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Details des Botanischen Gartens Augsburg

Der Eingangsbereich

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Empfangen wird der Besucher durch eine Kugelrobinien-Allee, an deren Seiten sich Schmuckbeete ausdehnen. Auf der rechten Seite liegen zusätzlich acht kleine Themengärten ("Steine und Stauden", "Wohn- und Dachgarten", "Sitzplatz unter Pergola" etc.), die Anregungen für zu Hause bieten und anlässlich der ersten bayerischen Landesgartenschau 1985 angelegt wurden. Das Motto hieß damals "Grün im Lebensraum Stadt".

Augsburg Bot Garten Ausgang
Botanischer Garten in Augsburg, Blick zum Ein- und Ausgang 2007. I, Aloiswuest [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Aufgehende Sonne

Der erste kleine Themengarten heißt "Aufgehende Sonne", weil sein Boden entsprechend gepflastert ist. Die Sonne ist durch eine kreisrunde Holzpflasterfläche dargestellt. Rote Klinkerzeilen sollen die Strahlen der Sonne symbolisieren. Zwischen den Klinkerstreifen liegt dunkles Porphyrpflaster, was zeigt, dass die Nacht durch die Sonnenstrahlen vertrieben wird. Auch die Rundhölzer der Pergola bilden die Sonnenstrahlen nach. Der rund gestaltete Sitzplatz strahlt Harmonie und Frieden aus.

Garten für kleine Feste und zur stillen Einkehr

Der nächste Bereich trägt den Namen "Garten für kleine Feste und zur stillen Einkehr". Durch die Modellierung von Erde und eine dichte Bepflanzung hat man hier einen in sich geschlossenen Raum geschaffen, der gegen neugierige Blicke und Lärm schützt, so dass man hier gut kleine Feste ungestört feiern kann. Dieser Gartenbereich kann im Sommer als zweiter Wohnraum genutzt werden. Kleine runde Pflasterflächen beruhigen und lassen den Raum größer erscheinen, in dem Sitzplatz, Rasen und Teich gut geordnet sind.

Sitzplatz unter der Pergola

Es folgt der "Sitzplatz unter der Pergola". Auch hier hat man sich an den Grundsatz gehalten, dass die sparsame Verwendung von Baumaterialien einen Garten ziert. Dadurch, dass man hier gebrauchte Baumaterialien wiederverwendete, hat der Garten sehr gewonnen. Außerdem hat man die Bepflasterung abgesenkt und dadurch die Bepflanzung hervorgehoben. Seitlich ist der Garten durch Holzbohlen eingefasst, die zugleich als Sitzfläche dienen. An der Pergola rankt eine Kletterhortensie.

Paradiesgärtlein

Danach kommt das "Paradiesgärtlein" hinter geschnittenen Hecken, das nach mittelalterlichen Vorlagen wie ein Garten Eden angelegt wurde. Damit wird Bezug genommen auf alte Traditionen und Darstellungen des Gartens Eden. Der hortus ist durch streng geschnittene Hecken gut nach außen hin abgegrenzt. Eingefasste und hoch gelegte Beete sind typische mittelalterliche Elemente. Gemauerte Steinbänke und Wasser wirken belebend. Man hat Rosen und Lilien gepflanzt, denen im Mittelalter Wunderkräfte zugesprochen wurden. Rechteckig ist der Garten, weil er der Form eines mittelalterlichen Kreuzgangs nachgebildet ist.

Wohn- und Dachgarten

Im nächsten Garten kann man sich Bepflanzungstipps für den eigenen "Wohn- und Dachgarten" abholen, denn Flachdächer oder ähnliche befestigte Flächen kann man leicht begrünen. Im Augsburger Botanischen Garten hat man Pflanzgefäße mit besonderen Substraten verwendet. Eine automatisch zu regelnde Wasserversorgung gewährleistet, dass die Pflanzen immer genug Wasser haben. Man sieht hier, wie einfach es ist, graue Hausflächen in grüne Oasen zu wandeln und sich die Natur in die Nähe zu holen.

Stein und Staude

Es folgt der Garten "Stein und Staude". Um nicht mit vielen Materialien zu Unruhe und Disharmonie zu führen, hat man den Themengarten "Stein und Staude" ausschließlich mit gelbem Bayerwaldgranit gepflastert. Die Flächen sind unterschiedlich formatiert, es gibt kleine und große Platten für die Wege, was einen netten Kontrast ergibt. Die gepflanzten Stauden erzeugen den Charakter der Naturnähe.

Liebhabergarten

Dann kommt der "Liebhabergarten", der alte Sammlerstücke zeigt. Dieser Garten wirkt altehrwürdig und ruhig, was von der Verwendung und Bearbeitung alter Baumaterialien herrührt. Auch die Pflanzenzusammenstellung wirkt in dieser Weise. Der Bereich wirkt wie ein Innenhof, in dem man sich vom Stress des Alltags erholen kann. Man wünscht sich, hier im Einklang mit der Natur leben zu können.

Naturnaher Garten

Im naturnahen Garten, dem letzten Themengärtchen, haben kleine Pflanzen wie die Dalmatiner Glockenblume Platz, auch Schaublatt, Perückenstrauch und Waldreben grüßen neben einem Teich, Sitzgelegenheiten und einem Gartenhäuschen. Wählt man Pflanzen für einen naturnahen Garten aus, muss man die Standortbedingungen besonders berücksichtigen. Der naturnahe Garten mit seinem Tümpel, seiner Trockenmauer, den schattigen und sonnigen Plätzchen bietet der Tier- und Pflanzenwelt einen besonders vielfältigen Lebensraum, wo sich heimische Arten gern ansiedeln. Im Winter lässt man die Samenstände stehen, so dass sie den Garten bei Schnee und Raureif schmücken und die Tiere sich an den Samen nähren können.

Bauerngarten

Augsburg Bot Garten Bauerngarten
Botanischer Garten in Augsburg, Ruhebank im Bauerngarten 2007. I, Aloiswuest [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Außerdem finden sich gleich nach dem Eingang ein Bauerngarten mit Beeten, die durch Buchsbaum begrenzt sind, und Pflanzen, die schon die Römer in Augsburg anbauten. Bauerngärten hatten Platz für Nutz- und für Zierpflanzen, sprich: Es waren keine Plantagen oder eintönige Monokulturen. Auf kleinstem Raum wuchs eine große Vielfalt an Heil- und Würzpflanzen, Salaten und Gemüsen. Oft waren sie nach dem Vorbild von Klostergärten mit einem Kreuz als Grundriss gestaltet. Man legte vier Wege ins Zentrum mit einem Schöpfbrunnen an und führte an dem Zaun entlang noch einen Pfad. Irgendwo stand meist auch eine Holzbank, um im Garten zu verweilen. In dieser Art ist auch der Bauerngarten im Botanischen Garten zu Augsburg angelegt. Man kann ihn durch drei schmale Eingänge betreten, die als eingewachsene Holzbögen angelegt sind. Die Beete hat man mit Buchs eingefasst. Hier werden für Schwaben typische Nutzpflanzen angebaut: Salat, Kohl, Stangenbohnen, Sellerie, Lauch, Melisse, Liebstöckel, Petersilie, Weinraute, Salbei, Pfefferminze, Kamille, Bohnenkraut, Schnittlauch und Rosmarin. Beerensträucher, Obstgehölze, Rosenstöcke, Stauden und Sommerblumen wachsen am Rand des liebevoll angelegten Bauerngartens. Den äußeren Rahmen bildet ein einfacher Staketenzaun mit Vorgelege.

Römergarten

Links am Brunnen führt ein Weg unter asiatischen Bäumen zum Römergarten. Hier kann man einen Blick in die Vergangenheit werfen. Man sieht römische Kulturpflanzen mit Wildpflanzen aus dem Mittelmeerraum gemischt. Hier wachsen Buchsbäume, Rosmarin, Salbei, Lavendel, Weinraute, Ysop, Heiligenkraut, Lorbeer, Oregano, Feigen-, Oliven- und Zitrusbäumchen, wie sie schon die Römer hier anpflanzten. Es kamen also nicht nur Weinbeeren und Weinbau mit in den Norden. Sie brachten neben vielen Gemüse- und Gewürzpflanzen auch Walnussbäume, Rosskastanien oder Mandelbäume nach Raetien. Sogar exotische Pflanzen wie Orangen oder Zitronen wurden nördlich der Alpen kultiviert. Zwischen den Pflanzen stehen seit 1985 Nachbildungen von römischen Reliefs, die den Alltag zum Thema haben und als Originale im Römischen Museum ausgestellt sind.

Geht man ein wenig weiter, kommt man zum Summloch, einem dunklen Granitstein. Er ist einem Stein in einem unterirdischen Höhlensystem von Malta nachgebildet. Steckt man den Kopf in die Öffnung, holt Luft und brummt so tief man kann, spürt man die Organvibration, was wie eine innere Massage wirkt.

Der Senkgarten

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Nach seiner Restaurierung im Jahr 2005 ist der Senkgarten aus dem Jahr 1936 wieder ein echtes Schmuckstück des Botanischen Gartens. 1965 hatte man ihn schon erneutert, um Anregungen zu geben, wie man kleine Hausgärten anlegen kann. Zu jeder Jahreszeit ist er ein Anziehungspunkt.

Augsburg Bot Garten Bluehender Senkgarten
Botanischer Garten in Augsburg, Blütenpracht im Senkgarten 2007. I, Aloiswuest [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Senkgarten heißt dieser Teil des Parks, weil er etwas niedriger liegt. Die Steinplatten, die in ihm verlegt sind, sammeln tagsüber Wärme, die sie abends und nachts an ihre Umgebung abgeben. Wie auf einem Schachbrett sind hier die Blumen angepflanzt und wechseln sich im Blühen ab. Kübel mit mediterranen Gewächsen werden, wenn es kalt wird, ins Überwinterungshaus gebracht. Daneben wachsen hier Pelargonien, Citrusbäume und andere Duftpflanzen. Jedes Beet ist eigenständig angelegt, bildet aber eine harmonische Einheit mit den anderen Beeten des Senkgartens.

Der Blütenreigen des Senkgartens zieht sich durch das ganze Blumenjahr. Im Frühling wachsen Zwiebelgewächse wie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen, später kommen Vergissmeinnicht, Tausendschön, Stiefmütterchen, Goldlack, Rudbeckien und Maßliebchen. Ab Juli entfalten dann die Sommerblumen ihre Pracht. Etwa Tagetes Canna, Löwenmaul, Bartfaden, Verbene, Ringelblume, Mohn, Leberbalsam, Kornrade, oder Fuchsschwanz. Ein Muss für Besucher! Denn gerade die Sommerblumen verströmen einen betörenden Duft. Besondere Duftakzente setzen im Senkgarten die Zitrusbäume, Rosmarin, Pelargonien, Eukalyptus und Jasmin, die in Kübeln gehalten werden.

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Der Salbeigarten

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Die Augsburger Salbeisammlung ist von einem begrünten Wall umgeben, der die sonnenhungrigen und Wärme liebenden Lippenblütler vor kalten Winden schützt. Es finden sich hier 50 bis 60 Sorten – einheimische wie aus anderen Erdteilen wie etwa Südamerika stammende. Manche Salbeiarten kann man in der Küche einsetzen, andere, wie etwa den Kalifornischen Räucher-Salbei, den man Räuchermischungen beigibt, für andere Zwecke.

Der Salbeigarten befindet sich im mittleren Bereich des Gartens ganz am Rand, etwa vor dem Alpinum. Er liegt in einer nach Süden offenen Rundung, denn die Steppenpflanzen aus Osteuropa oder dem Mittelmeerraum sind sehr wärmebedürftig. Die Farbtöne der verschiedenen Salbeiarten sind sanft und zurückhaltend. Die Pflanzen wachsen zusammen mit Schafgarben, Malven, Kugeldiesteln, Weinrauten, Schafgarben und Katzenminze.

Es handelt sich hier um ein echtes Kleinod, denn normalerweise kennt man nur den Küchensalbei. Hier aber wachsen viele, viele Salvia-Arten, von denen man noch nie etwas gehört hat. Oft glaubt man gar nicht, dass es sich bei den afrikanischen oder asiatischen Arten um Salbei handelt, denn die Blätterformen gehen von länglich bis herzförmig, von klein bis groß. Allein am typisch aromatischen Duft lassen sie sich dem Salbei zuordnen.

Die Salbeiarten lieben nährstoffreichen frischen bis trockenen Boden und blühen vom Vorsommer bis in den Herbst. An der Südseite des eigenen Hauses, an Treppen oder Trockenmauern kann man leicht Salbei anpflanzen.

In der Nähe an der Birkenwiese stehen auch vier Holzpavillons, an denen der Wilde Wein rankt. Im Sommer bieten sie Besuchern die besten Schattenplätze und wirken wie verschwiegene Winkel im Park. Damit der Bewuchs nicht überhand nimmt, schneidet man die Ranken alle paar Jahre zurück.

Der Steingarten

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Der Steingarten wird auch Alpinum genannt, was darauf hinweist, dass der rote Sandstein und der Kalkstein, der hier verwendet wird, den Lebensraum für alpine Pflanzen bietet. Auf abwechslungsreichen Trockenmauern wachsen Pflanzen, die am liebsten auf Fels und in Felsspalten ihre Wurzeln schlagen. Daneben haben auch Zwerggehölze und kleine Stauden hier ein gutes Umfeld gefunden. Man sieht Enziane, Schleifenblumen, Steinkräuter und andere Gewächse. Der Steingarten ist der Teil des Botanischen Gartens, in dem der Kenner sehr seltene Gewächse wie z. B. winterharte Opuntien entdecken kann. Ein bisschen wirkt er wie ein Sammlergarten.

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Man hat die Anlage errichtet, weil man die Wirkung unterschiedlicher Gesteine verdeutlichen wollte. Deshalb hat man manche Teile des Gartens aus rotem Sandstein, andere aus Kalkstein errichtet. In den Mauerfugen und -ritzen wachsen polsterbildende Stauden, die aber manchmal auch von starkwüchsigen Pflanzen verdrängt werden. Auch Zwergnadelgehölze kann man hier sehen.

Neben den Pflanzen ist auch der Gesteinslehrpfad interessant. Hier werden Gesteine präsentiert, die in Bayern vorkommen: Sandstein, Kalkstein, Dolomit, Granit und Findlinge.

Im Westen des Steingartens fließt ein kleiner Bach, dessen Flachwasser Sumpfpflanzen eine Heimat bietet. Der Bach mündet in einen etwas größeren Weiher, an dem man verweilen und den Wasservögeln und Insekten zusehen kann, die sich hier aufhalten.

Der Rosengarten

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Das Gelände des Rosengartens ist abschüssig und setzt sich aus vier Teilbereichen zusammen:

  • Der hintere Teil ist von Wildrosen und solchen mit Wildrosencharakter geprägt.
  • Davor ist eine Pergola mit Kletterrosen.
  • Nach vorne ist das Gelände terrassiert. Die einzelnen Terrassen sind mit Beetrosen bepflanzt.
  • Der vierte Teilbereich zeigt eine Sortenschau, in der ebenfalls Beetrosen auf die Standorteignung in Augsburg getestet werden.

Im südlichen Teil ist der Rosengarten weitläufiger und die Pflanzung lockerer. Es sind hier mehr Stauden, vor allem Präriestauden zu sehen, die sich im Laufe der Evolution an sonnenbeschienene, weitläufige Flächen angepasst haben. Dafür reduzieren sie ihre der Blattoberfläche oder haben einen wolligen Laubüberzug zum Schutz vor zu viel Verdunstung.

Im Rosengarten kann sich der Blumenfreund an mehr als 3.600 Beetrosen 60 verschiedener Arten erfreuen. Angepflanzt werden Polyantha- und Floribundarosen sowie deren Hybriden. Die Rosen sind rings um einen Musikpavillon auf verschiedenen Terrassen angepflanzt und bieten bei Musik- oder Tanzveranstaltungen einen ansprechenden Rahmen. Während man von Rosen umgeben sitzt, kann man sowohl die Musik des Orchesters als auch den Duft der Rosen genießen. Ein kleinerer Pavillon des Rosengartens beherbergt Kletterpflanzen. Umgeben wird er von verschiedenen Dahlienarten. Viele Polyantha-Hybriden tragen bayerische Namen wie "Fuggerstadt Augsburg", "Regensburg", "Frankenland", "Bad Wörishofen", "Gruß an Bayern" und ähnlich. Im südlichen Teil des Rosengartens wachsen mehr Strauchrosen, die öfter blühen. Einzelne Gruppen sind zusammengefasst, dazwischen leiten Stauden und Gräßer zur nächsten Rosengruppe über.

Richtung Südwesten öffnet sich der Rosengarten zur Weiherwiese, Wärme liebende Gehölze umgeben sie im Süden. Liguster, Kornelkirschen, verschiedene Cotoneastern und Feldahorn überragen die Rosen. Nordöstlich schließen Robinien den Rosengarten ab. Besonders hervorgehoben werden soll die harmonische Kombination von Beetrosen, Kleingehölzen, Stauden und Gräsern.

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Der Ökogarten

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Dieser Teil des Parks ist quasi das Gegenstück des Bauerngartens im Eingangsbereich. Er liegt im hinteren Teil des botanischen Gartens und bietet Gartenbesitzern vielfältige Anregungen. Hier wird ökologischer Gemüseanbau am Beispiel demonstriert. Es gibt z. B. einen Bereich mit Färbepflanzen, die früher zur Gewinnung von Textilfarben gewonnen wurden, oder einen Bereich mit Pflanzen, aus denen man Kosmetika herstellen kann. Gezeigt wird auch die Kompostierung von Bioabfällen. Ein Obstbaumteil mit detaillierten Infotafeln, eine Wildblumenwiese und ein Areal mit schottischen Hochland- und Heidepflanzen runden diesen Teil des botanischen Gartens ab.

Die Stimmung dieses Gartenteils ist ländlich. Ein Kinderspielplatz ist durch einen Holzzaun abgegrenzt, so dass sich ein lauschiger Platz ergibt. Hier wachsen Gemüse und Kräuter in verschiedener Höhe, so dass sie die Sonne gut ausnützen können und mehr Ertrag abwerfen. Dadurch dass sich Tief- und Flachwurzler abwechseln wird der Boden besser durchdrungen und die Pflanzen kommen an mehr Nährstoffe. Der Mischgarten mit seiner guten Beschattung sorgt für einen guten Humus und ist schädlingsresistenter als ein Garten mit Monokultur. Und die Würzkräuter, der Kohl, der Lauch, der Salat und andere bodenständige Nutzpflanzen gedeihen prächtig.

Hobbygärtner, die vom ökologischen Gartenbau begeistert sind, müssen wissen, dass ein gesunder Boden mit einem hohen Humusanteil die wichtigste Basis für gute Erträge ist. Das erreicht man durch das Untermischen von Kompost. Schädlinge werden durch die Mischkultur, durch Nisthilfen für Nützlinge und den Einsatz von Schutznetzen ferngehalten. Obst- und Gemüsesorten, die man anpflanzt, sollten resistent gegen Krankheiten sein und das heimische Klima wollen.

Der Apothekergarten

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Der Apothekergarten ist etwa 250 Quadratmeter groß und wurde in Kooperation mit Augsburger Apothekern und der Bayerischen Landesapothekerkammer geplant und umgesetzt. Hier kann man heimische und heimisch gewordene Heil- und Gewürzpflanzen aus der Nähe betrachten. Schautafeln erklären die einzelnen Gewächse der gemäßigten Klimazone und ihre Heilwirkung. Der Apothekergarten kann als lebendiges Nachschlagewerk gesehen werden, wo die wichtigsten Heilpflanzen verzeichnet sind. Wie der Bauerngarten ist er ähnlich wie ein Klostergarten in Kreuzform angelegt.

Angelegt wurde der Apothekergarten im Jahr 1984 auf Anregung des Apothekers Siegfried Hagspiel?. Er legte auch die Anordnung der Beete, den Teich und den Informationspavillon in seinem Plan fest. Seine Anlage kam so gut an, dass sogar ein Schulbuchverlag die Anlage in einem Mathebuch abdruckte, um so Schülern die Kreisberechnung zu demonstrieren. Betreten kann man den Augsburger Apothekergarten durch vier Eingänge.

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Ein Grundgedanke des Apothekers Siegfried Hagspiel? war: Die Heilkräuter, die bei einer bestimmten Krankheit helfen, sollen auch beisammen stehen. So kann man z. B. Adonisröschen, Digitalis, Weißdorn und Maiglöcken beieinander stehen sehen, weil sie bei Kreislauf- und Herzbeschwerden helfen. Oder Gelber Enzian, Tausendgüldenkraut und Wermut stehen zusammen, weil sie gegen Magenleiden helfen. Am kleinen Weiher und dem dazu gehörigen Sumpf wachsen Bitterklee, Brunnenkresse und Kalmus. Auch Feldrittersporn, Klatschmohn, Kornblumen, Arnika und andere Heilkräuter werden angebaut. Pflanzen, die in der Homöopathie und Phytotherapie angewendet werden, sind besonders gekennzeichnet. Leider sind viele der hier gezeigten Heilpflanzen im Bestand gefährdet.

In den Sommermonaten können fachlich weitergehend Interessierte an regelmäßigen Führungen durch Augsburger Apotheker teilnehmen.

Der Japangarten

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Japanische Gärten strahlen Ruhe und Schönheit aus und viele Japangärten mit ihrer fernöstlichen Philosophie und Geschichte symbolisieren mit ihren Steinen und künstlichen Hügeln die Berge und mit ihren Teichen das Meer. Auf diese Weise bilden sie eine Landschaft en miniature. Japanische Gärten werden bis ins Detail geplant, wichtig ist, dass der Garten mit der Umgebung harmoniert und die Besucher viele Entdeckungen machen können. Meist ist die Anordnung nicht zentral, sondern symetrisch, wobei ungerade holprige Wege dafür sorgen, dass der Besucher mit ganzer Konzentration wahrnimmt. Die detailgetreue Nachahmung von alten Anlagen wird von japanischen Gartenbauarchitekten als große Ehre betrachtet.

Die Japangärten sind Ausdruck der verschiedensten Einflüsse. so hat sich in ihnen die Naturreligion des Shintoismus verewigt. Er sieht in den Naturformen die Heimstätte vieler Götter und Geister. Aber auch der Buddhismus und der Taoismus hatten große Einflüsse auf die Anlagen, die immer eine perfekt gestaltete Naturlandschaft widerspiegeln sollten, in der Menschen herumgehen und inneren Frieden finden können. Schmückende Elemente wurden dabei immer als Ablenkung vom Eigentlichen gesehen, weshalb sich diese Gärten auf das Wesentliche beschränken: auf Steine, Wasser, Inseln, Hügel, ein paar Wege und eine kleine Auswahl an Pflanzen. Eingefasst hat man solche Gärten meist mit Thuja, Kornelkirsche, Eibe oder Buche.

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Sicher ist der Japangarten von Augsburg eine der bedeutendsten japanischen Gartenschöpfungen außerhalb Japans und einer der wenigen öffentlich zugänglichen in Deutschland. Einer der japanischen Architekten, die diesen Teil des Botanischen Gartens anlegten, schrieb dazu: "Es soll ein Garten sein, der von den Bürgern geliebt wird, und wo sie ihre innere Ruhe finden. Es soll zugleich ein Gespräch mit der japanischen Kultur ermöglichen."

Yoshikuni Araki?, der den Garten hauptverantwortlich plante, nahm sich Gartenanlagen aus Japans Kaiserstadt Kyoto zum Vorbild. Schon vor dem Japangarten im Botanischen Garten gab es in Augsburg mit dem Rudolf-Diesel-Gedächtnishain? im Wittelsbacher Park einen japanischen Steingarten. Aus diesem Grund wählte Yoshikuni Araki? für den Botanischen Garten den Gartentyp "Teichgarten", auf Japanisch Chitei). 400 Tonnen Granit aus dem Fichtelgebirge wurden angeschafft, um den Wasserlauf über Steine und Stufen, den Teichgarten, die Steinlaternen und die Wege für Besucher anzulegen. Wenn nicht allzu viele Besucher da sind, kann man sich ganz der Ruhe und Harmonie dieses Ortes hingeben. Ein Pavillon schützt auch bei Regen die Meditierenden. Der Japangarten ist mehr als 4.200 Quadratmeter groß und liegt an der Nahtstelle zwischen dem "streng" gestalteten Teil des Botanischen Gartens und dem Siebentischpark?, der mehr im englischen Stil angelegt ist.

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Die Idee zu der Anlage hatten der damalige Oberbürgermeister? Hans Breuer? und der leitende Gartendirektor Kurt R. Schmidt. Sie nahmen Kontakt mit den japanischen Partnerstädten Amagasaki und Nagahama? auf, die den Garten ermöglichten. Als Eingang zum Japanischen Garten in Augsburg hat man ein hölzernes Tor im japanischen Stil errichtet. Fließendes Wasser liefert der Siebenbrunnenbach?. Am Wasserfall ist ein 27-Tonnen-Stein als letzter Felsen platziert. Rechst und links vom ersten Teichbecken stehen zwei Holzpavillons, unter denen man auch bei Regen Schutz findet und das Arrangement auf sich wirken lassen kann.

Die Bepflanzung ist so gewählt, dass sie immergrün ist. Buchsbaum, Kiefern, Bambus, Moose und Farne gestalten diese Oase der Harmonie und symbolisieren so Dauer und Bestand. Kleine Hügel und Inseln erinnern an Schildkröten, die für die Japaner Sinnbild von Ewigkeit und langes Leben sind. Man findet als weitere klassische Elemente des Japangartens ein Wasserbecken mit einem Holzschöpfer und drei Steinlaternen. An einem solchen Wasserbecken reinigt man sich in Japan vor dem Gebet oder der Teezeremonie Mund und Hände.

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Historischer Gartenpavillon

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Bemerkenswert ist der historische Gartenpavillon des Botanischen Gartens in Augsburg. Er wurde im 19. Jahrhundert von dem Augsburger Architekten Karl Albert Gollwitzer? geplant. Nach seinem Bau diente er den Direktoren der ehemaligen Augsburger Kammgarn-Spinnerei AG im Garten der Firmenvilla als Ort der Muße und Erholung. Er ist im Stil der Neo-Renaissance ausgeführt und steht heute vor dem Verwaltungsgebäude des Botanischen Gartens auf der großen Wiese am Steinkreuz, wo an manchen Festtagen Gottesdienste stattfinden. Der Gartenpavillon entstand in der Zeit des Historismus; manche meinen Anklänge an den so genannten "Schweizer Heimatstil" an ihm erkennen zu können. Der Gartenpavillon hatte noch ein Pendant, das aber um 1900 verlorenging. Nur durch Spenden konnte der erhaltene Gartenpavillon gerettet, restauriert und im Botanischen Garten aufgestellt werden.

Der Holzbau hat einen kreuzförmigen Grundriss. An seinen Ecken befinden sich bunt verglaste Eisenfenster mit Musselinglas der Zeit in der Mitte. Auf dem Gartenhaus ist ein kugelförmiger Aufsatz mit stilisierten Ranken aus Metall. Den Boden hat man mit "Mettlacher Ware", also mit Steinzeugfliesen ausgelegt.

Rund um das Verwaltungsgebäude

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In der Nähe des historischen Gartenpavillons steht das Verwaltungsgebäude des Botanischen Gartens Augsburg. Dort befindet sich auch das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen?. Weil das Gebäude stark mit Kletterpflanzen bewachsen ist, erscheint es als Teil der Anlage. Gegenüber steht die Gärtnerhalle, die für Ausstellungen verschiedenster Art genutzt wird. In einem Seminarraum finden Fortbildungs- und Infoveranstaltungen statt.

Zwischen der Pflanzenwelt unter Glas und dem Verwaltungsgebäude findet sich ein kleiner historischer Brunnen, der 1983 vom Plärrergelände hierhergebracht wurde und der unter Denkmalschutz? steht. Bei ihm befinden sich Bonsaipflanzen in Kübeln, wenn es warm ist. Die Wege rund um das Verwaltungsgebäude sind mit Stauden bepflanzt und im Sommer bunte gartenarchitektonische Elemente.

Nicht zugänglich für Besucher ist der Anzuchtbetrieb, der hinter der Gärtnerhalle liegt. Allein die Gewächshäuser nehmen etwa 4.000 Quadratmeter ein. Jedes Jahr zieht man hier etwa 175.000 Pflanzen, die für Pflanzkübel und Schmuckbeete im ganzen Stadtgebiet genutzt werden. Der Anzuchtbetrieb kümmert sich auch um wertvolle Arten. Man beteiligt sich an nationalen Schutzsammlungen und kultiviert vor allem Tillandsien, Orchideen, Bromelien, Pelargonien und Kakteen, die auch im Botanischen Garten angepflanzt werden. Dazu kommen Arten, die in unserer natürlichen Umwelt gefährdet sind, wie z. B. das Augsburger Steppengreiskraut? (Tephroseris integrifolia ssp. vindelicorum). Es kommt nur auf kiesigen Trockenmagerrasen in der Nähe von Lagerlechfeld? noch vor. Durch das Ernten von Samen an diesem Standort versucht man das seltene Gewächs zu erhalten.

Auch für die TU München? ist der Botanische Garten tätig und züchtet exotische wie heimische Pflanzen, die vom Lehrstuhl für Biologie auf die Eignung als Medikament untersucht werden.

Pflanzenwelt unter Glas

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Vor dem Glasgebäude des Pflanzenschauhauses liegt ein alter Wassergarten, der früher recht schattig war. Mit der Erstellung des neuen Pflanzenschauhauses hat man ihn wieder entschattet und ihn in seinen Ursprungszustand versetzt. Seerosen bedecken seine Oberfläche.

Das Pflanzenschauhaus selbst ist ein modernes transparentes Gebäude mit einem leichten Dach aus Teflonkissen. Das filigrane Stahlträgerwerk trägt die Fassaden aus Glas. So kann das gesamte Spektrum des Tageslichts für die Pflanzen verfügbar gemacht werden. Die Luftpolster zwischen den Dachfolien sorgen für eine erstklassige Wärmeisolierung, so dass die Ressourcen geschont werden. Selbst die Bewässerung ist ökologisch einwandfrei: In drei Wasserzisternen wird Niederschlagswasser gesammelt, das der Pflanzenbewässerung dient. Mehr als 1.200 verschiedene Pflanzenarten sind hier auf einer Fläche von etwa 600 Quadratmeter untergebracht. Man schützt die Pflanzen ausschließlich biologisch durch Nützlinge wie Florfliegen, Schlupfwespen, Schwebfliegen oder den Australischen Marienkäfer.

Zunächst stößt man auf fleischfressende Pflanzen. Solche Pflanzen lassen sich an Extremstandorten nieder, weil es hier weniger Konkurrenzpflanzen gibt. Allerdings müssen sie sich auch stark an die schlechten Klimabedingungen anpassen. Insektivoren haben sich optimal an nährstoffarme Moore angepasst und fangen mit ihren umgewandelten Blättern Insekten, die sie durch Nektartröpfchen anlocken. Während Sonnentau und Fettkraut so klebrig sind, dass die Insekten auf ihren Blättern haften bleiben, fängt die Venusfliegenfalle Insekten durch einen Klappmechanismus. Verdaut werden die Insekten durch den Ausstoß von Enzymen. Ganz raffiniert sind Kannen- und Schlauchpflanzen, deren Blätter schlauchartig sind. Die Insekten rutschen auf den glatten Oberflächen in das Innere der Pflanzen, können sich nicht festhalten und gelangen in die Verdauungszone, die mit Drüsensekreten gefüllt ist. Weil es im Winter wenig Insekten gibt, ist das die Ruhezeit der fleischfressenden Pflanzen.

Danach sind im Eingangsbereich Pflanzen aus trockenen und heißen Klimaten der Savannenlandschaften der Erde zu finden. Kakteen, Euphorbien und Sukkulenten, aber auch Liliengewächse, Wolfsmilchgewächse und Zwiebelblumen gehören zu diesen Vegetationszonen. Diese Pflanzen haben sich auf lange Trockenzeiten eingestellt. So ist ihre Wasserverdunstung dadurch sehr eingeschränkt, dass sie lederartige Blattoberflächen besitzen. In ihrem Blattgewebe, dem Stamm und den Wurzeln befinden sich Wasserspeicher. Manche dieser Pflanzen sind gern gesehene Zimmerpflanzen, etwa die kakteenartigen Wofsmilchgewächse, Zwiebelblumen, Dickblattgewächse, Lilienarten und der Drachenbaum. Anders als im Tropenhaus liegt hier die Luftfeuchtigkeit nur bei etwa 20 Prozent und die Temperatur im Winter schwankt zwischen 10 und 15 Grad. Ursprünglich stammen die Kakteen aus Amerika und wachsen immer in Säulen- oder Kugelform. Das ist auch bei den sukkulenten Wolfsmilchgewächsen so, die aus den wasserarmen afrikanischen Regionen stammen, weshalb hier die Botaniker von "Konvergenz" sprechen. Sukkulenten haben besondere Überlebensstrategien entwickelt. Neben den Verdickungen zur Wassereinlagerung zählt die Tarnung dazu. Durch Dornen wehren sie Fressfeinde ab, manchmal auch durch Giftigkeit. Die Säulen- oder Kugelform reduziert die Verdunstung. Haare, Wolle oder Dornen bilden eine windstille Pufferschicht und beschatten den Pflanzenkörper. Rippen oder Warzen stabilisieren und führen ebenfalls zur Selbstbeschattung. Die Photosynthese ist von den Blättern auf den Stamm verlagert und eine Wachsschicht auf dem Pflanzenkörper führt zur Verringerung der Verdunstung.

Ein Wort zu Kakteen, vor allem zu den winterharten Arten, die hier zu finden sind. Sie sind die Kakteen, die besonders extreme Klimagebiete der Erde besiedeln und tiefe Temperaturen aushalten. Deshalb wachsen sie normalerweise in Nord- und Südamerika, wo auch Schnee fallen kann. Selbst in den Kältesteppen in Kanada (Alberta, British Columbia, Manitoba ...) oder in den Hochlagen der Anden kommen sie vor. In Augsburg halten sie die Wintermonate ohne besonderen Schutz aus; man sollte sie aber in einem Substrat mit einer guten Dränage sitzen lassen und mit mehreren Düngergaben auf die Wintermonate vorbereiten. Kakteen dieser Art sind z. B. die Feigenkakteen und die Säulenfeigenkateen, die mit Blauschwingelgras, Königskerze und Hauswurz zusammen auftreten.

Nach dem Eingangsbereich kommt man in das große Pflanzenschauhaus, wo es deutlich wärmer ist; auch die Luftfeuchtigkeit ist mit über 60 Prozent spürbar höher. Der Raum ist einer natürlichen Tropenlandschaft nachempfunden. Hier befindet sich der Besucher im Zentrum der Darstellung "Pflanzenwelt unter Glas". Es wird versucht, das Ökosystem der Tropen darzustellen. Dieses ist geprägt durch unendliches Grün, durch exotische Geräusche, durch interessante Duftnoten, durch kaum auszuhaltende Schwüle und durch Dämmerlicht. Es gibt auf etwa 8 Prozent der Erdfläche etwa 12 Millionen Quadratkilometer Regenwald. Von dort kommen mehr als die Hälfte alle bekannten Pflanzen- und Tierarten. Mehrere Kontinente beherbergen die tropischen Regenwälder mit dem stockwerkartigen Aufbau des Waldes und dem optimalen Pflanzenwachstumsklima. Weil aber auf einem Hektar allein mehr als 600 Baumarten im Tropenwald stehen können, ist die Konkurrenz unter den Pflanzen, die alle den Fortbestand ihrer Art sichern wollen, sehr groß und sie mussten sich im Lauf der Evolution - menschlich gesprochen - einiges einfallen lassen, um Tiere anzulocken, die sie bestäuben. So haben sich riesige Blütenblätter, herrliche Düfte, energiereicher Nektar in den Blüten oder leckere Früchte entwickelt.

Im Botanischen Garten Augsburg steigert landschaftsgestaltender roter Sandstein die Wirkung der sattgrünen Pflanzen. Über Metallstege bewegt man sich im Raum. Ein Quellstein geht in einen Wasserlauf über und ein Aquarium mit afrikanischen Fischen bereichert die Tropenlandschaft. Die Auswahl der Pflanzen soll einen Eindruck von der Artenvielfalt des ältesten und artenreichsten Ökosystems der Erde mit seinem harmonischen Zusammenleben von Pflanzen und Tieren im feuchtheißen Tropenklima geben. Gummi- und Feigenbaumarten, Aufsitzerpflanzen (Epiphyten), Orchideen und Bromelien, Strauchbegonien und viele Bodendeckerpflanzen vermitteln ein tropisches Ambiente. Hier findet man auch tropische Nutzpflanzen, deren Früchte man normalerweise nur aus den Supermarktregalen kennt: Bananenstauden, Kaffeestrauch, Kakaobaum, Kardamon, Vanille und Echter Zimtbaum gehören unter anderem dazu. Exotische Fruchtgehölze wie Papaya, Japanische Zwergbanane und Avocado sind im Blüten- oder Fruchtschmuck zu sehen. Daneben wachsen Pflanzen, die zu medizinischen Zwecken verwendet werden, wie zum Beispiel der Neembaum. Und in einer Vitrine werden fleischfressende Pflanzen gehalten.

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Hier im Tropenhaus herrscht eine Temperatur von um die 22 Grad. Im vorderen Bereich duften die Pflanzen sehr stark und haben paradiesische Blüten in den buntesten Farben. Der Mittelteil der Ausstellung konzentriert sich auf die Arznei-, Nahrungs-, Genuss- und Gewürzpflanzen sowie auf exotische Bäume und Sträucher. Im hinteren Bereich beim Wasserfall ist ein Dschungel nachgebildet: Auf kleinem Raum finden sich Luftwurzelpflanzen und Pflanzen mit vielfältigen und außerordentlichen Blättern. Aus dem Jahr 1936 ist das Oktogon des Viktoria-Regio-Hauses erhalten, das im Winter für die Ausstellung der tropischen Schmetterlinge genutzt wird und im Sommer die Seerose Viktoria amazonica sowie andere Wasserpflanzen beherbergt.

Vor der Planzenwelt unter Glas in der Nähe der Bildhauerarbeit "Die Frierende" stehen Edelrosen. Edelrosen sind Rosen, die lange Stile haben und große Blüten. Meist tragen sie eine Blüte pro Stil und werden gerne als Schnittblumen verwendet. Die hier angelegten Edelrosen-Beete zeigen, welche großartige Vielfalt es bei diesen Sorten gibt. Ältere und neuere Sorten stehen hier einträchtig nebeneinander. Sie tragen Namen wie Teatime, Duftwolke, Flamingo, Helmut Schmidt, Red Star, Erotika, Konrad Henkel oder Polarstern.

Pavillon der Schmetterlinge

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Der Pavillon der Schmetterlinge ist ein Teilbereich der "Pflanzenwelt unter Glas" und stammt noch aus der Anfangszeit des Botanischen Gartens. Er wurde 1936 als Victoria-Regia-Haus gebaut. Hier können in Form von temporären Ausstellungen tropische Falter inmitten üppiger Pflanzenpracht beobachtet werden. Ein besonderes Erlebnis ist es, die schillernden Flugkünstler nicht nur beim Umherflattern, Ruhen oder bei der Nahrungsaufnahme zu beobachten, sondern auch hautnah zu erleben, wenn sie etwa auf der Nasenspitze eines Besuchers landen. Informationstafeln geben Auskunft über den Lebenszyklus der Tiere und die verschiedenen gezeigten Arten. Die Besucher erfahren spannende Geschichten rund um das Leben der Schmetterlinge.

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Von Mitte April bis Ende Oktober ist das große Becken mit Wasser gefüllt, worin die großblütige tropische Seerose Victoria amazonica und verschiedene andere farbenprächtige Seerosen, Wasser- und tropische Nutzpflanzen wachsen. Als krönender Abschluss des Jahres wird zur Weihnachtszeit das biblische Geschehen durch die Orientalische Rundkrippe auf der Fläche von rund 40 Quadratmetern mit lebenden Pflanzen präsentiert, eine der schönsten Krippenlandschaften im süddeutschen Raum. Unbedingt besuchen!

Weiher und Wassergarten

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Als man 2003 die Pflanzenwelt unter Glas neu gestaltete, hat man auch den alten Wassergarten, der noch aus der Gründerzeit des Botanischen Gartens Augsburg stammte, umgestaltet. Geblieben ist der geometrische Teich, der vier mal sieben Meter misst. Zwischen See- und Teichrosen schwimmen Goldfische. Neben diesem Teich gibt es den großen Weiher, dessen östlicher Teil von Rasen eingefasst ist und am Ufer von Fichten bewachsen wird. Hier kann man direkt ans Wasser gelangen und den Enten, die mitten im See ein Bruthaus haben, zusehen. Das westliche Weiherufer ist als Flachwasserzone wie in der Natur gestaltet. Die Ufervegetation erinnert an die beim Lech und den Augsburger Stadtbächen?. Hier nisten Wasservögel und Fische wie Amphibien laichen. Angelegt wurden die Flachwasserbepflanzungen in den 1970er Jahren.

Rund um den Biergarten

Auch im Botanischen Garten fehlt natürlich der traditionelle bayerische Biergarten unter Kastanien nicht. Deshalb heißt er auch "Kastaniengarten". Mit seinem Kiesboden und seinen Holztischen liegt er etwas abseits hinter dichten Buchenhecken. Hier kann man kleine Speisen zu sich nehmen, ein frisches Bier oder einen Kaffee trinken. Vor dem Biergarten liegt ein kleines Biotop, in dem sich Wasserläufer und Kaulquappen zwischen Teichpflanzen aufhalten. Dieses Biotop ist auf zwei Ebenen angelegt und hat Trittplatten, die es vor allem Kinder ermöglichen sollen, die Tiere zu beobachten, die dort im Wasser leben. Vom unteren Becken wird mittels einer Pumpe ständig Wasser in das obere Becken gepumpt, was einen Wasserfall ermöglicht und den Sauerstoffgehalt des Wassers erhöht.

Ganz in der Nähe liegt auch der so genannte Invernessgarten. Seit 1956 ist die schottische Stadt eine Partnerstadt von Augsburg. Dieser Gartenteil ist nach Inverness? benannt, obwohl sich die Böden und das Klima der Stadt in Schottland sehr von dem Augsburger Klima unterscheiden. Augsburg könnte mit seinen alkalischen Böden und seinem Kontinentalklima den schottischen Pflanzen, die viel Regen, kühle Sommer, saure Böden und milde Winter gewöhnt sind, keine Heimat bieten. Deshalb hat man hier Arten angepflanzt, die Kalk vertragen, aber dennoch Pflanzen der Heide sind oder wenigstens so wirken. So wächst hier z. B. die Winterheide statt des Heidekrauts und Weißbirken, Irischer Säulen-Wacholder, Kriech-Wacholder, Kriechweiden und Strauch-Birken lassen eine Assoziation mit schottischen Landschaften zu. Ohne großen Aufwand kann man also auch in Bayern einen Heidegarten schaffen!

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Gleich neben dem Invernessgarten hat man 1982 ein wenig Lechheide angepflanzt, die dem Bau der Lechstaustufe 22? weichen musste. Damit wird auf die Tatsache hingewiesen, dass bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zwischen Augsburg und Landsberg? Heide die Landschaft prägte, wo Enziane, Orchideen, Steppengreiskraut und Silberdisteln wuchsen, die Kreuzottern und Schmetterlingen Heimat boten. Wanderschäfer durchzogen diese "hageren Wüstungen" oder "dürre Äsungen", wie man die Heideflächen nannte. Es waren weitgehend baumfreie Trockenrasen, die ihre Existenz den mageren Böden im Tal des Lechs verdankten und zum anderen der Wanderschäferei. Viele der damaligen Pflanzenarten stammten aus den Alpen oder der Fränkischen Alb? und der Lech diente als "Biotop-Brücke". Die Lechheiden sind einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas, wegen der Landwirtschaft, der Bewaldung und Zersiedelung sind aber nur noch kleine Reste dieser Landschaft erhalten.

Leider konnte sich die Lechheide im Botanischen Garten nicht halten, was wohl an der Entfernung zum Standort und an den anderen Böden im Botanischen Garten lag. Leider konnte sich hier auch das Augsburger Steppengreiskraut? nicht halten. Kurz vor dem Aussterben wurde diese Pflanzenart, die nur in der Nähe Augsburgs auf den Lechfeldheiden vorkommt, von ehrenamtlichen Naturschützern und dem Landesamt für Umweltschutz? hier angesiedelt, vermehrt und später wieder im Lechfeld angesiedelt, wodurch die Art gerettet werden konnte.

Bei der Lechheidelandschaft im Botanischen Garten hat man für Kinder eine Naturerlebnisstation eingerichtet, wo sie fühlen, schnuppern und tasten können. Auf spielerische Weise versucht man so Kindern die Leichheidelandschaft nahe zu bringen, die auch von Kiefern, Thymian und Oregano geprägt wird.

Sonniger Gehölzrand

Beim Kinderspielplatz gibt es einen nach Südwest geneigten Hang, der oben durch Gehölze begrünt ist. Vor den Gehölzen wachsen vorgelagerte Stauden und Pflanzen des Lebensraumes Freifläche wie z. B. der Blutstorchschnabel, die Steinsame, Diptam, Malve oder Herbstastern. Durch das Zusammenspiel von Gräsern, Stauden und Gehölzen ergeben sich interessante Farbwirkungen.

Gesteinslehrpfad

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Als man den Botanischen Garten in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts erweiterte, hat man in seinem nördlichen Teil den ersten bayerischen Gesteinslehrpfad eingerichtet. Hier wird die Entstehung einheimischer Natursteine erklärt. Man lernt z. B., dass Gabbro, Diorit, Granit, Syenit, also die Tiefengesteine, durch das langsame Erkalten flüssiger Magma entstanden sind. Oder dass Erdgussgesteine (Diabas, Basalt oder Quarzporphyr) dadurch entstanden, dass Magma durch Eruptionen hochgeschleudert wurde und dann erkaltete. Man erfährt über Granitporphyr, Dionitporphyr oder Syenitporphyr, dass sie Ganggesteine genannt werden, weil sie nicht an die Oberfläche gelangten, sondern in Erdgängen kalt wurden. Weiter werden Sedimentgesteine gezeigt: Sie sind durch die Ausscheidung von in Wasser gelösten Stoffen oder durch Verwitterung entstanden (etwa Gips, Kalkstein oder Dolomit). Unter dem Einfluss von Gebirgsdruck und der Hitze von Magma haben sich so genannte Erstarrungsgesteine oder Ablagerungsgesteine zu metamorphen Gesteinen gewandelt (etwa Paragesteine oder Orthogesteine).

Zwischen den gezeigten Natursteinen stehen auch verschiedene Bildhauerarbeiten, was zeigen soll, wie diese Steine zu künstlerischer Arbeit anregen können. Überhaupt gehört Naturstein zu den edelsten Baustoffen und ist schon immer Gestaltungsmaterial von Steinmetzen und Bildhauern gewesen. Hier entlang des Spitalbachs? sind die wichtigsten Steinmetz-Gesteine ausgestellt.

Ganz im Norden des Botanischen Gartens stößt man auf den schon eingangs erwähnten Steingarten mit Steinrinnen, kleinen Wegen und Trockenmauern. Heute ist er gut eingewachsen und bietet außergewöhnliche, aber oft übersehene Pflanzen wie die winterharten Opuntien, Aubretien, kriechender Phlox, Planzen, die Halbschatten mögen oder verschiedene Steinbrecharten, die unter Kiefern, Tannen, Fichten oder Wacholder siedeln.

Spitalbach

Farne

Entlang des Spitalbachs? haben sich viele Farne angesiedelt. Sie wollen frische, humose Böden und lieben den kühlen Schatten von hohen Bäumen. Damit sie gedeihen können, brauchen sie Falllaub, das sie im Winter vor Frost schützt und ihnen nach der Verrottung als Humus dient. Wenn der Garten feucht genug ist, können auch die schattigsten Flächen in ihm mit Farnen bepflanzt werden. Man sollte dabei darauf achten, dass nicht große Stauden in unmittelbarer Umgebung die Entfaltung der Farne beeinträchtigen. Als Pflanzen in der Nähe von Farnen kommen Schattenblümchen, Waldanemonen oder Sauerklee in Frage.

Wurzelstockgarten

Ebenfalls im Gebiet des Spitalbachs? findet sich ein der Natur nachempfundener Wurzelstockgarten. In der Natur entsteht er dadurch, dass Stürme Bäume entwurzeln und die Wurzelteile aus dem Boden gehoben werden. Dort auf diesen kleinen Arealen siedeln sich schnell Algen, Moose, Flechten, aber auch Farne an. Durch ihr Wachsen und das Zusammenspiel mit Mikroorganismen werden die harten Wurzeln abgebaut und wieder in den natürlichen Ökokreislauf eingebunden.

Weblinks


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