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Bund für Geistesfreiheit Augsburg

bfg Augsburg; eine freigeistig orientierte Körperschaft des öffentlichen Rechts in Augsburg, die zum Bund für Geistesfreiheit Bayern K. d. ö. R. gehört

Allgemeines

Der Bund für Geistesfreiheit Bayern K. d. ö. R. ist ein Dachverband von örtlichen Gemeinschaften in Bayern. In Augsburg zählt der Bund für Geistesfreiheit etwa 1.200 Mitglieder und ist damit die größte Gruppierung des bfg in Bayern (Stand 2014).

Der Bund für Geistesfreiheit versteht sich als Interessenvertretung kirchenfreier Menschen mit freigeistiger, agnostischer, weltlich-humanistischer oder atheistischer Anschauung. Er berät in Fragen des Kirchenaustritts, Ethikunterrichts, Selbstbestimmungsrechts und der Humanität am Lebensende und sowie zu weltlichen Bestattungsansprachen in einer eigenen Sprechstunde.

Damit ist der Bund für Geistesfreiheit eine Weltanschauungsgemeinschaft. Sie orientiert sich an den Grundsätzen der Aufklärung, des weltlichen Humanismus und den Erkenntnissen der Naturwissenschaften. Er kann zwar die Religionen nicht verstehen, doch respektiert der Bund für Geistesfreiheit die religiösen Überzeugungen anderer Menschen. Der Bund für Geistesfreiheit erwartet das gleiche Nichtglaubenden gegenüber.

Geschichte

Der Bund für Geistesfreiheit Augsburg wurde 1911 gegründet. 1933 verboten ihn die Nationalsozialisten?. Erst 1950 gründete man ihn erneut.

Zwischen 1980 und 1990 wuchs der Bund für Geistesfreiheit in Augsburg von 54 auf 174 Mitglieder.

2001 stiftete der Bund für Geistesfreiheit Augsburg den Ludwig-Feuerbach-Preis? anlässlich seines 90-jährigen Bestehens. Der damalige Vorsitzende des bfg Augsburg meinte, der Preis sei "eine Würdigung des anderen Augsburg, das mit Schubart, Johann Most oder Bertolt Brecht einige freie Geister hervorgebracht" habe. Der Preis ergänze "das kulturelle und weltanschauliche Spektrum der Stadt, auch angesichts der Tatsache, dass der bekannte Augsburger Friedenspreis zwar von der Stadt dotiert, de facto aber von der evangelischen Kirche verliehen" werde.

2014 zählte der bfg Augsburg über 1.200 Personen.

Details

Der bfg vertritt im öffentlichen Leben als parteiunabhängige Interessenvertretung Menschen, die keiner Kirche oder Sekte angehören. Er tritt für eine echte Trennung von Staat und Kirche ein. Das bedeutet vor allem den Abbau von Privilegien der Kirchen, die in keinem anderen Land der Welt so stark von der öffentlichen Hand subventioniert werden wie in Deutschland - selbst mit Steuergeldern von Konfessionsfreien. Der Bund für Glaubensfeiheit will, dass religiöse und weltanschauliche Vereinigungen ihre eigenen Belange allein aus Beiträgen und Spenden ihrer Mitglieder finanzieren. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet den Staat, trotz des Hinweises auf die "Verantwortung vor Gott" in der Präambel, zu religiös-weltanschaulicher Neutralität, was theoretisch die Privilegierung bestimmter Bekenntnisse ausschließt, doch durch die Übernahme von Ausnahmeklauseln aus vordemokratischen Zeiten in die Verfassung und Sondervereinbarungen mit dem Staat haben sich die Kirchen in Deutschland nach Auffassung des Bundes für Geistesfreiheit ihre heutigen Privilegien gesichert.

Der Bund für Geistesfreiheit versteht unter einer echten Trennung von Staat und Kirche u. a. folgendes:

  • Es gibt keinen Status "Körperschaft des öffentlichen Rechts" für Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften mehr, denn wie auch für alle anderen Vereinigungen gilt das Vereinsrecht.
  • Die Kirchensteuer ist ein Mitgliedsbeitrag, dessen Einzug nicht Sache des Staates, sondern der Kirchen ist.
  • Weil die religiöse Unterweisung Angelegenheit der Glaubensgemeinschaften ist, gibt es keinen Religionsunterricht im staatlichen Schulwesen. Genauso ist die Priester- und Theologenausbildung nicht Sache des Staates, weshalb die theologischen Fakultäten der Universitäten in kircheneigene und kirchlich finanzierte Ausbildungsstätten umzuwandeln sind.
  • Staatsleistungen an die Kirchen (z.B. aufgrund der Säkularisierung) sind einzustellen, weil durch die bisherigen Zahlungen des Staates die von der Verfassung vorgesehene Ablösung bereits geleistet ist.
  • Die noch gültigen Konkordate und Staatskirchenverträge (z.B. das Hitler-Konkordat von 1933) sind zu kündigen. Ihre Inhalte sind, soweit erforderlich, durch Gesetz oder Übergangsvereinbarung zu regeln.
  • Sakrale Symbole und religiöse Kulthandlungen sind in staatlichen Einrichtungen nicht angebracht. Auch die Seelsorge in Militär, Grenzschutz, Polizei und Justizvollzug ist keine staatliche Aufgabe, sondern eine Angelegenheit der jeweiligen Religionsgemeinschaft, die auch die Finanzierung zu übernehmen hat.
  • Bildung, Krankenpflege und soziale Versorgung sind öffentliche Aufgaben. Staatliche Zuschüsse an Einrichtungen freier Träger sind von der Gewährleistung der Grundrechte für alle Beteiligten abhängig zu machen. Auch bei kirchlichen Trägern muss das allgemeine Arbeits- und Sozialrecht gelten.
  • Das Darstellungsrecht der Kirchen in den öffentlichen Medien ist dem anderer gesellschaftlicher Gruppen gleichzustellen.
  • Steuerfreiheit und gebührenrechtliche Privilegien der Religionsgemeinschaften sind abzuschaffen.
  • Die beitragspflichtige Mitgliedschaft in Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften wird - unabhängig von früher vollzogenen religionsinternen Ritualen - durch eine persönliche Beitrittserklärung nach Erreichen der Religionsmündigkeit (Vollendung des 14. Lebensjahrs) erworben. Der Austritt erfolgt durch einfache schriftliche Erklärung gegenüber der betroffenen Organisation.

Im Jahresbeitrag einer Mitgliedschaft im Bund für Geistesfreiheit ist der Bezug der monatlichen Rundschreiben sowie (bei Interesse) einer bundesweiten, nicht vom bfg herausgegebenen Vierteljahres-Zeitschrift MIZ eingeschlossen. Alle Mitgliedsbeiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

Adresse

Bund für Geistesfreiheit (bfg) Augsburg
Körperschaft des öffentlichen Rechts - gegründet 1911
Haunstetter Straße 112
86161 Augsburg

Tel. 0821/99985712
E-Mail: bfg-augsburg(@)web.de


Weblinks


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