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Christuskirche Haunstetten

eine evangelisch-lutherische Kirche und Gemeinde in Augsburg

Allgemeines

Die Kirche und Gemeinde der evangelisch-lutherischen Christuskirche liegt in Haunstetten und damit im Süden der Stadt Augsburg.

Evangelische-Kirche-Haunstetten
Christuskirche Haunstetten am 15. Juni 2006. By Omnidoom 999 (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Die Christuskirche wurde 1909 von evangelischen Fabrikbesitzern, Arbeiterinnen und Arbeitern der Textilfabriken in Haunstetten und mit Unterstützung des Gustav Adolf Vereins? erbaut. Es handelt sich um einen Saalbau, der einen kreuzförmigen Grundriss hat. Im Süden steht der 32 Meter hohe Turm, der Chor ist eingezogen. Geplant wurde die Kirche von F. Schildhauer. Sie bietet etwa 450 Sitzplätze. Hier findet findet jeden Sonntag um 10 Uhr der Gottesdienst der Christusgemeinde Augsburg statt, während gleichzeitig im Gemeindehaus nebenan Kindergottesdienst gefeiert wird.

Nordwestlich der Christuskirche liegt in einem Part das Pfarrhaus der Christuskirche, ein Walmdachbau mit zwei Geschossen.

Geschichte

Durch die Industrialisierung vermehrte sich die Anzahl der Protestanten in Haunstetten und Siebenbrunn (damals noch Mehringerau?) im Lauf des 19. Jahrhunderts stark. Seit 1841 wurden sie von Evangelisch Sankt Ulrich aus betreut. 1856 kam es zu einem starken Zuzug von protestantischen Webern aus Franken und Sachsen, die in den neu gegründeten Spinnereien und Webereien Haunstettens und Siebenbrunns Arbeit fanden. So feierten die Protestanten des Gebietes ab 1876 ihre Gottesdienste in der Baumwollspinnerei Höppel?. 1880 errichtete die evangelische Kirche für die Protestanten in Haunstetten und Siebenbrunn eine Hilfsgeistlichenstelle und ab 1890 hielt man in der Meringerau? Gottesdienste ab.

1899 gründeten die Haunstetter und Siebenbrunner Protestanten den Evangelische Verein Haunstetten-Siebenbrunn? mit dem Ziel, eine evangelische Kirche in Haunstetten zu errichten. Im März 1904 erhielt der Verein deshalb auch den Namen „Bethaus Haunstetten-Meringerau (e. V.)“, denn Siebenbrunn hieß bis zur Eingemeindung? 1910 Meringerau.

Ab 1903 versammelte sich die evangelische Gemeinde im Saal der Gaststätte "Jägerhäusel" in Haunstetten, die nicht mehr existiert.

Im Juni 1905 schrieb der bayerische „Architekten- und Ingenieurs-Verein“ einen Architekturwettbewerb für die protestantische Kirche aus. Die elf eingereichten Entwürfe stellte man im Juni 1906 eine Woche lang im Nebensaal einer Gaststätte zur Besichtigung aus. Am Ende siegte der Plan des Kemptener Bauamtmanns Schildhauer, der mit nur geringen Änderungen von Ludwig Hebeisen umgesetzt wurde.

Mit dem Bauen begann man am 20. März 1909. Alle beteiligten Handwerker stammten aus Haunstetten, nur die Turmuhr wurde von einem auswärtigen Handwerker geliefert. Am 2. Mai 1909 legte man den Grundstein und schon am 27. Juni konnte der Dachstuhl errichtet werden, am 31. Juli erhob sich der Kirchturm. Am 9. September 1909 goss eine Augsburger Glockengießerei die drei Glocken der Kirche. Am 13. November 1909 brachte ein Pferdefuhrwerk die Glocken, mit denen zum ersten Mal am Buß- und Bettag geläutet wurde. Am 12. Dezember 1909 weihte man die Christuskirche in Haunstetten ein. Im April 1910 installierten Orgelbauer eine Steinmeyer-Orgel.

1911 wurde die Gemeinde zur Filialkirchengemeinde.

Wegen des Ersten Weltkrieges wurden im Juni 1917 die beiden größeren Glocken für Kriegszwecke beschlagnahmt und abtransportiert. Erst 1924 konnte man die beiden beschlagnahmten Glocken ersetzen.

1919 wurde die Christusgemeinde in Haunstetten zu einer eigenen Pfarrei, die 1921 an die Gesamtkirchenverwaltung Augsburg angeschlossen wurde, die von den Protestanten 1918 gebildet worden war.

In den Jahren 1925/26 erbaute die Christusgemeinde das Pfarrhaus, zu dem auch ein großer Pfarrgarten gehörte.

1943 verlor die Christuskirche zum zweiten Mal ihre Glocken, diesmal alle drei, weil sie für die Rüstung eingeschmolzen wurden. Sie wurden erst 1955 erneut ersetzt. Diesmal schaffte man aus einer Glockengießerei in Erding? vier Glocken herbei. Die Stahlglocken erklingen in dis, fis, gis und h.

1944 wurden im Zweiten Weltkrieg die Sakristei, die Orgel, das Dach und das Portal der Kirche zerstört. Diese Teile hat man in den Jahren 1952/53 wieder errichtet oder restauriert.

1958 gründete die Gemeinde einen Posaunenchor, weil sie junge Menschen mit Interesse an der Musik in der Gemeinde halten wollte. Zu Beginn gab es vom Posaunenchor Sankt Johannes? in Oberhausen Schützenhilfe. Dort konnte sich der Haunstetter Posaunenchor zunächst Instrumente ausleihen.

1959 baute man ein elektrisches Läutewerk und eine elektrische Uhr ein.

1993 wurde das Gemeindezentrum Maria und Martha errichtet.

Ende 1997 zählte die Christusgemeinde etwas über 5.200 Mitglieder.

2006 wurde die Kirche innen gründlich renoviert und im Oktober 2006 offiziell wieder eingeweiht.

2008 feierte der Posaunenchor der Christuskirche sein 50-jähriges Bestehen im Gemeindesaal Maria und Martha.

2009 feierte die Gemeinde 100 Jahre Christuskirche in Haunstetten.

Details

Die Kirche besitzt außen ein Satteldach, ein östliches Eingangsportal, das neuromanisch gestaltet wurde, vierteilige Thermenfenster in Haustein, eine Choranlage, die nach Westen zeigt und einen hellen Innenraum.

Dieser Innenraum besitzt zwei gleichhohe Tonnengewölbe, die im Querschnitt halbkreisförmig sind, sich überschneiden und mit Kassettendecken ausgefüllt sind. Der Chor schneidet in die Kalotte ein, ist polygonal und wird von drei Emporen umgeben. Die Emporen zeigen in ihren zweifarbig bemalten Brüstungsbildern Geburt, Abendmahl und Pfingsten. Im Chor wurden Solnhofener Platten verlegt, während der sonstige Fußboden aus rotglasierten quadratischen Tonplatten besteht. Hier im Innenraum hat man versucht, moderne zukunftsweisende Wege im Sakralbau zu gehen. Die kubischen Massen sind für die Zeit neuartig und überraschend, wenn man sie mit dem Äußeren der Kirche vergleicht, das mit den Satteldächern oder dem dreipassförmigen Portal, das ein Motiv Theodor Fischers aufgreift, recht konventionell erscheint.

Die Gemeinde besitzt einen Gemeindesaal namens Maria und Martha. Das Gemeindezentrum Maria und Martha liegt im Süden des Gemeindegebietes und bietet in einem Saal etwa 120 Sitzplätze. Auch hier finden jeden Sonntag Gottesdienste statt, aber schon um 8.30 Uhr. Zusätzlich gibt es hier Jugend- und Minigottesdienste. Neben dem Gemeindezentrum Maria und Martha befindet sich der gemeindeeigene Kindergarten Schatzkiste? und ein Jugendheim.

Neben den Hauptamtlichen der Gemeinde engagieren sich ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Besuchsdienst, im Verteilen des Gemeindebriefes, im Kirchenvorstand, im Kindergarten, im Posaunenchor, in den Gottesdiensten, der Kirchenmusik, in der Kinder-, Jugend– und Seniorenarbeit und vielen anderen Bereichen mehr. Gemeindearbeitsschwerpunkte sind die Besuchsdienstarbeit für Neuzugezogene, Alte, Kranke und Jubilare, die Jugendarbeit und die Familien und Kinderarbeit.

Zm Gemeindeleben gehört der Posaunenchor der Gemeinde, der an kirchlichen Feiertagen in der Christuskirche die Gottesdienste musikalisch umrahmt. Hin und wieder tritt der Posaunenchor der Christuskirche auch in weltlichen Veranstaltungen auf. Das Repertoire reicht von Choralsätzen über Spirituals, Volks- und Kirchenlieder bis hin zum Pop. Selbst das Lummerlandlied der Augsburger Puppenkiste wird gespielt. Die Mitglieder des Posaunenchors sind Laienmusiker, die Posaune, Trompete oder Tuba spielen. Auch wenn der Haunstetter Posaunenchor mit seinem etwa 20 Personen umfassenden Ensemble flotte Rhythmen zu spielen weiß, bleibt er doch seinen christlichen Wurzeln treu.

Lage

Haunstetter Straße 246


Weblinks


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