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Brunnenmeisterhaus

Ein Augsburger Handwerkerhaus im Brunnenmeisterhof, das dem Brunnenmeister diente.

Allgemeines

Das Brunnenmeisterhaus ist zweigeteilt in ein „Oberes Brunnenmeisterhaus“ und ein „Unteres Brunnenmeisterhaus“. Es gehört zu dem historischen Brunnenwerk am Roten Tor?. Es liebt etwas versteckt im Brunnenmeisterhof und wird von einem Teil der Stadtmauer, einem Trakt des Heilig-Geist-Spitals und den historischen Wassertürme am Roten Tor umgeben.

Heute beherbergt das „Untere Brunnenmeisterhaus“ das Schwäbische Handwerkermuseum.

Geschichte

1416 hat die Stadt Augsburg erste Pumpwerke im Hof installiert, um die Röhrenbrunnen in der Stadt zu versorgen.

Der Bau geht in seinem Kern auf das 17. Jahrhundert zurück. So, wie das Brunnenmeisterhaus heute erscheint, wurde es in den Jahren 1742 bis 1750 erbaut.

Der bedeutendste Brunnenmeister, der im „Oberen Brunnenhaus“ wohnte, war zwischen 1741 und 1768 der Zimmermann Caspar Walter. Bei seinem Amtsantritt fand der die Brunnenwerke? hier zum Teil „in üblen Umständen“, weil „das Holzwerk verfault und ruinos“ war. Und so hat er es renoviert und 16 Schriften über die Brunnenmeisterei verfasst, aber auch Werke über Zimmerei und Brückenbau.

Christian Erhart?, ein Schüler von Johann Georg Bergmüller sorgte 1777 für eine klassizistische Fassade des „Unteren Brunnenmeisterhauses“.

Als man in den 1970er Jahren die Wassertürme am Roten Tor und das Rote Tor? selbst sanierte, konnte man das Brunnenmeisterhaus aus Geldmangel noch nicht sanieren. Das gelang erst in den Jahren 1983 bis 1985.

Im März 2014 wurde im ältesten deutschen Wasserwerk ein Wassermuseum in den Wassertürmen und im Brunnenmeisterhaus eröffnet.

Details

Das „Obere Brunnenmeisterhaus“

Früher war dies die Dienstwohnung des Brunnenmeisters. Es wird gerne auch „Haus mit den Fischen“, „Haus bei den Fischen“ oder schlicht „Fischerhaus“ genannt, weil zwei Bronzefische den Eingang zieren. Der Amtsinhaber konnte vom Hauseingang direkt mittels eines Übergangs zum Treppenhaus des Kleinen Wasserturms gelangen. Das Obere Brunnenmeisterhaus hat zwei Geschoße, ein Zwerchhaus und ein Mansarddach. Noch 1677 waren ein Pultdach und Portalfresken bezeugt. Man erreicht den Bau über eine Brücke, die den Lochbach überspannt. Die äußere Erscheinung geht auf das 18. Jahrhundert zurück, doch hat man dem Bau im 19. Jahrhundert noch klassizistische Dekorationselemente beigefügt.

Das „Untere Brunnenmeisterhaus“

Meist ist nur das „Untere Brunnenmeisterhaus“ gemeint, wenn Augsburger vom Brunnenmeisterhaus sprechen. Es zieht sich, wenn man in den Brunnenmeisterhof eintritt, links an Teilen der alten Stadtmauer entlang, die das Gebäude überragen. Das Haupthaus ist von einem Walmdach und trägt eine geschweifte Uhrengaube, ansonsten ist ein Pultdach zu erkennen. Die beiden Geschoße des Baus sind nicht hoch. Die Grottenmotive und die Scheinarchitektur des Gebäudes stammt von Christian Erhart? aus dem Jahr 1777, die Fresken gehen auf Severin Walter? zurück. Hier hat nie ein Brunnenmeister gewohnt. Das Gebäude diente als Werkstatt und Lager.

Als 1879 die historischen Brunnenwerke? am Roten Tor aufgegeben wurden und man die Wasserversorgung an den Hochablass verlegte, hat man zwar Pumpen und andere Werksanlagen abgebaut, doch ließ man sowohl das „Obere“ wie das „Untere Brunnenmeisterhaus“ stehen und nutzte die Gebäude weiterhin handwerklich.

Obwohl die Gebäude im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurden, arbeiteten noch nach 1945 Handwerker hier. Allerdings verfiel das Brunnenmeisterhaus in den Jahrzehnten bis in die 1980er Jahre immer mehr.

Zwischen 1983 und 1985 sanierte die Handwerkskammer für Schwaben das Gebäude unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes und nach historischem Vorbild – so etwa auch die Fresen von Severin Walter? und die Arbeiten von Christian Erhart?. Weil Baufahrzeuge und Kräne nicht durch den schmalen Zugang zum Brunnenmeisterhof gebracht werden konnten, geschah das sogar unter Zuhilfenahme alter handwerklicher Techniken.

Zur 2000-Jahrfeier Augsburgsburgs konnte man am 29. Juni 1985 das Schwäbische Handwerkermuseum im „Unteren Brunnenmeisterhaus“ eröffnen.

Lage

Am Roten Tor 1


Weblinks


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