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Der Königsplatz im 20. Jahrhundert

Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg

Die geplante Ost-West-Straßenachse wurde erst im Jahr 1905 Wirklichkeit, als man einen Durchbruch in Richtung Moritzplatz schuf und die heutige Bürgermeister-Fischer-Straße entstand, die den Kö, wie die Augsburger ihren Königsplatz nennen, mit der Maximilianstraße verband. Durch den Abbruch des Tores und die Niederlegung des Walls an dieser Stelle konnte der Königsplatz Raum finden.

Erste Umbaupläne für den Königsplatz gab es schon zu Beginn der 1930er Jahre.

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Der Königsplatz auf einer Ansichtskarte um 1920. Die Tram der Linie 2 führt einen Sommerbeiwagen, dessen Vorhänge gerade geöffnet sind. Ab 1905 war der Königsplatz Nahverkehrsknotenpunkt Nummer Eins und Schnittstelle mehrerer Straßenbahnlinien. Der Rundbau in der Mitte mit einem Kiosk und der Möglichkeit sich unterzustellen, wurde etwa 1911 errichtet. Mit dem Umbau des Königsplatzes 1976/77 und der Verlegung der Haltestellen weiter südlich verschwand das im Volksmund als "Pilz" bekannte Gebäude. Postkarte zur Verfügung gestellt von Thomas Werthefrongel, Stadtbergen.

Die Nationalsozialisten hatten dann mit dem Königsplatz viel vor. Er sollte die Größe und Macht des neuen Deutschland widerspiegeln und so planten sie die Umgestaltung des Platzes in ein riesiges Gauforum. Es sollte eine Versammlungshalle für 20.000 Menschen, ein 116 Meter hoher Turm und eine mehr als ein Kilometer lange Aufmarschstraße vom Theodor-Heuss-Platz (damals Mussolini-Platz) bis zum Stadttheater gebaut werden. Wegen des Zweiten Weltkriegs konnten diese gigantomanischen Pläne nie verwirklicht werden. Nur erste Maßnahmen konnten umgesetzt werden und sind bis heute erhalten, so die Verbreiterung der Fuggerstraße auf 48 Meter und die Renovierung des Stadttheaters, eines 1876 bis 1877 im Neo-Renaissancestil erbauten Schauspielhauses. Wie es heißt soll der Führer selbst bei den Umbauplanungen mitgewirkt haben.

Klar, dass in den Jahren 1933 bis 1945 der Königsplatz den Namen Adolf-Hitler-Platz trug. Das war bei den zentralen Plätzen der meisten deutschen Städte während der nationalsozialistischen Herrschaft der Fall. Und ebenso klar, dass die Augsburger ihrem Kö nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges seinen ursprünglichen Namen zurückgaben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Baulich änderte sich am Königsplatz in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Krieg so gut wie nichts. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde aber schnell klar, dass der Platz nicht so bleiben konnte, wie er war, und den neuen Verkehrserfordernissen mit seinem zugenommenen Individualverkehr angepasst werden musste. Der Umgestaltung des Platzes gingen Jahre dauernde erregte Diskussionen voraus. Erst in den Jahren 1976 und 1977 wurde das Haltestellendreieck gebaut, indem man die bisherige Haltestelle am "Pilz" an das südliche Ende des Königsplatzes verlegte. Dazu musste ein Teil der Königsplatz-Grünflächen weichen. Ein Ausgleich entstand dadurch, dass man den Park wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzte und neue Bäume pflanzte. Trotz großer Proteste der Augsburger riss man den liebgewordenen "Pilz" ab, der ein wichtiger Treffpunkt geworden war. Um den Protesten der Augsburger entgegenzukommen, plante man an seiner Stelle ein Café-Rondell. Es sollte rund sein und so die Form des "Pilzes" aufgreifen. Diese Planungen wurden jedoch nie verwirklicht. Stattdessen baute man Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts den Manzu-Brunnen.

Übrigens: Um den Königsplatz vom PKW-Verkehr frei zu machen gab es in den 1970er Jahren auch den Plan, einen Tunnel vom Klinkertor? bis zum Roten Tor zu graben, ein Projekt, das am Widerstand der Augsburger und den Kosten scheiterte.

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