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Buz, Carl

ein Maschinenbau-Ingenieur und Industrieller, der in Augsburg lebte

Carl Buz - (©) MAN-Museum

Leben und Wirken

Geboren wurde Carl am 6. April 1803 in Wiesenbronn? / Kitzingen?. Sein Vater war ein Offizier im bayerischen Dienst. Seine Kindheit verbrachte er in München, weil der Vater in das bayerische Kriegsministerium berufen worden war, wo er bis zum Ministerialreferenten aufstieg. Auch der Sohn schlug zunächst eine militärische Laufbahn ein und ließ sich zum Militär-Ingenieur ausbilden, als seine technische Begabung sichtbar wurde. Als solcher kam er 1834 nach Augsburg, wo er ein Jahr später beim „Aktienverein München-Augsburger Eisenbahn“ eine Stelle antrat und für den Streckenabschnitt Nannhofen? – Augsburg die Bauleitung übernahm.

1838 schied Carl Buz als „Zivilingenieur“ aus der Bayerischen Armee aus. 1841 heiratete er Auguste Geiger, nachdem er sich von seiner ersten Frau hatte scheiden lassen. Auguste Geiger war eine Schwägerin von Carl August Reichenbach, deren erster Mann gestorben war und ihr seine Mitinhaberschaft an einer Druckerei vermacht hatte, die ihm gemeinsam mit Reichenbach gehörte. Durch die Heirat von Auguste Geiger kamen sich die beiden Männer verwandtschaftlich und geschäftlich näher.

1844 pachtete er mit seinem Schwager Carl August Reichenbach die Sander´sche Maschinenfabrik?. Seit 1845 firmierte diese Firma unter dem Namen C. Reichenbach´sche Maschinenfabrik?, um die Verwandschaft mit dem berühmten Erfinder und Verwandten Reichenbachs, Friedrich Koenig, werblich zu nutzen. Zusammen mit Reichenbach führte Carl Buz das Unternehmen aus dem Dunstkreis der Textilindustrie? heraus und wandte sich dem Druckmaschinenbau und allgemeinen Maschinenbau zu.

1854 wurde Carl Buz Mitglied des Augsburger Magistrats?.

1855 kauften die beiden Verwandten Buz und Reichenbach die Fabrik und wandelten das Unternehmen 1857 in eine Aktiengesellschaft, an der beide nur noch eine Minorität hielten. Sie trug nun den Namen Maschinenfabrik Augsburg AG?. Carl Buz übernahm den Chefposten, Carl August Reichenbach leitete nur noch den Schnellpressenbau, aus dem später der Druckmaschinenbau der MAN (Manroland AG bzw. manroland web systems?) hervorging. Die beiden Verwandten hatten mit der Umwandlung der Firma von einem Familienunternehmen in eine Kapitalgesellschaft ein Vermögen gemacht und ihr eingesetztes Kapital von 70.000 fl. auf 300.000 fl. erhöht. Carl Buz investierte 122.000 fl. erneut in das Unternehmen, Carl August Reichenbach nur 100.000 fl., so dass Buz das größte Aktienpaket unter den damals 25 Augsburger Kapitalzeichnern hielt.

Carl Buz engagierte sich mehr und mehr im Dampfmaschinenbau, so dass die Firma eine doppelte Spezialisierung vorweisen konnte und nicht von Marktentwicklungen in einem einzigen Segment abhängig war. Das führte auch zu einem raschen Wachstum von Umsatz und Beschäftigtenzahl. Waren es 1844 gerade einmal 44 Arbeiter, zählte die Firma 1860 schon 340 Beschäftigte.

Carl Buz blieb bis 1864 Geschäftsführer des Maschinenbau-Unternehmens. Angeblich aus gesundheitlichen Gründen schied Carl Buz aus dem Unternehmen aus, doch engagierte er sich weiterhin unternehmerisch als Mitbegründer der Baumwoll-Feinspinnerei Augsburg? und in der Gas- und Zündholzindustrie. Eher wollte Buz mit seinem Ausscheiden seinem Sohn die reibungslose Übernahme der Unternehmensleitung ermöglichen.

Unter seinem Sohn Heinrich von Buz? begann der Bau von Dieselmotoren bei der späteren MAN.

Carl Buz starb am 18. Oktober 1870 in Augsburg.

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