt), Bachwettbewerb-Preisträger Andreas Post (Tenor) und Stephan Genz (Bass).

Zum Auftakt des 60. Deutschen Mozartfests am 13. Mai präsentierte der Wißner Verlag die Buchneuerscheinung „Musiker auf Reisen“, herausgegeben von Christoph-Hellmut Mahling. Es führt die Fachbeiträge eines Symposiums zusammen, das 2009 in Augsburg in Zusammenarbeit mit dem Verein Europäische Mozart Wege stattfand. Und befindet sich damit in guter Tradition: Augsburg war im 18. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum, wenn es um die Edition von Noten und musikalischen Lehrwerken ging – der Musikverlag Lotter war damals weit über die Grenzen Augsburgs hinaus bekannt. Musiker sind ständig auf Reisen, auch heute noch. Mit PKW und moderner Kommunikation ist dies freilich ungleich leichter zu bewältigen als im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Wolfgang Amadé Mozart reiste fast ein Drittel seines Lebens. Louis Spohr, ganz reisender Virtuose, konstruierte eigens einen mobilen Harfenkasten für seine Frau. Felix Mendelssohn bereitete seine Reisen durch eine Unzahl von Briefen vor. Telemann reiste dem Grafen von Promnitz bis ins ferne Schlesien nach, „global player“ der Oper wie Hasse oder die großen Primadonnen reisten ständig zwischen mehreren Opernzentren hin und her. Die Beiträge des Buches behandeln auf 224 Seiten die verschiedenen Aspekte des Reisens vom frühen 18. bis ins frühe 19. Jahrhundert, von der höfischen Zeit bis in die Epoche der Virtuosen und der Salons. Im Fokus stehen neben W. A. Mozart, dem reisenden Musiker par excellence, besonders die Musikjubilare des Jahres 2009: Haydn und Händel, Spohr und Mendelssohn.

2012

Das 61. Deutsche Mozartfest 2012 gedachte des 225. Todestags des großen Komponisten und bezog vor allem die jungen Besucher in das Geschehen ein. Motto war "Leopold Mozart im Spiegel seiner Zeit" und so würdigte das Fest seine Bedeutung als Musikpädagoge und als Wegbereiter der Klassik. Ein besonderes Erlebnis war der Auftritt der Wallfisch Band, die ausschließlich auf nachgebauten Instrumenten aus dem frühen 18. Jahrhundert spielte. Außerdem bot die Deutsche Mozart-Gesellschaft? mit dem Pilotprojekt des Hausmusikwettbewerbs "Heimspiel" zum ersten Mal eine Plattform für jene, die sich der Hausmusik verschrieben haben.

2014

Das 63. Deutsche Mozartfest in Augsburg widmete sich Richard Strauss, dessen 150. Geburtstag 2014 gefeiert wurde. Den Auftakt machte das Württembergische Kammerorchester Heilbronn mit der jungen Geigerin Veronika Eberle. Neben dem Streichsextett aus der Oper "Capriccio" von Richard Strauss gab es die "Jupitersinfonie" von Mozart zu hören. Höhepunkt des Festivals war der Auftritt von Weltstar Albrecht Mayer, der das berühmte Oboenkonzert des Garmischer Komponisten zusammen mit der Bayerische Kammerphilharmonie spielte. Der Pianist und Strauss-Spezialist Nicholas Rimmer zeigte, dass der Schöpfer großer Tondichtungen auch intimere Töne anzuschlagen wusste. Ein Hauch von Fin de siècle lag über der Abschlussmatinée im Parktheater? Göggingen. Dort war die Sopranistin Sophia Brommer mit den "Vier letzten Liedern" von Strauss und Liedern von Mozart zu hören. Mittagskonzerte und ein wissenschaftliches Symposion rundeten das Programm ab, das unter der Schirmherrschaft von Kammersängerin Brigitte Fassbaender stand. Sie gab in Augsburg einen Meisterkurs für Gesang, der in einem öffentlichen Abschlusskonzert des Mozartfestes endete.Das 63. Deutsche Mozartfest in Augsburg widmete sich Richard Strauss, dessen 150. Geburtstag 2014 gefeiert wurde. Den Auftakt machte das Württembergische Kammerorchester Heilbronn mit der jungen Geigerin Veronika Eberle. Neben dem Streichsextett aus der Oper "Capriccio" von Richard Strauss gab es die "Jupitersinfonie" von Mozart zu hören. Höhepunkt des Festivals war der Auftritt von Weltstar Albrecht Mayer, der das berühmte Oboenkonzert des Garmischer Komponisten zusammen mit der Bayerische Kammerphilharmonie spielte. Der Pianist und Strauss-Spezialist Nicholas Rimmer zeigte, dass der Schöpfer großer Tondichtungen auch intimere Töne anzuschlagen wusste. Ein Hauch von Fin de siècle lag über der Abschlussmatinée im Parktheater? Göggingen. Dort war die Sopranistin Sophia Brommer mit den "Vier letzten Liedern" von Strauss und Liedern von Mozart zu hören. Mittagskonzerte und ein wissenschaftliches Symposion rundeten das Programm ab, das unter der Schirmherrschaft von Kammersängerin Brigitte Fassbaender stand. Sie gab in Augsburg einen Meisterkurs für Gesang, der in einem öffentlichen Abschlusskonzert des Mozartfestes endete.

2015

2015 lautete der Titel des Deutschen Mozartfestes im Mai "Mozart und die Klarinette". Es begann mit dem Konzert der Sopranistin Alex Penda und der Akademie für Alte Musik Berlin. Auch die "Grande Dame der Klarinette", Sabine Meyer, kam als Solistin nach Augsburg. Inspiration war die große Vorliebe Wolfgang Amadé Mozarts für die Klarinette. Einige der renommiertesten Klarinettisten waren dabei, musikalisch auszuloten, wie vielseitig dieses Instrument ist. Der Musikgenuss rund um die Klarinette wurde in vielen Spielarten geboten: So zeigte die Bayerische Kammerphilharmonie mit der Klarinettistin Nicola Jürgensen und ihrem Leiter Reinhard Goebel, wie die Klarinette am Mannheimer Hof vor und zu Mozarts Zeit erklang.

2016

Mitte November 2016 aktualisierte die Mozartstadt Augsburg ihre Homepage.

2017

Steven Isserlis, der britische Starcellist, erhielt im Frühjahr 2017 die renommierte Wigmore Medal der Londoner Wigmore Hall für seine herausragenden Verdienste um den legendären Konzerttempel. Im Rahmen des Deutschen Mozartfests Augsburg war Steven Isserlis gemeinsam mit den Augsburger Philharmonikern und Meisterschülern der Kronberg Academy unter der Leitung von GMD Domonkos Héja im Kongress am Park zu erleben. Auf dem Programm stand Richard Strauss' monumentale Tondichtung Don Quixote sowie die berühmte Sinfonia concertante von Wolfgang Amadeus Mozart.

Das Mozartfest 2017 begab sich auf Spurensuche und feierte zum Auftakt den Wegbereiter der musikalischen Neuzeit und "Trendsetter" Claudio Monteverdi im Jahr seines 450. Geburtstags. Die neue italienische Melodieführung, die französische Orchestrationskunst und die deutsche Kontrapunktik entwickeln sich stringent über Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und Mozarts musikalischen Vater Joseph Haydn bis hin zu Mozart selbst. Mozart diente wiederum nachfolgenden Komponisten wie Beethoven, Mendelssohn und Brahms als (für manche fast unerreichbares) Vorbild. Die Spuren führten weiter bis hin zur zeitgenössischen Musik, die neben ihren ganz eigenen Formen und Kompositionstechniken auch die „klassischen“, ja, Mozart’schen Vorbilder wiederentdeckt und sich damit auseinandersetzt. Zwei Konzerte des Mozartfests 2017 widmeten sich dem Reformationsjubiläum und dessen Bedeutung für Augsburg und die protestantische Kirchenmusik. Das erschien nur auf den ersten Blick ganz unmozartisch, denn Mozart war ein Meister im Aufnehmen und Verarbeiten von Spuren aller Art – um diese dann selbst für die Nachwelt zu legen.

Für das erste „Mozartstadt-Konzert“ engagierten das Deutsche Mozartfest, der Internationale Violinwettbewerb Leopold Mozart und die Deutsche Mozart-Gesellschaft mit Isabelle Faust eine der besten Geigerinnen der Welt. Seit Isabelle Faust im Jahr 1987 den ersten Internationalen Violinwettbewerb Leopold Mozart gewinnen konnte und ganz Augsburg verzauberte, ist aus dem damals 15-jährigen Wunderkind ein international gefeierter Weltstar geworden, der seit vielen Jahren auf allen wichtig Konzertbühnen zu erleben ist.

Außerdem startete 2017 das 1. Mozartfest für Kinder.

Details

Ein Aspekt des Festivals ist der bildungspolitische Auftrag. Man will junge Menschen spielerisch an die klassische Musik heranführen. Das geschieht mit offenen Proben, Workshops, Würfelkompositionen, Gesprächskonzerten etc. - ganz im Sinne von Leopold Mozart. Damit in Zusammenhang steht, dass das Festival eine Plattform für Nachwuchskünstler und musikalische Amateure sein will.

Die Festtage werden vom Kulturbüro? der Stadt Augsburg organisiert, wären aber ohne Sponsoren nicht denkbar.

Geschätzt werden die kostenlosen Mittagskonzerte im Viermetzhof des Maximilianmuseums, die während der Festtage jeden Tag kurz nach 12 Uhr beginnen und durch die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung ermöglicht werden.

Karten für die Veranstaltungen zum Deutschen Mozartfest können etwa ab zwei Monaten vor den Tagen beim Besucherservice des Theaters Augsburg bestellt werden:

Besucherservice des Theaters Augsburg
Kennedyplatz? 1
86152 Augsburg

Tel. 0821/3244900
Fax. 0821/3244517
E-Mail: [email protected]

Weblinks


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