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Brauereien

Allgemeines

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Augsburg ist eine der großen bayerischen Brauerstädte und hat eine Biertradition, die weit ins Mittelalter zurückreicht.

In Göggingen gab es früher einige Brauereien. Etwa die Held´sche Exportbierbrauerei Göggingen, Held & Co. von 1881 bis 1888. Oder die Friedrich Schmidtkunz Exportbierbrauerei von 1888 bis 1896 oder das Bürgerliche Brauhaus Augsburg-Göggingen bis in jüngere Zeit.

Geschichte

Mittelalter

1143 erließ der Rat Augsburgs ein Reinheitsgebot für das Brauen von Bier und bestimmte, dass nur Malz, Hopfen und Wasser zum Brauen in Augsburg verwendet werden durften. Das galt für einen "Bierpreu" (Bierbrauer) wie auch einen "Litgeb" (Schankwirt).

Kaiser Friedrich I.? (Barbarossa) erließ eine auf der Verordnung von 1143 fußende Verordnung über die Qualität des Augsburger Biers, die 1156 in das Augsburger Stadtrecht einging. Diese Anordnung enthielt sowohl ein Kapitel über Bäckereien als auch über Brauereien und war - wenn man so will - das erste "Verbraucherschutzgesetz" Deutschlands. Wenn sich Bäcker und Brauer nicht an die Anordnung hielten, drohten ihnen harte Strafen.

Von 1368 stammt eine Zunftverfassung, in der sich Schankwirte und Brauer zusammenschlossen und Regeln gaben. Im Maximilianmuseum kann man noch heute die Zunftpokale und Zunftzeichen dieser Augsburger Zunft bewundern und sieht an ihnen, dass es die Brauer und Schankwirte in Augsburg schon damals zu Reichtum brachten.

1433 bestimmte der Stadtrat, die Augsburger Brauer sollten statt Gerste und Weizen "Haber" zum Bierbrauen verwenden, und 1442 erließ Augsburg eine Bierbrauerordnung, die zum Teil das Bayerische Reinheitsgebot (1516) vorwegnimmt und ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein zeigt.

Neuzeit

1528 zählte die Zunft der Brauer und Schankwirte Augsburgs 145 Mitglieder und um 1530 war Augsburg mit 62 "gewerblichen" Brauereinen nach Berlin und Breslau die drittgrößte "Bierstadt" der Welt.

1549 verbot eine Augsburger Brauordnung den Zusatz von Wurzeln, Kräutern und Samen zum Bier, was 1657 erneut eingeschärft wurde.

1550 hob der Stadtrat seine 1433 erlassene Verordnung, mit "Haber" zu brauen wieder auf, weil sich angeblich herausgestellt hatte, dass der "Haber" die Trinker "töbig" mache.

1579 erließ die Stadt Augsburg eine Verordnung zur "Bierschau". Die "Bierschau" war eine Qualitätskontrolle des Augsburger Bieres.

Nach dem 30-jährigen Krieg

Im 17. und 18. Jahrhundert gab es annähernd 100 Braustätten in Augsburg.

Die Säkularisation brachte für die Augsburger Brauer einen großen Aufschwung, denn auch in Augsburg und Umgebung wurden zahlreiche Klosterbrauereien aufgelöst, verstaatlicht oder privatisiert, so dass das aufstrebende Bürgertum von dem Konkurrenzdruck seitens der gut funktionierenden kirchlichen Brauereien befreit wurde.

1818 gab es in Augsburg 98 Braubetriebe und damit wieder fast so viele wie 1670. 1830 wurden 72 Braunbier-, 14 Weißbier- und 12 Braun- wie Weißbierbrauereien in Augsburg gezählt.

Die Industrialisierung? und die Aufhebung der Zunftbeschränkungen brachten auch Augsburger Brauereien Vorteile. Künstliche Kühlmaschinen erlaubten untergäriges Bier ohne die umständliche Einlagerung großer Eisblöcke zu produzieren. Die Erkenntnisse von Louis Pasteurs über die Funktion des Gärungsprozesses beförderte die industrielle Bierherstellung auch in Augsburg.

Bayerisch-Schwaben hatte 1846 mit 969 Brauereien mehr Brauereien als jedes andere bayerische Gebiet. Augsburg war eine der Städte mit den meisten Brauereien weltweit.

1847 gab es in Augsburg noch 83 Brauereien. Immer mehr Betriebe in Augsburg stellten vom schwäbischen Satzmaischverfahren auf das großtechnisch sicherere bayerische Dreimaischverfahren um.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts tranken zunehmend mehr Augsburger ihr Bier nicht nur im Wirtshaus, sondern auch zuhause. So wurden teure und aufwändige Flaschenabfüllanlagen mit einer anfänglichen Leistung von 1000 Flaschen pro Stunde erforderlich. Das steigerte den Investitionsbedarf der Augsburger Brauereien, so dass sich zahlreiche Betriebe übernahmen, bankrott gingen, eingestellt oder aufgekauft wurden. Andere Augsburger Brauereien retteten sich durch Fusionen und Übernahmen.

1869 wurde in Augsburg eine der ältesten Brauschulen der Welt gegründet, in der angehende Brauer die Praxis des Bierbrauens erlernen konnten.

Mit der Maschinenfabrik Augsburg AG? zusammen entwickelte Carl Linde ein Kühlsystem für Bier und erhielt 1873 darauf das bayerische Patent. Schon bald stellte auch die Augsburger Maschinen- und Bronzewarenfabrik L. A. Riedinger? solche Kühlanlagen nach dem neuen Kühlsystem her. Das bedeutete einen riesigen Technologieschub nicht nur im Brauwesen.

20. Jahrhundert

1903 zählte man noch 47 und 1913 blieben von den einst fast 100 Brauereien Augsburgs nur noch 33 übrig. Positiv an der Entwicklung war, dass die Neuerungen den Bierexport aus Augsburg ermöglichten.

Der Erste Weltkrieg brachte die "kriegsbedingte Produktion", wodurch der Bierausstoß der meisten Augsburger Brauereien kurzfristig erhöht wurde, denn sie lieferten zur Versorgung der bayerischen Feldtruppen Bierwaggons an die Front, doch der Zusammenbruch des Reiches und die wirtschaftlichen Folgen sorgten in den Jahren bis 1939 dafür, dass noch einmal 20 Braubetriebe aus Augsburg verschwanden. Interessant auch, was ein Liter Bier über die damaligen Jahrzehnte hinweg kostetet: 1915 zahlte man für den Liter Bier noch 22 Pfennig, nach dem Ersten Weltkrieg 1,45 Mark und in der schlimmsten Zeit der Inflation bis zu 190 Milliarden Mark.

Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges waren es 1939 nur noch 13 Brauereien, die in Augsburg Bier herstellten.

21. Jahrhundert

2012 feierte Bayern landesweit 200 Jahre bayerische Biergärten. Augsburg nahm das zum Anlass, auf seine lange Tradition des Bierbrauens und die hohe Qualität des Augsburger Bieres hinzuweisen. Ein erstes Reinheitsgebot wurde in Augsburg bereits 1156 erlassen. Damit ist das Augsburger Reinheitsgebot 360 Jahre älter als das bayerische – und das erste Reinheitsgebot der deutschen (Bier-) Geschichte.

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Tourismusdirektor Götz Beck (rechts von der Mitte) und Riegele-Brauereichef Sebastian Priller (Mitte) begrüßten mit zahlreichen anderen Partnern ein Drehteam des chinesischen Sendeformats „XFUN Foodies Club“ (ganz rechts im Bild) bei deren Recherchen auf den Spuren des bayerischen Biers in Augsburg. Der dreitägige Dreh im Oktober 2015 war nicht nur von viel Organisationsaufwand geprägt, sondern auch von jeder Menge Spaß auf Seiten der Gastgeber wie der Gäste. Foto: Regio Augsburg/oh.

2015 drehte vom 16. bis zum 18. Oktober ein Journalistenteam des chinesischen Reisekanals XFUN in Augsburg zum Thema Bier und Brauereien. 2016 wurde der Film auf iqiyi, der chinesischen Version von Youtube, veröffentlicht. Unter Augsburg uns sein Bier war der etwa halbstündige Film im Internet abrufbar.

Am 23. April 2016 feierte Augsburg seine Brautradition bei einem Fest auf dem Stadtmarkt: Dabei stellten sich lokale Brauereien vor und boten diverse Biersorten zur Verkostung an. Neben Traditionsbetrieben lernten Gäste auch die Augsburger Craftbeer-Szene kennen. Am 14. Mai, 11. Juni und 13. August 2016 bot die Regio Augsburg Tourismus GmbH außerdem einen öffentlichen Bierrundgang an, der am Rathausplatz startete und Bierproben an verschiedenen Stationen beinhaltete.

Einzelne Augsburger Brauereien

Brauereien im Umkreis von Augsburg

Weblinks


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