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Burgkmair, Hans der Ältere

ein Augsburger Maler, Zeichner und Holzschnitzer

Leben und Wirken

Hans Burgkmair der Ältere wurde 1473 in Augsburg in einer Künstlerfamilie geboren. Mit den beiden Holbeins? zählt er zu Augsburgs bekanntesten Künstlern. Hans Burgkmair d. Ä. war Zeichner, Holzschneider und Maler. Durch seinen Vater Thoman lernte Hans schon früh die Kunst der Malerei kennen. Eine Lehre als Maler machte er bei Martin Schongauer von 1488 bis 1490 in Colmar. Schongauer hat Wurzeln in Augsburg, wo sein Vater Goldschmied war. Gleich nach seiner Lehre, mit 17 Jahren, fertigte Burgkmair das Porträt des Predigers Johannes Gailer von Kaysersberg an, der von der Kanzel im Straßburger Münster zu den Leuten sprach und wegen seiner rhetorischen Fähigkeiten sehr geschätzt wurde. Dieser Prediger war 1488 kurz in Augsburg aktiv. Burgkmair fertigte auch Illustrationen zu Büchern Johannes Gailers an. Von Schongauer, seinem Ausbilder, malte Burgkmair 1453 ein Porträt als Ölgemälde.

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Später besuchte Hans Burgkmair Italien. Besonders die Kunst in Venedig hatte es ihm angetan. Dazu kam noch eine Reise in die Niederlande. Ansonsten hielt er sich nur in Augsburg auf, wo ihn der Humanist Konrad Peutinger besonders förderte.

Für den Augsburger Drucker Erhard Ratdolt? arbeitete Hans Burgkmair der Ältere als Reißer für viele Holzschnitte. Als Meister wurde er 1498 in die reichsstädtische? Malerzunft aufgenommen. Im gleichen Jahr heiratete er Anna Allerley. Die Tochter eines Kürschners ist auf einem Selbstbildnis Burgkmairs als seine Gattin zu sehen. Sie hat wohl unter dem Motto "Erkenne dich selbst" einen Spiegel in der Hand. Das Gemälde zeigt ziemlich schonungslos die Gesichter der beiden Eheleute im Jahre 1527. Burgkmair trägt auf dem Gemälde seinen Siegelring, der erhalten blieb. Das Gemälde kann aber auch von Lukas Furtennagel? stammen, einem Schüler von Burgkmair.

Kontakt zu König Maximilian, der später deutscher Kaiser wurde, bekam Burgkmair 1500 auf dem Augsburger Reichstag. Vermittelt wurde er durch Konrad Peutinger. Dem Kaiser gefiel die Kunst Burgkmairs und er gab ihm viele Aufträge. Besonder in den Holzschnitt-Auftragswerken für Kaiser Maximilian I.? konnte Burgkmair d. Ä. seine künstlerische Begabung zeigen. Burgkmair reiste an den Niederrhein und dann wieder nach Italien. Aber auch von verschiedenen Kirchengemeinden wurde er mit Aufträgen gut bedacht.

Zwischen 1499 und 1504 beteiligte sich Burgkmair an der Schaffung der Basilikenbilder, zusammen mit Hans Holbein dem Älteren und einem unbekannten Künstler, der mit L. F. signierte.

Nachdem Burgkmair 1531 in Augsburg verstorben war, heiratete seine Witwe wieder. Zuerst den Stadtsöldner Leonhard Wolf, dann, 1545, Ludwig Hornberger.

Werk

"Hans Burgkmair der Ältere ist der freieste und glücklichste der deutschen Malerei der Renaissance. Keinem anderen deutschen Künstler war es gegeben, den unabwendbaren Zustrom italienischen Kunstgeistes mit so feinem Verständnis und mit solcher inneren Sicherheit aufzunehmen und, vom eigenen Wesen zu opfern, zu einer so klaren und persönlichen Gestaltung umzubilden. Dieser Ausgleich war bei ihm nicht wie bei Dürer das Ergebnis eines tiefen und oft schmerzlichen Ringens, sondern vollzog sich dank seiner unerhört geschmeidigen Veranlagung anscheinend fast kampflos." Das behauptet Dr. Franz Fröhlich, Generaldirektor der Bayerischen Gemäldesammlungen? in dem Katalog zur Burgkmair-Ausstellung im Juni/Juli 1931, zum 400. Todestag des Künstlers.

Ein Kritiker schreibt über Burgkmairs Bilder: "Seine Figuren haben schlanke Verhältnisse, die Glieder sind etwas mager, die Hände spitzig, aber gut bewegt, die Gewänder massig gehalten und gut modelliert. Mit den Vorzügen dieser Auffassungs- und Darstellungsweise verbindet er eine äußerst harmonische Färbung und Abstufung, bisweilen auch das liebevolle Eingehen auf das Einzelne, ein treffliches Helldunkel und eine sehr ausgebildete Modellierung."

Werke

Aufsehen erregten seine ersten Farbholzschnitte, die er ab 1508 für Drucker herstellte. Von Kaiser Maximilian I.? kamen immer mehr Aufträge. Deren Umfang war so enorm, dass mehrere Augsburger Künstler daran arbeiteten.

Zu den bekanntesten Werken Burgkmairs d. Ä. gehören:

  • Porträt des Johann Geiler von Kaysersberg (1490)
  • Porträt des Friedrich II. von Zollern (1490)
  • Hochzeitsbild Jakob Fuggers und der Sibylle Artzt? (1498)
  • Porträt des Kaiser Friedrich III. (1500)
  • Basilikenbilder: Basilica di San Pietro (1501)
  • Bildnis eines jungen Mannes (1501)
  • Basilikenbilder: Basilica di San Giovanni (1502)
  • Das Zeugbuch Kaiser Maximilians I. (1502)
  • Basilikenbilder: Basilica di San Croce (1504)
  • Bildnis eines Architekten (1507)
  • "Krönung Mariä" (1507)
  • Porträt des Sebastian Brant (1508)
  • "Maria im Rosenhag" (1509)
  • Randzeichnungen für das Gebetbuch Kaiser Maximilians I.? (1515)
  • Johannesaltar / „Evangelist Johannes auf Patmos“ (1518)
  • Kreuzigungsaltar (1519)
  • "Esther vor Ahasver" (1528)
  • "Die Schlacht bei Cannae" (1529)
  • Holzschnittwerke für Kaiser Maximilians I.? für "Weißkunig", "Theuerdank" und "Triumphzug". Es sind von Burgkmair allein im "Weißkunig" 137 Blätter. Holzschnitt "Der Tod als Würger" (1510).

Burgkmairs Sohn, Hans Burgkmair der Jüngere?, wurde mit seinen Werken nicht so bekannt wie sein Vater.

Weblinks


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