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Bürgerliches Brauhaus Augsburg-Göggingen

auch verkürzend "Bürgerbräu" genannt; eine ehemalige Augsburger Brauerei mit Sitz in Göggingen

Allgemeines

Das Bürgerliche Brauhaus Augsburg-Göggingen war früher eine qualitätvolle Augsburger Brauerei, deren Bier weit über die Grenzen Augsburgs hinaus geschätzt wurde. Im Wahrzeichen der Brauerei war ein Bürger? in Augsburger Tracht zu sehen und im Wappen des Stammhauses in der Gögginger Straße bildete man einen Widder ab, der für Kraft und Energie stehen sollte.

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Geschichte

Das Bürgerliche Brauhaus Augsburg-Göggingen hat seine Wurzeln in der Katharinengasse Augsburgs zu reichsstädtischer? Zeit. Ein gewisser David Kicklinger kaufte am 20. Januar 1620 das Anwesen Katharinengasse 28, nachdem er von der Stadt die Erlaubnis bekommen hatte, dort Bier zu brauen. Jahrhunderte wurde hier Augsburger Bier nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraut.

Einen großen Aufschwung nahm die Firma gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Dieser Aufschwung ist mit den Eheleuten Adolf und Margaretha Eisenhardt verbunden, die jenes Anwesen in der Katharinengasse samt Brauerei am 25. April 1874 kauften. Aus dieser alten bürgerlichen Brauerfamilie heiratete Ludwig Glück die damals 21 Jahre alte Tochter Johanna Margaretha Eisenhardt. Die beiden zogen nach Göggingen. Dort kaufte die junge Familie dicht an Augsburgs Stadtgrenzen das Gelände und die Brauerei "Bürgerliches Brauhaus" in der Gögginger Straße 90. Zuvor befand sich hier von 1877 bis 1881 die "Praktische Brauerschule C. Michel". Dieser Carl (auch Karl) Michel wurde am 17. November 1836 in Weißenburg (Mittelfranken)? geboren und betrieb schon 1869 an einem nicht mehr bekannten Ort in Augsburg eine Brauerschule, eine der ersten ihrer Art überhaupt. Nach seinem Weggang aus Augsburg verlegte er seine Schule nach München ("Erste Münchener practische Brauerschule"), wo er am 4. Januar 1922 starb. Die in Augsburg gegründete Brauerschule bestand unter der Leitung des Chemikers Ernst Leyser bis 1902. Die Umgebung bot also ideale Voraussetzungen, um gutes Bier zu brauen.

Nach und nach schaffte es das Familienunternehmen zur größten Privatbrauerei Schwabens aufzusteigen. Immer wieder musste das Gelände vergrößert werden. Bis 1903 ein Brand in der Brauerei wütete und den Bau eines moderneren und größeren Hauptgebäudes nötig machte.

Den bekannten einen Bierkrug haltende Bürger? im Wahrzeichen der Brauerei schuf der Künstler Ludwig Hohlwein um 1925.

1927 starb der zum "Kommerzienrat" aufgestiegene erfolgreiche Augsburger Brauer Ludwig Glück, so dass seine Witwe das Gögginger Bürgerbräu allein weiterführen musste. Margaretha Glück, geborene Eisenhardt, übertrug 1940 ihrer Tochter Johanna Maria Loew die Leitung des Brauerei-Unternehmens. Diese war mit Hermann Loew, einem Juristen, verheiratet, der zeitweilig Landrat von Landsberg? war und ihr den Rückhalt zur Führung der Brauerei gab.

1953 pachtete das Unternehmen in Burgau? eine zusätzliche Braustätte, um das Weizenbier dort zu brauen.

Im April 1961 nahm die Hauptniederlassung in Göggingen eine automatische Flaschenabfüllanlage in Betrieb.

1958 wurde der Unternehmerin Loew für die Qualität des Bieres und die Solidität des Betriebes in Brüssel die Auszeichnung "Chevalier du Fourquet" zuteil.

1962 war die Brauerei immer noch unter der Leitung von Johanna Maria Loew und hatte damals in Brauerei, Mälzerei, Schreinerei, Schlosserei, Fuhrpark und einer alkoholfreien Abteilung etwa 120 Angestellte und Arbeiter.

Schon 1990 gab das Bürgerliche Brauhaus Augsburg-Göggingen seine Braukunst auf, doch erst 1992 schluckte die Hasenbräu AG das Bürgerliche Brauhaus Augsburg-Göggingen.

Details

In den Jahren vor der Schließung der Brauerei stand auf dem Dach des Hauptgebäudes ein überdimensionales "Halbeglas", das mit Gerstensaft gefüllt erschien. Unter anderem stellte die Brauerei damals noch das so genannte "Augsburger Braunbier" her, das vor allem in der Zeit zwischen 1750 und 1850 beliebt, dann aber lange Zeit vergessen war, bis es das Bürgerliche Brauhaus Augsburg-Göggingen zur 2000-Jahrfeier der Stadt wieder auflegte.

Ehemalige Lage


Weblinks


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