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Bordelle

in Augsburg; von frz. bordel "Bretterhütte"; auch Freudenhaus, Etablissement, Puff; Bezeichnung für ein Gebäude oder Teil eines Gebäudes, in dem Frauen, Männer oder Transsexuelle sexuelle Dienstleistungen anbieten und ggf. ausüben

Zuganstüren in einem Bordell
Zugangstüren zu einem Bordell 2011; von Usien (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Allgemeines

Im Großraum Augsburg leben etwa 500.000 Menschen. Weil Augsburg die einzige Stadt in weitem Umkreis ist, in der Prostitution erlaubt ist, hat sie ein großes Einzugsgebiet. Die nächsten Städte mit legaler Prostitution sind Ulm, Nürnberg, München und Kempten.

Normalerweise halten sich in Augsburg etwa 700 Prostituierte in der Stadt auf, doch verzeichnet man temporär auch 1.500 bis 2.000 Prostituierte. Das liegt daran, dass es eine immer stärkere Fluktuation gibt und die Prostituierten im Wochen- oder Monatsrhytmus von Stadt zu Stadt wechseln.

Red Light District
Typische Rotlicht-Beleuchtung eines Bordells. By quinn norton (Flickr) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Der Sperrbezirk für Bordelle und Prostitution umfasst in Augsburg im wesentlichen die Innenstadt. Außerhalt dieses Sperrgebiets wurden 2014 elf Bordelle mit Club- oder FKK-Charakter und etwa 130 Wohnungsbordelle, wenn man die Zahlen der Kriminalpolizei für Augsburg zugrunde legt, das Stadtplanungsamt? geht von etwa 30 Bordellen bzw. bordellartigen Betrieben in Augsburg aus. Das bedeutet für Augsburg einen Spitzenplatz im Blick auf das Rotlichtmilieu, wenn man es proportional zur Einwohnerzahl betrachtet.

Geschichte

2012 erfasste das Stadtplanungsamt? alle Augsburger Bordelleinrichtungen und stellte eine Konzentration von Bordellen in Oberhausen, Lechhausen und Haunstetten fest.

Im Dezember 2013 legte der Arbeitskreis Prostitution des Kriminalpräventiven Rats? dem Stadtrat ein Gesamtkonzept zur Verbesserung der Situation von Prostituierten in Augsburg vor.

Im Januar 2014 verabschiedete der Stadtrat eine Resolution, dringend die negativen Auswirkungen des 2002 eingeführten Prostitutionsgesetzes zu beheben.

Im Februar 2014 beschloss der Augsburger Stadtrat die Erarbeitung eines Bordell-Strukturkonzepts für Augsburg. Ziel war die städtebauliche und ordnungspolitische Steuerung von Stätten der Prostitution (Bordelle, bordellartige Betriebe, Wohnungsprostitution und anderen sexbezogenen Vergnügungsstätten). Man übertrug die Erstellung einer interdisziplinären, referatsübergreifenen Arbeitsgruppe. Konkreter Anlass war ein am 5. Dezember 2013 gestellter Bauantrag für eine "Teil-Umnutzung einer bestehenden Lagerhalle mit Büro in eine gewerbliche Zimmervermietung / Bordell" in der Steinernen Furt? 90. Beantragt war ein Laufhaus mit fast 50 Einzelzimmern für Prostituierte. Angesichts der Größe dieses Laufhauses befürchtete die Stadt Augsburg eine Verfestigung der Prostitutionsszene und eine bayernweite Anziehungskraft für Freier. Auch der Runde Tisch der Religionen? wandte sich gegen das beantragte Großbordell, ebenso einige Gewerbe- und Industriebetriebe in unmittelbarer Nähe. Besonders das Islamische Forum Augsburg? und die Aktionsgemeinschaft Lechhausen? kämpften gegen das Großbordell.

Am 28. März 2014 lehnte die Stadt Augsburg den Bauantrag für das Laufhaus in der Steinernen Furt? 90 ab. Dageben klagte der Großbordell-Investor und erhielt vor dem Verwaltungsgericht Augsburg im Mai 2015 teilweise Recht. Die Ablehnung des Bauantrags am 28. März 2014 wurde aufgehoben und die Stadt Augsburg zu einer erneuten Prüfung und Bescheidung verpflichtet.

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Blick in ein Edelbordell 2009. By Ralf Roletschek [GFDL 1.2], via Wikimedia Commons

Details

In den letzten Jahren stieg die Zahl der Bordelle in Augsburg stark an, was sich z. B. an den Bauanträgen für Bordelle und der Zahl verwaltungsgerichtlicher Streitsachen in dieser Thematik ablesen lässt. Um Missstände und Fehlentwicklungen zu verhindern, lehnte die Stadt Augsburg Bordelle mit Instrumenten des Baugesetzbuches ab, wo es ging (Nähe zu schutzbedürftigen Nutzungen, Bordell-Häufung, Trading-Down-Effekte ...). Die Kriminalpolizei schätzte den Anstieg von 2004 bis 2014 auf etwa 30 Prozent, was Bordelle und Prostituierte in Augsburg angeht. Davon waren 2014 etwa 80 Prozent ausländische Prostituierte. Und die Bordelle wurden immer größer: Es entstanden mehrere Bordelle, die 15 bis 40 Prostituierten Platz boten.

Durch die Zunahme von Bordellen und Prostitution in Augsburg kam es zu einem Verfall des Preisniveaus der angebotenen Dienste und die Armutsprostitution verschärfte sich, so dass junge Frauen aus persönlichen Notlagen heraus Dumpingpreise hinnehmen mussten.

Weblinks


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