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Details des Alten Stadtbads

Bäderbetrieb

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Die Wassertemperatur beträgt ständig 28,5 ° C und liegt damit etwas über der Normaltemperatur der anderen Augsburger Hallenbäder, die 27 ° C beträgt. Im großen Becken gibt es Massagedüsen, auf der Galerie des Bades finden sich eine Sonnenwiese und ein Ruhebereich mit Sitz- und Liegemöglichkeiten.

Jeden Mittwoch zwischen 14 und 17 Uhr findet ein Kindernachmittag statt, bei dem im Becken auch Spielgeräte benutzt werden können.

Es gibt ein Café, das verpachtet ist und etwa 30 Sitzplätze hat. Badegäste können sich hier erfrischen oder stärken. Jeden Donnerstag gibt es in diesem Café besondere Kombiangebote: 7.00 bis 8.00 und 8.00 bis 9.00 Uhr "Frühstück und Schwimmen". Es gibt frische Salate, kleine Mittagstische, hausgemachten Kuchen, Sonntagsfrühstück etc. Darüber hinaus bietet man eine wechselnde Tageskarte, Entspannungstage, Badeparties, Geburtstagsfeiern und Catering. Auch geschlossene Feiern können im Café des Stadtbades organisiert werden.

Die Wellness-Angebote sind sehr reichhaltig: So werden angeboten Abhayanga Ganzkörpermassagen mit warmen Kräuteröl, Shirodhara-Stirnguss mit warmem Kräuteröl, Art Reum - Behandlung für den Nacken-, Schulter- und Rückenbereich mit Naturfango und Fußmassage, Nacken-Energiepunkt-Massage, Royal Lakshmi - ayurvedische Gesichtsbehandlung inklusive Bauch-, Fuß-, Hand- und Energiepunktmassage, Ayurvedische Fußmassage mit Fußbad, Udara - Behandlung der Bauchregion, Gamathi - spezielle Beinbehandlung, verschiedene Kalari-Massagen, Ayurvedische Ernährungs - und Lebensempfehlung etc. Dazu kommen Massagen für den Rücken, die Fußreflexzonen, manuelle Lymphdrainagen oder Aromaölmassagen. Verschiedene Wellnessangebote lassen sich auch per Gutschein verschenken, wenn man jemandem etwas Gutes tun will. Außerdem gibt es im Wellness-Bereich noch ein Kosmetikstudio, das Gesichtsbehandlungen, Fußpflege, Maniküre, Blütenbäder, Färben, Enthaarung und Ganzkörperbehandlung anbietet. Verschiedene Wellness-Pakete mit Preisvorteilen runden das Angebot ab. Aufgrund der Reichhaltigkeit des Angebots kann das Alte Stadtbad durchaus als Wellness-Zentrum in der Innenstadt? Augsburgs gesehen werden.

Zur Zeit der Gründung des Bades und noch lange danach waren Frauen- und Männer-Badebereiche streng getrennt. Die Ruhebereiche und Wannenbäder waren sogar noch in Klassen eingeteilt. Weil es nur in gut ausgestatteten Bürgerhäusern damals Duschen oder Wannenbäder gab, erfüllte der städtische Bäderbetrieb anfänglich eine wichtige Funktion für die Bevölkerungshygiene.

Das Gebäude

Wenn man das Stadtbad von außen betrachtet, macht es einen verwinkelten und lebhaften Eindruck. Alle Gebäudeteile sind rechteckig, die Dachhöhen sind unterschiedlich, alles gruppiert sich um einen Turm, der einen spitz zulaufenden Helm hat, dessen Dachziegeln teilweise glasiert sind. Das nord-südlich ausgerichtete Gebäude liegt dem Schmiedberg zugewandt, hat drei Geschoße und der Eingangsbereich ist etwas nach hinten versetzt. In diesem Bereich ist die Verwaltung, das Café und das Vestibül mit Kassenbereich untergebracht. Ebenfalls in nord-südlicher Richtung liegt die so genannte "Frauenscchwimmhalle", rechtwinklig dazu die große "Männerschwimmhalle". Diese reicht mit ihrer Schildwand bis an den Mittleren Graben. Die beiden Schwimmhallen wurden durch einen zweigeschossigen und flach gedeckten Bau, der nicht unterkellert war, verbunden. In ihm lagen früher die Wäscherei, darüber die Schwitzbäder und Duschräume samt dem Frigidarium, das nach außen durch einen Erker sichtbar wurde.

Zum Ölhöfle? hin lag das Kesselhaus mit Kohlenschuppen und Maschinenhaus. Das Maschinenhaus mit seinem 40 Meter hohen Schornstein ist nicht mehr erhalten. Blickte man von dieser Seite früher auf das Stadtbad, so hätte man es auch mit einer Fabrik verwechseln können.

Im Westen fließt direkt am Stadtbad der aus Hinterem und Mittlerem Lech gebildete und unter der ehemaligen Horbrücke? durchfließende Stadtbach? vorbei. Im Osten liegt der Stadtgraben. Der Wasserverbrauch des Stadtbads wird aber nicht durch den Stadtbach? befriedigt, sondern durch zwei etwa 30 Meter tiefe Brunnen im Ölhöfle?. In den Stadtbach? fließt nur gereinigtes Abwasser.

Beide Schwimmbäder waren zunächst grün gefliest, was für eine grüne Seefarbe sorgte. Über beide Schwimmhallen wölbt sich ein Tonnengewölbe. Es ist eine Eisenkonstruktion mit Rabitzverkleidung. In der Schnittansicht erkennt man eine halbe Ellipse. Die Hallen empfangen ihr Licht aus Thermenfenstern in den Stichkappen, durch verglaste Deckenöffnungen und hohen Rundbogenfenster in den Schildwänden. Früher hatten diese Rundbogenfenster Glasmalereien, die farblich mit den Wandmalereien unterhalb der Friese, die sich unter den Thermenfenstern hinzogen, korrelierten. In der Männerhalle zeigten die Wandmalereien Wasservögel, die leider nicht mehr erhalten sind, in der Frauenschwimmhalle Pfauen, die zwar bei der Renovierung 1989 entdeckt, aber nicht freigelegt wurden. In der Festschrift zur Eröffnung des Bades wird 1902 als exklusiver Schmuck ein riesiger Wandspiegel hervorgehoben, der aber auch nicht mehr erhalten ist.

Die Längswände des Bades sind zweigeschossig und bieten Platz für eine Galerie mit Umkleidekabinen. Zunächst waren es Jugendstilkabinen, doch sind sie mehrmals im Laufe der Zeit modernisiert worden. An der oberen Galerie zieht sich ein Gitter entlang. Bis 1915 war es ein Jugendstilgitter, doch wegen Rost und wegen Sicherheitsbedenken ummantelte man es mit Beton und verzierte es in klassizistischen Stilformen. 1950 ersetzte man in der Männerschwimmhalle diese Konstruktion durch ein modernes Gitter, die Gitter der Frauenschwimmhalle befreite man 1989 von der Ummantelung.

Früher bildeten gusseiserne Säulen das Stützensystem des Bades. Sie hatten Kapitelle, die mit Fröschen verziert waren. Leider mussten auch sie im Lauf der Zeit durch Betonträger ersetzt werden. Erst 1989 befreite man sie wieder von den Betonummantelungen und ersetzte die Trägerkapitelle durch neue Formen.

Die Beckenböden der Bassins werden von einer abfallenden Pfeilerkonstruktion aus Klinkersteinen gebildet und sitzen auf Pfahlrosten auf. Alles, was mit Wasser in Berührung kommt, ist mit Mosaikkacheln aus Mettlach/Saar gefließt (Firma Villeroy & Boch). Von hier stammen auch die Friese, die Schwäne (Finnische Sauna) oder Fische und Seerosen (Knetraum) darstellen. Auch die Heiß- und Warmluftbäder sind bis unter die Decke gekachelt.

Für die Zeit um 1900 war das Stadtbad von Augsburg luxuriös ausgestattet und war auf der Höhe des damaligen technischen Standards. Bunde Fliesen, Glasmalereien, Verzierungen an Geländern, Wasserhähnen und andere künstlerische Details waren damals ein Ambiente, in dem nicht alle Menschen baden konnten.


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